Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/editorial-081114-1.html

Friday, November 14, 2008
Der Kampf gegen einen ökonomischen Goliath in den südlichen Meeren
“Sail forth – steer for the deep waters only, Reckless O soul, exploring, I with thee and thou with me, for we are bound where mariners have not yet dared to go and we will risk the ship ourselves and all.”
- Walt Whitman
Kommentar von Kapitän Paul Watson
Der Kampf um das Ende des illegalen japanischen Walfangs wird nicht gewonnen werden, indem man die Herzen und den Verstand der japanischen Bevölkerung erobert, und er wird auch nicht gewonnen auf den langweiligen und zunehmend irrelevanten, regelmässig stattfindenden gemeinsamen Selbstbefriedigungsveranstaltungen, die das IWC (International Whaling Commission) alle Jahre wieder an unterschiedlichen exotischen Orten der Welt abhält.
Er wird gewonnen in den fernen und unwirtlichen Ozeanen vor der Küste der Antarktis von einer Crew standhafter Walfang Gegner, die entschlossen sind, angesichts der Drohungen und Machenschaften der Walfänger niemals zurückzuweichen.Wir werden mit den Walfängern in der einzigen Sprache kommunizieren, die sie wirklich verstehen, der einen universellen Sprache, die jeder Vergewaltiger der Meere, jeder Plünderer dieses Planeten versteht: Der Sprache der Ökonomie.
Alles dreht sich um Profite und Verluste, deshalb ist es unsere Absicht, die Walfangindustrie in den roten Zahlen zu halten. Unser Ziel ist es, die japanische Walfangflotte wirtschaftlich auf Grund laufen zu lassen.
Wir können diese Schlacht gewinnen und wir sind in der Lage, diese walmordenden Piraten aus den südlichen Meeren zu vertreiben, indem wir ihnen auf den Fersen bleiben und unermüdlich störend in ihre Aktionen eingreifen.
Jeder Wal, den wir davor bewahren umgebracht zu werden, ist für die Walfänger ein negativer Eintrag in ihre Bilanz. Jede Meile, die sie vor uns flüchten ist eine ungeheure Vergeudung von Treibstoff und somit ein weiterer Verlusteintrag in ihren Büchern.
Manche meinen, dass Aufklärung und Erziehung der japanischen Öffentlichkeit die einzig richtige Antwort ist.Da sind wir anderer Ansicht.
Eine gesamte Gesellschaft aufzuklären, kann Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern, und es gibt bis jetzt keine Anzeichen dafür,dass die Japaner in irgendeiner Weise auf dem Weg dahin wären, Verständnis und Sympathie für die Bestrebungen zu zeigen, dem Walfang ein Ende zu setzen.
Die Wale sterben jetzt! Unsere Auftraggeber sind die Wale, die nicht darauf warten können, dass Medien Propaganda Kampagnen irgendwann in der Zukunft Wirkung zeigen oder auch nicht. Die japanische Öffentlichkeit hat bereits drei solide Jahrzehnte der Bemühungen und Appelle hinter sich, die Anti-Walfang-Organisationen an sie gerichtet haben, ohne dass mögliche Hinweise auf Bereitschaft oder gar Wünsche der Japaner erkennbar wären, das Töten der Wale einzustellen.
Und ausserdem ist es gar nicht die japanische Bevölkerung, die über dieses Thema entscheidet. Die Walfang Industrie ist ein Unternehmen, das von den Yakusa kontrolliert wird. (Mafia-ähnliche Clans in Japan). Die grosse Herausforderung ist es, diese “5 Familien” dazu zu bewegen mit dem Walfang Schluss zu machen, doch so lange Profit daraus geschlagen werden kann, Wale zu töten, werden diese ” Familien” sich gewiss nicht darin üben, irgendein Mitgefühl für die Wale an den Tag zu legen.
