Eine neuseeländische Firmenschlampe im Land der aufgehenden Sonne

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/editorial-090209-1.html
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Eine neuseeländische Firmenschlampe im Land der aufgehenden Sonne

Ein Kommentar von Captain Paul Watson

Ein PR-Lakaie zu sein ist schon klasse wenn man so einen Job abkriegt. Man muss bei der Arbeit nichts schweres heben, man verdient gutes Geld, hat die Möglichkeiten zu Reisen und seinen Namen in die Zeitungen zu bringen und kann nebenbei noch andere Einkünfte haben. Man benötigt aber einen ganz bestimmten Typ Mensch, um den Job richtig zu machen. Dieser Beruf verlangt das Fehlen von Barmherzigkeit und Gewissen, eine Leidenschaft zu täuschen und eine Persönlichkeit die von Habgier und weiss gewaschenem Korruptionsfilz isoliert wird. Diese Art von Öffentlichkeitsarbeit ist ein Söldnerberuf, eine Art sich zu prostituieren, frei von jeglicher Moral, wo alles was zählt der Lohn für die erbrachte Dienstleistung ist.

Diese Dienstleistungen setzen sich im Grunde daraus zusammen eine Idee, eine Marke, eine Person oder ein Unternehmen durch die Medien zu verkmarkten. Manche Leute sind ziemlich gut darin ihre Präsentationen derart aufzupolieren, dass sie es sogar schaffen einen absolut inkompetenten Präsidenten der Vereinigten Staaten ans Volk bringen. Was soviel heissen soll wie vielen Dank an das Genie von Karl Rove, dass die Bürger zweimal Einen gekauft haben.

Im Grunde genommen ist PR-Arbeit das verpacken und vermarkten von Kuhscheisse. Und die PR-Firmen verstehen ihr Handwerk, sie wissen was bei den Leuten zieht und wie man es am Besten verpackt. Wenn eine Firma mit schlechten Umweltschutz – und Arbeitsbedingungen nach einem besseren, freundlicherem Image strebt dann braucht sie nicht mehr zu tun als einen sozialen, Grünen und gerechten Fürsprecher einzustellen und schon haben wir einen Adam Werbach, den ehemalige Präsidenten des Sierra Club, der jetzt für Wal-Mart anschaffen geht.

Oder Patrick Moore, einstmals Vorsitzender von Greenpeace, der jetzt seine eigene Firma Green Spirit führt, um Lachsfarmen, Holzfäller und die Gen-, die chemische, sowie die Nuklearindustrie zu vertreten. Patrick, der einst äusserte: “Es kommt nicht auf die Wahrheit an, sondern auf dass was die Leute für die Wahrheit halten”, verkauft jetzt für seine Kundschaft mit dem Vorwand, dass die Produkte gut sein müssen: Warum sonst sollte der ehemaligeräsident von Greenpeace sich dafür einsetzen?

Die Antwort auf diese Frage ist natürlich, sowohl für Adam, als auch für Patrick, einfach und in ein Wort zu fassen: GELD!! Und ich muss für Moore und Werbach sprechen, indem ich sage sie sind ziemlich geschickt darin ihre Quacksalbereien an ihre Auftraggeber zu verhökern, die genau wissen worauf die Öffentlichkeit anspricht und wie man sie am besten verarscht.

Das Geheimnis einer guten PR-Firma ist Vorstellungskraft und die Fähigkeit neue Werbetricks und Argumente aus dem Hut zu zaubern. Das hat die japanische Walfangindustrie bisher noch nicht herausgefunden. Das ist nichts anderes als eine hoffnungslos veraltete Industrie, die durch schimmeliges Brot von gestern in einer ultramodernen Gesellschaft immer noch überlebt. Die Walmörder sind kaum mehr als primitive Relikte einer längst vergangenen Epoche, in der der Gedanke des Respektes vor der Natur und anderen Lebewesen der Ketzerei gleichkam.

So leuchtet es auch ein das die Walmörder einen total inkompetenten Pressesprecher für die westliche Welt gewählt haben. Die japanischen Walfänger haben einen Neuseeländer namens Glenn Inwood als Sprachrohr und wir sind froh, dass sie ihn haben. Der Kerl ist eine unbezahlbare Bereicherung – für UNS!

Ein guter Pressesprecher sollte wenigstens seine Gegner kennen und das tut Inwood nicht. Er sollte ausserdem die Grundlagen der Diplomatie beherrschen, was Inwood auch nicht tut.

Stattdessen versucht er sich mit sich wiederholenden und simplen Presseberichten. Sollte er daran arbeiten die Herzen und Gemüter der neuseeländischen und australischen Öffentlichkeit zu gewinnen dann liefert er scheiss Arbeit ab. Aber in Tokyo scheint man seine Arbeit zu mögen, weil er ein Neuseeländer ist der eher einen Wal fressen würde als auf ihm zu reiten. Also genau das was Japan braucht.

