Sea Shepherd ortet japanische Walfangflotte mittels Drohnen

Japanische Sicherheitsschiffe rücken gegen die Steve Irwin an

Steuermann Peter Brown startet die Drohne von der Steve Irwin.

Steuermann Peter Brown startet die Drohne von der Steve Irwin.

Die Sea Shepherd-Crew hat am ersten Weihnachtstag die japanische Walfangflotte mittels Drohnen geortet, tausend Meilen nördlich des arktischen Walschutzgebiets.

Das Sea Shepherd-Schiff Steve Irwin setzte eine Drohne ein, um am 24. Dezember erfolgreich das japanische Fabrikschiff Nisshin Maru zu orten und zu fotografieren. Kaum hatte die Verfolgung begonnen, rückten drei japanische Harpunen/Sicherheitsschiffe gegen die Steve Irwin an, um die Nisshin Maru abzuschirmen und ihr das Entkommen zu ermöglichen.

Die japanische Taktik, sich an die Steve Irwin und die Bob Barker anzuhängen, wird dieses Mal dank der Drohnen jedoch nicht funktionieren, eine auf der Steve Irwin und die andere auf der Bob Barker können die Nisshin Maru aufspüren und verfolgen und ihre Position an die Sea Shepherd-Schiffe zurück übermitteln.

“Mit diesen Drohnen können wir Hunderte von Meilen abdecken und sie haben sich als nützliche Anlage zum Auskundschaften für diese Kampagne erwiesen“, sagte Captain Paul Watson an Bord der Steve Irwin.

Die Drohne namens Nicole Montecalvo wurde der Steve Irwin von Bayshore Recycling, New Jersey und Moran Office of Maritime and Port Security, ebenfalls New Jersey, gespendet.

Captain Watson hat, nachdem er Meldungen von Fischern erhielt, als die japanischen Schiffe die Lombokstraße passierten, südlich der Meerenge in einer Entfernung von 500 Meilen vor der Südwestküste Westaustraliens gewartet. Sea Shepherd passte die Walfänger bei 37 Grad Süd ab, weit vor dem arktischen Walschutzgebiet.

Eleanor Lister – Quartiermeisterin auf der Steve Irwin – britische Staatsangehörige aus Jersey.

Eleanor Lister – Quartiermeisterin auf der Steve Irwin – britische Staatsangehörige aus Jersey.

“ Die Jagd ist eröffnet für die nächsten 1000 Meilen”, sagte Quartiermeisterin Eleanor Lister aus Jersey (U.K.).

Indem die Steve Irwin die Handlungsspielräume dreier japanischer Schiffe bindet, bleibt die Bob Barker frei von der Verfolgung und die Brigitte Bardot frei dafür, das Fabrikschiff auszukundschaften, da sie schneller ist als die Harpunenschiffe.

Sea Shepherd hat die japanische Walfangflotte gefunden, bevor ein einziger Wal abgeschlachtet wurde.

“Das wird eine lange, schwierige Verfolgungsjagd von hier bis zur Küste der Antarktis”, sagte Captain Watson. „Doch dank dieser Drohnen haben wir jetzt einen Vorteil wie niemals zuvor – Augen im Himmel“.

Hintergründe zu der Steve Irwin-Drohne:

Bayshore Recycling kämpft für den Schutz und die Erhaltung der Natur

Die Drohne Nicale Montecalvo hilft Sea Shepherd beim weltweiten Schutz der Meeresfauna

Die Woodbridge NJ – Bayshore Recycling Corp (BRC) setzt sich nicht nur für den Schutz der natürlichen Ressourcen des Planeten durch Recycling ein, sondern fordert außerdem jeden Einzelnen auf, der bedrohten Tierwelt zu helfen. Um dieses Bestreben zu verstärken und ermutigen, haben die Eigner der BRC kürzlich eine Langstreckendrohne, ausgestattet mit Kameras und Ortungsgeräten, an die Sea Shepherd Conservation Society (SSCS) gespendet. Die SSCS ist eine internationale, gemeinnützige Umweltschutzorganisation, die direkte Aktionen zum Schutz der Meeresfauna durchführt. SSCS benötigte zusätzlich eine Drohne zur Ergänzung ihrer Flotte und Erweiterung ihrer Möglichkeiten, um mit jedem Flug Hunderte von Meilen mehr absuchen und Walfangschiffe sowie andere ungesetzliche Wilderei ausfindig machen und dokumentieren zu können. Die Drohne wird uns außerdem zu Diensten sein, beim Schutz der Flotte und der Crew zu helfen und uns vor drohenden Gefahren warnen, falls der Helikopter einmal nicht einsatzbereit wäre. Die Drohne wurde gebaut und entwickelt vom Team der Moran Office of Maritime and Port Security (MOMPS), das auch diverse andere Technologie entwickelte und zur Verfügung stellte, die während der jüngsten „Operation No Compromise“-Kampagne zum Einsatz gekommen war und die bisher die mit weitem Abstand erfolgreichste Anti-Walfang-Kampagne dern Organisation gewesen ist.

Eine Langstreckendrohne stellt ein unbemanntes Luftfahrzeug dar, das nicht den Einsatz eines Menschen erfordert und unabhängig fliegen und über große Entfernungen bedient werden kann. Die Drohne namens Nicole Montecalvo hat geholfen, die japanische Walfangflotte im Südpolarmeer ausfindig zu machen, nachdem sie früher schon bei dem Einsatz gegen die Blauflossenthun-Wilderei vor der Küste Libyens hilfreich war. Die Drohne Nicole Montecalvo wurde während
der Überfahrt in die Antarktis von dem Sicherheitsbeauftragten für die Schiffe an Bord des Schiffes Steve Irwin geliefert, als dieses auf der Suche nach dem japanischen Flaggschiff, der Nisshin Maru war. BRC betont die Bedeutung der Erhaltung natürlicher Lebensräume für unseren Planeten. Ob sie natürliche Ressourcen bewahren, Energie sparen, bedrohte Wildtiere schützen oder Haushaltsmüll recyclen – Bayshore stellt sich der Verantwortung. Gemeinsam werden BRC und SSCS für den Schutz der Ozeane und der gefährdeten Meeresbewohner kämpfen.

Die Bayshore Recycling Corp (BRC) glaubt an die Verschonung zukünftiger Generationen vor Mülldeponien und fördert die Rückgewinnung von Materialien durch Recycling und Maßnahmen zur Nachhaltigkeit. Wenn der Ausbau fertiggestellt ist, wird Bayshore 100%ig grüne Unternehmen führen, die mit 100% erneuerbarer Energie betrieben werden. Bayshore betreibt gegenwärtig fünf verschiedene Recyclingunternehmen in Woodbridge Township, NJ, was die Gesellschaft zu einer der innovativsten mit bester vertikaler Integration im Nordosten macht. Für weitere Informationen bitte hier klicken: www.bayshorerecycling.com.

