Sea Shepherd startet Operation Relentless, ihre 10. Antarktische Walschutzkampagne


Vor dem Hintergrund von Sea Shepherds bisher erfolgreichster Kampagne, Operation Zero Tolerance, die 932 Wale rettete, startet Sea Shepherd die Operation Relentless (Operation Unnachgiebigkeit). Ebenso wie die Kampagne der letzten Saison, wird die Operation Relentless verwaltet und geleitet von den Sea Shepherd Australien-Leitern Bob Brown und Jeff Hansen.
Es wird Sea Shepherds 10. Antarktis-Walschutzkampagne zum Schutz gefährdeter Wale im Südpolarmeer sein. Während der vergangenen neun Saisons haben die direkten Aktionen Sea Shepherds das Leben von mehr als 4.500 Walen gerettet und den illegalen japanischen Walfang vor den Augen der ganzen Welt aufgedeckt. Mit der Hilfe der Australier und von Menschen aus der ganzen Welt ist Operation Relentless auf dem Weg zu einem riesigen Erfolg für die Wale.
“Australien stellt nun den Fokus des größten Walrettungseinsatzes der Welt dar und die Finanzierung hängt von der Großzügigkeit des Wale liebenden Australien ab. Diese Wale unterliegen Australiens Verantwortung. Sea Shepherd wird da tätig, wo Regierungen versagt haben, gegen die illegale Abschlachtung dieser grandiosen Geschöpfe vorzugehen“, sagte Dr. Bob Brown, Vorstandsmitglied von Sea Shepherd.
“Japan hat erklärt, dass der Versuch, Wale im antarktischen Walschutzgebiet zu töten, wegen des ‘unnachgiebigen Eingreifens‘ von Sea Shepherd aufgegeben wurde“, sagte Jeff Hansen, Direktor von Sea Shepherd Australien.
“Sea Shepherd gefällt dieser Vorwurf der Unnachgiebigkeit, wir sind gerne unnachgiebig in der Verfolgung des Ziels, den Walen des antarktischen Walschutzgebiets endlich Frieden zu bringen. Sea Shepherd weiß, dass dies ein Kampf des David gegen Goliath ist. Unsere vergangenen Siege zeigen, dass wir etwas haben, was die Waljäger nicht haben und das ist die Leidenschaft und der Mut unserer Crew. Egal, wie die Chancen stehen, egal, was die Risiken sind, egal, wie gut unsere Gegner ausgerüstet, finanziert und von ihrer Regierung unterstützt werden, man darf nie aufgeben, sich nie geschlagen geben. Man muss kämpfen für das, was richtig ist, weil das Eine, wofür es sich auf unserem schönen Planeten zu kämpfen lohnt, das Leben ist“, sagte Mr. Hansen.

Einer der 932 während der Operation Zero Tolerance geretteten Wale

Kampagnenleiter Jeff Hansen und Bob Brown mit einem Crewmitglied im neuen T-Shirt der Operation Relentless

Die Sam Simon, die Bob Barker und die Steve Irwin liegen in der neuen Basis für die Operationen im Süden, in Williamstown, Melbourne, im Dock

Quelle: Sea Shepherd Australia

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Denn sie leben nun weiter

Facebook-Kommentar von Captain Paul Watson

301939_10151581747840932_1431916557_nJe mehr die Japaner Sea Shepherd zu zerstören versuchen, desto stärker werden wir. Die Schiffe werden repariert und alle bei Sea Shepherd Australien arbeiten daran, Spenden für unsere nächste Kampagne im Südpolarmeer zu sammeln. Der Erfolg der Operation Zero Tolerance hat gezeigt, dass eine kleine Gruppe leidenschaftlicher Menschen das zerstörerische Vorgehen organisierten Verbrechens aufhalten kann, egal wie zahlungskräftig und politisch mächtig die sind. Die japanischen Walfänger repräsentieren den Tod. Wir repräsentieren das Leben und ich bin ein glühender Verfechter des Glaubens, dass das Leben über den Tod triumphieren muss. Diese Woche haben wir eine Spende über all die Farbe erhalten, die wir benötigen, um der Sam Simon einen Sea Shepherd-Tarnanstrich zu verpassen und außerdem die Steve Irwin und die Bob Barker aufzufrischen. Die von uns geretteten Wale sind nun auf ihrem Wanderzug nach Norden, zu den Küsten sowohl Ost- als auch Westaustraliens. Viele der Wale, die die Menschen dieses Jahr zu sehen bekommen werden, würden nicht dort sein, wenn wir nicht gegen die skrupellosen Killer mit ihren Todesschiffen vorgegangen wären. Die Leben, die wir gerettet haben, können in diesem Jahr dem Ozean nicht mehr entrissen werden, und wir haben vor, sicherzustellen, dass diese wundervollen intelligenten, fühlenden Wesen auch im kommenden Dezember vor den entsetzlichen Harpunen beschützt werden. An jeden Einzelnen, der unseren Einsatz bei der Operation Zero Tolerance unterstützt hat: vergiß nicht, dass diese Wale am Leben sind und überlebt haben, weil Du Dich ihrer angenommen und gehandelt hast.

 

 

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Krillfischerei: der nächste Kollaps?

Kommentar von Erwin Vermeulen

Ein Eselspinguin verfüttert Krill an sein Küken. Photo: Erwin Vermeulen / Sea Shepherd

Die Schwerindustrie ist auf der antarktischen Halbinsel angekommen. Die Region, bekannt für ihre malerischen schroffen Landschaften und reichhaltige antarktische Tierwelt, wurde zum Ziel der Trawler und Fabrikschiffe der wachsenden Krillfischerei.

Das Fischen in der Antarktis ist reguliert durch die “Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis“ oder CCAMLR. Dabei hat es die Fischfangindustrie auf den Antarktischen und den Schwarzen Seehecht, den Gebänderten Eisfisch und den Antarktiskrill abgesehen. Das Gebiet, für das die Kommission gilt, umfaßt das gesamte Südpolarmeer südlich der Antarktischen Konvergenz, rund 10% der gesamten Erdoberfläche, womit es etwas größer ist als das Walschutzgebiet und die Antarktis-Vertragszone von 1959, südlich der 60 Grad.

Viele halten Krill für mikroskopisch kleine Lebewesen, doch tatsächlich kann jedes einzelne Tier auf 5 cm Länge heranwachsen und bis zu 7 Jahre leben. Sie bilden das Zooplankton. In einem Ozean mit relativ wenig Fisch besetzen sie die Nische, die Schwarmfische in anderen Ozeanen als Schlüsselart ausfüllen. Sie ernähren sich von Phytoplankton, das in den nährstoffreichen Auftriebsgebieten (in denen kaltes Tiefenwasser aufsteigt; Anm. d. Ü.) im Bereich der Antarktischen Konvergenz während des 24 Stunden andauernden Sonnenlichts im südlichen Sommer blüht. Es wird davon ausgegangen, dass Krill die umfangreichste Biomasse auf dem Planeten darstellt, die die menschliche Population übertrifft.

Am 17. März 2013 fanden wir auf der Position 63° 44.7‘ Süd und 60° 18.6 ‘ West, wo sich die Gilbert- und die Orleansstraße im Osten der Trinity-Insel treffen, das Krillfischerschiff Antarctic Sea, das auf den beigefügten Photos zu sehen ist. Es fischte und verarbeitete den Krill weiter und blies dabei riesige weiße Rauchwolken in die klare Luft der Antarktis. Das 134 Meter lange Schiff mit einer Tonnage von 9432, das früher Thorshovdi hieß und noch unter diesem Namen zugelassen ist, gehört der norwegischen Gesellschaft Aker BioMarine. Zum letzten Mal habe ich ein Fabrikschiff von dieser Größe in antarktischen Gewässern gesehen, als ich an Bord des SSS Steve Irwin war und wir das Mutterschiff der Waljäger, die Nisshin Maru, aus dem antarktischen Walschutzgebiet hinausjagten.

Ganz in der Nähe, auf der Position 63° 43.2 ‘ Süd und 61° 15.6‘ West, fischte die Kai Xin. Der 104 Meter lange Tiefseetrawler von 4407 Tonnen, im Besitz der Shanhai Kaichuang Deep See Fisheries Co. Ltd. fischte nach dem gleichen rosafarbenen Gold: Krill.

Das Fang- und Weiterverarbeitungsschiff für Krill von BioMarine. Photo: Erwin Vermeulen / Sea Shepherd

Nur ein wenig weiter entfernt war das Schiff ‘Adventure’ der Republik von Korea hinter dem Gleichen her. Es gibt zwei polnische Schiffe, die Alina und die Sirius, zwei weitere Norweger, die Java und die Saga Sea, zwei weitere Koreaner, die Kwang Ja Ho und die Insung Ho, zwei weitere Chinesen, die Fu Rong Hai und die Lian Xing Hai und das chilenische Schiff Betanzos, die alle hinter Euphausia suberba (Krill; Anm. D. Ü.) her sind. Sie sind alle vom 1. Dezember 2012 bis zum 30. November 2013 zugelassen, für einen Teil oder die ganze Region von 48.1 – 48.4, im Grunde genommen für den ganzen Süden des Südpolarmeers bei 50 Grad, ausschließlich der von Eis blockierten Weddell-See.

