Bericht über die Gefangennahme illegal operierender Fischereifahrzeuge im Schutzgebiet

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-090414-2.html
migaloomanuel
Dienstag, 14.April 2009
Bericht über die Gefangennahme illegal operierender Fischereifahrzeuge im Schutzgebiet
Ein historisches Ereignis hat auf den Galapagos Inseln stattgefunden. Das erste mal in der Geschichte Ecuadors wurden Fischer eingesperrt, weil sie die Gesetze der Galapagos Inseln verletzt haben.news_090414_2_1_dead_fish_1

Am Donnerstag, den 2. April, kehrte das Schiff Sierra Negra des Nationalparks von einer Reise zu den Wolf-Inseln im Norden des Archipels zurück.. Als sie gerade westlich der Insel Isabela fuhren, sichteten sie illegale Fischereifahrzeuge innerhalb der Parkgrenzen. Der Park ließ seine Zodiacs zu Wasser und nahm eines der zwei Wildererboote fest. Sie hatten Langleinen an Bord und im Wasser. Die Leine war gerade erst zu Wasser gelassen worden, so dass neben eines unglücklichen Stachelrochens kein Fisch gefangen wurde. Die Park- Ranger konfiszierten die Leinen und das illegale Boot.

In den frühen Stunden des 3. April kamen die Ranger auf noch eine Gruppe von Fischereifahrzeugen zu, die sich auch innerhalb der Parkgrenzen befanden. Ganz leise haben die Ranger ihre zwei Zodiacs zu Wasser gelassen und die illegalen Fischer im Schutze der Nacht erreicht. Sie konfiszierten zwei der drei Boote, unglücklicherweise entkam eines. Wieder einmal waren Langleinen im Wasser und dieses mal hatten die Leinen mehrere Stunden Zeit für ihre tödliche Arbeit. Ein Thunfisch und acht Marline sowie das Fischereigeschirr und die Boote wurden konfisziert.

Unglücklicherweise blieb das Mutterschiff außerhalb der 40 Meilen- Zone, was für Wildereroperationen typisch ist.

Die Fischer verbrachten den nächsten Tag auf dem Parkboot damit, zu prahlen, wie sie am nächsten Tag nach Hause fahren würden. Einige von ihnen erzählten den Rangern, dass sie immer innerhalb der Schutzzone fischen würden, weil sie nie gefangen genommen werden und selbst wenn, die Strafen sind so gering, dass sie das Risiko wert wären.

Leider haben sie Recht mit den geringen Strafen, das wurde deutlich mit der Nano-Wildereroperation. Obwohl sie zweimal innerhalb der Schutzzone mit illegalem Fischereigeschirr und einer hohen Anzahl von Haien gefasst wurden, wurde die Nano nur mit einer Strafe von 8000 US $ belegt. Der Nationalpark hat in diesem Fall das höchste Bußgeld gefordert, aber seit die Gesetze, die sie anwenden, ausgelaufen sind, sind die Bußgelder so.

Sea Shepherd befand sich gerade in der Diskussion, wie wir es verhindern können, das die Fischer, die in der Schutzzone gefasst werden, ohne Gefängnisstrafe davonkommen, als wir von der Gefangennahme der Wilderer durch den Park hörten.. Glücklicherweise hatten wir die gesamte Belegschaft der Umweltschutzpolizei in unserem Büro bei einem Seminar. Anwalt Hugo Echeverria, der das Seminar leitete und spezialisiert ist in Umweltschutz und Strafgesetz. Scott West, Sea Shepherds Kriminalagent, hat mehrere Jahre Erfahrung in diesen Fällen, die er für die EPA bearbeitete. Mit dem best möglichen Team zur rechten Zeit am rechten Platz haben wir entschieden, der Polizei zu helfen, Anklagepunkte gegen die illegalen Fischer auszuarbeiten.

Kapitän Barriga, der Chef der Umweltschutzpolizei der Galapagos Inseln, hat die Fischer von Isabela nach Santa Cruz geschickt, wo sich der Richter und der Staatsanwalt befanden. Beide waren aktuell auf den Galapagos Inseln, da so ein Fall innerhalb von 48 Stunden behandelt werden muss, um vor Gericht zugelassen zu werden.

Der Staatsanwalt war an dem Fall sehr interessiert und entsprach den Anklagepunkten, die wir vorher inm Team besprochen haben:

-Sich ohne Erlaubnis in einer Schutzzone aufhalten.

-Innerhalb der Schutzzone illegale Fischereimethoden anwenden ( Langleinen )

Am Sonnabend, dem 4.April, wurde der Fall dem Richter vorgestellt. Die bloße Anzahl der Polizeibeamten, die anwesend waren, zeigten die Bedeutung, mit der der Fall behandelt wurde. Die Fischer fingen an, nicht mehr so zuversichtlich auszusehen. Als die Anklage verlesen war, plädierte der Verteidiger, sie wären nur arme Fischer, die außerhalb der Schutzzone fischten und versehentlich hineindrifteten. Die ist ein vielfach benutztes Argument, das auch gerne von den Offiziellen geglaubt wird. Wie auch immer, in dieser Gegend der Galapagos Inseln treibt die Strömung von den Inseln weg. Dieses Argument hat ihre Verteidigung geschwächt und der Richter hat mit einem historischen Urteil die Fischer für die Zeit der Untersuchungen eingesperrt. Die Untersuchung kann bis zu 89 Tage dauern, welche die Fischer in der Zelle auf Santa Cruz verbringen werden. Wenn sie verurteilt werden, drohen ihnen 3 Monate bis zu 3 Jahre Gefängnis für die Verletzung der Galapagos –Gesetze und 15 Tage bis zu 3 Monate für die Benutzung von illegalem Fischereigeschirr.

Eine Kaution wird nur angesetzt, wenn der Staatsanwalt die Chance hat, den Fall zu prüfen, was bis zu einer Woche dauern kann. Sollte eine Kaution angesetzt werden und die Beschuldigten nutzen diese Möglichkeit, werden ihre Boote definitiv behalten.

Dieser Fall ist so einzigartig, dass am Mittwoch, dem 8. April die Umweltschutzpolizei ein Pressekonferenz gab. Einige nationale TV-Stationen sowie die Presse waren anwesend.

In den 9 Jahren, in denen Ecuador Umweltschutzgesetze hat, gab es nur 2 Fälle, in denen die Beschuldigten ins Gefängnis gehen mussten. Auf den Galapagos Inseln ist noch niemand jemals ins Gefängnis gegangen. Es gab 2 Fälle, in denen die Beschuldigten zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden, aber sie haben es geschafft, die Inseln zu verlassen, bevor die Strafe vollzogen wurde.

Dieser Fall ist so unglaublich wichtig, weil er einen Präzedenzfall darstellen würde und ein Zeichen an die Wilderer von Manta, das die Zeiten auf den Galapagos Inseln sich geändert haben.

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