Captain Paul Watson, Sea Shepherd-Pilot Chris Aultman und Sea Shepherds Sicherheitsbeauftragter Jeffrey Milstein mit der Drohne im Hangar der Steve Irwin. Foto: Barbara Veiga

Die Nisshin Maru, entdeckt von der Drohne am 24. Dezember 2011

 

Die Moran Office of Maritime and Port Security (MOMPS) ist ein privates Security-Unternehmen für die Sicherheit zur See und hat sich der Hilfe zur Sicherung von 361 US-Häfen gewidmet. Ihre Mission schließt außerdem die Mithilfe zur Einhaltung internationalen Seerechts, zur Fischereiüberwachung und zur Vorbeugung gegen Terrorismus und Piraterie auf der ganzen Welt ein. Ihre Vorgehensweise liefert einzigartige Echtzeit-Lösungen aus der Alltagspraxis von Meeresexperten, die stets an vorderster Front stehen und bereit sind, zu handeln. Für weitere Informationen bitte hier klicken: www.momps.com

Die Sea Shepherd Conservation Society (SSCS) ist eine internationale, gemeinnützige Organisation zum Schutz der Meeresfauna Ihre Mission ist, die Zerstörung der Lebensräume und die Abschlachtung von Wildtieren in den Weltmeeren zu beenden, um Ökosysteme und Arten zu erhalten und beschützen. Sea Shepherd setzt innovative Taktiken direkter Aktion ein, um zu ermitteln, zu dokumentieren und, wenn nötig, einzugreifen, und damit illegale Vorgänge auf hoher See aufzudecken und dagegen vorzugehen. Für weitere Informationen bitte hier klicken: www.seashepherd.org

Quelle: Sea Shepherd Deutschland

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Japans “Wissenschaftlicher Walfang”, sehr viel mehr als nur Wale

Internationale Reaktion auf Japans Mißbrauch der Erdbebenhilfsfonds

Am 30. September 2011 kündigte die japanische Regierung an, dass sie das Budget für das Walfangprogramm um beinahe 600 Prozent aufstocken werde, wobei die Geldmittel dafür aus den Fonds abgezogen würden, die zum Wiederaufbau des Landes nach Erdbeben und Tsunami vorgesehen waren. Das rief ebenso den Zorn ziviler japanischer Gruppen hervor wie einen offiziellen Protest durch mehr als sechzig internationale Organisationen.



Der folgende Artikel wurde am 16. Dezember veröffentlicht durch
Centro de Conservación Cetacea
(genehmigter Nachdruck)

Japans “Wissenschaftlicher Walfang”, sehr viel mehr als nur Wale

Whaling vessel

Am 7. Dezember verließen drei Schiffe der japanischen Walfangflotte, angeführt von der Yushin Maru, den Hafen von Shimonoseki in Richtung antarktisches Walschutzgebiet, um zum angeblichen Zweck „wissenschaftlicher Forschung“ 900 antarktische Zwergwale und 50 der bedrohten Finnwale zu fangen.

Die Kenndaten der Flotte, Abreisedaten und Pläne zum Ablauf bleiben ein Geheimnis. Die japanische Regierung rechtfertigt die Geheimhaltung mit der Angabe von Sicherheitsgründen. Jedoch sollte diese Art von Informationen öffentlich gemacht werden, da Wale ein Naturgut darstellen, das nicht der Regierung von Japan gehört.

Die Walfangindustrie erhält trotz Krise Wiederaufbaufonds

Am 30. September berichtete die japanische Presse, dass ihre Regierung das jährlich in das antarktische Walfangprogramm investierte Budget um nahezu 600 Prozent aufstocken werde, um die Sicherheit der Walfangflotte zu verstärken. 2010 war die Flotte mit weniger als 20 Prozent der selbstgesetzten Fangquote zurückgekehrt, nachdem sie die Saison vorzeitig beenden musste. Als Grund nannten sie, Sea Shepherd habe die Sicherheit ihres Unternehmens bedroht. Um dieses notwendige Budget aufzustocken kündigte die Regierung an, öffentliche Gelder japanischer Steuerzahler einsetzen zu wollen, die ursprünglich zum Wiederaufbau des Landes vorgesehen waren.

Diese Ankündigung rief den unmittelbaren Protest der japanischen Bürgerschaft hervor. Über ein Dutzend Organisationen, einschließlich Japans Zusammenschluß von Anwälten für den Umweltschutz, der Association for Protection of Marine Communities und des Whale Action Network sandten eine nachdrückliche Botschaft an den japanischen Premierminister Yoshihiko Noda, die den Einsatz ursprünglich für den Wiederaufbau des Landes vorgesehener öffentlicher Gelder „zur Durchführung wissenschaftlichen Walfangs im Südpolarmeer wie ursprünglich geplant“ scharf verurteilte. Dieses Schreiben, dem sich später rund ein Dutzend lateinamerikanischer Organisationen anschloss, einschließlich des Cetacean Conservation Center und des Ecoceanos Center of Chile, stellt außerdem fest, dass der Einsatz dieser Gelder zwangsläufig Fragen aufwirft zu eigennützigen Interessen der japanischen Regierung an der Verlängerung „des sterbenden Walfangprogramms mit Geldern von Steuerzahlern“.

Beamte der japanischen Fischereibehörde (JFA) waren schnell bei der Hand, die Regierungsentscheidung zu verteidigen, das Geld gehe in die Unterstützung der Walfangindustrie und einiger Gemeinden, die durch das Erdbeben und den Tsunami im vergangenen Jahr in Mitleidenschaft gezogen wurden. Sie fügten hinzu, dass sie bei einer Rückkehr mit einer „vollen Ladung“ [Wale] in der Lage wären, die Gemeinschaft von Ayukawa wieder aufzubauen, der einzigen Walfanggemeinde an der Ostküste der Ojikahalbinsel, die im März zerstört wurde und die einmal lediglich eine Walfangstation hatte. Jedoch legen die von der JFA angeforderten Geldmittel eindeutig dar, dass die endgültige Bestimmung des Geldes ist, „die Sicherheit der Walfangflotte zu stärken und ein ungestörtes Vorgehen während der Jagdsaison in der Antarktis zu gewährleisten“. Ebenso belegen die Aussagen der JFA-Beamten die tatsächliche kommerzielle Natur des sogenannten „wissenschaftlichen Walfangs“ und bestätigen ein weiteres Mal die Gesetzwidrigkeit dieser Unternehmen.

Im Anschluß an diese konfusen Darstellungen kam die Antwort der japanischen Zivilbevölkerung sofort. Am 2. Dezember forderten diverse Organisationen ihre Behörden auf, den Einsatz öffentlicher Gelder zur Erhaltung der Walfangindustrie zu überprüfen und setzten damit ein starkes und nachdrückliches Zeichen ihres Widerstands gegen die Walfangpolitik der japanischen Regierung.