Während der 70er und frühen 80er Jahre war die Krillfischerei dominiert von der Sowjetunion, Osteuropa und Japan. Mit dem Fall des Kommunismus nahm der Fang von einem Maximum von 500.000 Tonnen auf 100.000 Tonnen pro Jahr ab, die hauptsächlich von Japan gefangen wurden. 2004 schied Japan aus, doch Korea, Norwegen und China nahmen den Platz ein und die Fangmengen stiegen erneut auf 210.000 Tonnen in 2009/10, 178.000 Tonnen in 2010/11 und 157.000 Tonnen in 2011/12. Norwegen fischte einen Anteil von 101.000 Tonnen an dieser Gesamtmenge der letzten Saison, der Großteil ging an Aker BioMarine.

Dieser Neuerwerb zeigt, dass wir uns auf lange Sicht mit der Krillfischerei befassen”, sagte Aker BioMarine, als sie die Antarctic Sea im Oktober 2011 erstanden. Sie begann im Juni 2012 mit der „Ernte“. Kurz darauf erhielt sie, genau wie das Schwesterschiff Saga Sea, das Zertifikat des Marine Stewardship Council (Siegel für nachhaltige Fischerei; Anm. d. Ü.) und die Gesellschaft wurde vom WWF Norwegen aufgenommen. Dem MSC zufolge basiert sein Öko-Label auf drei grundlegenden Prinzipien: dem gesunden Bestand, den Auswirkungen auf die Umwelt und der Rückverfolgbarkeit der Erzeugnisse.

Der verarbeitete Krill wird vorwiegend als Futter für Fischfarmen eingesetzt. Fischfarmen bringen zahlreiche gut dokumentierte Probleme mit sich: Umweltverschmutzung in der Umgebung der Fischfarmen, Übertragung von Krankheiten und Parasiten auf die wildlebenden Populationen, höhere Schadstoffkonzentrationen als in gefangenen Wildfischarten, das Ausbrechen nicht einheimischer Fischarten, die entsetzlichen Lebensumstände der Fische, die den schlimmsten Zuständen in der Massentierhaltung gleichkommen, Fischräuber wie Robben und Seelöwen, die man dafür tötet, dass sie von den Fischfarmen angelockt werden und besonders die Verschwendung, Fisch (und in diesem Fall Krill) zu fangen, um andere Fische zu füttern, um damit dann Menschen zu verköstigen. Demzufolge gibt es einen immensen indirekten, negativen Einfluß der Krillfischerei auf die Umwelt. Eine weitere Nutzung des Krills ist Hundefutter. Wird eine Zeit kommen, in der unsere Haustiere mehr Krill verbrauchen als alle Wale der Welt, so wie unser Nutzvieh in der Massentierhaltung bereits mehr Fisch verbraucht als alle Haie dieser Welt?

Wie also kann eine Fischerei, die im Kern eine Fischmehl- und Fischöl-Fischerei ist, eine Fischerei, die dem Futter für Rinder, dem Futter für Farmfische und dem Futter für Haustiere dient, ein Öko-Label verdient haben? Selbst wenn sie unter dem technischen Aspekt unter die Richtlinien des MSC fallen würde, läuft da nicht moralisch etwas falsch? Es gibt keinen Bedarf für Krillfischerei und es liegt keine unmittelbare Nachfrage vor, doch, wie in anderen Bereichen der Konsumgüterindustrie auch, wird zuerst einmal mit der Fischerei begonnen und dann wird erst die Nachfrage erzeugt. Aker BioMarine spricht auf der eigenen Website qrill.com sogar selbst von den ‘noch zu erzeugenden Absatzmärkten‘. Eine relativ neue Methode dieser Wilderer unserer Welt, ihre Produkte zu vermarkten, stellen Kapseln dar: weil Shark-Finning verboten wird und die Kadaver im Ganzen an Land gebracht werden müssen, wird nun Haifischknorpel auf den Markt geworfen, die Omega-3-Fettsäuren aus totgeknüppelten kanadischen Sattelrobben und namibischen Pelzrobben müssen diese geschmähte Praktik am Leben erhalten und nun muss auch noch Krill der Menschheit in den Rachen geschaufelt werden. Krillöl-Tabletten werden beworben als ‘reich an Omega-3- und Antioxidantien-Gehalt‘ und ‘aus den unberührten, Quecksilber-, Schwermetall- und Schadstofffreien Gewässern der Antarktis‘. Diese Produkte finden ihren Weg zu den gesundheitsbesessenen, pilleneinwerfenden Verbrauchermassen, die besser bedient wären mit gesunder Ernährung (auf pflanzlicher Basis) und ein bisschen Bewegung.

Das Fang- und Weiterverarbeitungsschiff für Krill von BioMarine. Photo: Erwin Vermeulen / Sea Shepherd

Wie die Umweltschutzgruppe PEW im Jahr 2010 kommentierte: wie kann man einen einzelnen Betreiber oder eine Handvoll Schiffe zertifizieren, wenn man die ‘Nachhaltigkeit’ einer gesamten Fischerei garantieren möchte? Wenn sich ein paar Schiffe verantwortungsbewußt verhalten, die große Mehrheit es aber nicht tut, kann der befischte Bestand dennoch Gefahr laufen, überfischt zu werden.“ Aker BioMarine brüstet sich mit einem Verfahren, das keinen Beifang produziere, doch etliche Wissenschaftler sind in ernster Sorge wegen des Beifangs an Fischen im Larvenstadium. Das existierende Datenmaterial zu Krillvorkommen, Fortpflanzungsstrategien, Lebenszyklen und Populationsvariablen sind dürftig. Keinerlei Bewirtschaftungsregelung oder Ökozertifizierung kann diese Ungewißheiten in ihren Modellen angemessen abbilden, daher stehen die Behauptungen über Nachhaltigkeit und die Bewirtschaftungsprogramme auf wackeligen Füssen. Die Auswirkungen langfristiger Veränderungen der Umwelt sind außerdem schwer in diese Modelle zu integrieren. Die wachsende Industrie der Krillfischerei trägt zu dem Druck auf die Umweltveränderungen bei, die bereits jetzt den Krillbestand bedrohen. Dabei ist der von Menschen verursachte Klimawandel die bedeutendste. Krill-Larven ernähren sich von Mikroalgen, die an der Unterseite von Packeis leben, wo eine dünne Schicht aus zu Wasser geschmolzenem Eis ihre Kinderstube bildet. Ebenso überwintert dort der ausgewachsene Krill. Die winterliche Meereisbedeckung rund um die Antarktische Halbinsel nimmt rapide ab. Hier finden sich die rasantesten Temperaturanstiege auf dem gesamten Planeten: 2,5 Grad Celsius in den letzten 50 Jahren.

Ausfälle in der Bestandserneuerung (Beeinträchtigung der Fortpflanzung) in Folge des schwindenden Packeises sind ein ernsthaftes Risiko und werden in Ausfällen bei der Nachkommenschaft von Vögeln und Robben resultieren. Einige dieser Auswirkungen sind bereits sichtbar. Einer Schätzung von 2004 zufolge, die auf Daten aus 40 antarktischen Sommern basiert, dürfte der Bestand des Krill im Südpolarmeer seit den 1970er Jahren um 80% abgenommen haben. Das macht die Einschätzung des MSC zum Vorkommen gesunder Bestände fragwürdig, um das Mindeste zu sagen.

Das Gebiet, in dem wir die Krillfischerschiffe fanden, liegt unglaublich nahe an der Antarktischen Halbinsel und den Südshetlandinseln, die übersät sind mit Pinguinkolonien und Seehundbänken. Dies führt zu einer kompletten Überschneidung der Fischerei mit den Futtergründen der landgebundenen Raubtiere wie Pinguine (Esels-, Kehlstreif-, Adelie- und Goldschopfpinguin), die an keinen anderen Ort ausweichen können. Auch wenn es rings umher noch eine Menge Krill gibt, werden sich sowohl Raubtiere als auch Fischereischiffe auf die Orte größter Vorkommen konzentrieren und daher in unmittelbare Konkurrenz treten. Die umgebenden Gewässer werden von sieben Arten der Bartenwale durchquert. Der Eisgang in diesen Gewässern dient als Ruhezone für Krabbenfresserrobben und Seeleoparden. Alle diese Tiere sind in direkter oder indirekter Weise vom Krill als Nahrungsquelle abhängig. Die Seehundpopulationen haben sich gut entwickelt und die Seebärpopulationen konnten sich von der drohenden Ausrottung, als während der Walfangära (frühe 1900er bis 1980er) die antarktischen Gewässer von Krill fressenden Bartenwalen leergefangen waren, erholen. Nachdem die Konkurrenz erloschen war, stand ihnen mehr Futter zur Verfügung, doch eine Abnahme des Krills wird alle Tiere in der Antarktis treffen, selbst fliegende Vögel und Fische, und wird verhindern, dass die Population der großen Wale wieder zu einer Größenordnung wie vor der Ausbeutung zurückkehrt.