Glen Inwood, der maorische Wurzeln hat, bringt sich gerne selbst mit dem Maori-Image in Verbindung in dem Glauben, es gibt seinen Kunden eine gewisse Glaubwürdigkeit. Auf die Frage eines Reporters warum er ausgerechnet für die Walfmörder arbeitet sagte Inwood: “Die Anwort ist ganz einfach, weil sie das Recht dazu haben. Das soll nicht heissen, dass ich Wale nicht für überwältigende Tiere halte. Ich glaube einfach nur, dass sie trotz des Schutzabkommens für maritime Säugetiere von 1978 (Sein Fehler , das war natürlich 1972), nicht unantastbar sind.

Die andere Antwort darauf ist etwas komplizierter und hängt damit zusammen, dass die laut Umweltstudie beste Art und Weise Walbestände zu beobachten, zu erhalten und um Transparenz zu schaffen, die Abschaffung des Moratoriums und die Rückkehr zu einem kommerziellen Walfang ist, der den Vorschriften entsprechend überwacht wird.”

Dieses gnadenlose Gemetzel zu verteidigen ist keine leichte Aufgabe. Die Japaner haben nicht das Recht bedrohte Wale im antarktischen Walschutzgebiet abzuschlachten. Zu sagen, dass der beste Weg die Wale zu schützen darin besteht sie abzuschlachten ist genau das lächerliche Argument das wir von denen, die eine lebhafte Lügenfabrik geschaffen haben um das Ausbeuten zu rechtfertigen, erwartet haben. Zusätzlich gibt Inwood damit zu, dass die Japaner sich nicht an das Moratorium halten.

Er hat eine gut gefüllte Tasche voller Finten die aussagen, dass es keinen Unterschied macht ob man Lamm- oder Walfleisch isst, dass die Maori auch Wale jagen durften. Er geht sogar so weit zu sagen, dass es eine Beleidigung Tangaroas, einer maorischen Gottheit, sei gestrandete Wale zu retten. Schliesslich sind die Tiere ein Geschenk.

Ich sprach mit einigen Maori die Inwood für einen Verräter ihrer Kultur halten. Er hat sich von seinem Walliebenden Volk abgewandt indem er sagte, die Neuseeländer seien bloss Fans der Walfanggegner und beschrieb den Film Whalerider als “romantischen Blödsinn”.

Die Bildung des Mr . Inwood in Sachen Öffentlichkeitsarbeit beschränkt sich anscheinend nur auf die Lehren des einstmaligen deutschen Reichspropagandaleiters: “Wiederhole eine Lüge nur oft und laut genug! Einige Menschen werden das schon glauben.”

Inwood, der die Firma Omeka Publik Relations gründete, wendet eine äusserst durchschaubare Methode an seine Gegner zu dämonisieren. Er benutzt einfach jedesmal die gleichen Schlagwörter bei seinen Versuchen die Öffentlichkeit zu manipulieren. Beispielsweise bezeichnet er die Sea Shepherd Conservation Society in jeder Veröffentlichung und in jedem Interview als eine “ökoterroristische Organisation”.

Dabei gibt es überhaupt keine rechtliche Basis um so etwas zu behaupten. Sea Shepherd wurde bisher weder wegen Terrorismus verklagt noch konnte irgendwer, der in Verbindung zu Sea Shepherd steht, des Terrorismus überführt werden. PR-Nutten sind halt nicht vertraut mit Fakten und Beweisen, sondern nur mit Bildern und Internetphantomen (NetMemes).

Das Wort Ökoterrorismus ist so ein Phantom. Eine Idee und ein Werkzeug um Glaubwürdigkeit zu untergraben. Das Problem das Inwood dabei hat ist das das Wort Terrorismus heutzutage dermassen inflationär genutzt wird das die wahre Bedeutung inzwischen verloren gegangen ist. Es macht keinen Unterschied ob jemand Wale schützt, Tunfisch boykottiert, gegen den Krieg im Irak protestiert oder für das Präsidentenamt in den Vereinigten Staaten kandidiert. Die Gegenseite drückt einem stets den “Terroristenstempel” auf die Stirn.

Ein ernsthafteres Anliegen für seine Firmenfreier – die Walschlächter ist, dass Inwood mit seinen rhetorischen Schnellschüssen regelmässig daneben ballert. Genau wie ein Cowboy der schnell zieht, aber dafür ein bisschen langsam ist wenn es darum geht strategische Entscheidungen zu treffen. Ein Beispiel für seine Inkompetenz ist das er öffentlich von Australien und Neuseeland verlangte Sea Shepherd das einlaufen in ihre Häfen zu verbieten.

Ein Anwalt fragt bei einer Gerichtsverhandlung niemals etwas auf die er die Antwort nicht schon kennt, genauso wie ein Diplomat niemals eine Regierung zu etwas auffordert deren Standpunkt er genau kennt.

