Ein Bericht über Madagaskar

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-081207-1.html

Sunday, December 07, 2008
Ein Bericht über Madagaskar

So niedlich wie die Dinge im Kinderfilm “Madagaskar 2″ auch aussehen, die Realität ist weit davon entfernt schön zu sein.

Übervölkerung durch den Menschen und die Ausbeutung von Bodenschätzen verwandeln dieses einstmals üppige, subtropische Paradies in eine Einöde.

Und so schlecht die Dinge an Land aussehen, der Zustand des umgebenden Meeres ist viel fataler.

Entlang allen Küsten Madagaskars lässt sich ein dramatischer Rückgang an Meeresbewohnern festestellen.
Die Verschlechterung begann im Jahre 2000 und eskaliert mittlerweile dramatisch. Dank der übertrieben grossen Nachfrage aus China sind die Seegurken verschwunden und der Tintenfischenpopulation wurde schwer zugesetzt, viele Fischarten sind einfach verschwunden

Und das Fischen geht weiter und weiter, bis nichts mehr übrig ist, weil der Mensch nicht in der Lage
ist selbst im Angesicht des drohenden plötzlichen totalen Zusammenbruchs mit dem Raubbau aufzuhören.

Roger Samba, Dorfbewohner aus Andavadoaka in der Provinz Tiara, erklärte vor kurzem den Medien: “Es ist sehr schwer genügend Fische für den Verkauf zu fangen. Die Fischer müssen weit raus fahren und fischen von frühmorgens bis spätabends, um keine zehn oder 20 Kilo Fisch zu fangen – sondern nur fünf Kilogramm.”

Die Haipopulationen werden davon besonders getroffen, da die Eingeborenen jeden Hai den sie finden
abschlachten, um die gewinnbringenden Flossen zu verkaufen.

Die Korallenriffe vor Madagaskars südwestlicher Küste zählen mit 500Km Länge zu den Grössten der Erde. Mit jedem Monat veröden diese Riffe mehr, bis sie in Kürze sterben werden.

Die Fischer sagen, sie seien so arm, dass sie nicht mit dem Fischen aufhören können. Wenn sie aber so weitermachen müssen sie zwangsweise aufhören und die ökologischen und gesellschaftlichen Folgen werden ungeheuerlich und vernichtend sein.

Die Nachfrage nach Haiflossen in China, wo sie als Delikatesse gelten und Seegurken, von denen geglaubt wird sie seien ein Aphrodisiakum, wurde zu einer Haupteinkommensquelle auf Madagaskar, das jedes Jahr 20 Tonnen Haiflossen nach China liefert.
Auf den einheimischen Märkten bringt ein Kilo Haiflosse ungefähr 140.000 Ariary (56 USD) und in China bis zu 1.000 USD.

Alibaba Seafoods, das Unternehmen welches Yahoo gehört ist eine der führenden Firmen die verantwortlich für das Ausrotten der Haipopulationen ist.

“Es ist schon eine merkwürdige Welt in der ein Internetunternehmen, wie Yahoo, für die Ausrottung der Haie verantwortlich ist.” sagte Captain Paul Watson.

Madagaskar hat nur begrenzten Einfluss.

“Unsere Gesetze beinhalten keine Regelung des Abbaus maritimer Ressourcen.” sagt Man Wai Rabenevanana, Direktor des Institutes für Meeresforschung in Toliara.
“Der Staat investiert viel zu wenig in eine nachhaltige Nutzung der Meere, die es erlauben würde die maritimen Ressourcen effektiv zu nutzen”

Madagaskar hat noch einen langen Weg vor sich um seine Meere zu schützen.
“Es ist sehr schwierig die Fischer davon abzuhalten Haie zu fangen und Seegurken zu sammeln.” sagt Rabenevanana.
“Diese Fischer sind arm und der Reiz Seegurken zu sammeln und Haie zu jagen ist enorm.
Wenn wir wirklich unsere Meere schützen wollen müssen wir uns an den Markt wenden. Es muss mehr getan werden, um die Chinesen davon abzubringen Haifischflossensuppe zu essen, möglicherweise gibt es eine Alternative dazu.”

Die Dezimierung der Haie könnte die gesamte marine Nahrungskette zusammenbrechen lassen.
Studien in der Karibik haben gezeigt, dass sich durch den Rückgang der Haie andere Raubfische stark vermehren und so zu viele wichtige Fische, wie etwa Arten die Algen auf Korallen abweiden, fressen.
Das wird letztendlich das gesamte Ökosystem der Riffe gefährden.

“Das Verschwinden der Haie wird eine verheerende Wirkung auf Lebensräume im Meer und die Menschen, die davon abhängig sind haben.” Frances Humber, ein Meeresbiologe der britischen Naturschutzorganisation Blue Ventures, der die Haipopulation im südlichen und westlichen Madagaskar studiert, meldete IRIN.

“Ein Zusammenbruch der Haiflossenindustrie würde die ökonomische Stabilität in dieser Region gefährden und tausenden von Fischern die Lebensgrundlage nehmen.”

Clarisse, eine Seegurken- und Tintenfischsammlerin aus Belaenoke erzählt: “Das Leben wird hier immer schwieriger weil es, ausgenommen von der Fischerei, keine Möglichkeit gibt Geld zu verdienen. Einzig das Meer gibt uns unser Geld, aber die Fische werden immer weniger und das besorgt mich.”

So wie es aussieht sind die Sorgen aber nicht so gross um etwas dagegen zu unternehmen.

Quelle : IRIN

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