Krill wird als die letzte verbleibende und größte, nicht voll genutzte, kommerzielle Meeresressource gesehen, weil die gesetzte weltweite Quote noch nicht erreicht worden ist, doch die Expansion der Fischerei scheint unvermeidlich. Bisher wurde die Fischerei dank der Entfernung und der Unwirtlichkeit der antarktischen Gewässer in Schach gehalten, zudem von dem Umstand, dass Krill unmittelbar, nachdem er getötet wurde, äußerst schnell verderblich ist (durch seinen hohen Magensäuregehalt verdaut er sich in kürzester Zeit selber; es werden Verfahren erprobt, das zu unterbinden, um ihn dennoch nutzbar zu machen; Anm. d. Ü.) und weil das Interesse der Konsumenten sich in Grenzen hielt. Die Nachfrage als Aquakultur-Futter ist jedoch im Ansteigen begriffen, zügige Techniken der Weiterverarbeitung bereits an Bord haben die schnelle Verderbnis gemeistert und es werden neue Produkte entwickelt. Die Krillfischerei ist die Fortsetzung eines Trends in der Geschichte der Fischerei. Wir fischen weiter und weiter weg von zuhause und wir fischen weiter und weiter die Nahrungskette hinab. Weiter weg als in die Antarktis und weiter hinunter in der Nahrungskette als beim Krill kann man nicht gehen. Wir sind am Ende angekommen.

Im Verlauf ihrer Geschichte hat die Fischerei bewiesen, dass alles gefischt wird, was gefischt werden kann – bis zum Kollaps. Sie haben gezeigt, dass sie unfähig sind zur Selbstregulierung, sich selbst zu beschränken, zu gesundem Menschenverstand und Anstand. Sie und ihre politischen Hintermänner sind zu jedem Zeitpunkt Warnungen ausgewichen, haben wissenschaftlichen Rat ignoriert oder verwässert und Beweise für ihr zerstörerisches Verhalten abgetan. Sie waren immer nur von einem Impuls getrieben: unersättlicher Gier.

Es gibt keinen Grund, zu erwarten, dass das Schicksal des Krills ein anderes sein wird. Weil andere Fischgründe weltweit überfischt sind und die Profite schwinden, werden mehr Unternehmen und Nationen nach neuen, „jungfräulichen“ Beständen zum Abernten suchen und eines Tages wird auch die für Krill gesetzte Quote erreicht sein. Mit größeren Investitionen werden die Anteile höher und politischer Druck wird dazu beitragen, Fangquoten zu erweitern und neue Areale zu erschließen. Die sogenannten Umweltschutzorganisationen werden von Industrie und Politikern kontrolliert sein und die Fischereien werden mit verschlossenen Augen der Katastrophe entgegeneilen, wie sie es allzeit getan haben.

Noch ist es Zeit, die verpaßte Chance im Antarktis-Vertrag zu wiedergutzumachen. Wo der Kontinent fürs Erste sicher ist vor der Ausbeutung von Bodenschätzen oder militärischer Nutzung, sollten auch die umgebenden Gewässer vor jeglicher Ausbeutung geschützt werden. Die CCAMLR-Region sollte in ein Meeresschutzgebiet mit Null-Fang-Quote umgewandelt werden.

Quelle: Sea Shepherd Australia

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Woodside streicht Pläne für Flüssiggas-Aufbereitungsanlage am James Price Point

Der Welt größte Buckelwal-Kinderstube ist in Sicherheit

 

Die angeblich unbedeutende Küste Kimberleys. Photo: Sea Shepherd Australia/Eliza Muirhead

Vor dem Hintergrund der bisher erfolgreichsten Walschutzkampagne kommen einladende Neuigkeiten für die Buckelwal-Population der Westküste, die auf dem Weg zurück von der Antarktis zu ihrer Heimat vor der Küste der Kimberleys sind.

Es ist offiziell; die Neuigkeit, dass nicht mitten durch der Welt größte Buckelwal-Kinderstube, die Heimat der Wale, der weltgrößte Gasumschlagplatz hindurchgepflügt wird.

Es gibt einen allgemeinen Seufzer der Erleichterung und der Freude, weil die Buckelwale sich aus ihren sommerlichen Futtergründen zu den Gründen vor der Küste von Kimberley aufmachen, wo sie im Winter ihre Kälber gebären.

Die Kinderstube und Heimat der Wale ist nun in Sicherheit, weil der Energieriese Woodside die Pläne für sein kontroverses $ 45 Milliarden teures Erschließungs-Gemeinschaftsprojekt am James Price Point bei Broome aufgegeben hat.

Das von Woodside geführte Konsortium verkündete diese Entscheidung am heutigen Morgen der australischen Börse.

Das Woodside-Gemeinschaftsprojekt, das vor dem Juni eine Entscheidung zu verkünden hatte, informierte die Staats- und Bundesregierung, dass sich die Partner der Erschließungsgemeinschaft gegen das Vorantreiben des Umschlagplatzes an Land bei James Price Point entschieden hätten, das heftigen Widerstand bei Umweltschützern und vielen Ortsansässigen hervorgerufen hatte.

Vertragspartnern, die im Gelände Vorarbeiten geleistet hatten, wurde gesagt, sie sollten abbauen und dass keine weiteren Abschlagszahlungen geleistet würden.

Das Projekt kann mit Hilfe von Shells schwimmender Flüssigerdgas-Technologie umziehen oder das Gas kann via Pipeline in die Region von Pilbara umgeleitet werden, doch die Wale und ihre Kinderstube können das nicht.

Hier zeigt sich eine klassische win/win-Situation für alle beteiligten Parteien.

Ein Gewinn für das Volk der Goolarabooloo und die Bewohner von Broome und des Kimberley

Ein Gewinn für die größte Buckelwal-Kinderstube der Welt

Ein Gewinn für den längsten Küstenstrich der Welt, der versteinerte Dinosaurier-Fußabdrücke aufweist, wert, in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen zu werden

Ein Gewinn für den vom Aussterben bedrohten Kaninchennasenbeutler

(dessen zwei weitere Unterarten bereits ausgestorben sind; s.a. http://www.google.de/imgres?client=firefox-a&sa=X&rls=org.mozilla:de:official&channel=fflb&biw=1600&bih=736&tbm=isch&tbnid=TdyYD2_SeZzCnM:&imgrefurl=http://flickriver.com/photos/tags/macrotislagotis/&docid=HJr5bdXZoROQPM&imgurl=http://farm1.static.flickr.com/62/218938662_f9b00c8090.jpg&w=500&h=375&ei=AYpqUd6gI8GitAbsg4HgDg&zoom=1&iact=hc&vpx=161&vpy=277&dur=765&hovh=194&hovw=259&tx=99&ty=94&page=1&tbnh=136&tbnw=180&start=0&ndsp=32&ved=1t:429,r:9,s:0,i:109 ;Anm. d. Ü.),

der seinen Lebensraum verloren hätte

Ein Gewinn für die einheimische Meeresschildkröte und die Dugong-Populationen, die ihre wichtigen Seegras-Futtergründe durch die massiven Ausbaggerarbeiten verloren hätten

Ein Gewinn für die Partner des Gemeinschaftsprojekts und die Anteilseigner mit einem 2 bis 15 Milliarden Dollar höheren Gewinn durch den Umzug des Projekts

Dies ist ein immenser Sieg für alle, die im Begriff waren, soviel zu verlieren, wenn dieses Projekt in einem der letzten großen Wildnisgebiete, die es auf diesem Planeten noch gibt, fortgeführt worden wäre. Sea Shepherd möchte all unseren Unterstützern danken, die diesen Sieg für die Wale möglich gemacht haben. Danke an Geoffrey Cousins für die Glaubwürdigkeit, die er dieser Kampagne verliehen hat, während er die Gemeinschaft der Geschäftsleute repräsentierte.

Sea Shepherd möchte auch all den anderen Gruppen Respekt zollen, die viele Jahre an dieser Kampagne mitgearbeitet haben, wie Environs Kimberley, Save the Kimberley und der Wilderness Society.

Sea Shepherd möchte auch den Musikern Xavier Rudd, John Butler und Missy Higgins für ihre beständige Unterstützung im Widerstand gegen dieses Projekt ihre Anerkennung zollen.

Wir möchten der Labor-Parlamentsabgeordneten für Fremantle, Melissa Parke, danken und den Grünen-Senatoren Christine Milne und Rachel Siewert für ihr Einstehen für die Kimberleys.

