Ernstes Gespräch mit Kapitän Paul Watson

Original: http://www.seashepherd.org/editorials/editorial_080428_2.html 

Ernstes Gespräch mit Kapitän Paul Watson

Als Antwort auf die unzähligen täglichen Anfragen, die die Sea Shepherd Conservation Society erhält, haben wir uns entschieden Paul Watson zu bitten auf einige der schwersten Fragen zu Anworten. Die Fragen wurden von Peter Brown gefragt, einem Filmdirektor, der seit 1982 mit Sea Shepherd zusammengearbeitet hat.

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Interview mit Kapitän Paul Watson

Peter Brown: Die kanadische Regierung hat Ihr Schiff die Farley Mowat beschlagnahmt. Ist das eine schlechte Sache für Sea Shepherd?

Kapitän Paul Watson: Nein, es ist eine gute Sache. Die kanadische Regierung nahm unser Schiff in internationalen Gewässern mit einer bewaffneten Entermannschaft ein. Das war ein illegaler Akt von Piraterie und ich bin mir sicher, daß Alex Cornelissen und Peter Hammarstedt entlastet werden. Ich meine wenn man wirklich drüber nachdenkt, ist der ganze Fall grotesk. Unser Schiff wurde beschlagnahmt und zwei Männer wurden verhaftet, weil Bilder von Robben, die getötet wurden, gemacht wurden.

Wir werden diesen Rechtsstreit gewinnen und wenn wir das tun, muss die Regierung uns unser Schiff zurückgeben. Und sie müssen es uns in dem Zustand zurückgeben, in dem es war als sie es nahmen und wir werden sie verklagen wenn das nicht so sein sollte.

Peter Brown: So schätzen Sie die Robbenkampgane für dieses Jahr als Erfolg oder Fehlschlag ein?

Kapitän Paul Watson: Ich schätze sie als Erfolg über unseren Erwartungen ein. Wir haben Kanada`s Robbenschlachten in die internationale und speziell europäische Aufmerksamkeit gebracht und das wird einen ungemeinen Beitrag leisten um europäische Parlamentarier anzuspornen dieses Jahr für einen Gesetzesentwurf zu stimmen um Robbenprodukte zu verbannen.

Peter Brown: Sie haben sich nicht viele Freunde im atlantischen Kanada gemacht.Neufundlands Premierminister Danny Williams nannte Sie einen Terroristen und sagte, Sie seihen in seiner Provinz nicht willkommen. Loyola Hearn sagte, er sei Wyatt Earp und Sie sind in Dodge City nicht länger willkommen. Stört Sie das?

Kapitän Paul Watson: Es amüsiert mich. Ich weiss, dass Kanada viele Komiker wie zum Beispiel Buster Keaton, Jim Carey, John Candy, Dan Aykroyd hervorgebracht hat und Danny und Loyola sollten in die Liste aufgenommen werden. Wyatt Earp kündigt mir wirklich die Freundschaft – Ich liebe es.

Was sie nicht verstehen ist, daß es uns egal ist, was die Leute im atlantischen Kanada von uns halten. Wir wollen nicht ihre Aufmerksamkeit. Wir setzen uns ein um die Europäer zu informieren, weil die Europäer die Macht haben dieses Abschlachten zu beenden. Wir fanden vor Jahren herraus, dass die einzig wirksame Taktik ist, den Markt für die grausamen Produkte des Robbenhandels zu zerstören.

Danny Williams sollte mich entweder verhaften oder die Klappe halten. Mich einen Terrorist zu nennen mag niedlich sein, aber es hat in der Realität keine Grundlage. Ich habe nie jemanden verletzt, noch wurde ich eines Verbrechens verurteilt und gegen mich wird auch nicht wegen irgendwelcher Verbrechen ermittelt. Und wenn ich nach Neufundland gehen will,  gehe ich – Ich bin kanadischer Staatsbürger und Danny Williams hat kein Recht mir den Zugang zu einer Provinz zu verwehren, der Teil meines Landes ist. Er ist extrem arrogant, wenn er denkt er könne das machen.
           
Peter Brown: Es scheint Sie hatten eine gute Crew für die Robbenkampagne?

Kapitän Paul Watson: Das war eine der besten Crews die wir je auf einer Kampagne hatten. Sie hatte die richtige Mischung aus Mut, Geduld und Urteilungsgabe und es waren keine Jammerlappen dabei. Alle neunzehn der Farley Mowat Crew waren erste Wahl. Alex Cornelissen als Kapitän und Peter Hammarstedt als erster Offizier gingen mit grossem Können und Ruhe mit dem Schiff um. Keiner geriet in Panik oder überreagierte, als die Entermannschaft das Schiff angriff. Shannon Mann als Kommunikationsoffizier blieb auf ihrem Posten und informierte mich, bis ihr der Strom gekappt wurde. David Jonas machte einen hervoragenden Organisations-Job in Sydney. Willie Houtman als Chefingeneur machte einen unglaublichen Job. Sie alle waren unglaublich. Keiner von ihnen knickte bei der Befragung durch die Regierung ein. Es war eine grossartige Crew.