“Wissenschaftlicher Walfang”, Strategie für Expansion und Militarisierung in der Antarktis?

Nachdem die Regierungssubventionen verdreifacht und eine weitere Saison “wissenschaftlichen Walfangs” in der Antarktis abgesichert waren, erklärte der Sprecher der japanischen Küstenwache in den Medien, es sei eine Entscheidung getroffen worden, die „die Sicherheit verstärke wie niemals zuvor“ und den „umfassendsten Schutz in der Geschichte biete“, der „dazu dienen werde“ Umweltgruppen „abzuschrecken“. Dies würde den Einsatz einer unbestimmten Anzahl von Beamten der Küstenwache an Bord der Walfangflotte einschließen, nicht näher benannte Sicherheitsausrüstungen und sogar ein Patrouillenschiff der JFA, das in riesigen Buchstaben die Aufschrift „Regierung von Japan“ auf der Längsseite trage. Hierbei handelt es sich um ein weiteres eindeutiges Beispiel für die Durchführung einer aggressiven Expansionspolitik Japans in antarktischen Gewässern, das mittlerweile Formen einer Regierungs-/Kapitalgesellschaftlichen Unternehmung annimmt.

Die fehlende Transparenz der japanischen Regierung in Hinblick auf die von ihr durchgeführten Sicherheitsmaßnahmen war eins der Besorgnisse, das von mehr als sechzig lateinamerikanischen, karibischen und internationalen Organisationen in einem am 25. Oktober an ihre Vertreterkommission (Buenos Aires Group) versandten Brief anlässlich der International Whaling Commission (IWC) ausgedrückt worden war. Das Südpolarmeer wird unter dem Antarktis-Vertrag verwaltet, der es als ein Gebiet des Friedens, internationaler Zusammenarbeit und Waffenfreiheit ausweist. Ein Walfangprogramm, das nicht einmal die Zustimmung der japanischen Zivilbevölkerung findet, bedroht nun dies alles. Der von lateinamerikanischen Organisationen geführte Aufruf betrifft die Sorge, dass der Großteil der von den Wiederaufbauspenden für das Walfangprogramm abgezogenen Gelder zur Verstärkung der Sicherheit der Walfangflotte eingesetzt wird, was einen gefährlichen Präzedenzfall für die Art des Vorgehens bei zukünftigen Konflikten im Antarktis-Vertragsgebiet schafft.

Allerdings wurde dieser Aspekt von Regierungen vollständig ignoriert, einschließlich der Länder mit Interesse und Territorialansprüchen in der Antarktis. Die Buenos Aires Group gab nach dem Ablegen der Flotte eine gemeinsame Erklärung heraus, in der sie „wissenschaftlichen Walfang“ verurteilte und die japanische Regierung gemahnte, die Walfangunternehmungen, die „in einem von der IWC ausdrücklich zum Schutz von Walen errichteten Schutzgebiet“ durchgeführt werden, zu beenden.

Gleichfalls hat keine Regierung die Regierung Japans aufgefordert und /oder öffentlich von ihr verlangt, die maßgeblichen Informationen über die Art von Patrouillenschiff, Beamte und Merkmale der Sicherheitsausrüstung bekanntzugeben, die im Südpolarmeer eingesetzt werden. Obwohl die IWC etliche Beschlüsse zur Sicherheit auf See gefasst hat, setzt die japanische Regierung diese ein, um Unterstützung für die offensive Expansion ihres Walfangs in der Antarktis zu erreichen.

Während Regierungen und zivile Organisationen angesichts des Einsatzes militärischen Personals und militärischer Elemente in der Antarktis-Vertrags-Zone stillhalten, fährt Japan fort, strategische Maßnahmen umzusetzen, die das Ziel haben, jeden Widerstand gegen ihre Walfangunternehmungen auszuhebeln um mit einer „vollen Ladung“ [Wale] zurückzukehren und damit den kommerziellen Walfang wieder aufzubauen. Dies wurde am vergangenen Freitag deutlich, als die Medien ankündigten, das Institute of Cetacean Research (ICR) und der Mischkonzern der Walfänger Kyodo Senpaku hätten vor dem Bundesgerichtshof in Washingtion (USA) eine Klage angestrengt, die anstrebe, Sea Shepherd von der Einmischung in wirtschaftliche Unternehmungen auf See abzuhalten. Man muß sich in Erinnerung rufen, dass 2009 die Vereinigten Staaten, ein Land, das in vergangenen Jahren die Walfangpolitik Japans unterstützt hat, mit der Idee sympathisierten, gegen Umweltschutzgruppen vorzugehen, die gegen U.S.-Gesetze verstoßen.

Düstere Zukunft für die Wale des weißen Kontinents

Während der Widerstand gegen den “wissenschaftlichen Walfang” weltweit einmütig ist, haben Verurteilungen, Klagen und diplomatische Proteste keinerlei Wirkung hinsichtlich Japans gieriger Walfangpolitik im Südpolarmeer gezeitigt.

Das Ausbleiben konkreten und effektiven Vorgehens – einschließlich, aber nicht beschränkt auf – Einführung von Handelssanktionen und einer Reform des IWC-Abkommens, hat es der japanischen Regierung gestattet, gesetzliche und ethische Grenzen zu überschreiten, was nicht nur die Wale bedroht, sondern auch die Regierungshoheit über das Südpolarmeer, die Grundlagen des Antarktis-Vertrags, die Interessen lateinamerikanischer Länder und den dringlichen Hilfebedarf der japanischen Bevölkerung nach dem Erdbeben, dem Tsunami und der nuklearen Katastrophe.

Alles in allem könnte aus den Aktionen, die die japanische Regierung zur Absicherung ihrer “wissenschaftlichen Walfang”-Saison 2012 im antarktischen Walschutzgebiet unternommen hat, der Rückschluß gezogen werden, dass die Dreifachkatastrophe des März 2011 zur Einführung einer offensiven Vorgehensweise benutzt wurde, die die Abzweigung von ursprünglich dem Wiederaufbau des Landes zugedachten Steuergeldern zugunsten der Walfangindustrie beinhaltet, und die den Frieden und die Waffenfreiheit der Antarktis-Zone dauerhaft untergräbt, wobei sie das von den UN anerkannte Grundrecht auf friedliche Demonstration nicht nur einschränkt, sondern sogar auslöscht.

Der wachsende Widerstand innerhalb Japans gegen die Walfangpolitik seiner Regierung, der systematische Rückgang des Walfleischkonsums und der kürzliche, historisch herausragende, Lagerbestand von über sechstausend Tonnen Fleisch zeigt, u.a., dass das wirkliche Interesse der japanischen Regierung im Schutz einer kleinen, aber mächtigen Wirtschaftselite liegt, die mit ihrer Fischfangindustrie in Verbindung steht, um deren Herrschaftsanspruch über die reichhaltigen Gewässer des Südpolarmeers zu festigen. Selbst wenn es dafür aggressiver Maßnahmen bedarf und das nicht den tatsächlichen Interessen und Bedürfnissen der japanischen Bevölkerung entspricht.

