Stinkendes fischiges Geschäft in den Galapagos

Original: http://www.seashepherd.org/news/media_080508_1.html

Stinkendes fischiges Geschäft in den Galapagos

Die Dinge laufen zur Zeit nicht gut in den Galapagos. Kürzlich wurde Raquel Molina, eine der besten Direktoren des Nationalparks, die es jemals gab, entlassen. Scheinbar nahm sie ihren Job zu ernst, und versuchte etwas gegen das Wildern und andere illegale Aktivitäten in diesem Weltschutzgebiet zu unternehmen.

Jedes Jahr werden über 300.000 Haie illegal gewildert im Galapagos Insel National Park Meeresschutzgebiet. Seit 2000 arbeit die Sea Shepherd Conservation Society mit dem Galapagos Nationalpark und der Ecuadorianischen Umweltpolizei zusammen, um die Wilderei in dem Meeresreservat unter Kontrolle zu bringen. Es war eine frustrierende Aufgabe.

Die Aktivitäten der letzten Woche zeigten eines der Probleme, die nach wie vor bestehen. Am Montag, den 5. Mai liess der Leiter der Marine, Kommandant Ayala, ein Hai-Wilderer-Schiff frei, welches am 27. April festgenommen wurde. Dieses Boot wurde im Meeresreservat mit 140 oder 290 oder mehr Haifischflossen an Bord erwischt.

Die Marine sagt, das Schiff wurde freigelassen, weil der Fisch begann zu stinken. Hier scheint aber ein stärkerer Gestank in den bezaubernden Inseln zu liegen, als der, der von den Fischen stammt.

Während der letzten acht Jahre, die Sea Shepherd mit dem Nationalpark zusammengearbeitet hat, haben wir immer wieder gesehen, wie die engagierte Arbeit der Ranger und der Umweltpoilzei durch Aktionen der Marine behindert wurde. In den Galapagos hat die Marine die komplette Kontrolle über alle Bewegungen aller Schiffe und die Rangers können nicht ohne Erlaubnis der Marine patrollieren. Die Ranger müssen die Marine informieren, wo sie patrollieren wollen.

Die ehemalige Nationalpark Direktorin Raquel Molina wurde körperlich von Marinematrosen angegriffen, als sie gegen den illegalen Ökotourismus, der von der Marine betrieben wird, vorgegangen war. “Zufälliger Weise” wussten die Wilderer immer, wo die Ranger patrollieren.

Jedes Mal, wenn ein Sea Shepherd Schiff das Meeresreservat betrat oder wieder verliess trafen wir immer auf Wilderer. Und jedes Mal, wenn wir Langleinen konfiziert haben und Haie befreiten, schien die Marine wenig begeistert zu sein.

Während der Jahre, die Sea Shepherd mit den Park-Rangern und der Polizei gearbeitet hat, haben wir zahlreiche Haifischflossenabschneider und Seegurken Wilderer hochgenommen. Letztes Jahr hat nur Sea Shepherd über 45.000 Haifischflossen und über 100.000 Seegurken konfisziert und die Schlüsselpersonen der Haiflossen-Mafia blossgestellt. Die Zahl der erfolgreichen Verurteilungen, die die Ecuadorianische Marine vorweisen kann sind, Null.

Auf der Insel Isabela hat der Bürgermeister von Vilimil Mangrovensümpfe zerstört, um ein Landedock für “Ökotouristen” zu schaffen und grub den Strand um, um Zement zu machen. Er zerstörte ein Brutgebiet der Meerechsen, als er einen Bulldozer benutzte, um den Strand für eine Jahrmarkts-Party zu begradigen. Er wurde angeklagt aber der Fall verlief im Sand und dieser Mann fährt fort, das Ökosystem im Namen des Ökotourismus zu schädigen.
Die Kombination von Überbevölkerung durch Einwohner und Touristen, die Einführung von Hunden und Katzen und anderen Exoten, Verschmutzung und die überhandnehmende Korruption bedroht das Überleben dieses absolut einzigartigen Ökosystems.