Sea Shepherd weiß, dass diese Kampagne ohne einen der größten Umweltschützer der Welt in unserer Zeit nicht möglich gewesen wäre. Ein ganz herzliches Danke-schön muss an unseren furchtlosen Kampagnenleiter Bob Brown und seinen Partner Paul gehen.

Für mich persönlich war es eine ganz große Ehre, dieser Kampagne gemeinsam mit Bob Brown dienen zu dürfen und von den Goolarabooloo nach Walmadan eingeladen zu werden, um zu sehen, ob wir ihnen in ihrem Kampf zum Schutz ihres Gebietes zu Wasser und an Land helfen könnten. Bereits an meinem ersten Tag wurde ich Zeuge, wie Mütter ihre Kälber säugten, weniger als einen Kilometer von dem ehemals vorgeschlagenen Standort. An einem Ort mit überwältigend türkisfarbenem Wasser, leuchtend roten Kliffs, einer reichhaltigen und sehr alten Kultur, die Zehntausende von Jahren zurückgeht und versteinerten Fußabdrücken von Dinosauriern, die vor 230 Millionen Jahren entstanden, konnte ich nicht verstehen, was Woodside und die Landesregierung da vorhatten“, sagte der Australien-Direktor, Jeff Hansen.

Meinem Gefühl nach wollte ich jeden auffordern, in die Kimberleys zu kommen und zu versuchen, nicht extrem von deren rauer Schönheit angerührt zu werden und den Goolarabooloo zum Schutz einer der letzten Wildnisse, die auf diesem Planeten noch verblieben sind, nicht zur Seite stehen zu wollen. Ich ermuntere jetzt jedermann, dort hinzugehen und die Kimberleys selbst zu betrachten, die großartige Bevölkerung von Broome zu treffen, die Goolarabooloo und eines der kostbarsten Geschenke der Erde, nämlich die Kimberleys. Es ist klar, dass ich es nicht abwarten kann, dahin zurückzukehren“, sagte Jeff Hansen.

Jeff Hansen fuhr fort: “Bei der Ankündigung der Operation Kimberley Miinimbi glaubten viele Menschen, es sei hoffnungslos, dieses Projekt stoppen zu wollen. Dass es ein David-gegen-Goliath-Kampf sein, den wir nicht gewinnen könnten. Dieser Sieg zeigt, dass, egal wie die Aussichten sind, egal was die Risiken sind, egal wie gut ausgerüstet, finanziell abgesichert und von der Regierung gedeckt deine Gegner sind, du niemals aufgeben sollst, niemals kapitulieren, sondern dass du kämpfen musst für das, was richtig ist. Denn das, wofür es sich auf unserem herrlichen Planeten zu kämpfen lohnt, ist das Leben.“

Kampagnenleiter Bob Brown hatte dazu Folgendes zu sagen: “Nun ist von entscheidender Bedeutung, dass die Abfindungssumme von 1, 3 Milliarden Dollar an die traditionellen Eigentümer für die Ausbeutung des Erdgas-Erschließungsgebiets garantiert wird, auch wenn die Weiterverarbeitung wahrscheinlich 400 km vor der Küste erfolgen wird. Das sind großartige Neuigkeiten, Sea Shepherd und ich verlangen, gemeinsam mit den traditionellen Eigentümern der Kimberley-Region, die Bewertung als Weltnaturerbe.“

Wir wollen das letzte Wort dem Sea Shepherd-Gründer Captain Paul Watson überlassen, der in seinem Antwortschreiben auf die Einladung der Ältesten, und damit der höchsten Rechtsinstanz der Goolarabooloo, schrieb:

Danke für Ihre Einladung, die wir im Geist immerwährender Freundschaft annehmen, verbunden mit dem Versprechen, in Geschlossenheit mit den Goolarabooloo zusammenzustehen, um die Schönheit und Heiligkeit dieser wunderbaren Umwelt zu beschützen. Für unsere Ozeane und für das Leben“, sagte Captain Paul Watson.

MY Steve Irwin nahe der Kimberley-Küste und der Buckelwal-Kinderstube. Photo: Sea Shepherd Australia/Eliza Muirhead

Sea Shepherd Australien-Direktor Jeff Hansen und Kampagnenleiter Bob Brown treffen Lorna Cox aus der Bevölkerung von Nyul Nyul/Jabirr Jabirr. Photo: Sea Shepherd Australia/Bronte Turner

Quelle: Sea Shepherd Australia

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Waljäger kehren blamiert nach Japan zurück

Kommentar von Jeff Hansen, Direktor Sea Shepherd Australien

Jeff Hansen bei der Pressekonferenz zum Ende der Operation Zero Tolerance. Photo: Sea Shepherd Australia/Paul Brown

Es kann keinen Zweifel geben, dass die Operation Zero Tolerance ein immenser Erfolg war.

Wir müssen nur Yoshimasa Hayashi fragen, den japanischen Landwirtschafts-, Forst- und Fischereiminister. Wie er berichtete, war das der „kleinste Fang seit Beginn des Forschungswalfangs“ im Jahre 1987.

Einhundertdrei Zwergwale getötet und nicht einziger Finn- oder Buckelwal abgeschlachtet. Diese Zahlen umfassen 50 männliche und 53 weibliche Tiere. 46 der 53 weiblichen Tiere wurden Babies aus dem Bauch geschnitten.

Nur 10% der Fangquote wurden erreicht. Im letzten Jahr waren es 26% und im Jahr davor 17%. Drei höchst erfolgreiche Jahre in Folge, dank Sea Shepherds Einschreiten. Was Hayashi zufolge „unverzeihliche Sabotage“ ist.

Sea Shepherd hingegen ist sich ganz sicher, dass die Wale und die walliebende Öffentlichkeit uns sehr gerne den erneuten Sieg über die terroristischen Waljäger im antarktischen Walschutzgebiet verzeihen werden.

Das Walforschungsinstitut gab gar eine noch bunter gefächerte Verurteilung ab. Dem ICR zufolge waren die Aktionen von Sea Shepherd bösartige, unmenschliche, gewalttätige Akte von Sabotage und Piraterie.

Abgesehen von der Tatsache, dass niemand verletzt wurde, ist es schon eigenartig, dass das Einschreiten gegen das grausame Harpunieren eines Wals als „unmenschlich“ erachtet werden kann.

Und wie wir uns erinnern, waren es die Walfangschiffe, die die Sea Shepherd-Schiffe gerammt und beschädigt haben und sie fühlten sich ermutigt durch die falsche Annahme, U.S.-Gerichtshöfe hätten Befehlsgewalt über Australier in australischen Gewässern.

Selbstredend rechnet Sea Shepherd stets mit einer so überkandidelt unlogischen Propaganda seitens des ICR. Sie können uns beschimpfen als was immer sie wollen. Das interessiert uns nicht.

Was uns hingegen interessiert, ist, dass 932 Wale frei im antarktischen Walschutzgebiet umher schwimmen, die nicht getötet wurden.

Der Walfangbetrieb lief über 48 Tage, von denen sie 21 Tage damit verbrachten, vor den Sea Shepherd-Schiffen zu fliehen. Die restliche Zeit verbrachten sie damit, zu versuchen, ihre Schiffe aufzutanken und es hinzubekommen, vereinzelt Wale zu fangen. Der Versuch, im 5. „Erhebungsbezirk“ Wale zu töten, war komplett aufgegeben worden, wegen des „unnachgiebigen Einschreitens von Sea Shepherd“. Irgendwie gefällt uns diese Anschuldigung, „unnachgiebig“ zu sein. Wir sind gerne unnachgiebig.

Die japanische Walfangflotte wird dieses Wochenende in Japan zurückerwartet. Es wird eine blamable Rückkehr. Sie haben zwischen $ 350 000 und $ 500 000 Dollar für jeden Wal ausgegeben, den sie getötet haben. Wahrscheinlich sind ihnen diese Kosten egal, weil das Geld aus dem Tsunami-Hilfsfonds und den japanischen Steuergeldern abgezweigt wurde. Der gesamte japanische Walfang ist mittlerweile ein aufgeblasenes Sozialhilfeprojekt. Und die Waljäger sind nichts anderes als Diebe, die von dem Geld leben, das sie den Menschen in Japan gestohlen haben, die ihr Heim und ihre Angehörigen verloren haben.

Werden sie im Dezember zurückkehren? Hoffentlich nicht, aber wenn sie es tun, bereitet Sea Shepherd Australien die Schiffe für eine zehnte Saison des Einschreitens vor.

Was sollen wir sagen? Wir stimmen mit den Waljägern überein. Wir sind tatsächlich unnachgiebig.

