Robbenabschlachten geht in die nächste Phase

Dieses Wochenende starten die neufundländischen Robbenjäger zur grössten Tötungsaktion des jährlichen Massakers. 2/3 der jährlichen Quote wird in dieser Jagd erlegt werden, während der Markt für Robbenprodukte zusammenbricht. Der Preis für Robbenfell ist in diesem Jahr auf $33 pro Stück gefallen, letztes Jahr brachte eine Robbenhaut noch $65.

Larry Yetman vom DFO sagt es würden 120 grössere Schiffe unter schwierigen Bedingungen an die Front fahren.

Front? Ist dort Krieg? Bei einer Massentötung eines Volkes spricht man nicht von Krieg sondern von ethnischer Vernichtung. Und nichts anderes passiert an der Ostküste Kanadas.

Die letzten Zahlen über die Bestände der Sattelrobben stammen aus dem Jahr 2004 und werden heute immer noch als Grundlage für die Fangquoten hergenommen. Damals gab es nach Angaben der kanadischen Fischereibehörde ca. 5.8 millionen Sattelrobben. Organisationen wie IFAW gaben an, ihre Schätzungen belaufen sich auf maximal 4 millionen Tiere. Im Jahr 2006 wurden 325.000 Sattelrobben von den kanadischen Robbenjägern erlegt. Im gleichen Jahr sind etwa 650.000 Jungtiere ertrunken oder starben durch Unterversorgung. Wenn man dann noch die durch natürlichen Feinde getöteten dazurechnet kann man davon ausgehen, dass alleine im Jahr 2006 ca. 1.2 – 1.6 millionen Sattelrobben ums Leben kamen. Im letzten Jahr wurde die Fangquote auf “nur” 270.000 Tiere gesenkt. Es kamen aber ca. 900.000 Jungrobben alleine durch zu dünnes und fehlendes Eis ums Leben. Somit kann man für 2007 die Schätzung auf fast 2 millionen Opfer erhöhen.

Wenn es wirklich 5.8 millionen Robben noch gab, und im Jahr 2007 über 90% der Jungtiere ums Leben kam, können die Zahlen heute nicht mehr zutreffen.

Hoffen wir, dass die EU so schnell wie möglich den Import von Robbenprodukten verbietet. Dann haben die Tiere noch eine Chance.

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