Die Sea Shepherd Conservation Society glaubt, dass, wenn die Welt die Galapagos nicht retten kann, ist nur noch wenig Hoffnung für alle anderen Ökosysteme dieses Planeten.

Die Galapagos müssen unsere Spuren im Sand sein. Wir müssen die Korruption bekämpfen, die Vorteil aus der ständigen Zerstörung dieser unglaublichen Inseln zieht.

Die Fakten zum Wilderer Schiffes Nano:

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Das Equadorianische Fischereischiff Nano vom Hafen Manta wurde am Sonntag den 27. April mit 7 kleinen Booten im Wasser aufgegriffen. Das Schiff wurde erstmals dicht an der Küste der Insel Isabela bei 92° 23′ West und 00° 32′ Süd gesichtet. Einige der Haupt-Tender des Schiffes waren deutlich innerhalb der Park-Grenzen. Das Schiff hatte Langleinen im Wasser ausgelegt.

An Bord fand die Marine zahlreiche Haie. Es geibt 3 Berichte, von der Marine, dem National Park und der Umweltpolizei  und alle haben unterschiedliche Zahlen. Sie melden 140 Haie, dann 180 Haie, dann 290 Haie. Die Gattung wurde als Blauhaie, Fuchshaie und andere nicht identfizierbare Arten identifiziert. Es waren Haifischflossen an Bord aber die Zahlen sind nicht bekannt.Es waren 24 Crewmitglieder an Bord der kleinen Boote.

Das Schiff wurde am 5. Mai aus der Beschlagnahmung freigelassen. Der Grund für die Freilassung war, dass der Fisch auf dem Schiff anfing zu riechen. Die Person, die die Freigabe veranlasste war Kommandant Ayala, der Chef der Marine in Galapagos. Er befahl dem Schiff nach Manta unter eigenem Kommando zurückzukehren.

Während der Zeit als die Nano festgehalten wurde, war es den Nationalpark Rangers und der Umweltpolizei nicht erlaubt das Schiff für eine Inspektion der Haie zu betreten. Erst als die Marine merkte, dass der Fall öffentlich wurde, wurde anderen Institutionen erlaubt eigene Nachforschungen zu machen.

Das Schiff hatte keine Zarpe (Zollfreigabe) und hatte dehalb kein legales Recht in den Gewässern Galapagos Nationalparks zu sein. Ihre Fischereierlaubnis lief am 31. März ab, somit hätten sie den Hafen von Manta nichtmal verlassen dürfen.

Manta ist der Haupt Fischereihafen von Ecuador und die Gerichte in Manta verhängen regelmässig Strafen gegen Schiffe die illegal fischen.

So haben wir hier einen Langleiner der auf frischer Tat mit Langleinen inmitten eines geschützten Gebietes innerhalb eines Nationalparkes und einem Weltschutzgebiet mit hunderderten von toten Haien und Haifischflossen ohne Lizens und ohne Zollfreigabe erwischt worden ist und die Marine lässt ihn wieder laufen.

Die Situation wird immer ernster. 

Was wir hier haben, ist der beste Direktor des Nationalparks, den wir je hatten – die respektierte und engagierte Raquel Molina welche nicht bestechlich und hoch effizient war – wegen ungekannten Gründen gefeuert wurde.

Was wir hier haben ist ein Politiker, der Bürgermeister von Vilamil, der Mangrovensümpfe und Brutstätten von Meerechsen für die Entwicklung von Ökotourismus zerstört. Er wurde angeklagt und nichts weiter passierte und er ist zurück um das lokal Ökosystem zu zerstören um mehr Platz für Ökotouristen zu machen. Währenddessen wurde ein Mann, der Video-Beweise sammelte und die an die Behörden weitergab aus seinem kleinen Geschäft von der marine vertrieben.

Was wir hier haben sind Fischer, die Hunde und Katzen, in Verletzung der spieziellen Gesetze der Galapagos, einführen. Hund und Katzen sind auf den Galapagos verboten und obwohl die Tiere Sterilisiert und Kastriert werden kommen immer mehr und sie töten Vögel, Land- und Meerechsen und Robben. Die Fischer machen was sie wollen.