In diesem Zusammenhang gibt es einen dringenden Bedarf für die Länder der Südhalbkugel, insbesondere derer mit umittelbarem Interesse und Verantwortung für die Antarktis und die mit ihr verknüpften Ökosysteme, wirksame Vorsorgestrategien zu erstellen, um Japans provokative Walfangpolitik zu stoppen, bevor es zu spät ist.

Von: Elsa Cabrera, Geschäftsführerin Centro de Conservación Cetecea and Juan Carlos Cardenas, Geschäftsführer, Centro Ecoceanos.

Quellen: Courier Mail, Associated Press, Japan Real Time, Prensa Latina, Univisión Noticias, The Guardian, The Sydney Morning Herald, ABC News, La Región, M&C, Wikileaks, Ministerio de Relaciones Exteriores de Chile

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Japan entfesselt gewaltige Machtdemonstration gegenüber Sea Shepherd

File photo: Japanese Coast Guard personnel hurl flash bang grenades during Operation Migaloo in 2008

Archivbild 2008: Beamte der japanischen Küstenwache werfen Blendschockgranaten während der Operation Migaloo in 2008

Bewaffnete Sicherheitsschiffe, käufliche Schläger, Beamte der Küstenwache, einflussreiche Presseunternehmen und Anwälte!

Mit drei Millionen Dollar kann man sich enormen Einfluss erkaufen und immensen Druck zur Verteidigung illegaler Aktivitäten ausüben.

In einem Verzweiflungsakt betreiben die japanischen Walfänger mit einer Kriegskasse von ungefähr 30 Millionen US-Dollar einen enormen Kraftaufwand, um Sea Shepherd daran zu hindern, diese Saison Wale zu retten. Die Gelder hat die japanische Regierung dem Spendenfonds für die Tsunami-Opfer entnommen.

Die Einreichung einer Klage bei einem US-amerikanischen Gericht ist der jüngste Versuch der Walfänger, Sea Shepherd daran zu hindern, gegen die illegalen japanischen Walfangaktivitäten einzuschreiten. Sea Shepherd nimmt diese Klage nicht ernst und wertet sie als Versuch der Walfänger, einen Rechtsstreit als Waffe gegen Sea Shepherd einzusetzen.

“Wir haben diese Runde schon gewonnen”, sagte Captain Paul Watson. „Letzte Saison haben wir die Walfänger besiegt, sie blamiert und wieder nach Hause geschickt, nachdem sie nur 17 Prozent ihrer Fangquote erfüllen konnten. Dieses Jahr wird für uns eine größere Herausforderung. Mit 30 Millionen Dollar kann man sich jede Menge Einfluss verschaffen. Deshalb gehen wir davon aus, dass uns Japan mit der Hilfe von Regierungen, Gerichten und Medien, die sie beeinflussen können, mit aller Gewalt schikanieren und bürokratische Hindernisse in den Weg legen wird.

“Diese Saison wird eine herausfordernde und die bislang gefährlichste Operation, die wir in unserem achten Kampagnenjahr gegen die Walwilderer im antarktischen Walschutzgebiet durchführen“.

Sea Shepherd lässt sich von dem jüngsten Versuch, uns durch ein US-amerikanisches Gericht aufzuhalten, nicht beirren.

“Aus meiner Sicht ist die Klage albern“, sagte Captain Paul Watson. „Wir haben Bilder von japanischen Walfängern, wie sie eines unserer Schiffe zerstören, unsere Schiffe rammen, unsere Crew überfahren, auf uns schießen, Schockgranaten auf uns werfen, akustische Waffen gegen uns einsetzen, uns mit Wasserkanonen beschießen und Bambusspeere auf uns werfen, und sie reichen eine Klage ein und beschuldigen uns der Gewaltanwendung gegen sie. Wir haben sie nicht gerammt, und wir haben niemanden verletzt. Wir wurden auch noch nie wegen eines Verbrechens angeklagt, noch wurden wir von irgendjemandem für unsere Aktivitäten gemaßregelt. Wir waren bei sämtlichen Ermittlungen kooperativ – sie aber nicht. Dies ist lediglich ein Versuch, uns mit Hilfe von Gerichten zu schikanieren. Ich glaube nicht, dass sie einen rechtlichen Anspruch geltend machen können, und ich bezweifle, dass ein Gericht der Vereinigten Staaten dies ernst nehmen würde. Im Gegensatz zu Japan, machen die Gerichte in den USA nicht automatisch das, was die Regierung von ihnen verlangt“.

Sea Shepherd hat wichtigere Angelegenheiten zu erledigen, als sich von Klagen ablenken zu lassen. „Für die nächsten drei Monate konzentrieren wir uns voll und ganz darauf, das rücksichtslose und illegale Abschlachten von Walen im antarktischen Walschutzgebiet zu verhindern“, sagte Captain Paul Watson. „Wir lassen uns weder von Gewalt, Klagen, Bürokraten, Kritikern oder irgendeiner Regierung abschrecken. Wir handeln gewaltlos innerhalb des gesetzlichen Rahmens und schützen Wale vor kriminellen Aktivitäten in einem Walschutzgebiet“.

All diese Versuche der Einflussnahme sind einfach nur ein letztes Aufbäumen einer sterbenden, umweltzerstörerischen und rücksichtlosen Industrie. Sea Shepherd wird die Wale im Südpolarmeer niemals im Stich lassen, egal wie unbarmherzig die japanischen Walfänger auch vorgehen werden. Die einzige Möglichkeit uns aufzuhalten, besteht darin, uns umzubringen, und möglicherweise sind sie verzweifelt genug, um genau das zu tun.“

Quelle: Sea Shepherd Deutschland

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Bekenntnisse eines Öko-Terroristen

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Walfang-Etat vervierfacht

Japanische Fangflotte wird gegen Störversuche internationaler Tierschutzorganisationen abgesichert
(pur). Japan setzt den Walfang fort. Wahrscheinlich im Dezember wird die Walfangflotte in Richtung Antarktis auslaufen und eine noch nicht festgelegte Zahl von Walen töten. Der Etat dafür, 2 Mrd Yen (20 Mio Euro), ist vervierfacht worden.

Vor allem geht das Geld in Maßnahmen, die die Fangflotte gegen Störversuche internationaler Tierschutzorganisationen absichern soll. “Wir planen, die Forschungsarbeiten zu beginnen, sobald wir sichergestellt haben, dass sie nicht mehr gestört werden”, sagt Fischereiminister Michihiko Kano und meint mit dem Begriff Forschungsarbeiten das Schlachten von vermutlich 800 bis 1000 Walen verschiedener Arten. Im vergangenen Winter war die Flotte von Aktivisten der Organisation Sea Shepherd aus der Antarktis vertrieben worden. Eine Schmach, die das stolze Japan nur schwer hinnehmen konnte.

