Den Südlichen Ozean und die Wale im Fokus behalten

Original : http://www.seashepherd.org/editorials/editorial_080312_1.html

Den Südlichen Ozean und die Wale im Fokus behalten

Kommentar von Kapitän Paul Watson
Gründer und Präsident der Sea Shepherd Conservation Society

Trotz all der Dramen im Umfeld der Konfrontationen zwischen den japanische Waljägern und Sea Shepherd dürfen wir niemals den Fokus dieser Kampagne aus dem Blick verlieren.

Unsere Zielsetzung ist, den illegalen Walfang im Schutzgebiet des Südlichen Ozeans zu beenden.

Dramen dienen dazu, Kernfragen in den Blickpunkt zu rücken, sollten aber niemals die Blickrichtung von den eigentlichen Kernfragen ablenken.

Die Japaner versuchen fortwährend, von der Kernfrage abzulenken mit ihren albernen Anschuldigungen von Öko – Terrorismus und der Verurteilung der Sea Shepherd Conservetion Society.

Selbstverständlich verurteilt Japan die Sea Shepherd Conservation Society. Und die Sea Shepherd Conservation Society verurteilt den illegalen japanischen Walfang. Das ist klar – jeder von uns verurteilt die Position des Anderen.Die Internationale Walfangkommission (IWC) hat letzte Woche Sea Shepherd dafür verurteilt, dass sie Wale beschützt. Das hat nicht viel zu bedeuten. Letztes Jahr hat die IWC Japan dafür verurteilt, in antarktischen Gewässern illegal Walfang zu betreiben. Weder haben die Japaner die Verurteilung durch die IWC beachtet, noch wird Sea Shepherd das tun. Es gab ein Hin- und Hergerede darüber, dass Japan Klage erheben würde gegen Sea Shepherd oder dass Sea Shepherd Klage erheben würde gegen Japan. Das ist alles Gerede. Sea Shepherd hat weder irgendjemanden verletzt noch irgendwelches Eigentum beschädigt. Wir haben schlicht eine illegale Walfangoperation gestört und verfolgt und sie davon abgehalten, die Hälfte ihrer Quote zu fangen. Und es ist sinnlos für Sea Shepherd, Klage gegen die japanischen Waljäger zu erheben, weil das schlicht ins Leere geht.

Letztes Jahr, als Japan behauptet hatte, dass Sea Shepherd sein Walfangschiff Keiko Maru gerammt habe und Sea Shepherd behauptete, dass es die Keiko Maru gewesen ist, die die Robert Hunter rammte, verbrachte ein kriminaltechnisches Ermittlungsteam der australischen Bundespolizei Tage auf der Robert Hunter zur Sicherung von Beweisen. Über den Fall hat man nie mehr etwas gehört.

Die Sachlage ist die, dass es zwischen nicht in Australien registrierten Schiffen eine Konfrontation in Gewässern abseits der australischen Küste gab, die Australien beansprucht und die Japan nicht als australischen Anspruch anerkennt. Die Situation bezieht zahlreiche Nationen ein. Sea Shepherd hat kein Eigentum beschädigt und keinen Personenschaden verursacht. Bewaffnete japanische Küstenwache hielt sich in australischen Gewässern auf, ohne die Erlaubnis der australischen Regierung und unter Verletzung des Antarktis – Abkommens zu einer Angelegenheit, die die japanische Verletzung eines australischen Bundesgerichtsentscheids zum Verbot des Walfangs in der australischen ausschließlichen Wirtschaftszone der Antarktis beinhaltet sowie die Verletzung der Convention on International Trade in Endangered Species* (CITES) und der Bestimmungen der Internationalen Walfangkommisson. Es ist ein Alptraum der Rechtsprechung , der internationales Recht, australisches Recht, japanisches Recht etc. beinhaltet.

Jeglicher Versuch, gegen eine der beiden Seiten Klage einzureichen, würde Millionen Dollar von Geldern der Steuerzahler in Anspruch nehmen und schließlich zu keinerlei Lösung führen.

Zwischenzeitlich könnte es gerade eine Lösung für die Beendigung des illegalen Walfangs im Südlichen Ozean geben.

Es finden Diskussionen innerhalb der IWC statt über einen Handel, der von den Vereinigten Staaten vorgeschlagen wurde und der Japans „Forschungs-”Walfang im Südlichen Ozean beenden würde.