Peter Brown: Loyola Hearn sagte, Sie seien vom Schiff geflohen als es heiss her ging und liessen Alex zurück. Wie antworten Sie darauf?

Kapitän Paul Watson: Ich war niemals unter der Crew und das aus einem guten Grund. Ich wurde rechtlich von einem Gericht davon ausgeschlossen mich dem Robbenabschlachten zu nähern. Wäre ich auf dem Schiff gewesen hätte es der der Regierung das Recht gegeben unser Schiff zu betreten auch wenn es sich in internationalen Gewässern befindet um einen kanadischen Staatsbürger für den Verstoss gegen einen Gerichtbescheid zu verhaften. Ich wollte Loyola Hearn diese Möglichkeit nicht geben. Ich ging zum Schiff als es in St. Pierre et Miquelon lag aber ich verlies es bevor die Fischer das Schiff angriffen. Es war Kapitän Cornelissens Schiff und es war seine Crew und es ist eine Beleidigung zu sagen ich habe ihn im Stich gelassen. Es waren seine Aufgaben und er hat sie professionel mit grossem Mut und Überzeugung erledigt.

Peter Brown: Aber ist es nicht das erste Mal, dass Sea Shepherd in einer Konfrontation war ohne Sie als Kapitän?

Kapitän Paul Watson: Ja ist es. In allen Kampagnen seit wir vor über drei Jahrzehnten begannen, war ich kommandierend in jeder Konfrontation. Dies war das erste mal, dass ich es nicht war und ich bin stolz auf die Tatsache, dass Alex und Peter und die Crew alles so gut hinbekommen haben. Ich traue es beiden Männern zu jede weitere Kampagne zu führen, die Konfrontationen beinhaltet. Auch ich kann nicht ewig am Ruder bleiben.

Peter Brown: Loyola Hearn sagte, dass Sea Shepherd ein Haufen von geldsaugenden Manipulierern sei und dass Sie die Kampagne von Ihrem noblen Hotelzimmer in New York City leiten würden und bei Lobster und Steak dinieren. Wie ist ihre Antwort dazu?

Kapitän Paul Watson: Das ist der Mann der ebenso behauptet, das Robbenschlachten wäre human und der behauptet er hätte die Farley Mowat in kanadischen Gewässern geentert. Der Mann ist ein Lügner. Die Sea Shepherd Conservation Society ist keine wohlhabende Organisation. Wir haben mehr für die Robbenkampagne ausgegeben als eingenommen wurde. Sie kostet uns ca. $150.000 und wir haben nur $50.000 bisher gesammelt. Ich wünschte wir hätten die Millionen, wie Hearn behauptet. Unsere Bücher liegen offen, wenn er das überprüfen möchte.
         
Ich war in New York City um mich mit Animal Planet zu treffen und um den Film Sharkwater zu promoten. Aber als Vegetarier habe ich nicht mit Steak und Lobster diniert und ich schlief auf der Couch eines Freundes in Brooklyn.

Aber ich habe vor Jahren schon gelernt das Gerede der Politiker zu ignorieren. Die Wahrheit kommt irgendwann immer ans Licht.
           
Peter Brown: Die kanadische Regierung behauptet, dass die Farley Mowat ein unsicheres Schiff ist und nicht im Golf von St. Lawrence im Eis sein sollte und dass die Crew einem Risiko ausgesetzt wurde.

Kapitän Paul Watson: Die Farley Mowat ist ein Schiff der Eisklasse mit Stahlhülle und hat jahrelange Erfahrung in schweren Eisbedingungen in den Ostkanadischen Eisfeldern und in der Antarktis. Die Robbenjäger-Boote auf der anderen Seite sind fragile Holz- und Aluminiumboote wovon jedes Jahr viele entweder zerdrückt werden oder versinken während des Robbenschlachtens. Mir erscheint es so, dass Mr. Hearn sich mehr Sorgen um die Sicherheit der Robbebjägerboote machen sollte als um die Sicherheit unseres erfahrenen Schiffes.

Fakt ist, dass die Farley Mowat für die Niederländische Registrierung im April 2007 einen Sicherheitstest machen musste und es musste eine Sicherheitsinspektion im Oktober 2007 bestehen um durch den Panamakanal fahren zu dürfen. Es gab keine Sicherheitsmängel bei der Farley Mowat.

