Die Große Verfolgungsjagd im Südlichen Ozean – Zweiter Tag

Original: http://www.seashepherd.org/editorials/editorial_080224_1.html

Die Große Verfolgungsjagd im Südlichen Ozean – Zweiter Tag

Kommentar von Captain Paul Watson
An Bord des Sea-Shepherd-Schiffes Steve Irwin

Es ist schwierig Wale zu töten, wenn man mit eingezogenem Schwanz davon läuft – und die japanische Walfangflotte läuft im Augenblick davon, erst nach Norden, dann nach Westen, nach Osten, dann wieder nach Westen und schließlich doch wieder nach Osten, alles, um zu versuchen, das Sea-Shepherd-Schiff Steve Irwin loszuwerden, das sie an ihrem Hinterteil spüren.

Aber unsere elektronischen Zähne haben sich in ihrem Heck festgebissen und sie werden uns nicht abschütteln können. Wenn sie wenden, wenden wir auch, und wohin sie fliehen folgen wir ihnen. Wenn sie stoppen, werden wir hinter ihnen sein wie Fliegen hinter einem Hund.     

Die Seen hier unten verändern sich ständig, von ruhigem Wasser über schaumgekrönte Wellen hin zu schwerer Dünung und auch die Sichtverhältnisse wandeln sich dauernd. Erst kristallklare Sicht, dann plötzlich Nebel. Die Sonne scheint und im nächsten Augenblick peitschen Schnee und Graupel auf das Schiff um nach einer Stunde wieder von Sonnenschein abgelöst zu werden. Der Himmel verfärbt sich von blau zu grau, zu weiß und wieder zurück zu blau.

Die See ist voller Eisberge und gefährlicher, halb untergetauchter steinharter Eisschollen. Die Eisberge sind einzigartige Skulpturen von einer bedrohlichen Schönheit deren Farben sich von alabasterweiß zu kobaltblau und smaragdgrün ändern.

Im Meer schwimmen Wale und Pinguine und in der frostigen Luft fliegen majestätische Albatrosse und Sturmvögel. Wir sind hier draußen nicht allein. Wir haben Buckelwale und Zwergwale, Finnwale und Blauwale, Pottwale und Orcas gesehen.

Und die Vögel. Jeden Tag sehen wir so viele Arten. Darunter sind Wanderalbatrosse, Königsalbatrosse, Schwarzbrauenalbatrosse, Weißkappenalbatrosse, Gelbnasenalbatrosse, Graukopfalbatrosse, Rußalbatrosse, Südliche Riesensturmvögel, Nördliche Riesensturmvögel, Weißflügel-Sturmvögel, Kapsturmvögel, Schneesturmvögel, Kerguelensturmvögel, Blausturmvögel, Grausturmvögel, Wilson-Sturmvögel und Schwarzbauch-Meerläufer.

Hier ist ein einzigartiger Platz, der nur von diesen grausamen und zerstörerischen Walfängern sowie den habgierigen, räuberischen patagonischen und antarktischen Tunfisch-Wilderern beeinträchtigt wird.

Meine Crew und ich sind glücklich, diese bösartigen Mörder zu verfolgen, und jeder Tag, den wir an ihren Fersen bleiben, ist ein Tag, an dem sie keinen Wal töten können.

Hinter uns ist der große und schnelle japanische Hecktrawler Fukuyoshi Maru No. 68, der beständig 6,2 Meilen hinter uns bleibt und jede unserer Bewegungen an die japanische Flotte meldet. Das bedeutet, das es schwer für uns ist, der Flotte näher zu kommen. Aber wir verfolgen ihre Position und sie wissen, wenn sie stoppen, um Wale zu fangen, werden wir sie einholen und deshalb können sie nur weiter flüchten.

An Bord der Fukuyoshi Maru No. 68 ist eine bewaffnete Abteilung der japanischen Küstenwache. Die Melbourne Age [Anm.d.Ü.: eine australische Zeitung] ließ sich vom Sprecher der japanischen Küstenwache, Takashi Matsumori, in Tokio bestätigen, dass diese Militäreinheit im Südlichen Ozean ist, um „menschliches Leben und Sachvermögen zu schützen”.

Es ist natürlich aufschlussreich, dass Japan darauf bestanden hatte, dass das australische Zollschiff Oceanic Viking seine Deckgeschütze entfernen sollte, was auch geschah, sich aber im Gegenzug japanische Offiziere der Küstenwache in den australischen antarktischen Territorialgewässern benehmen, als gehörte dieses Gebiet ihnen.

Der Abend des 24. Februar endete damit, dass sich die Steve Irwin durch schwere See pflügte, um sich unter voller Maschinenkraft mit der japanischen Flotte ein heißes Rennen zu liefern.

Wieder ist ein Tag vergangen ohne dass ein Wal getötet wurde. Für die Crew war es ein glücklicher Tag und in seinem Verlauf waren wir an einem großen Finnwal vorbeigefahren, der neben dem Schiff aufgetaucht war. Wir wussten, dass der große Kerl heute hätte getötet werden können wenn wir nicht hier gewesen wären, und dass allein ist unsere Reise hier unten all die Opfer, die Kosten und den Aufwand wert.

Gestern am 23. Februar um 0600 Uhr hat die Steve Irwin die japanischen Flotte an der Position 63 Grad 30 Minuten Süd und 97 Grad 7 Minuten Ost tief innerhalb des australischen Walschutzgebietes aufgespürt.

Um Mitternacht des 24. Februar befand sich die japanische Flotte außerhalb des Schutzgebietes an der Position 61 Grad 31 Minuten Süd und 106 Grad 30 Minuten Ost.

Seit die Jagd begonnen hat, ist die japanische Flotte 340 Meilen weit von der Stelle weg geflohen, an der sie zuerst gefunden worden war. Allerdings ist die tatsächliche Strecke, die sie zurück gelegt hat, aufgrund ihres Zick-Zack-Kurses mindestens doppelt so groß. Sie verbrauchen eine große Menge an Treibstoff und erreichen nichts dadurch. Das verringert ihre Gewinnspanne und das ist die einzige Sprache, die sie verstehen.

Morgen wird der Dritte Tag sein und die Jagd wird weitergehen.

*Übersetzung nach bestem Wissen und Gewissen*

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Eine Antwort auf Die Große Verfolgungsjagd im Südlichen Ozean – Zweiter Tag

  1. Monique sagt:

    Ej! Ein Hund hat keine Fliegen! Grins!
    Wenn, dann wie ein Mistkäfer an seiner Mistkugel!!! Smile! :-))

    LG,Monique