Erneuter Mord in Australien.

Wieder sind 50 Wale an der Tasmanischen Küste gestrandet. 45 der Pottwale sind bereits gestorben, um die Leben der verbliebenen fünf Tiere wird noch gekämpft. Damit sind 250 Wale innerhalb von nur 2 Monaten an der Australischen Küste gestrandet. Forscher machen dafür Sonar-Tests des Militärs verantwortlich.

Wann wird das Militär endlich diese sinnlosen Tests einstellen? Die Wale sterben langsam und qualvoll nach einem Sonartest in ihrer nähe.

Ein lesenswerter Artikel über Lärmverschmutzung in den Ozeanen findet sich bei der Morgenpost.

Wal-Tragödie vor Tasmanien
Wal-Tragödie vor Tasmanien

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7 Antworten auf Erneuter Mord in Australien.

  1. Norbert sagt:

    Hab mal gehört, dass in Australien Forscher herausgefunden haben, dass dort bestimmte Winde für das Stranden verantwortlich sind.
    Es sind wohl West- und Südwinde, die den Walen die Orientierung rauben und viel Kraft kostenm. Zudem verursacht der Wind einen Wasserstrom Richtung Küste. Diese Strömung enthält besonders viele leckere kleine Meerestiere. So folgen die erschöpften Wale ihrem Futter bis zur Küste und bleiben im seichten gewässer “hängen”.

    Es gibt also durchaus natürliche Gründe, ohne die Auswirkungen von Sonar-Tests zu bestreiten

  2. Michael Mittelstädt sagt:

    @Norbert,
    genau das wird momentan als Ursache angenommen:

    http://www.upi.com/Top_News/2009/01/23/Wind_lured_sperm_whales_to_death_trap/UPI-66401232745858/

    In anderen Quellen findet man, dass lokale Fachleute die seichten Gewässer als für die Wale sehr schwierig bezeichnen:
    http://www.news.com.au/heraldsun/story/0,21985,24951718-662,00.html

    Ich habe Thomas schon an anderer Stelle gefragt, woher die Information über die Sonarursache stammt.

    Scheinbar hat Paul Watson auch etwas an der Durchführung der Rettungsaktion zu kritisieren:
    http://www.canberratimes.com.au/news/local/news/general/last-stranded-whale-dies-rescue-under-fire/1416096.aspx

  3. ThomasBuiter sagt:

    Hallo Michael,

    ich bekam diese Information per email aus Neuseeland und bisher hat er mich mit recht zuverlässigen Informationen versorgt.

    Das Militär wird niemals öffentlich erzählen wann und wo sie ihre Manöver machen und schon erst recht nicht, wenn sie mit dem Tod von hunderten von Tieren in Verbindung gebracht werden.

    Pottwale ernähren sich grösstenteil von Kalmaren und grösseren Fischen und diese sind meiner Meinung nach seltener in seichten Gewässern zu finden. Ich habe mir die topographischen Karten der Region mal eine weile angeschaut und keinen Grund finden können, warum die Wale dort ohne äusseren Einfluss gestrandet sein könnten. Veielleicht lieg da falsch, mag sein, aber ich halte bishher noch an meiner Aussage fest.

  4. icaneatcauliflower sagt:

    @Norbert:
    Na, klasse. Dann sind wir ja alle wieder beruhigt. Und können uns gemütlich wieder zurücklehnen und gar nichts tun.