Die internationale Gemeinschaft hatte gehofft, dass die Tsunami-Katastrophe und das darauf folgende Atom-Desaster von Fukushima den Japanern das Gefühl geben könnte, ohne Gesichtsverlust aus dem hoch subventionierten Walfang auszusteigen. Was aber mag sie bewogen haben, doch weiterzumachen? Fühlen sie sich blamiert durch die Vertreibung durch Sea Shepherd? Haben sie etwas gutzumachen, weil alle Welt nach dem Atom-Unglück die Qualität japanischer Technik angezweifelt hat?

Weil wir noch nie begriffen haben, warum Nippon dermaßen beharrlich am Walfang festhält, gegen den Willen fast der ganzen Welt, werden wir auch nicht begreifen, warum es nun nicht aufhören kann, obwohl die Gelegenheit günstig wäre.

Text: DJD

Quelle: Hessen Tageblatt

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Bekenntnisse eines Öko-Terroristen

Heute um 23:00 im ZDF – aspekte

Ein witziger und wichtiger Umweltschutz-Film

von Jutta Louise Oechler

Paul Watson ist der wohl berühmteste Umweltpirat der Welt. Seit über 30 Jahren kämpft er mit seiner Armada von derzeit vier Schiffen unter schwarzer Totenkopf-Flagge für den strikten Schutz aller Geschöpfe des Ozeans. Wer die Weltmeere ausbeutet, Öko-Systeme zerstört, Tiere aus Profitgier oder in bloßem Blutrausch tötet, kann vom berüchtigten Watson kein Pardon erwarten. Der Gründer der “Sea Shepherd Conservation Society” und seine Mitstreiter patroullieren auf den Weltmeeren und stoppen Walfangflotten, Treibnetzfischer, Robbenfänger, gehen gegen sinnloses Abschlachten vor.

In ihrem Wal-Kampf greifen sie zu umstrittenen Methoden: Sie rammen und versenken Schiffe, attackieren Robbenfänger, zerstören illegale Treibfangnetze, werfen Rauch- und Stinkbomben, schießen mit Wasserkanonen, faulen Eiern und Kuchenteig.

Greenpeace – “tatenlose Bürokraten”

Wehe, wenn Watson kommt: Auf eigene Faust setzen sie durch, worum sich sonst niemand kümmert: “Es gibt ja all diese Verträge und Gesetze zum Umweltschutz, die sich auf dem Papier so großartig machen – aber niemand sorgt dafür, dass sie auch eingehalten werden. Wir brechen keine Gesetze – wir setzen sie durch.” Paul Watson gehört zu den Gründungsmitgliedern von Greenpeace, verließ aber 1977 den, wie er ihn nennt, “Haufen tatenloser Bürokraten”. Der Kanadier dagegen ist eher ein Öko-Rambo: “Wir sind ein Stoßtrupp, kein Diplomatenverein.”

Paul Watson. Quelle: Sea Shepherd 

Der Zweck heiligt die Mittel – mit seinen Guerilla-Taktiken hat der brilliante Stratege bemerkenswerte Erfolge erzielt. “Aggressive non-violence” lautet seine Devise: Gewalt gegen Sachen: ja – Menschen verletzen: nie. Watson ist leidenschaftlich und kompromisslos, bleibt aber selbst in der gefährlichsten Auseinandersetzung cool. Abenteurertum, Charisma, schneeweißes Haar, maritime Fantasie-Uniformen – kein Wunder, dass aus Watsons Leben jetzt ein Hollywoodfilm werden soll. Aber jetzt gibt’s auf der Leinwand erstmal den echten. Freund und Kampfgefährte Peter Jay Brown ist mit seiner Kamera seit Jahrzehnten an Watsons Seite. Browns Dokumentarfilm “Confessions of an Eco-Terrorist” zeigt jetzt etliche der halsbrecherischen Aktionen.

Sie demonstrieren nicht, sie tun was

Natürlich ist der Film nicht objektiv, dafür aber umso vergnüglicher. Entwaffnend offen bekennen sich die beiden zu einem sehr kreativen Umgang mit den Medien und der Wahrheit. So geht Seemannsgarn heute: Da wird schon mal ein Konflikt kreiert, um den Journalisten Futter zu geben und Aufmerksamkeit zu erzielen. Watson sieht das ganz pragmatisch: “Was nicht gefilmt wurde, ist praktisch nicht passiert”.

Paul Watson im Einsatz - im Hintergrund Regisseur Peter Brown. Quelle: bjoernlexiusphotography.com

Browns Kommentare sind teils ironisch, teils schreiend komisch. Hoffentlich vermittelt sich der Humor auch in der deutschen Fassung. Im Gegensatz zu seinem Kumpel Brown redet Watson im Film eher wenig. “Schön, Sie zu treffen”, sagt er nur lakonisch, nachdem er gerade mit voller Wucht ein illegales Walfangschiff gerammt hat. Browns Doku voller Situationskomik in abenteuerlichem Agitprop-Stil ist erfrischend anders als die üblichen Umweltschutz-Appelle: Keine ernste Betroffenheit, keine leeren Parolen. Diese Spontis der Meere demonstrieren nicht, sie tun was: Nicht reden, sondern rammen.

Quelle: ZDF.de

Interview mit Paul Watson dazu

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Hoka Hey! Alles ist startklar für Sea Shepherds Operation Divine Wind

Photo: Gary Stokes

Foto: Gary Stokes

In dieser Saison wird die Zukunft der Wale im Walschutzgebiet des Südlichen Polarmeers entschieden. Japans Tageszeitung Asahi News hat bestätigt, dass die japanische Walfangflotte in das Walschutzgebiet des Südlichen Polarmeers zurückkehren wird.

Es macht für die japanische Flotte kaum politischen oder wirtschaftlichen Sinn, vor die Küste der Antarktis zurückzukehren. Der Grund für die Rückkehr ist inzwischen nicht mehr die Waljagd, sondern die Weigerung, vor der Sea Shepherd Conservation Society zu kapitulieren.

Die japanische Regierung hat verlauten lassen, dass es nicht im nationalen Interesse Japans sei, dem Druck von Sea Shepherd nachzugeben. Aus diesem Grund hat die japanische Regierung 27 Millionen australische Dollar bereitgestellt, um die Sicherheit der japanischen Walfangflotte zu verbessern. Zu den bereits bestehenden 200 Millionen Dollar Schulden der Walfangflotte kommt nun eine weitere finanzielle Last für das japanische Volk hinzu.