Jeff Hansen
Direktor Australien
Co-Kampagnenleiter – Operation Zero Tolerance
Sea Shepherd Australien

Eine leidenschaftliche Pressekonferenz.  Photo: Sea Shepherd Australia/Paul Brown

Quelle: Sea Shepherd Australia

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Japan bestätigt Sea Shepherds Erfolg im Südpolarmeer

Operation Zero Tolerance war Sea Shepherds bisher erfolgreichste Kampagne

 

Einer der geretteten Zwergwale. Photo: Sea Shepherd Australia/Eliza Muirhead

Das japanische Walforschungsinstitut ICR, die Front-Organisation der illegalen japanischen Walfang-Aktivitäten, hat ihre Abschussraten für 2012/2013 bekannt gegeben.

Sie wollten 50 Buckelwale. Sie haben keinen gefangen.

Sie wollten 50 Finnwale. Sie haben keinen gefangen.

Sie wollten 935 Zwergwale. 103 haben sie getötet.

832 Zwergwale nicht getötet! 50 Buckelwale und 50 Finnwale nicht abgeschlachtet!

Während der Operation No Compromise von 2010-2011 hat die japanische Walfangflotte 17% ihrer illegalen, selbstgesetzten Quote gefangen. Während der Operation Divine Wind von 2011-2012 haben die japanischen Waljäger 26% ihrer illegalen, selbstgesetzten Quote gefangen.

103 Zwergwale und 0 Finnwale und 0 Buckelwale machen 9,96% ihrer Gesamtquote aus. Die Waljäger fingen nur 11% ihrer Zwergwalquote und 0% ihrer Finn- und Buckelwalquote.

Diese Prozentzahlen führen zu einem finanziellen Desaster für die japanischen Waljäger. Die Überholung der Nisshin Maru kostet allein $24 Millionen Dollar. Ausstattung, Betanken und Betriebskosten addieren sich zu einer Summe von geschätzten $11 Millionen Dollar. Dieser Betrag kann noch deutlich höher liegen. Bleibt man bei dieser konservativen Einschätzung von $35 Milllionen, bedeutet das im Minimum Kosten von $340 000 pro Wal für die Waljäger. Das kann man nur mit zwei Worten beschreiben: „ökonomischer Wahnsinn“. Hinzu kommt der Prestigeverlust und die Erzürnung der internationalen Gemeinschaft, die sich gegen die japanischen Leute richtet.

Sea Shepherd hätte das Abschlachten noch weit mehr reduziert, wäre nicht im letzten Moment dieser Tiefschlag vom neunten U.S.-Bezirksgericht gekommen, der Sea Shepherd USA erfolgreich aus der Operation Zero Tolerance hinauswarf, indem den japanischen Waljägern eine Verfügung gegen das Einschreiten der Sea Shepherd USA gewährt wurde.

Sea Shepherd Australien hat umgehend die Fahne übernommen und sie ins Südpolarmeer getragen, wo sie die entschlossenste Kampagne aller Zeiten führten, gerüstet, die ungesetzliche Wilderei der japanischen Walfangflotte im antarktischen Schutzgebiet zu unterbinden. Sea Shepherd Australien sagte vorher, dass der Fang 10% nicht überschreiten werde und der Gesamtfang lag tatsächlich unter 10%.

Sea Shepherds Antarktis-Kapitäne: Jean Yves Terlain; Luis Manuel De Pinho; Peter Hammarstedt; Siddharth Chakravarty mit Sea Shepherd-Gründer Paul Watson. Photo: Sea Shepherd Australia/Tim Watters

Sea Shepherd Australien ist stolz, diesen Walwilderern aus Japan die bisher schlechteste Saison beschert zu haben. Diese Wilderer haben ihre komplette Missachtung des Lebens der Meeressäuger, menschlichen Lebens und australischer sowie internationaler Gesetze bewiesen. Indem sie auf geschützte und gefährdete Wale in einem Schutzgebiet abzielen und massive Ölkatastrophen in der unberührten antarktischen Wildnis riskieren, zeigen sie der Welt ihre Missachtung des Meereslebens und der internationalen Gemeinschaft, die beständig ein Ende des Walfangs fordert“, sagte Jeff Hansen, der Direktor von Sea Shepherd Australien.

Jeder getötete Wal ist immer noch einer zuviel. Jedoch feiern wir heute, dass mit Mut und Überzeugung im Angesicht überwältigender Gefahr und Widerstandes die tapferen Crews der vier Sea Shepherd-Schiffe in der Lage waren, die japanische Walfangflotte erfolgreich von der Erreichung von mehr als 90% ihrer selbstgesetzten Quote abzuhalten. Das bedeutet, dass das Leben von 932 bedrohten, gefährdeten und geschützten Walen gerettet wurde“, sagte Captain Peter Hammarstedt.

Vor neun Jahren, bei Sea Shepherds erster Walschutzkampagne, konnte das Leben von 85 Walen gerettet werden. Zum Ende der neunten Antarktiskampagne ist diese Zahl um das elffache, auf 932, angestiegen. Operation Zero Tolerance ist die bei Weitem erfolgreichste Kampagne mit den niedrigsten Tötungszahlen, seit das illegale Forschungs-Walfangprogramm begann. Es ist definitiv ein gewaltiger Moment in der Geschichte Sea Shepherds, wenn auch ein noch größerer für die Wale. Nie war das Schutzgebiet friedvoller. Während die Crews und die Schiffe die Gewalttätigkeit der japanischen Walfangflotte auf sich nahmen, blieben den Walen die Harpunen erspart“, sagte Captain Siddharth Chakravarty.

Die gesamte Antarktis-Flotte. Photo: Sea Shepherd Australia/Eliza Muirhead

 

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Quelle: Sea Shepherd Australia

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Japans Walfangausbeute auf “Rekordtief”

 

Vom Facebook-Kanal der MV Bob Barker

 

529617_550673944955473_598435119_nJapans Walforschungsinstitut (ICR) hat Sea Shepherd beschuldigt, während ihrer Walfangsaison in der Antarktis 932 Walen das Leben gerettet zu haben!!! Für die japanische Walfangflotte war das die niedrigste Tötungsrate seit 1987!

 

Japans Walfangausbeute auf “Rekordtief”

 

Das Fangergebnis der japanischen Walfangflotte hat einen “Minus Rekord” ergeben. Quelle: AAP

Der Fang der japanischen Walfangflotte im Südpolarmeer stellt dieses Jahr ein “Rekordtief” dar, wie ein Minister der Regierung mitteilte, der „unverzeihlicher Sabotage“ durch Aktivisten die Schuld dafür gab.

Die Jagd erbrachte einen Fang von nur 103 Südlichen Zwergwalen, weniger als die Hälfte als im letzten Jahr, und keinen einzigen Finnwal, wie der Landwirtschafts-, Forst- und Fischereiminister Yoshimasa Hayashi am Freitag mitteilte, wobei er hinzufügte, dass dies die niedrigste Bilanz seit Beginn des „wissenschaftlichen Walfangs“ im Jahr 1987 sei.

Die Flotte, die wieder einmal von der militanten Umweltschutzgruppe Sea Shepherd gestört worden war, soll zwischen Freitag und Sonntag nach Japan zurückkehren, wie Hayashi anläßlich einer Pressekonferenz mitteilte.

Währende der 48 Tage dauernden Walfangexpedition hatten Aktivisten – Anfang des Jahres von einem U.S.-Richter als „Piraten“ bezeichnet – die Jagd vier Mal unterbrochen und die japanischen Schiffe verbrachten 21 Tage damit, ihren Schiffen auszuweichen, teilte die Fischereibehörde mit.

Sea Shepherd habe “unverzeihliche Sabotage” begangen, sagte Hayashi der Kyodo News zufolge, einschließlich einer Kollision mit einem Walfangschiff, als dieses aufgetankt wurde.

Wir werden nach mehr Unterstützung von anderen Ländern suchen, um den wissenschaftlichen Walfang auf stabile Weise durchzuführen“, sagte der Minister.

Japans jährliche Waljagd wird seit langem von Aktivisten und ausländischen Regierungen kritisiert, doch Tokyo verteidigt dieses Vorgehen mit der Begründung, das Essen von Walfleisch sei Teil der kulinarischen Traditionen des Landes.

Gefangene Wale, die später als Nahrungsmittel verkauft werden, werden als Teil dessen untersucht, was Japans Walforschungsinstitut einsetzt, um zu beweisen, dass der Bestand dieser Säugetiere kommerziellem Walfang standhalten könne, doch Aktivisten klagen an, dass Tokyo ein Schlupfloch nutzt, um ein internationales Jagdverbot zu umgehen.

Norwegen und Island sind die einzigen Länder, die unter offener Missachtung eines Moratoriums zum kommerziellen Walfang von 1986 Wale jagen.

Japans Walfangflotte war im Dezember mit dem Ziel aus dem Hafen ausgelaufen, rund 1000 Wale zu fangen.

Quelle: The Australian

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Und es wird weitergehn

Facebook-Kommentar von Captain Paul Watson

534936_10150932453375932_1922459450_nObwohl ich nicht in der Lage bin, persönlich auf Facebook posten zu können, wird meine Seite in meinem Auftrag aktualisiert, bis zu dem Zeitpunkt, zu dem ich wieder in der Lage sein werde, das selbst zu tun.