Als Australien öffentlich bekannt gab das unser Schiff Steve Irwin in australischen Häfen, trotz dieser Forderung, einlaufen und tanken darf war das ein peinlicher Gesichtsverlust für Japan und damit Walfangindustrie den Inwood zu verantworten hat. Und einfach feuern können sie diesen Typen auch nicht, denn damit würden sie zugeben das sie einen Fehler gemacht haben ihn einzustellen und noch mehr Gesicht verlieren. Inwoods Job scheint also gesichert und das freut uns. Wir mögen ihn genau da wo er jetzt ist. Ich liebe es einen Gegner zu haben der regelmässig die Scheisse die er verbreitet als Boomerang zurück bekommt. Zudem kann ich mich köstlich über seine dämlichen Äusserungen amüsieren. Er nannte uns Piraten (was uns nicht stört, schliesslich sind wir Ökoterroristen) und Kriminelle, trotzdessen das wir niemals für eine Straftat verurteilt wurden. Aber als er uns einen Haufen veganer Zirkusartisten nannte haben wir uns kaputtgelacht.

Letzte Woche verglich er unseren Kampf gegen die Killer mit einem Kerl der seine Frau verprügelt. “Das ist das Gleiche wenn eine Frau geschlagen wird die es verdient hat, also letzendlich kein Argument. ” sagte Inwood.

Einen prügelenden Ehemann mit der brutal und skrupellos schlachtenden Walfangflotte zu vergleichen ist schon haarsträubend, dafür aber getreu dem PR-Stil frei nach Ronald Reagan: “Alles mit Allem vergleichen damit die breite Masse sich damit identifiziert. Korrekt dargestellt hiesse das wohl: “Wenn ein Mann seine Frau dabei beobachtet die Kinder zu töten, dann war er moralisch sogar gezwungen sie zu schlagen.

Den lezten Schwachsinn den Inwood von sich gab war das er mich als einen paranoiden Schizophrenen bezeichnete. Ich erkannte gar nicht das Glen sich da gerade ohne Lizenz als Psychologe versucht. Aber die Stimmen in meinem Kopf sagten mir ich solle ihn ignorieren, sonst kommt er um mich zu holen, ich vergas: Er ist ja unterwegs mich zu holen, oder?

Er scheint auch sehr zufieden mit seiner neuen Taktik zu sein die Steve Irwin ständig als ein niederländisches Schiff zu bezeichnen. In jeder Veröffentlichung erwähnt er ihre Flagge um die Niederlande dazu zu bewegen sie uns weg zu nehmen. Die Japaner denken wenn sie uns die Fahne wegnehmen haben sie uns ausgeschaltet. In der Tat haben sie bereits Kanada, Großbritannien, die Cayman Islands und Belize dazu gebracht uns die Flagge zu streichen, aber ich bin der Meinung, dass die Niederländer in der Hinsicht mehr Rechtschaffenheit haben  mit den Worten des Captains der Black Pearl, Barbossa, gesagt: “Wir sind nicht geneigt den Forderungen der Japaner nachzugeben.”

Den Haag bekommt seine Befehle nicht aus Tokyo und wenn sie entscheiden, dass unser Verhalten uns nicht mehr berechtigt ihre Flagge zu führen dann werden wir das akzeptieren. Das wird uns aber auf keinen Fall davon abhalten weiterhin das illegale Walschlachten der Japaner zu behindern und schikanieren.

Ich sah Glen Inwood auf der IWC-Versammlung letztes Jahr in Santiago. Ich habe nicht ein Wort mit ihm gewechselt. Er hat sich immer so weit weg von mir wie es im möglich war aufgehalten und jedes Mal wenn ich ihm in die Augen sah hat er seinen Blick abgewendet und woanders hin geschaut. Das sagte für mich alles aus was ich wissen wollte.

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Eine Antwort auf Eine neuseeländische Firmenschlampe im Land der aufgehenden Sonne

  1. Yoshimo sagt:

    Hier kann man eine gute Analogie ziehen:

    Wenn die Niederlande die Schiffe von Paul Watson nicht mehr unter ihrer Flagge laufen lassen wollen, dann wäre das nicht anderes, als wenn im gerade laufenden Prozess gegen “The Pirate Bay” beschlossen würde, das die Server des BitTorrent-Trackers aus Schweden verschwinden müssen.

    In beiden Fällen würde die Geldgier einiger Eliten (im Falle Japans die der Yakuza und im Falle Schwedens die der Film- und Musikmafia) über die Gerechtigkeit sowie den mehrheitlichen Willen der Bevölkerung siegen. Und in beiden Fällen würde es keine ernsthaften Folgen haben, werden doch sowohl die Piraten der Meere, als auch die Datenpiraten einfach weiter segeln. Zur Not eben illegal. Und das ist auch gut so.