“Das ist eine Beleidigung für alle Anti-Walfangnationen, welche die Erdbeben- und Tsunami-Opfer so großzügig unterstützt haben,“ sagte Captain Paul Watson. „Sie haben Unterstützung aus dem Ausland als Hilfe für die Opfer dieser Tragödie entgegen genommen und nun schichten sie Geldmittel um, damit sie ihr illegales und obszönes Gemetzel an wehrlosen Walen im Walschutzgebiet des Südpolarmeeres fortsetzen können. Inzwischen scheinen sie einfach nur noch besessen davon zu sein, Wale zu töten, nicht wegen der Nachfrage, nicht wegen des Gewinns, sondern allein, um ihre unangebrachte „Ehre“ aufrecht zu erhalten. Es ist eine Schande und ein Schlag ins Gesicht von jedem, der ihnen in Zeiten der Not zu Hilfe gekommen ist.

Sea Shepherd wird Anfang Dezember 2011 in ihrer achten Walverteidigungs-Kampagne mit einer stärkeren Anti-Walfang-Flotte in die entlegenen Gewässer der Antarktis zurückkehren, um die Großwale zu verteidigen.

“Sie werden uns umbringen müssen, um uns daran zu hindern, erneut einzuschreiten,“ sagte Captain Watson. „Ist das japanische Volk bereit, als Tribut für sein entsetzlich grausames und illegales Abschlachten von gefährdeten und geschützten Walarten Menschenleben zu fordern? Werden wir sterben müssen, um die japanische „Ehre“ zu besänftigen? Falls ja, ist meine Antwort an die japanische Regierung „Hoka Hey“ (in der Sprache der Lakota-Indianer: „Es ist ein guter Tag zu sterben“), und wir werden jedwede Risiken für unser Leben in Kauf nehmen, um den Einfall der arroganten Gier in das bestehende Schutzgebiet der Wale zu stoppen.“

Operation Divine Wind (Operation Göttliche Winde) wird über 100 Freiwillige in das Walschutzgebiet im Südpolarmeer senden, um die Wale zu verteidigen.

“Wenn wir sie nicht stoppen, wer dann?” fragte Peter Hammarstedt aus Schweden, Erster Offizier an Bord der Bob Barker. „Wir wollen sie stoppen und wir werden sie stoppen – Versprochen!“

Operation Divine Wind (Operation Göttliche Winde) wird das achte Jahr sein, in dem Sea Shepherd Schiffe vor die Küste der Antarktis gesendet hat, um die Gewinne der japanischen Walfangflotte zunichte zu machen. In jedem Jahr wurde Sea Shepherd stärker und erfolgreicher und hat während der letztjährigen Operation No Compromise über 800 Walen das Leben gerettet.

Quelle: Sea Shepherd Deutschland

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Eine Begegnung der entfernten Art mit einem Strandmeister

Kommentar von Captain Paul Watson

Kemm Poulsen ist ein großer Mann und richtig großer Schwätzer. Er nennt sich selbst einen Strandmeister und vielleicht ist er auch einer. Er prahlt damit herum, Wale zu töten, bringt auch anderen bei, sie zu töten, und behauptet, sie empfänden keine Schmerzen. Er hat mich einen Feigling genannt und erklärt, ich würde es nicht wagen auf die Färöer-Inseln zu kommen und an Land zu gehen.

Letzte Woche wurde er von Animal Planets Filmcrew während einer Unterhaltung mit Lamya Essemlali, Präsidentin von Sea Shepherd Frankreich, gefilmt. Während des Interviews sagte er zu ihr, er würde mich über das Grind aufklären, wenn ich mich an Land blicken ließe, um mit ihm zu debattieren. Heute wurde sein Wunsch erfüllt. Einige Mannschaftsmitglieder und ich waren in der Lobby des Färöer-Hotels, als Walmörder Kemm zur Tür hereinkam.

Lamya und ein Kameramann gingen sofort auf ihn zu, um ihn zu begrüßen und ihm zu sagen, ich sei in der Lobby und jetzt wäre eine großartige Gelegenheit, um mich wegen des Grinds zur Rede zu stellen. Stattdessen sagte der große Macho-Walmörder: „Ich habe meine Meinung geändert, es ist sinnlos mit Paul zu reden, der ist doch verrückt“. Mehr wollte er nicht sagen und machte sich schnell aus dem Staub, um mit einem Kameramann an seinen Fersen zu seinem Auto zu eilen.

Es scheint, als würden sich die Walfänger nicht richtig mit uns unterhalten wollen. Wir haben versucht, eine öffentliche Veranstaltung zu organisieren, aber niemand wollte uns dafür einen Veranstaltungsraum zur Verfügung stellen. Der Direktor des Nordischen Hauses stand der Idee sehr freundlich und hilfreich gegenüber, aber dann rief jemand an, dessen Namen er uns nicht nennen wollte, und er gab an uns weiter, dass es nicht möglich sei, die Halle zu mieten. Wir haben im Tórshavn Hotel einen Konferenzraum gebucht, aber die Buchung wurde am nächsten Tag storniert.

Kemm, der sich bereits als Feigling erwiesen hatte, untermauerte seinen Ruf weiter mit einem Brief, den er an Mannschaftsmitglieder von Sea Shepherd verteilte und in dem er sie zur Meuterei gegen mich aufrief. Der Brief ist so lustig, dass ich ihn hier mit seiner originalen Rechtschreibung einfügen möchte. [Darunter die deutsche Übersetzung; Anm.d.Ü.]:

Paul Watson leader of terror organization Sea Sheppard is Mentaly ill

Everyone just a little logical sence can see it

Therefore this request to the crew and volunteers on his ship.

Pleas bring his ship in to nearest harbor, and try to talk him in to be treated for his mental illnes.

We have well educated doctors her in the Faroe island who are able to give him good treatment.

If he does not want to bee treated her. People in the faroes are very sympathetic. I am sure they will collect money for a flyticket too Paul Watson. If he in sted of being treated her, wish to be treated in familiar surroundings back home.

It is not safe for the crew and volunteers on his ship to go out on open sea with him as captain on the bridge.

Poul Watson is so mentally ill, that he is mentally disturbed. And can easely bring his ship and crew in danger with his insane acts.

Kemm Poulsen
(Producer of documentary Whale Wars in 1986)
Sinngemäße Übersetzung:

Paul Watson Anführer der Terrororganisation Sea Sheppard ist Psychisch krank

Jeder mit nur bisschen logischen Sinn kann es sehen

Deshalb dieser Aufruf an die Mannschaft und die Freiwilligen auf seinem Schiff.

Bitte bringt sein Schiff in zu nächsten Hafen und versucht reden zu ihm dass er sich für seine psychische Krankheit behandeln lässt.

Wir haben gut ausgebildete Ärzte hier auf den Färöer Inseln, die ihm gute Behandlung geben können.

Wenn er sich nicht hier behandeln lassen will. Die menschen auf den färöer inseln sind sehr wohlwollend. Ich bin sicher, sie werden Geld sammeln für ein Flugticket von Paul Watson. Wenn er statt hier behandelt zu werden möchte behandelt werden im Kreis der Familie zu Hause.