Unsere drei Schiffe, die Steve Irwin, die Bob Barker und die Sam Simon, legten ohne Zwischenfall in Williamstown an und wurden herzlich von Freunden, Familie und Unterstützern willkommen geheißen. Die australische Bundespolizei kam nicht an Bord der Schiffe, wie sie es in der Vergangenheit getan hatte und Zoll und Einwanderungsformalitäten gingen reibungslos und schnell vonstatten. Nach fünf Monaten auf See für die Steve Irwin und drei Monaten auf See für die Bob Barker und die Sam Simon waren die Crews wirklich froh, wieder an Land zu gehen und erst recht glücklich, nach einer so erfolgreichen Saison des Einschreitens gegen die illegalen Walfangoperationen der japanischen Walfangflotte zurückzukehren.

Also gehen wir nun von der Blockade der Waljäger auf hoher See dazu über, sie vor Gericht zu bekämpfen. Ich glaube, dass die Gerechtigkeit siegen wird und dass den falschen Anschuldigungen gegen Sea Shepherd und mich selbst mit den Gegenbeweisen begegnet werden kann.

Doch sei es wie es will, es bleibt die Tatsache, dass das antarktische Walschutzgebiet sowohl faktisch als auch vor dem Gesetz ein Schutzgebiet ist, und in einem Walschutzgebiet Wale vor der Abschlachtung zu retten, ist genau das richtige Handeln. Und wir haben uns alle dem verschrieben, genau das zu tun.

Die internationale Crew der Sea Shepherd-Freiwilligen auf allen vier Schiffen hat dieses Jahr einen unglaublichen Job gemacht. Ich hoffe, dass viele von ihnen zurückkehren werden, wenn wir wieder losziehen müssen. Einige werden das und einige nicht. Es bedeutet einen großen Einsatz, sich so viel Zeit zu nehmen, solche Risiken in so kaltem und unvorhersehbarem Wetter in einer so abgeschiedenen und feindlichen Umgebung auf sich zu nehmen und das auch noch ohne Bezahlung. Viele von der Crew brachten persönliche Opfer, um bei der Kampagne mitzumachen. Einige können es sich nicht leisten, wiederzukommen, aber ich bin trotzdem sicher, dass es viele leidenschaftliche Menschen gibt, die auf die Gelegenheit warten, sich für die nächste Kampagne anzumelden.

In der Zwischenzeit müssen wir die Schiffe reparieren. Wir sind insofern im Nachteil, als Sea Shepherd U.S.A. keine Spenden für die Reparatur der Schiffe bereitstellen kann. Daher sind wir auf der Suche nach Schweißern, Ingenieuren, Elektrikern, Schreinern und Spenglern, gleichzeitig nach Geld- und Materialspenden in Australien.

Was mich angeht, ich bleibe auf See, außerhalb der Reichweite von Japans wütenden, langen und mächtigen Fangarmen. Die Situation ist, wie sie halt ist und die bloße Tatsache, dass Japan mich so verzweifelt ausschalten will, gibt mir die Gewissheit, dass wir ihre Walfangoperationen in gewaltigem Ausmaß schmerzlich treffen.

Japan ist eine mächtige, reiche Nation und sie sind daran gewöhnt, sich ohne jeden Widerstand alles aus dem Meer zu nehmen, was sie wollen. Ich bin nur eine Einzelperson und Sea Shepherd ist bloß eine einzelne kleine NGO, doch wir haben ihr glorifiziertes Walmord-Sozialhilfeprojekt zu Fall gebracht.

Die Waljäger haben das Geld, den politischen Einfluß und eine Armee von Anwälten und Marketingfirmen für die Öffentlichkeitsarbeit. Sie haben die volle Unterstützung der Regierung und sie haben die Unterstützung der Yakuza.

Wir haben nur die Leidenschaft von Menschen aus der ganzen Welt, die den Walfang ausgemerzt und die Schutzgebiete verteidigt sehen wollen. Ich denke, dass unsere Leidenschaft stärker ist als ihre Gier und dass sie uns ermöglichen wird, die Waljäger aus dem Südpolarmeer heraus zu zwingen.

Wir mögen verlieren, die Gerichte mögen uns zerstören, Japan mag mich gefangennehmen und für Jahre oder für immer wegsperren. Die Walfangflotte mag mithilfe weiterer Fördermittel und militärischer Hilfe zurückkehren.

Doch wenn ich nicht die Sea Shepherd-Schiffe anführe, werden es andere tun. Wenn sie Sea Shepherd auseinander reißen, wird eine andere Organisation erscheinen. Wenn sie unsere Schiffe zerstören, werden sie ersetzt.

Ich bin sicher, dass Japan, solang es versucht, im Schutzgebiet Wale zu töten, auf Widerstand stoßen wird.

Wenn wir in einem Walschutzgebiet keine Wale schützen können, werden wir garnichts in der ganzen See vor der Ausrottung durch menschliche Kurzsichtigkeit und Gier beschützen können.

Die Operation Zero Tolerance ist offiziell beendet. Sea Shepherd wird weiterarbeiten, an anderen Kampagnen wie dem Schutz der Delfine von Taiji, der Grindwale der Färöer, der Robben von Namibia, der Haie im Südpazifik, des Thunfischs im Mittelmeer, der Fische vor den Küsten Afrikas und an unserem Einsatz zum Schutz des nationalen Meeresschutzparks von Galapagos.

Jedem Einzelnen, der Operation Zero Tolerance zum Erfolg verholfen hat, mein aufrichtiges und anerkennendes „Danke schön“.

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Captain Paul Watsons Stellungnahme zur Rückkehr der Sea Shepherd-Flotte

Facebook-Kommentar von Captain Paul Watson

534936_10150932453375932_1922459450_nDanke für den herzlichen Empfang unserer Schiffe bei ihrer Rückkehr nach Australien. Ich weiß, dass die Kapitäne, Offiziere und Crews der Bob Barker, der Steve Irwin und der Sam Simon nach Monaten auf hoher See glücklich sind, in Williamstown zu sein.

Es war ein siegreicher Sommer für die Wale im Südpolarmeer. Seit neun Jahren geht Sea Shepherd gegen die illegalen Walfangoperationen der japanischen Walfangflotte im Südpolarmeer vor.

Die japanischen Walfänger und die japanische Regierung scheinen die Bedeutung des Wortes “Schutzgebiet” nicht zu verstehen, daher fahren wir jedes Jahr dort hinunter und erklären ihnen, was das Wort wirklich bedeutet.

Und es bedeutet, dass Wale innerhalb der Grenzen eines international ausgewiesenen Schutzgebiets für Wale nicht abgeschlachtet werden sollten.

Über die letzten neun Jahre haben wir mehr Wale gerettet als die japanischen Waljäger getötet haben und dieses Mal haben wir mit der Operation Zero Tolerance die Zahl getöteter Wale weiter reduziert als in allen Jahren zuvor. Letztes Jahr haben sie 26% ihrer angestrebten Opferzahl getötet. Im Jahr davor brachten sie nur 17% ihrer Opferzahl um und in diesem Jahr wird es weit weniger als 17% sein; ich bin zuversichtlich, dass die Zahl unter 10% liegen wird.

Es war eine schwierige Kampagne. Ein U.S.-Gericht erließ eine Verfügung gegen Sea Shepherd U.S. A., als unsere Schiffe schon abgelegt hatten. Sea Shepherd U.S.A. kam dieser Verfügung umgehend nach. Japan hat mich ebenfalls persönlich, mit falschen Anschuldigungen, ins Visier genommen, die mich daran hindern, in irgendeiner Nation an Land zu gehen, ohne dass ich nach Japan ausgeliefert werde.

Anstatt jedoch die Kampagne zu stoppen, hat sie das stärker gemacht.

Nachdem es Sea Shepherd U.S.A. nicht länger gestattet war, Spenden zu sammeln und Leitungsfunktionen zu übernehmen, kam es Sea Shepherd Australien zu, diese Kampagne zu leiten, und dank den Kampagnenleitern Bob Brown und Jeff Hansen wurde Operation Zero Tolerance ein Erfolg. Erfolg heißt für uns die Rettung der Wale ohne den Waljägern irgendeine Verletzung zuzufügen. Somit war es ein etwa 90%iger Erfolg für die Rettung der Wale und ein 100%iger Erfolg darin, den japanischen Waljägern keine Verletzungen oder Schäden an ihren Schiffen zuzufügen. Sea Shepherd bekennt sich allerdings schuldig, Hunderte von Walen vor einem entsetzlichen langsamen Tod durch die Harpunen der Wilderer gerettet zu haben.

Ich wünschte, ich könnte mit ihnen dort sein, doch bitte heißt diese wertvollen Crewmitglieder willkommen. Es sind ihre Leidenschaft, ihr Mut, ihre Vorstellungskraft, ihre Findigkeit und ihre Beharrlichkeit, die diesen Sieg für die Wale erbracht haben.