Die Pläne wurden aufgestellt anlässlich eines Meetings von Argentinien und den Niederlanden im Februar, aber grundsätzlich unterstützt erst letzte Woche in London während eines Drei-Tage-Meetings der Internationalen Walfangkommission hinter verschlossenen Türen.

Die Pläne fordern von der IWC, Japan eine legale kommerzielle Jagd im Nordpazifik in den Gewässern nahe Japan zu geben.

Dies würde eine legale Tötung von 150 Minkwalen oder, wie wir sie nennen, Zwergwalen, bedeuten.

Im Gegenzug würden die Japaner ihre sogenannte “Forschung” in den Gewässern des Südlichen Ozeans aufgeben.

Obwohl die Sea Shepherd Conservation Society prinzipiell gegen jeden Walfang ist, richten sich die Aktivitäten von Sea Shepherd gegen illegale Operationen. Das bedeutet, dass Sea Shepherd keine Schiffe aussenden würde, um gegen eine von der IWC gesetzlich sanktionierte Waljagd bei Japan einzuschreiten.

Es würde bedeuten, dass ein Tausend Wale pro Jahr von einem grauenvollen Tod durch japanische Harpunen im Südlichen Ozean verschont blieben. Es würde außerdem bedeuten, dass das Walschutzgebiet des Südlichen Ozeans wirklich ein Schutzgebiet wäre und nicht nur ein Sanktuarium bloß dem Namen nach**.

Großbritannien hat angekündigt, diesen Kompromiss zum Walfang nahe japanischer Küsten, und nirgends sonst, unterstützen zu wollen, unter der britischen Sichtweise „auf Unentschieden zu spielen”, der besten Option, wenn ein Sieg nicht möglich ist.

Dieser Kompromiss würde der jährlichen Konfrontation in den Gewässern des Südlichen Ozeans ein Ende setzen.

Ich würde dadurch entlastet werden, nicht wieder hier herunter in diese Gewässer zurückkehren zu müssen um gegen die Japaner zu kämpfen. Dennoch werden wir Vorbereitungen treffen um zurückzukehren und wir werden bereit sein, zurückzukehren, wen Japan sich weigert, diesen Kompromiss zu akzeptieren. Wir müssen den Walfang im Walschutzgebiet des Südlichen Ozeans abschaffen. Wir können diesen Standpunkt nicht aufgeben.

Die Sea Shepherd Conservation Society hat gerade ihre vierte jährliche Kampagne im Südlichen Ozean abgeschlossen. Kampagnen in 2002/2003 und erneut in 2005/2006, 2006/2007 und 2007/2008 haben Sea Shepherd jedes Jahr stärker und entschlossener zurückkommen sehen.

Unser Ziel für das nächste Jahr ist, ein drittes Schiff zu beschaffen und uns vom Beginn bis zum Ende der Saison an die japanische Flotte zu heften. Dieses Jahr hat die japanische Walfangflotte nicht einmal die Hälfte ihrer Quote erreicht. Unsere Zielsetzung für nächstes Jahr wird 100% sein.

Können wir das schaffen? Ja, wenn wir die Unterstützung, zwei Schiffe, unseren Helikopter und zwei engagierte und mutige Mannschaften von Freiwilligen haben, werden wir in der Lage sein, die Walkiller zu stoppen, bevor sie wieder töten.

Und wenn die Japaner entscheiden, sich dort zurückzuziehen und den Kompromiss akzeptieren, die Gewässer des südlichen Ozeans in Frieden zu verlassen, dann werden wir unsere Vorbereitungen verlagern und uns darauf konzentrieren, die fortgesetzten illegalen Walfangoperationen vor der Küste von Norwegen aufs Korn zu nehmen.

Ich habe seit 1974 gegen Waljäger gekämpft und das macht mein gesamtes Erwachsenenleben aus. Es würde mich aus tiefstem Herzen freuen, den Walfang abgeschafft zu sehen, bevor ich sterbe, und wenn das bedeutet, den Rest meiner Tage damit zu verbringen, gegen Waljäger auf hoher See zu kämpfen, dann soll es so sein.

* Washingtoner Artenschutzabkommen; als Instrument verbindlichen internationalen Rechts gilt CITES für derzeit 170 Vertragsstaaten; Anm.d.Ü.
** „whale sanctuary” : Walschutzgebiet. Sanktuarium v. lat.: „sanctus”: geheiligt, unantastbar; Anm.d.Ü.

Übersetzung nach bestem Wissen und Gewissen.

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