Es ist nicht sicher für die Mannschaft und die Freiwilligen auf seinem Schiff auf die offene See mit ihm als Kapitän auf der Brücke zu fahren.

Poul Watson ist psychisch so krank, dass er psychisch verwirrt ist. Und kann leicht sein Schiff und seine Mannschaft in Gefahr bringen mit seinen kranken Handlungen.

Kemm Poulsen
(Produzent von Whale Wars im Jahr 1986)

Anmerkung: Ich bin nicht sicher, was seine Unterschrift “Produzent von Whale Wars” bedeuten soll, denn er ist es definitiv nicht. Ich habe die Nachricht am schwarzen Brett unseres Schiffes zur Belustigung für die Mannschaft aufgehängt.

Mein Landgang löste heute hasserfüllte Blicke einiger älterer Menschen aus, es kam aber zu keinen Auseinandersetzungen. Ich war sehr darüber erfreut, dass mich einige der vielen jungen Menschen, die wir trafen, anlächelten und mir zuwinkten.

Die Crew von Sea Shepherd hat während des letzten Monats mit hunderten von jungen Menschen gesprochen und die Gespräche waren sehr ermutigend. Es kam deutlich zutage, dass das Massaker keine Tradition ist, die von der Mehrheit der jungen Generation gutgeheißen wird. Es ist kein Ereignis, mit dem viele Färinger in Verbindung gebracht werden wollen.

Was jedoch enttäuschend war, ist die Tatsache, dass ein neuer Dokumentarfilm namens „The Whale“, über Luna, den verwaisten Schwertwal aus Britisch Kolumbien, auf den Färöern im Nordischen Haus am vergangenen Wochenende uraufgeführt wurde. Dass diese Premiere auf den Färöern stattfand, finde ich natürlich nicht schlecht, denn dadurch wird das Thema Walfang in die Öffentlichkeit gerückt. Was ich aber seltsam fand, ist, dass die Premiere von mindestens einem der Sponsoren des Films als öffentliches Forum benutzt wurde, Sea Shepherds Bemühungen um den Walschutz auf den Färöer-Inseln zu verurteilen.

Die Färinger haben ein Buch mit dem Titel 2 Minutes (2 Minuten) veröffentlicht. Im Vorwort schreibt der Fotograf Regin W. Dalsgaard:

“Ich schnappte mir sofort meine Fotoausrüstung, sprang ins Auto und fuhr schnell zum Strand. Zum ersten Mal fiel mir der tranceartige Zustand der Walmörder auf. Sie waren wie weggetreten und lösten in mir Gedanken an einen guten Vampirfilm aus, deren Hauptdarsteller es auf Blut abgesehen hatten. Durch mein Objektiv erkannte ich, dass dieser Trancezustand eine tief verwurzelte Vorbereitung war, ja eine Art Meditation vor dem Beginn eines Krieges.“

Dies ist nicht das gedankliche Bild, mit welchem die meisten Leute ihre nationale Identität verbinden wollen. Die Färöer-Inseln sind ein wunderschönes Märchenland und sehen so aus, als ob sie der Drehort für die Mittelerde aus Herr der Ringe sein könnten. Die grünen Berge mit den kaskadenförmigen Wasserfällen sind schon fast jenseitig. Die Steinformationen und hoch aufragenden Klippen der Nordküste sind unglaublich beeindruckend. Und inmitten dieser prächtigen Naturlandschaft liegt eine Gemeinschaft mit ungefähr 47.000 Menschen, die den höchsten Lebensstandard Europas haben.

Es gibt nur einen Makel an dieser fast perfekten Gesellschaft: die abscheuliche Grausamkeit namens Grindadráp. Es hat in einer zivilisierten Welt des 21. Jahrhunderts einfach nichts mehr zu suchen. Auf der ganzen Welt verursacht diese Jagd Abscheu. Sie ist grausam, unnötig, aus ökologischer Sicht destruktiv und widerwärtig.

Seit 1983 setze ich mich gegen dieses Massaker ein. Es ist nun schon das sechste Mal, dass Sea Shepherd während dieser Jahreszeit mit unseren Schiffen vor Ort ist. Und in dieser Zeit habe ich ein wachsendes Bewusstsein und einen wachsenden Widerstand der Färinger gegen das Grind wahrnehmen können.

Ich bin zuversichtlich, dass diese abscheuliche Praxis beendet werden kann und hoffe, dass dies so bald wie möglich geschieht.

Unsere diesjährigen Bemühungen haben sich ausgezahlt. Diesen Sommer wurde während der Anwesenheit unserer Schiffe kein einziger Wal getötet. Mit etwas Glück wird das TV-Projekt, an dem Animal Planet arbeitet, diesen Massenmord ans Licht der Weltöffentlichkeit bringen, genauso wie „Die Bucht“ die Aufmerksamkeit auf das Abschlachten der Delfine in Taiji gelenkt hat.

Am vergangenen Wochenende lief ich an einem der Todesstrände mit einigen meiner Crewmitglieder entlang. Während man an vielen Stränden Muschelschalen finden kann, sind es auf den Färöern Schädel und Knochen von Grindwalen und Delfinen, die den Strand übersäen. Die Schädel, die aus dem Kiesel und Sand hervorschauen, beschwören Bilder der Schlachtfelder herauf und vor meinem geistigen Auge konnte ich das mit Blut verfärbte Meerwasser sehen und die Schreie der Wale hören, während die Messer ihre hilflosen Körper aufschlitzten.

Als ich an diesem verwunschenen Strand stand, war ich für die Hingabe meiner tapferen Mannschaft dankbar. Wegen ihr herrscht diesen Sommer an diesen Stränden Stille und wegen ihr färben sich die Buchten nicht mit heißem Blut rot und wegen ihnen ist dies bis jetzt ein Sommer der Hoffnung für die Wale und für diejenigen, die gegen den mutwilligen Mord an diesen sanften, intelligenten und großartigen Geschöpfen sind.

Quelle: Sea Shepherd Deutschland

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Sea Shepherds Flaggschiff Steve Irwin ist endlich frei

Photo: Steve Irwin

Photo: Steve Irwin

Dank der Großzügigkeit unserer Anhänger auf der ganzen Welt hat die Sea Shepherd Conservation Society weniger als zwei Wochen nach dem Start unserer Aktion „SOS! – Save Our Ship“ über $735.000 an Spenden eingenommen, um das Flaggschiff Steve Irwin zu retten.

Vielen Dank an alle, die uns halfen und es möglich machten, die Bürgschaft für die Freilassung der Steve Irwin aufzubringen! Zusammen werden wir auch weiterhin etwas bewirken.

Wie viele von euch mitbekommen haben, wurde die Steve Irwin am 15. Juli solange auf den schottischen Shetland Inseln festgesetzt, bis wir in der Lage waren eine Bürgschaft zu hinterlegen, die von uns auf $1,411,692.87 US-Dollar geschätzt wurde. Die Festsetzung war von britischen Gerichten aufgrund einer Zivilklage des maltesischen Fischereiunternehmens Fish & Fish Limited gegen uns angeordnet worden.