    Lieber Mitstreiter – ich habe größtes Verständnis für die sehr menschliche Reaktion auf Horrormeldungen, die die Umwelt betreffen. Ähnliches geschieht ja auch hinsichtlich der Klimakatastrophe, der Hungersnöte in der 3. Welt, der Vernichtung der Regenwälder etc. Es ist manchmal so schrecklich, dass wir uns völlig hilflos fühlen. Dann stecken wir den Kopf in den Sand, machen Augen und Ohren zu und suchen Gegenargumente:
    Klimawandel gab’s schon immer, der Mensch war schon immer ein Raubtier, es gibt ja kontrollierten Plantagenanbau und Wale stranden, weil Winde wehen.
    Um unsere furchtbare Angst und die erlebte Hilflosigkeit zu beruhigen. Weil wenn ich etwas tue, bewirkt es ja doch nichts. Dann mach ich mir doch lieber vor, es sei alles nicht so schlimm oder wäre sowieso so gekommen – und mach mir ’ne gute Zeit.
    Meine Nachsicht mit unpräzisen statements, in denen die Begriffe „Forscher“ und „Wissenschaft“ fallen, lässt hingegen allmählich nach. Einfach weil ich’s für gefährlich halte. Es gibt zu viele, die in die Stolperfalle tappen, sich selbst und andere zu beruhigen, statt wenigstens für sich selbst die Verantwortung zu übernehmen. Und dann bleibt alles beim Alten, bis gar nichts mehr geht. Die Masse macht’s…
    Also, Du „hast mal gehört“? Und „Forscher“ haben „herausgefunden“? Um daraus berechtigterweise „Gründe“ abzuleiten, sollte(n) die Studie(n) vorliegen. Und die Forscher sollten ihre Ergebnisse unbestreitbar bewiesen haben. Forscher können viel „herausfinden“. Welche Schlüsse sie daraus ziehen und ob diese wissenschaftlich zulässig sind, steht auf einem anderen Blatt. Wenn man diese Ergebnisse übernehmen will (und das möchtest Du ja von uns?), sollte man die zu Grunde liegenden (statistischen) Methoden kennen und kritisch beurteilen können. Das ist höhere Mathematik. Jedenfalls kann man sich durchaus wundern, welche Koryphäen wie häufig aufgrund methodischer Fehler zu falschen Schlüssen kommen. Da ist also durchaus Vorsicht geboten.
    Die Forscher, die aktuell die Zusammenhänge zwischen Sonar und der Zerstörung der Gehirne von Walen und Delfinen untersuchen, sind korrekt genug, um von einem augenscheinlichen Zusammenhang zu sprechen, obwohl die Ergebnisse eine hohe wissenschaftliche Evidenz aufweisen. Ich hänge den link noch mal an: http://sounds-of-seas.info/blog_de/?page_id=2 . In dem Film werden die Universitäten, die Wissenschaftler und die Studien genannt, die sich aktuell mit dem Thema Sonar befassen
    Und vielleicht ist es auch ganz hilfreich, sich Gedanken zur Plausibilität zu machen: sicher kommt es immer, wenn Tiere ziehen, zu Verlusten. Zugvögel kommen nicht an, Gnus werden bei Flussüberquerungen von Krokodilen gefressen und Lemminge stürzen Klippen runter. Aber in dem selben prozentualen Anteil an der Gesamtpopulation wie die Wale? Gibt es ein Leitsystem in der Tierwelt, das per se so hohe Ausfälle produziert wie in dem Fall der Walstrandungen? Und wie kommen diese heimtückischen Winde an die Strände Großbritanniens, Spaniens und der Kanaren, wo auch so viele Wale stranden? Sonar ist überall, und wenn Sonar da ist, stranden überall Wale. Diese Winde sind aber nicht überall.
    Jedenfalls erscheint mir diese Be“gründ“ung – Achtung: Kalauer – bisher ein bisschen windig. Der Rückschluß, es gebe „also durchaus natürliche Gründe“ ist jedenfalls aus seriös wissenschaftlicher Perspektive nicht zulässig. Vielleicht kannst Du ja diese Studie(n) mal auftreiben, damit man sich die kritisch ankucken kann. Bevor sich jetzt wieder viel zu viele zurücklehnen und meinen, ist ja alles nicht so schlimm und wir können lustig noch ein bisschen weiter Krieg spielen…

    @ Michael Mittelstädt :
    In Deinem Kommentar sehe ich das gleiche Problem – ohne hier irgend jemandem persönlich nahe treten zu wollen, uns geht es ja allen um die selbe Sache. Deshalb sind wohl auch kritische Diskussionen gut. Die würde ich hierzu gern anregen.
    Wir wissen alle, dass Politiker und Regierungen ein großes Interesse daran haben, Umweltschäden durch Verursacher zu verleugnen, von denen sie selbst einen Profit haben, sei es über Machtgewinn oder Vorstandsvorsitz oder Aktienbesitz. Das ist ein alter Hut und unsere Energiekonzerne, die sich auf solchen Wegen ihre Gesetze selber machen, sind ein anschaulicher Nachweis dafür.

    Ich möchte hier nur erneut der kritischen Überlegung das Wort reden. Ins Pragmatische übersetzt heißt das: kann das denn sein, was da behauptet wird? Wie plausibel ist es?

    In dem von Dir erwähnten Artikel unter http://www.upi.com/Top_News/2009/01/23/Wind_lured_sperm_whales_to_death_trap/UPI-66401232745858/
    werden zwei „Regierungs“- Wissenschaftler zitiert.

    Deren letztere zudem mit der Feststellung, dass diese heimtückischen Winde in einem Zyklus von 10 Jahren aufträten.
    Hmm… mal nachrechnen….

    Möglicherweise geht diese Feststellung auf die Untersuchungen von Assoc. Prof. Mark Hindell, University of Tasmania, zurück, der einen 10 (-14) jährigen (wieso plötzlich 14? s.u.) Zyklus dieser Winde beschreibt, jedoch selbst zugibt, noch nicht sagen zu können, weshalb Wale stranden: http://www.scinexx.de/dossier-detail-281-10.html

    In dem anderen Artikel, unter http://www.news.com.au/heraldsun/story/0,21985,24951718-662,00.html
    findet sich die Feststellung, dass im November letzten Jahres über 150 Wale in Nordwestaustralien gestrandet seien. Andere Quellen nennen den 29. Nov. als das Datum dieser Strandung, den 22. Nov. für die Strandung weiterer 64 Wale.