Und es sind die Menschen von Australien, die das Fundament gebildet haben, auf dem der Erfolg beruht. Ohne die Unterstützung der Mehrheit der australischen Bevölkerung könnten wir nicht tun, was getan werden muss.

Die Kampagne zum Schutz der Unantastbarkeit und Unversehrtheit des antarktischen Walschutzgebiets ist eine australische Aufgabe. Diese Gewässer gehören den Walen und den Menschen Australiens und Japan hat kein Recht, Tausende von Meilen nach Süden zu reisen, um in den Gewässern des australischen Antarktisterritoriums auf brutale Weise Wale umzubringen. Sie haben keine Walfang-Tradition in der Antarktis und ihre sogenannte Forschung wurde vor den Augen der ganzen Welt als Betrug entlarvt. Die Walmörder sind einfach nur Wilderer.

Japan sanktioniert Wilderei und Sea Shepherd ist eine Anti-Wilderei-Organisation. Wir fahren nicht in diese abgelegenen Gewässer, um zu protestieren. Wir fahren dort hinunter, um gegen ihr kriminelles Verhalten einzuschreiten.

So lange diese Gewässer faktisch und vor dem Gesetz als Schutzgebiet gelten, haben wir eine moralische Verpflichtung, das Schutzgebiet zu verteidigen.

Wenn die Regierung von Australien unsere Gegenwart im Südpolarmeer nicht unterstützen will, muss sie nur den Job machen, den wir machen, denn sie hat sich entschieden, die Tatsache zu ignorieren, dass internationales Umweltschutzrecht auch durchgesetzt werden muss.

Der australische Konteradmiral James Goldrick sagte, er könne nicht verstehen, warum Sea Shepherd im Südpolarmeer sei. Ich habe ihm die einfache Antwort gegeben: „wir sind da, Herr Admiral, weil Sie es nicht sind“.

Und wir werden zurückkehren. Wir werden diese Schiffe wiederherstellen und sie werden zurückkommen. Wir können ein fünftes Schiff rekrutieren, das uns noch stärker machen wird und wir haben vor, stärker zurückzukehren, denn ich kann versprechen, solange Japan Wale im Walschutzgebiet tötet, wird Sea Shepherd da sein, um die Wale zu beschützen.

Egal, was sie nach uns werfen, wir werden zurückkehren, und wir werden solange wiederkommen, bis wir sehen, dass das antarktische Walschutzgebiet wirklich und wahrhaftig ein Schutzgebiet für Wale ist und als das behandelt wird, als das es das Gesetz ausweist und nicht ein Politikum, das Regierungen aus Bequemlichkeit ignorieren.

Ich werde auf hoher See bleiben und wenn die Schiffe in der nächsten Saison zurückkehren, werde ich ein weiteres Mal die Ehre haben, an der Seite dieser tapferen Männer und Frauen zu stehen, die ihr Mitgefühl als wahre Shepherds, als wahre Hüter der Meere bewiesen haben.

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CITES – der Sieg des Guten über das Böse

Kommentar von Gary Stokes, Koordinator Sea Shepherd Hong Kong

Das Einzige, was das Böse zu seinem Triumph braucht, ist die Untätigkeit guter Menschen.”

Edmund Burke

 

Sea Shepherd bei CITES. Photo: Sea Shepherd

Der Saal bricht in Jubel und Applaus aus, als das Ergebnis der Abstimmung verkündet wird, dass der Weißspitzen-Hochseehai nun sicher im Anhang II des CITES gelistet ist. Unmittelbar gefolgt von den drei Hammerhaiarten, dem Heringshai und den beiden Mantaarten. Noch wichtiger, CITES selbst hat etwas an Biß zurückgewonnen, als ein durchschlagendes NEIN von den meisten Delegierten als Antwort auf die von Japan geführte Offensive kam, den Schutz aller Meeresarten zu blockieren. Genug ist genug!

Das waren zwei lange Wochen in Bangkok bei der 16. Vertragsstaatenkonferenz (bekannt als CoP16). Es war außerdem das erste Mal überhaupt, dass Sea Shepherd vertreten war. Wir sind nun offiziell als Internationale NGO-Beobachter von CITES akkreditiert, eine Position, die es uns gestattet, an Debatten teilzunehmen und unsere Meinung kundzutun. Bei dieser CoP waren nur 44 offizielle internationale NGOs anwesend.

Den Großteil meiner Zeit beim Meeting verbrachte ich mit Lobbyarbeit, was neu für mich ist, doch wenn es darum geht, über Haie und was ich persönlich gesehen und dokumentiert habe, zu sprechen, kann ich wohl sagen, werde ich ein bisschen leidenschaftlich bei dem Thema. Also tat ich das, sprach über Haie und verteidigte ihre Sache bei CITES und es gab keinen Ort, an dem ich lieber gewesen wäre. Aber wir stehen einigen Schwergewichten gegenüber. China leistete passiv Lobbyarbeit für die Unterstützung, jeglichen Schutz zu blockieren, was sie, wenn ich so sagen darf, mit einiger Würde taten. Japan jedoch war hektisch. Sie rannten hierhin und dorthin, warben hartnäckig für ihre Sache, luden offen Delegierte zu Dinner und „Unterhaltung“ ein. Eine Nacht bewirteten sie sogar die gesamte chinesische Delegation. Anscheinend war keine Haifischflossensuppe auf der Menükarte!

Es lag ein verfaulter Haut Goût von Korruption und dunklen Geschäften über den Hallen, und er war überall. Man findet Haifischflossenhändler, Trophäenjäger, Elfenbeinhandwerk und Vertreter der Thunfisch-Fischerei und jeden beliebigen anderen, der sein Geld mit dem Tod und der Vernichtung ganzer Arten macht, unter einem Dach. Durchwirkt ist das Ganze mit einigen „guten NGOs“ und einigen „nicht so guten NGOs“. Das waren NGOs, die angesetzt waren, alles in Mißkredit zu bringen, was wir zur Debatte stellten.

Dann gibt es noch das Letzte vom Letzten, die Ex-CITES-Prostituierten. Das sind ehemalige CITES-Leute, die im Ruhestand sind und ihre eigenen Beratungsfirmen aufgemacht haben, wobei sie ihre Seele dem verkaufen, der am meisten bietet. Und die jeden, der Hilfe braucht, durch das verfilzte Netz von CITES navigieren, um sicherzustellen, dass nichts unter Schutz gestellt wird. Eugene Lapointe gründete sein IWMC, das eine massive Präsenz zeigte. Eugene war ein früherer Generalsekretär von CITES, der in Ungnade fiel, aber das ist eine andere Geschichte. Mit den Haifischflossenhändlern aus Hong Kong arbeitete Robert ‘Hank‘ Jenkins zusammen, ein früherer Vorstandsvorsitzender des CITES-Tierausschusses. Wie ihn irgendjemand ernst nehmen kann, wenn er bei der Veranstaltung in Sandalen auftaucht, weiß ich nicht, aber ich weiß wohl, dass, was immer er Charlie Lim und seine Verbündeten kostet, hinausgeworfenes Geld ist. Seine Arroganz war sein Untergang, ein Untergang, den von meinem Tisch aus gerade einmal 3 Metern Entfernung zu beobachten mir großes Vergnügen bereitete. Er machte mir das netteste persönliche Kompliment, als er sich selbst vorstellte mit „Jenkins, der Kerl, den Sie fertig gemacht haben“, und warnte mich „ich vergesse Sie niemals!“ Ich war tief bewegt…

Hank Jenkins und Charlie Lim.
Photo: Sea Shepherd

Hank Jenkins und die chinesische Delegation.
Photo: Sea Shepherd

Die gesamte Kampagne gegen Dr. Giam begann mit einem Brief von Jenkins an die South China Morning Post. Dieser erweckte die Aufmerksamkeit meiner ehemaligen Partner im Gesetzesvollzug aus Hong Kong, was dann eine komplette Untersuchung hervorbrachte, aus der der Giam-Report hervorging, der wiederum den Einfluß Dr. Giam Choo Hoos innerhalb des CITES-Tierausschusses kaltstellte. Außerdem anwesend war Hanks Handlanger Glenn Inwood, die Medien-Marionette der japanischen Waljäger, und dann trat natürlich noch Giam selbst in Erscheinung. Er konnte nicht wegbleiben, der einzige Asiate, den ich kenne, der kein ‘Gesicht‘ oder Schamgefühl hat. Unserer Ansicht nach ist er ein Relikt aus der Vergangenheit; niemand wird ihn je wieder ernst nehmen, also sollte er schlicht seinen Ruhestand genießen. Ich traf eins der aktuellen Mitglieder des Tierausschusses, der zu mir sagte: „Giam geht einem in unseren Meetings so auf den PIIIEEP….” Das sind seine Worte, nicht meine, aber ich weiß, was er meint.

