Mit Volldampf zur Küste der Antarktis

Originaltext unter: http://www.seashepherd.org/editorials/editorial_080219_1.htmlRolling Down To the Coast of Antarctica

Kommentar von Kapitän Paul Watson
An Bord des Sea Shepherd Schiffes Steve Irwin
Das Sea Shepherd Conservation Society Schiff Steve Irwin kommt auf seinem Weg an die Antarktisküste gut voran.

Seit wir am 14. Februar Melbourne verlassen haben ist das Wetter unglaublich schön. Der Blick auf die Wetterkarten erweckt den Anschein als ob göttliche Vorsehung die Stürme teilt um uns sicher und zügig durch die „donnernden Vierziger” und „rasenden Fünfziger” zu geleiten.*

Ruhige See mit der ständigen Begleitung von Albatrossen und Sturmvögeln und der gelegentliche Besuch von Walen halten die Mannschaft glücklich, motiviert und begeistert. Von unsern drei Reisen gen Süden in dieser Saison ist diese Mannschaft die engagierteste und tapferste von allen Dreien , alle begierig darauf, die Waljäger zu erwischen und bereit jedes Risiko auf sich zu nehmen das ich von ihnen verlange.

Das australische Zoll- und Fischereipatrouillenschiff Oceanic Viking hat die japanische Flotte verlassen um nach Freemantle zurückzukehren. Das überlässt die Sea Shepherd Crew ganz allein der japanischen Flotte, die uns mit acht zu eins Schiffen überlegen sind. Sie haben Waffen, Sprengstoffharpunen und eine Unbarmherzigkeit wie sie nur walkillende Feiglinge haben können.

Wir haben nur unsere Liebe zu den Walen und den Weltmeeren und unseren Mut geboren aus dieser Liebe.

Kürzlich machte sich ein Kolumnist im Sydney Morning Herald darüber lustig, dass ich erwähnt hatte, ein Wal habe uns den weg zur Walfangflotte gezeigt. Er tat das als Unsinn ab. Es war bevor wir die Flotte fanden – indem wir die Richtung nahmen, die der Buckelwal angezeigt hatte.

Gibt es Magie hier draußen auf dem Ozean? Gewiß gibt es sie. Wenn wir die See spüren werden wir vertraut mit der See und diese Vertrautheit beflügelt die Fantasie und schürt das Feuer der Eingebung und nach mehr als drei Jahrzehnten Seeschlachten, Verfolgungen, Suchen und dramatischer Konfrontationen habe ich gelernt, dass es Eingebung ist, die uns da weiterhilft, wo alles Andere versagt. Das ist etwas, wovon eine Landratte von Journalist keine Vorstellung hat und deshalb hat seine Meinung zu unseren Erfahrungen wenig Wert.

Wir werden innerhalb einer Woche die Japaner sichten. Die Crew und ich können sie riechen und wir sind begierig, sie uns wieder vorzuknöpfen, sie aus dem Walschutzgebiet zu jagen und sie abzufangen, zu stören, zu belästigen und zu plagen, in dem Wissen, dass jede Stunde, die wir sie aufhalten, den Walen Zeit zur Flucht verschafft.

Es macht mich krank vor Sorge zu wissen, dass Wale sterben während wir verzweifelt versuchen, die Killer zu erreichen. Mir bricht das Herz bei dem Gedanken an diese bösartigen Sprengstoffharpunen, die die empfindlichen inneren Organe innerlich zerfetzen sodass das heiße Blut der Wale widerlich herausschießt in die eisigen Gewässer.

Unsere Kritiker können jammern und klagen und sich beschweren, wie unsensibel wir mit der japanischen Kultur umgehen und dass wir uns unverantwortlich verhalten mit den Risiken, die wir auf uns nehmen. Für mich ist keine dieser Klagen von Belang.

Unsere Schützlinge sind die Wale und wir haben vor, für sie zu kämpfen. Ich glaube nicht, dass die japanische Bevölkerung die Entscheidung trifft, eine solch unzivilisierte Abschlachterei als Teil ihrer Kultur zu begrüßen. Die Walfänger sprechen nicht für die japanische Bevölkerung und wir haben japanische Anhänger, die entsetzt sind über die Widerlichkeit der Waljagd.

Was das Eingehen von Risiken anbelangt, wir führen hier einen Krieg zur Rettung der Wale und Risiken sind hinnehmbar, in jedem Krieg, und obwohl wir unseren Feinden keinen Schaden zufügen, sind wir bereit, die erforderlichen Risiken auf uns zu nehmen um Leben zu schützen.

Unser Ziel ist, uns im Geist des “Divine Wind” ** auf die Japanische Flotte zu werfen, so wie der große japanische Dichter und Stratege Miamoto Musashi *** einst schrieb, “Der Weg des Kriegers ist die entschiedene Annahme des Todes”.

Solang Du nicht bereit bist zu sterben, bist Du nicht auf’s Leben vorbereitet und wir wollen leben und wir wollen, dass die Wale leben und im Hinblick auf dieses Ziel sind wir darauf vorbereitet unser Leben und unsere Freiheit einzusetzen um die Aufgabe zu bewältigen, die kriminellen Walfangaktivitäten der japanischen Flotte zu beenden.

Weiter und voran schreiten wir, den japanischen Walkillern mit jedem Tage näher kommend.

* (Anm. d. Ü.: nautische Begriffe, bezeichnen die gefährlichen Breitengrade im Südpolarmeer)

** (japan.: kamikaze, „göttlicher Wind”, ein Taifun, der einst einem Samuraiheer zu Hilfe kam, indem er ein angreifendes Mongolenheer zerstörte, dem die Samurai waffentechnisch unterlegen waren. Anm. d. Ü.)

*** (legendärer Samurai. Anm.d.Ü.)

Übersetzung nach bestem Wissen und Gewissen.———————————————–

Da komm ich hier mitm schreiben gar nicht nach, so schnell wie Frauke übersetzt . Lieben Dank dafür.

Liebe Grüsse

Thomas

PS: Ich bin ja echt gespannt, was das australische Schiff an Ergebnissen hat und ob es wirklich zur Anklage kommt.

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