Orginal: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-100301-1.html
Montag, 1. März 2010
Japanische Walfänger schlagen die „Wälder“ des Südpolarmeeres kahl
Intelligenz willentlich zerstört um Bücher zu lesen,
Moby Dick im Licht brennender Wale gelesen,
Ohne einen Gedanken, blind für die Verbindung
In Todes hellem Licht wird ein anderes Buch gelesen,
Du sollst nicht töten ist eine der Lügengeschichten.
Wir definieren, was richtig ist durch unausgewogene Selektion.
- Kapitän Paul Watson, “Planet of Whales”
Der Antarktispakt verbietet ganz klar jede Handlung, die das marine und atmosphärische Ökosystem der Antarktis beschädigt.
Das Abschlachten der Wale durch die japanischen Walfänger ist also nicht nur eine Verletzung dieses Abkommens, das kommerzielle Aktivitäten untersagt, es ist auch ein Faktor, der Unmengen von Kohlenstoff in die Atmosphäre bringt, weil die Wale als entscheidende Kohlenstoffspeicher aus dem System genommen werden.
Und somit ist das japanische Walfangprogramm eine Tätigkeit, die Japan, gemäß dem Kyoto Protokoll, in seiner Rechnung für Treibhausgas-Emissionen berücksichtigen sollte.
Die Wale sind für die Ozeane was die Bäume für das Land sind, sowohl Wale als auch Bäume speichern Kohlenstoff tonnenweise.
Letzte Woche fand ein Treffen von Ozeanologen in Portland, Maine statt. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Schätzungen über den Kohlenstoffausstoß durch den Walfang.
Wenn Wale in der freien Natur sterben, wird der Kohlenstoff in ihrem Körper in den tiefen Ozean abgesondert. Durch den Walfang der Menschen wird der Kohlenstoff aber in der Atmosphäre freigesetzt. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen wurde im letzten Jahrhundert allein durch den kommerziellen Walfang mehrere Hundertmillionen Tonnen von Kohlenstoff in die Erdatmosphäre geblasen.
Aus einem kürzlich veröffentlichten Artikel in der BBC News:
Dr. Andrew Pershing von der Universität von Maine beschreibt Wale als die „Wälder der Ozeane“.
Dr. Pershing und seine Kollegen vom Gulf of Maine Forschungsinstitut berechneten die jährliche Kohlenstoffaufnahme von Walen während ihres Wachstums.
„Wale, wie alle anderen Tiere oder Pflanzen auf diesem Planeten, bestehen aus einer Menge Kohlenstoff“, sagte er. „Wenn man also einen Wal tötet und ihn dem Ozean entnimmt, entnimmt man auch den Kohlenstoff aus diesem Speichersystem und entlässt es in die Atmosphäre.“
Er wies darauf hin, dass die Tiere besonders in den Anfangszeiten des Walfangs zu Lampenöl verarbeitet wurden, was beim Abbrennen den Kohlenstoff direkt in die Luft abgibt.
„Dieses marine System ist einzigartig, denn wenn die Wale [auf natürliche Art und Weise] sterben, sinken ihre Körper auf den Meeresboden und nehmen den Kohlenstoff mit. Wenn sie in ausreichender Tiefe verenden, wird der Kohlenstoff möglicherweise sogar für einige hundert Jahre von der Atmosphäre fern gehalten.“
In ihren anfänglichen Berechnungen errechneten die Wissenschaftler, dass hundert Jahre Walfang soviel Kohlenstoff freigesetzt haben, als wenn man 130.000 km² Waldfläche abgefackelt hätte oder 128.000 Hummer [am. Geländewagen] 100 Jahre durchgehend gefahren wären.
Dr. Pershing betonte aber, dass dies nur ein kleiner Anteil ist, verglichen zu den Milliarden von Tonnen die jährlich von Menschenhand produziert werden. Er sagte, dass Wale eine wichtige Rolle im maritimen Ökosystem einnehmen, wenn es um die Aufnahme und den Transport von Kohlenstoff geht.
Einfach nur große Gruppen von Walen aufwachsen zu lassen, sagte Pershing, könnte das Treibhausgas in Mengen ‚abkapseln’ die vergleichbar mit Wiederaufforstsystemen sind, welche zum Sammeln und Weiterverkaufen von Emmisionsrechten genutzt werden.
In Ergänzung, laut BBC:
Er schlug vor ein vergleichbares System zum Handel mit Emissionsrechten auf für Wale gelten sollte um ihren Bestände zu schützen und wiederaufzubauen.
„Die Idee beinhaltet ein vollwertiges Kontosystem einzuführen in dem verzeichnet ist, wie viel Kohlenstoff in einem Fisch- oder Walbestand gespeichert würde und wie die Länder ihre Fangquoten als Emissionsrechte verkaufen könnten“, erklärte er.
„Man könnte diese Rechte als Anreiz sehen, den Druck der Fischerei zu reduzieren oder die Erhaltung einiger Arten zu fördern.“
Andere Wissenschaftler meinten, er hätte ein anregendes und interessantes Thema aufgedeckt.
Professor Daniel Costa, ein mariner Tierforscher der Universität von Santa Cruz, Kalifornien erklärte BBC News: „So werden viel mehr Gruppen einen Blick auf die wichtige Rolle dieser großen Tiere im Kohlenstoffzyklus werfen.“
„Und es ist mal wieder eines dieser Dinge, auf die man blickt und denkt: ‘Wieso hat sich da vorher keiner Gedanken darüber gemacht?’ “
Dr. Pershing zeigte auf, dass Wale aufgrund ihrer Masse viel wirkungsvoller Kohlenstoff speichern können, als kleinere Tiere. Er meinte, dass maritime Emissionsrechte auch auf andere sehr große Meereslebewesen angewendet werden könnte, eingeschlossen dem bedrohten Blauflossen Thunfisch und Weiße Haie.
Dr. Pershing sagte: „Sie sind gewaltig und sie gehören zu den größeren Räubern, sollten sie also nicht gefangen werden, könnten sie also ihre Biomasse auf den Grund der Ozeane mitnehmen, wenn sie sterben.“
Die Sea Shepherd Conservation Society solle Emissionsrechte für jeden Wal bekommen, den sie dieses Jahr gerettet hat und das rückwirkend auch für die letzten fünf Jahre.
Das Retten der Wale ist nicht nur eine gute Sache für die Wale selber, sondern auch für den Planeten und letztlich auch eine gute Sache für die Menschheit.