Hank Jenkins. Photo: Sea Shepherd

Dr. Giam. Photo: Sea Shepherd

Somit warteten wir nach dem großartigen Sieg in den Kommittee-Meetings am Montag, in denen all die Haie unter Schutz gestellt worden waren, angespannt auf die Vollversammlung, in der die Abstimmungen noch wiedereröffnet und gekippt werden könnten. Die japanische Delegation war geschäftig .. Berichtigung .. sie war ÄUSSERST geschäftig in dem Versuch, mehr als 1/3 der Stimmen zu sichern, die sie brauchen würden, um die Abstimmung wieder zu eröffnen. Wir hatten einen Tipp von einem afrikanischen Delegierten erhalten, in welches Restaurant Japan die Afrikaner in der Nacht vor der Vollversammlung zum Essen ausgeführt hatte, also folgten wir ihnen, um das zu dokumentieren. Andere NGOs folgten ihnen ebenfalls und einige gingen sogar zum Essen in das Restaurant und filmten drinnen. Nach dem Dinner brachen erstere in von Japanern betriebene Karaokeschuppen/Bordelle auf.

Einer der Haupttrümpfe, die die Japaner im Ärmel haben, ist die “geheime Abstimmung”. Sobald diese einmal beantragt und von zehn Anderen unterstützt wurde, lässt sie zu, dass niemand weiß, wie irgendwer gestimmt hat. Was den Mangel an Transparenz angeht, so eröffnet dieser der Korruption und dem Stimmenkauf alle Möglichkeiten. So müßte es laufen, oder das dachte ich jedenfalls, als ich ankam, doch das änderte sich während eines einzigen Mittagessens.

Ich wurde an einen Tisch in der Cafeteria gesetzt, als ein Delegierter aus einem bestimmten kleinen Inselstaat am Tisch Platz nahm. Wir begannen, uns über den Standpunkt seines Landes zu der Haifisch-Abstimmung zu unterhalten. Er teilte mir mit, dass er sich in einem Zusammenschluss kleiner Inseln befinde, die alle Hilfe von Japan erhalten, d.h. allen wurde gesagt, sie sollten mit NEIN abstimmen. Jedoch, erzählte er mir weiter, er hoffe, dass es zu einer geheimen Abstimmung kommen werde, damit er bei der Abstimmung seinem Herzen folgen könne. Er sagte, andere Nationen sähen das genauso. Interessant, und gewiss ein Blickwinkel, aus dem ich das noch nicht gesehen hatte. Und, wie wir später sehen sollten, etwas, das Japan und China übersehen hatten.

Die japanische und die afrikanische Delegation. Photo: Sea Shepherd

Die Japaner haben die afrikanische Delegation zum Essen ausgeführt. Photo: Sea Shepherd

Die geheime Abstimmung ist etwas, das auch von dem CITES-Sekretariat zur Kenntnis genommen wurde und John Scanlon und sein Team haben ihrer Besorgnis darüber Ausdruck verliehen, dass sie häufig dann eingesetzt wird, wenn es um Arten geht, die von kommerzieller Bedeutung sind, meistens Meerestierarten, aber auch Elfenbein und Rhinozeros-Hörner. John Scanlon und sein Team sollten für ihre Bemühungen gewürdigt werden, CITES wieder in die Spur zu bringen und es wieder zu einer ernstzunehmenden Instanz zu machen. Das ist sicher keine einfache Aufgabe, besonders, wenn einem gewissermaßen die Hände gebunden sind, doch wir hoffen irgendwie, dass wir ein wenig mitgeholfen haben.

Japan trifft sich mit dem Kongo. Photo: Sea Shepherd

Ich traf David Higgins von der Umweltkriminalitäts-Abteilung von Interpol und nahm an einem Treffen der ICCWC (der Internationalen Vereinigung zur Bekämpfung der Umweltkriminalität) teil. Ebenso habe ich wertvolle Kontakte zu Organen des Gesetzesvollzugs geknüpft. Es hatte eine gewisse Ironie, sich mit all diesen Typen von Vollstreckern der Gesetze in dem einen Raum zu treffen, wohl wissend, dass vor den Türen Bestechung und Korruption grassierten! Aber die Zeiten ändern sich und das neu eingesetzte ICCWC hat zum Ziel, die Umweltkriminalität frontal anzugreifen und sie haben mit Sicherheit den Biß dafür.

Ein weiterer großartiger Umstand, der sich aus dieser CoP ergab, waren die geknüpften Beziehungen der NGOs untereinander. Alle waren vereint gegen einen gemeinsamen Feind, und wir hatten alle unterschiedliche Rollen zu spielen. Sea Shepherd hatte, wie immer, die Rolle der Damen der Nacht in der Umweltschutzbewegung. Alle freuten sich, dass wir da waren, aber wollten nicht wirklich mit uns gesehen werden! Wir übernahmen unsere Rolle und ich wurde von den eher blitzsauberen NGOs mit gewissen Informationsfetzen versorgt, „weil das nicht wirklich etwas ist, was wir tun könnten, aber das ist exakt Euer Fall!“

Manta-Rezeption. Photo: Sea Shepherd

Dieses vereinte Vorgehen hat meines Erachtens zu dem Sieg für die Haie geführt, kein Kampf in den eigenen Reihen, alle auf das gemeinsame Ziel konzentriert und Kommunikation untereinander. Wenn wir auf eine Delegation trafen, die noch unentschlossen war, konnten wir den Grund herausfinden und sie Leuten vorstellen, die ihre Fragen beantworten konnten. Im Fall der Manta-Rochen sagten viele Delegierte, es lägen keine ausreichenden wissenschaftlichen Fakten vor, also war es von unschätzbarem Wert zur Sicherung von Stimmen, zwei der weltweiten führenden Manta-Experten, Dr. Andrea Marshall und Guy Stevens, zur Verfügung zu haben.

Jetzt ist der Morgen der Plenarsitzungen. Ich betrete die Haupthalle und genieße einen sehr erfreulichen Anblick: die zwei Kerle von Divers for Sharks (Pinguim Paolo Guilherme und José Truda Palazzo Jr. aus Brasilien) tragen beide die Jolly Roger-Shirts von Sea Shepherd, die ich ihnen gegeben habe und waren genau in der Mitte des Raums vor den Kameras der TV-Medien platziert. Ich schloss mich ihnen an, während wir angespannt auf die Ergebnisse warteten. Es lag eine elektrisierende Spannung in der Luft und als das erste Ergebnis, der Weißspitzen-Hochseehai, durchkam, fruchteten Jahre der Arbeit vieler Menschen und die Unterstützung von allen auf der ganzen weiten Welt.

Danach geschah etwas ganz Gewaltiges. Wie in einer Szene aus einem Hollywoodfilm meldeten sich die U.S.A. zu Wort. Sie verkündeten: „im Interesse der Transparenz, die U.S.A. haben mit NEIN gestimmt (zur Wiedereröffnung der Abstimmung)“. Dem folgte ein Land nach dem andern, die öffentlich erklärten, welche Stimme sie in der geheimen Abstimmung abgegeben hatten. Das ging einige Zeit so weiter, der Vorsitzende musste aus Zeitgründen tatsächlich die Delegationen auffordern, nur ihr Land und ihre Entscheidung durchzusagen.

Japan, China und Singapur hatten ihren Trumpf der geheimen Abstimmung ausgespielt, aber nicht nur ging dieser Schuß nach hinten los und eröffnete Ländern die Möglichkeit “bei der Abstimmung ihren Herzen zu folgen”, sondern auch entwickelt sich die geheime Abstimmung nicht ganz so geheim vor den Augen der Medien der ganzen Welt. Ein afrikanischer Delegierter verkündete: „ich habe bei der geheimen Abstimmung heimlich mit NEIN gestimmt“, was ihm eine Menge Applaus einbrachte. Selbstverständlich war nicht jeder mit dem Ergebnis zufrieden. Im Anschluß sagte Mr. Shingo Ota, der Sprecher des japanischen Verhandlungsteams in einem Interview mit der BBC: „es war nicht sehr erfreulich, das Beifallklatschen und hin und wieder sogar Rufe aus dem Publikum zu hören!“.

Abschließend gesehen war daher 2013 bis jetzt ein gutes Jahr für die Ozeane. Während ich bei der CITES saß und für die Haie kämpfte, machten sich unsere tapferen Crews auf den Heimweg nach Melbourne, wo ihnen ein hochverdienter Heldenempfang bereitet wird, nachdem sie erneut Japans illegalen Walfang stillgelegt und das beste Resultat aller Zeiten sichergestellt haben!

Die nächste CITES-Konferenz CoP17 wird in Südafrika stattfinden, und wir werden wieder da sein, und das in größerer Zahl, das ist sicher – KEIN KOMPROMISS!

Gary und Randall. Photo: Sea Shepherd

Quelle: Sea Shepherd

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