Diese wundersamen intelligenten, sozial komplexen Wesen, diese erstaunlichen armlosen (und wehrlosen) Buddhas, diese grossartigen, herrlichen Wale sind für die Yakusas weiter nichts als unherschwimmender Rohstoff.
Unser Job ist es, die Kosten, die sie aufbringen müssen, um dieses Rohstoffes habhaft zu werden, in die Höhe zu treiben und gleichzeitig ihre Profite zu schwächen. In dieser Hinsicht hat Sea Shepherd grosse Effektivität bewiesen.
Die Regierungen dieser Welt sollten sich mit diesem Thema befassen. Tatsache ist, dass die japanischen Walfänger, in offensichtlicher Verletzung des Globalen Walfang Moratoriums, in einem anerkannten Walschutzgebiet Jagd auf eine vom Aussterben bedrohte Spezies machen. Sie verletzen die Convention on the International Trade in Endangered Species of Flora and Faune (CITES), sie verletzen das Arctic Treaty und sie missachten einen Gerichtsbeschluss des Australian Federal Court, der ihnen verbietet, Wale auf australischem Antarktis Territorium zu töten.
Es sind Gesetze vorhanden um sie zu stoppen. Allein die Vereinigten Staaten könnten dem Walfang ein Ende setzen, indem sie sich auf das Pelly Amendment zum Packwood Magnuson Amendment berufen.
Das Packwood Magnuson Amendment wurde 1979 erlassen.Es wurde verabschiedet um das Pelly Amendment zu stärken und beide Amendments besagen, dass jede Nation, die die Effektivität des IWC untergräbt, mit Sanktionen ihrer Fischerei Importe in die USA zu rechnen hat.
Das Amendment besagt auch, dass es keinen Ermessensspielraum bei der Anwendung der Sanktionen gibt.
Das erste Mal, dass ein Präsident das Pelly Amendment hätte anwenden können war 1975, als Gerald Ford es stattdessen ablehnte Sanktionen gegen den illegalen japanischen und sowjetischen Walfang zu verhängen, mit der Begründung,dass er sich sicher sei, dass sich Japan und die Sowjetunion in Zukunft an die Beschlüsse des IWC halten würden und dass Sanktionen sich ungünstig auf die wirtschaftliche Situation innerhalb der Vereinigten Staaten auswirken würden.
Seiddem hat jeder Präsident die Anwendung dieses Gesetzes ausser Acht gelassen und darauf verzichtet im Namen des Gesetzes Sanktionen zu verhängen. Mit anderen Worten, die Handelsbilanz scheint allzeit über die Anwendung eines Gesetzes zu triumphieren. Nach 1986 setzte Norwegen den kommerziellen Walfang fort und Japan, das den Weg der Augenwischerei wählte, schlachtete weiterhin Wale ab, unter dem Deckmantel der wissenschaftlichen Forschung.
1987 forderte das IWC Japan,Island und Korea auf, den Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken einzustellen, falls sie sich nicht einverstanden erklärren auf die Anliegen des IWC einzugehen. Sie haben sich zu keiner Zeit bereit erklärt, auf die Anliegen des IWC einzugehen.
Von Seiten des IWC widerum sind niemals Sanktionen erhoben worden gegen das Wale morden in den Walschutzzonen des Südpolarmeeres.
Die Vereinigten Staaten vertraten den Standpunkt,dass das Packwook Magnuson und das Pelly Amendment angewandt werden könnten, und so konnte Korea schliesslich dazu bewegt werden keine Wale mehr umzubringen, sowie Island dazu, seine Fangquote zu reduzieren.
Japan weigerte sich zu kooperieren und verstärkte sogar seinen sog. “Walfang zu Forschungszwecken” in der Antarktis. Im Jahre 1988 erklärten die Vereingten Staaten Japans Walfang Aktivitäten für unrechtmässig und beabsichtigten Sanktionen zu verhängen. Doch Präsident Reagan legte ein Veto ein. Um Umweltschützer zu besänftigen behauptete Reagan, dass Sanktionen gegen Japan zu einem späteren Zeitpunkt in Kraft treten würden, falls sie an ihren Plänen, weiterhin Wale in der Antarktis zu jagen, festhielten. Doch das ist nie geschehen. Vize Präsident Al Gore argumentierte für den diplomatischen Weg als Alternative, und natürlich schlug auch die Diplomatie völlig fehl. Jahr für Jahr hat der japanische Handel die Sanktionen ausser Kraft gesetzt.