Zum Glück wurde die Bürgschaft heute hinterlegt und die Steve Irwin wird bald zu den Färöer Inseln aufbrechen um an der Operation Ferocious Islands teilzunehmen. Die Steve Irwin wird sich der Brigitte Bardot und ihrer Mannschaft anschließen, die bereits vor Ort sind um die Grindwale zu verteidigen.

Das britische Gericht hat die Bürgschaft heute auf 520.000 Britische Pfund ($846.290,- USD oder 595.556,- Euro) festgesetzt. Nachdem der genaue Betrag feststand, eilte Sea Shepherds UK Direktor Darren Collins zur Bank, um nur eine Minute später die Überweisung an das Gericht zu veranlassen und die Bürgschaft war hinterlegt!

Ein Verhandlungstermin vor Gericht in der Sache des maltesischen Blauflossenthunfisch-Unternehmens Fish & Fish Limited gegen Sea Shepherd ist noch nicht festgelegt worden. Sea Shepherd steht aber bereit, um gegen dieses Unternehmen zu kämpfen, das zum Verschwinden des gefährdeten Blauflossen-Thunfischs beiträgt. Wir sind fest davon überzeugt, dass wir ihre Boote auf frischer Tat ertappt haben, als sie gesetzeswidrig Blauflossen-Thunfische in libyschen Gewässern gefangen haben. Wir haben Beweise und wir freuen uns auf den Tag, an dem wir diesen Meeresplünderern vor Gericht gegenüber stehen.

Fish & Fish ist bekannt dafür, das Rechtssystem zu benutzen um ihre Gegner zu drangsalieren. 2007 fing der Journalist Raphael Vassallo in der Zeitung Malta Today damit an, über lokale Thunfisch-Unternehmen zu schreiben. Er berichtete über mutmaßliche Mängel in Import-Export-Aufstellungen, Mastzuwächsen, die biologisch unmöglich zu sein schienen, und einen Fall rechtswidrig umgeflaggter Schiffe. Vassallo und seine Zeitung wurden später mit einer Zivilklage überzogen, die er als Massenverleumdung durch alle fünf Thun-Firmen auf der Insel (Ta’Mattew Fish Farms, Fish & Fish Tuna Ranch, Malta Fish Farms, AJD Tuna, and Mare Blu Tuna Ranch) bezeichnete. Die Unternehmen beschuldigten Vassallo, für finanzielle Verluste durch seine beleidigenden und verunglimpfenden Behauptungen verantwortlich zu sein.

Die Klagen gegen Vassallo wurden letztlich fallen gelassen, aber die Thunfisch-Unternehmen fahren darin fort, die Zeitung zu verklagen, weil die Gerichtsverfahren bewirken, dass die Zeitung nicht weiter über das Thema berichten kann.

Fish & Fish versucht auch Sea Shepherd einzuschüchtern und hofft, uns finanziell lahm zu legen, um uns dadurch daran zu hindern, die Thunfisch-Wilderei im Mittelmeer zu bekämpfen.

“Wir werden uns von ihrem Reichtum und ihrem Ruf, Gegner mit Gerichtsverfahren zum Schweigen zu bringen, nicht verunsichern oder schikanieren lassen. Der Blauflossenthunfisch steht an der Grenze zur Ausrottung“, sagte der Gründer und Präsident von Sea Shepherd, Captain Paul Watson. „Wir schulden es dieser Art, Wilderer auf See, in den Medien und vor Gerichten zu bekämpfen. Unser Einschreiten gegen ihr rechtswidriges Tun war gerechtfertigt. Und egal ob wir gewinnen oder verlieren, wir sind der Ansicht, dass der Blauflossenthunfisch (eine ehrfurchtgebietende und großartige Art, die kurz vor dem Aussterben steht) jedes Geld und jede Anstrengung wert ist, die wir aufbringen können, um ihn zu retten. Sea Shepherds Mission Operation Blue Rage wird fortgesetzt, um gegen Blauflossenthunfisch-Wilderer vorzugehen.“

“Es gibt kein Gericht, kein Unternehmen und keine Regierung auf dieser Welt, die uns davon überzeugen könnten, dass es falsch ist, die Ausrottung zu verhindern”, sagte Captain Watson. „Wir kämpfen gegen die Ökonomie der Ausrottung. Der Rückgang des Bestandes treibt den Preis nach oben und wenn die Fischpopulationen in den Meeren zurückgehen, steigt im Gegenzug der Preis für gefrorenen Fisch in den Lagerhallen, und so wird der teuerste Fisch der Welt noch teurer. Nach der Ausrottung sind die gefrorenen Körper unbezahlbar. Diese Gier ist der Gipfel der Verderbtheit und zeigt keinerlei Respekt vor der Natur oder Rücksicht auf kommende Generationen. Wir werden nicht untätig zuschauen und zulassen, dass der Blauflossenthunfisch dem Vergessen der biologischen Auslöschung zum Opfer fällt. Was auch immer es kostet und was auch immer die Risiken sind, wir werden den Blauflossenthunfisch verteidigen.“

Wir danken allen, die für die Rettung unseres Schiffes gespendet haben aus ganzem Herzen. Durch eure Hilfe konnten wir die Steve befreien und sie wird bald auf dem Weg zu den Färöer Inseln sein. Aber obwohl alle getan haben, was sie konnten, mussten wir tief in unser bereits strapaziertes Budget greifen um den Betrag für die Bürgschaft aufzubringen und die Steve zu befreien. Auf uns kommen weitere Kosten zu: für die laufende Operation Ferocious Islands, das Überführen unserer Schiffe aus der nördlichen Hemisphäre in die südliche für die Operation Divine Wind und schließlich auch die Kosten für die Antarktiskampagne. Wir sind alle Teil derselben Mannschaft obwohl wir verschiedene Aufgaben haben und an unterschiedlichen Orten sind. Wir alle spüren den Antrieb in uns, unschuldige Lebewesen und Ökosysteme zu verteidigen. Ich weiß, dass viele von euch alles gegeben haben, was ihnen möglich war, aber spendet bitte auch in Zukunft. Ohne eure Hilfe können wir unsere wichtige Arbeit nicht fortsetzen.

“Wir befinden uns in einem Krieg, um die Ozeane vor uns selbst zu retten,” sagte Captain Watson. „Und wenn wir verlieren, dann verliert die ganze Menschheit, denn ohne die Ozeane werden wir alle sterben. So einfach ist das.

Bitte unterstützt uns auch weiterhin und tragt dazu bei, dass unsere Schiffe auf See bleiben können, damit sie tun, was sie am besten können!

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Quelle: http://de.seashepherd.org/news-and-media/news-110802-1.html

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