Peter Brown: Die Regierung und die Robbenjäger sagen, dass die Robbenschützer die Öffentlichkeit in die Irre führen indem sie sagen es würden Robbenbabys getötet werden und dass sie nur erwachsene Tiere töten würden. Ist das wahr?

Kapitän Paul Watson: Es ist die Regierung und die Robbenjäger, welche die Öffentlichkeit in die Irre führen. 90% der Robben, die getötet werden sind zwischen zwei bis sechs Wochen alt – in anderen Worten es sind Babyrobben. Kanada hat beschlossen Robben die über zwei Wochen alt sind, Robben die keine White Coats mehr sind als erwachsen zu bezeichnen, wenn sie in Wirklichkeit hilflos auf dem Eis sind und ihren Mördern nicht entkommen können. Die Bilder die wir zeigen sind Bilder von Robben wie sie jetzt getötet werden. Ihh gebe zu, dass es schwierig ist diese Bilder zu bekommen, da das Dokumentieren der Tötung der Robben in Kanada ein Verbrechen ist. Niemand sagt, dass die Robbenjäger Whitecoats töten, aber sie töten Robbenbabys.

Peter Brown: Kritiker sagen, Sie hätten wenig Mitgefühl für die Robbenjäger, die nur versuchen ihre Familien zu ernähren. Einer der Robbenjäger bat um Mitgefühl auf YouTube. Was ist darauf Ihre Antwort?

Kapitän Paul Watson: Ein Robbenjäger bittet um Mitgefühl. Das ist unbezahlbar. Niemand verhungert in Kanada. Das Robbenschlachten ist bereits ein glorifiziertes Wohltätigkeitsprogramm, das den Steuerzahler durch die Unterstützung mehr kostet als es einbringt. Meine Antwort dazu ist, bezahlt die Robbenjäger dafür keine Robben zu töten so wie wir auch Farmer bezahlen damit sie keinen Weizen in der Prärie anbauen. Wenn Kanada Farmer dafür bezahlen kann, in einer hungernden Welt, kein Getreide anzubauen, könnten sie auch sicherlich Robbenjäger dafür bezahlen keine Robben für die Modeindustrie zu töten. Wenn Kanada die Robbenjäger dafür bezahlen würde, keine Robben zu töten, könnten die kanadischen Steuerzahler Geld sparen und der Robbenjäger könnte seine Familie ernähren. Ich bezweifel aber sowieso, dass die mageren Einnahmen des Schlachtens überhaupt einen grossen Unterschied machen würden.

Peter Brown: Wie ist Ihre Meinung zum Minister für Fischerei Loyola Hearn?

Kapitän Paul Watson: Er ist nur ein weiterer strauchelnder stümperhafter Fischereiminister in einer langen Reihe von strauchelnder stümperhafter Fischereiminister die sich in einem Gebiet bewegen von denen sie nichts verstehen. Ich bekämpfte sie alle, von Romeo LeBlance bis Loyola Hearn. Die Meisten waren von Neufundland wie Brian Tobin und John Crosbie, und alle hatten den Vorsitz einer kleiner werdenen Fischerei, weil scheinbar keiner von ihnen die ökologischen Realitäten mit denen sie handelten begreifen konnte. Ihre Hauptsorge waren die Forderungen der Fischer und der Industrie und sie formten ein Team von Biostituierten* um eine Wissenschaft zu fabrizieren um die Politik zu rechtfertigen, die zur Zerstörung der Fischerei an beiden Küsten führte.

Loyola Hearn ist derzeit einer der stärkeren Ignoranten in einer langen Linie von Fisch-Zaren mit denen wir umgehen müssen. Aber einfach zu manipulieren und einfach zu provozieren.

Wir müssen begreifen, dass er ein Mitglied einer Regierung ist, die Minister hat, die wirklich glauben, dass die Dinosaurier ausstarben weil sie nicht auf Noahs Arche passten.

Loyola Hearn diente unserer Sache dieses Jahr, dank seinem gebrächlichen Fuss und Mund. Es wäre schön einen intelligenten Mann oder Frau die Fischerei verwalten zu sehen aber dadurch dass das fehlt, gibt es den einen oder anderen Lacher, wenn der hysterische Hearn immer wieder das gleiche Lied über die bösen Beschützer und heiligen Robbenprügler singt. Die Schlag-eine-Robbe-für-Jesus Anhänger sind dabei ihr blutiges und teures Anliegen in die Kloschüssel der lächerlichen Regierungsprogramme zu werfen, während der Rest der Welt den Kopf schüttelt und sich wundert, was das in Ottawa ist, welches einen gewöhnlichen Schullehrer wie Hearn in einen politischen rechtsgesinnten tobenden Irren verwandelt.

Übersetzung nach bestem Wissen und Gewissen.

*Eine Wortmischung aus Biologie und Prostituierte [Anm. d.Ü]

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