Derselbe wirtschaftliche Hebel wurde angesetzt im Falle von Australien, Neuseeland und anderen Nationen, die versuchten Druck auf Japan und sein Walfangprogramm auszuüben.
Die neue australische Regierung, die zum Teil auf Grund des Versprechens härter gegen den japanischen Walfang vorzugehen, gewählt wurde, hat sich aus ihrem Versprechen heraus gestolen und sehr wenig getan, ausser sich in politschen Posen zu üben.
Australiens Umwelt Minister Peter Garrett war so bereit, als Gewinner zu erscheinen, dass er auf einen Bericht in der japanischen Zeitschrift Asahi Shimbun hereinfiel, welcher behauptete, Japan hätte seine Fangquote um 100 Wale reduziert. Nachdem er das Australische Parlament von seinem “Sieg” informiert hatte, erklärte das Japanische Institut für Walforschung, dass so etwas nie angekündigt worden sei.
Die japanische Walfangflotte hält das Datum und den Ort ihres Auslaufens geheim, aber sie wird sehr bald nach Süden aufbrechen, und Sea Shepherd wird ihr wie immer auf den Fersen bleiben. Wir erwarten, dass die Walfänger dieses Jahr aussergewöhnlich agressiv sein werden. Schliesslich ist das Motto der Yakusa : “Politik ist ein Geschäft, und Geschäfte machen bedeutet Krieg”. Es ist zu erwarten, dass die Japaner von einem Kanonenboot begleitet werden, um ihre Flotte zu schützen . Der Ankündigung dieser neuen Taktik folgt rasch eine Erklärung von Greenpeace zum ersten Mal seid Jahren kein Schiff mehr ins Südpolarmeer zu schicken. Zweifelsohne wird die Sea Shepherd Conservation Society sich niemals von solchen Drohungen, sei es von Seiten der Walfänger oder der japanischen Regierung zurückschrecken lassen. Wenn wir sagen, dass wir mit unserem Leben für den Schutz der Wale einstehen, ist das für uns kein leerer Spruch.
Miyamoto Musashi hat einst geschrieben, der Weg des Kriegers bedeutet “die entschlossene Akzeptanz des Todes” . Jede Sache, die wert ist, dass man um sie kämpft, ist etwas für dass es sich lohnt zu sterben. Wichtig ist nur, dass der eigene Tod kein sinnloses Opfer darstellt.
Unsere Ozeane sterben. Die grossen Wale werden abgeschlachtet. Wenn das kein Grund ist um sein Leben und seine Unversehrtheit zu riskieren, dann weiss ich nicht für was sonst. Aber ich weiss, dass wenn wir diesmal hinaus fahren werden, wir alles in unserer Macht stehende tun müssen, um das Morden an den Walen zu verhindern.
Die japanischen Walfänger haben das Geld, die politsche Absicherung und die gewalttätige Rückendeckung der mächtigen und tödlichen Yakusa.
Sie werden bewaffnete “Coast Guards” an Bord haben. Sie werden von einem Kanonenboot begleitet und ihnen werden scharfe Waffen zu Verfügung stehen.
Sie werden von Nationalstolz und Profitgier motiviert sein, und sie beabsichtigen, das Südpolarmeer mit dem heissen, dampfenden Blut schutzloser Wale zu färben und sie werden keine Skrupel haben, menschliches Blut mit dem der Wale zu mischen.
Wir machen uns keine Illusionen.Wir wissen,dass sie zu extremer Gewalt fähig sind.Wir wissen,dass ihnen Profit wichtiger ist, als ein Leben.