    Das macht mich stutzig.
    Gut – zwischen Ende November letzten Jahres und Januar diesen Jahres liegen zwar keine 10 (– 14) Jahre, aber es könnte natürlich sein, dass ein einzelner dieser Windzyklen eine Dauer von mehreren Monaten hat. Darüber habe ich noch nichts finden können – vielleicht mag jemand Prof. Hindell anschreiben, normalerweise sind Forscher da recht auskunftsfreudig.
    Jetzt gab es aber 2003 und 2004 auch Massen-Walstrandungen : http://www.theage.com.au/news/Science/Winds-theory-on-fatal-beaching-of-whales/2004/11/29/1101577420278.html
    Da haben dieselben Wissenschaftler schon mal dieselbe Hypothese kolportiert.

    Nur, zwischen 2003 bzw. Juni 2004 und Januar 2009 liegen nun mal eher keine 10 (– 14) Jahre. Da müsste man, um die Theorie halten zu können (was natürlich jeder Wissenschaftler will), an allen Ecken und Enden noch ein bisschen nachbessern und dehnen, damit’ s halt grad noch hinkommt, Mathematik mit Hängen und Würgen sozusagen. Und eine Strandung im Juni plus Strandungen Ende November sprächen eher gegen ein saisonales Phänomen. Um eine wissenschaftliche Theorie aufrecht zu halten, scheint mir das alles doch ein bisschen arg wackelig.

    Vielleicht genießen wir solche Meldungen besser mit der gebotenen Vorsicht?

    LG, and
    for the oceans!,
    icaneatcauliflower

  5. Norbert sagt:

    Hi icaneatcauliflower,

    “@Norbert:
    Na, klasse. Dann sind wir ja alle wieder beruhigt. Und können uns gemütlich wieder zurücklehnen und gar nichts tun.”

    Das habe ich nicht behauptet, bitte nichts in deinem Sinne interpretieren…
    Es geht um die objektive Betrachtung von Ereignissen. Solange nichts definitiv kausal bewiesen ist, müssen auch andere Theorien erlaubt sein. Die “Windtheorie” ist nicht die einzige.
    Wenn bei alten oder geschwächten Tieren die Kräfte nachlassen, suchen sie flachere Küstengebiete auf, wo sie nicht dauernd schwimmen müssen. Solchen Walen ist nicht mehr zu helfen. Die anderen Wale Schule folgen. Nur das Leittier gibt den Orientierungston ab, wodurch Überschneidungen der Tonwellen vermieden werden. Das Echo können dann alle hören. Erkrankt nun ein Tier, so bleiben alle bei ihm, bis es wieder genesen oder gestorben ist. Geraten sie dabei in flachere Gewässer, besteht die Gefahr, dass sie vom eigenen Körpergewicht erdrückt werden. Massenstrandungen können u.a. auch auf einer Desorientierung des Leittieres zurückzuführen sein. Bei genaueren Untersuchungen solcher gestrandeten Schulen wurde nachgewiesen, dass das Leittier erkrankt war.

    Ich verleugne nicht, dass auch das Militär für diese Strandungen verantwortlich sein kann. Aber im Einzelfall ist zu überprüfen, welche Ursache tatsächlich vorliegt und da können durchaus natürliche Phänomene ausschlaggebend sein.

    Einseitige Argumenation ist nicht meine Sache. Die Ursachen sind im Einzelfall zu überprüfen und oftmals vielfältig.

    LG
    Norbert

  6. ThomasBuiter sagt:

    Ich habe nachgefragt, und es wurden vom Militär her alle Anfragen ignoriert.

  7. Michael Mittelstädt sagt:

    @icaneatcauliflower

    Thomas Buiter hat für seine Aussage einen ungenannten Informanten in Neuseeland. Die von mir zitierten Zeitungen haben andere Informanten, die wenigstens mit Namen genannt werden. Deine / Ihre kritische Betrachtung der Zeitungsmeldungen und Prüfung auf Plausibilität der Aussagen ist berechtigt und halte ich das für ein sehr sinnvolles Vorgehen.
    Es bleiben Fragezeichen bei der Windtheorie, akzeptiert. Das heißt aber nicht, dass die Militärtheorie automatisch stimmt. Wenn Du / Sie genauso kritisch an die Ursache Militär (Sonar) herangehst/herangehen, bleiben da auch jede Menge Fragezeichen.
    Ich schließe nicht aus, dass Lärm allgemein oder Sonar speziell Ursache für die Strandung war, aber wir haben momentan keinen objektiv nachprüfbaren Hinweis.

    Fazit: Wir wissen momentan nicht, warum die Wale gestrandet sind.

    Gruß

    Michael Mittelstädt