Die Regierung von Ecuador leidet an einem schweren Fall von homopechephobia – einer politischen Angst vor Fischern.

Illegale Einwohner der Galapagos kommen immer mehr ins Land und nur wenige werden abgewiesen. Immer mehr Ökotouristen bedeutet mehr Autos, mehr Hotels, mehr Restaurants, mehr Farmen, mehr Importe und mehr Verluste an Land an die indigene Spezies. Neue exotische Insekten kommen mit dem Import von Lebensmitteln vom Festland herrein. Es gibt mehr Ölverschmutzungen und immer mehr Fisch wird von den einheimischen Fischern gefangen um die Touristen zu ernähren.

Und natürlich haben wir noch den Hauptgrund für das Schwinden von Spezies und Land in den Galapagos und das ist die unglaubliche Korruption der Ecuadorianischen Marine und ihrer Unfähigkeit die Wilderer zu kontrollieren und das Galapagos Meeresreservat zu schützen.

Diese Inseln sind verdammt solange die Regierung von Ecuador die Marine nicht als Machthaber absetzt und die Verwaltung an die Ecuadorianische Umweltpolizei und die Nationalpark-Ranger übergibt.

Die Ranger sollten bewaffnet werden und sollten die Autorität haben die Gesetze der Galapagos durchzusetzen. Alle Hunde und Katzen und andere Exoten sollten von den Inseln entfernt werden, eine Touristenquote sollte eingeführt werden und die Fischerei sollten streng reglementiert werden. Alle Illegalen sollten ausgewiesen werden und alle Importe streng nach Exoten untersucht werden und alle Exporte streng nach Seegurken und Haifischflossen untersucht werden.

Wenn wir die Galapagos verlieren, werden wir diesen Planeten verlieren.

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Photos der Nemo

Alle Photos © Diego Aazco, Gamavision film

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Das Hauptschiff mit den 7 Tendern

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Im Laderaum der Nano ein Hai

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Illegal gefangener Marlin an Deck der Nano

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Eines der 7 kleinen Booten der Nano

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Zwei Tender der Nano

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Toter Thunfisch und Langleinen-Auftriebkörper an Deck eines Tenders

Übersetzung nach bestem Wissen und Gewissen.

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Eine Antwort auf Stinkendes fischiges Geschäft in den Galapagos

  1. Michael Mittelstädt sagt:

    Mehr Informationen zu den langjährigen Aktivitäten der Sea Shepherd Conservation Society zum Schutz der Umwelt im Bereich der Galapagos-Inseln findet man unter http://www.seashepherd.org/galapagos/
    Die Sea Shepherd Conservation Society hat übrigens ein meiner Kenntnis nach weltweit einmaliges Abkommen mit Umweltpolizei von Ecuador und arbeitet mit dieser eng zum Schutz des Nationalparks zusammen
    (http://www.seashepherd.org/news/media_070712_2.html)
    Ich finde es schon bemerkenswert, dass eine Organisation, die von den Japanern als Öko-Terroristen bezeichnet wird, ein offizielles Kooperationsabkommen mit der Umweltpolizei eines Staates hat. Ich halte das Vorgehen von Paul Watson gegen die japanischen Waljäger nicht immer für richtig, aber beim Schutz der Natur und Meeresumwelt im Bereich der Galapagos-Inseln finde ich das Vorgehen und das Engagement der Sea Shepherd Conservation Society beispielhaft und unterstützenswert.

    Stellt sich die Frage, was man gegen gegen die dortige Situation machen kann. Ein paar Hinweise findet man unter
    http://www.seashepherd.org/galapagos/galapagos_what_you_can_do.html

    Hier zusätzlich die Anschrift der Botschaft Ecuadors in Deutschland:
    Botschaft Ecuador, Joachimstaler Str. 10-12, 10719 Berlin
    und die Email-Adresse:
    alemania@embassy-ecuador.org
    Quelle: http://www.konsulate.de/info/info_ecuadorische_botschaft_berlin_deutschland.php#adressdaten)

    Michael Mittelstädt