Aber wir werden auf sie treffen, in den allerabgelegensten und unwirtlichsten Gewässern auf unserem Planeten, wir werden ihnen von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen, Bug an Bug, Breitseite an Breitseite, wir werden unsere Körper als Schilde benutzen und wir werden auf jede nichtgewalttätige doch agressive legale Weise, die uns zur Verfügung steht intervenieren. Wir werden bewaffnet sein mit den mächtigsten Waffen auf diesem Planeten – der Kamera und unserer kreativen Vorstellungskraft.
Das Wort Samurai bedeutet Diener. Wir verstehen uns als Diener der Wale und wir beabsichtigen, den japanischen Walfängern zu beweisen, dass wir es damit sehr ernst meinen.
Vor vielen Jahren, im März 1973 stand ich auf einem verschneiten Hügel bei Wounded Knee, South Dakota. Es war nacht, doch das Licht des Vollmondes erleuchtete den Schnee, und obwohl der Himmel dunkel war, wurde er zerrissen von den grellen Schweifen der Leuchtspurgeschosse, die das 82nd Airborne (Luftlandedivision) abfeuerte, um die Mitglieder des American Indian Movements einzuschüchtern. Ich nahm als Sanitäter an diesem Konflikt teil, und während ich dort stand, pfiff ein Geschoss direkt an meinem Ohr vorbei und wirbelte den Schnee hinter mir auf.
Damals war ich ein sehr junger Mann und ich habe grosse Stärke aus diesem Nah-Tod Erlebnis gewonnen. Ich habe mich weder geduckt noch bin ich gerannt oder habe irgendwelchen Schutz gesucht. Ich war erfüllt von der Freude lebendig zu sein, und meine Gedanken gingen zu Crazy Horse von den Oglala, zu Sitting Bull der Hunkpapa und zu den Dog-Soldiers der Lakota, und zwei Worte kamen mir in den Sinn, zwei Worte, die ich hinausschrie in die Nacht:”Hoka hey!” Der Kriegsruf der Lakota :”Es ist ein guter Tag zum Sterben!”
Und ich dachte an dieses wunderbare Gedicht von Thomas MacCauley: “Horatius at the Bridge” : Then out spoke brave Horatius….. Da sprach der mutige Horatius, zu jedem Mann auf dieser Erde kommt der Tod früher oder später und wie kann man besser sterben, als der Gefahr ins Auge blickend?
Wahrhaftig, wie sonst? Nennt mich einen Narren oder hoffnungslosen Romantiker, aber ich fühle und denke, dass es Dinge gibt, für die es sich lohnt zu sterben. Die Wale und das Leben in den Meeren zu verteidigen,ist die Sache für die ich mein Leben einsetze.
Und ich habe bisher ein sehr befriedigendes Leben gelebt, in diesem anscheinend endlosen Kampf gegen die menschliche Gier, um die Wehrlosen zu verteidigen gegen die Skrupellosen. Ich habe viele Konfrontationen erlebt, mich aber immer gesegnet gefühlt, in dem Wissen, dass unser Intervenieren jedesmal Leben gerettet hat. Die Gewissheit, dass tausende Wale, Delphine, Seerobben, Meeresschildkröten, Haie und andere Fische frei in den Meeren schwimmen können, ist für mich mehr als jeder Schatz mehr als jeder Traum.
Mein Lohn für all die gelieferten Schlachten, für all die gereisten Seemeilen, ist eine tiefe Genugtuung und ein tiefer innerer Frieden.
Nun, da wir wieder in den Vorbereitungen begriffen sind, ins Südpolarmeer auszulaufen, um ein weiteres Mal mit einer stolzen und grausamen Gang skrupelloser, krimineller Wal-Mörder aufeinander zu treffen, haben diese zwei Worte für mich eine besonders profunde und tiefgehende Bedeutung:
Hoka hey!
Sea Shepherd
