Robbenjagdindustrie dieses Jahr vernichtet

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-090504-2.html
migaloojulius
Montag, 4. Mai, 2009
Robbenjagdindustrie dieses Jahr vernichtet
Dieses Jahr waren die kanadischen Robbenjäger in der Lage, lediglich 50500 der ursprünglich geplanten 280.000 Robben zu schlachten.

“Sie erfüllten lediglich 21.3% ihrer Tötungsquote”, sagte Kapitän Paul Watson. “78.7% der angestrebten Robben blieb der qualvolle Tod durch die Hände der kanadischen Robbenjäger erspart. Dies ist ein großartiges Jahr für die Robben und wir sind sehr, sehr froh darüber.”

Die meisten Robbenjäger blieben dieses Jahr zu Hause, anstatt sich in die Unkosten zu stürzen, ihre Boote auszurüsten, nur um Robben für einen Preis von gerade mal 14 Dollar pro Pelz abzuschlachten.

“Bei solchen Preisen können wir einfach keine Robben fangen”, sagte Jack Troake, Kanadas Vorzeige-Robbenjäger, der Presse. “Die Preise sind zu niedrig.”

Nach diesem für die Robbenjagd verheerendsten Jahr in seiner Geschichte ist Kanadas Jagdsaison auf Sattelrobben nun beendet. Hunderte Robbenjäger blieben zu Hause, weil der Preis für Sattelrobbenfelle auf ein Zehntel des Preises von vor drei Jahren gesunken war.

2006 wurden Robbenpelze für 105 Dollar das Stück verkauft. Dieser Preis ist nun dramatisch gesunken und der gegenwärtige Konjunkturrückgang verschlimmert die Lage zusätzlich.

1995 sagte Kapitän Paul Watson während einer Debatte mit dem ehemaligen Premierminister Brian Peckford, dass die Anti-Robbenjagd-Bewegung diese barbarische Industrie mit einem wirtschaftlichen Vorschlaghammer zerschmettern werde. Und dies ist nun geschehen.

Dieses Jahr nahmen nur 306 Robbenjagdunternehmen aus Neufundland und Labrador an der Jagd teil, verglichen mit 977 im letzten Jahr, so Larry Yetman, Beamter für Ressourcenmanagement und die Abteilung für Fischerei und Ozeane.

Die Preise sind in Erwartung des Europäischen Verbots von Robbenprodukten gefallen, das morgen offiziell vom Europaparlament verabschiedet wird.

“Europa hat die Robben gerettet”, sagte Lamya Essemlali, Präsident von Sea Shepherd Frankreich.
“Ich bin heute so verdammt stolz darauf, Europäer zu sein”, sagte Peter Hammarstedt aus Schweden. Peter war letztes Jahr für das “Verbrechen” verhaftet worden, das Robbenschlachten mitangesehen und dokumentiert zu haben.

Das Verbot wird zur Schließung von Verschiffungsposten in den Niederlanden und Deutschland führen. Obwohl Kanadas größte Absatzmärkte für Robbenprodukte, wie Russland, China und Norwegen, außerhalb der EU liegen, wissen die Experten der Robbenindustrie, dass das europäische Verbot die Nachfrage nach Robbenpelzen für die Modeindustrie drosseln und die Transportwege zum Erliegen bringen wird. Ottawa schätzt, das Verbot der EU könnte die ohnehin schon lächerliche Summe von 13 Millionen Dollar Jahresgewinn durch die Robbenjagd noch einmal halbieren.

In einem letzten verzweifelten Versuch, Unterstützung zu finden, schickte Kanada eine Gruppe Inuit-Robbenjäger, um vor dem Europaparlament Einspruch einzulegen. Den Inuit war sowieso schon eine Freiquote von 10.000 Robben pro Jahr zugestanden worden, aber sie waren damit nicht zufrieden und zogen es vor, sich mit den brutalen kommerziellen Robbenjägern aus Ostkanada zu verbünden. Trotz dieser allerletzten Kampagne der fünf Mann starken Inuit Delegation bekundete Arlene McCarthy, die Europaparlamentarierin Großbritanniens, ihre Zuversicht, dass das neue Gesetz am Dienstag verabschiedet wird.

Zuvor hatte McCarthy, die alternative Ergänzungen zu einem kompletten Verbot unterbreitet hatte, die auf die Zurückweisung von Vorschlägen für weniger strenge Kennzeichnungsvorschriften der britischen liberalen Parlamentarierin Diana Wallis folgten, gesagt “Wir sind entschlossen, dieses neue Gesetz zu verabschieden, welches ein Sieg für die Macht des Volkes und eine Anerkennung der Arbeit der Umweltschützer sein wird.”

McCarthy fuhr fort, “Die überwiegende Mehrheit der Menschen in Europa ist entsetzt über das grausame Totschlagen von Robben und dieses Gesetz wird nun endlich dem grausamen Abschlachten von 300.000 Robben pro Jahr ein Ende setzen.

“Wir haben während der letzten Wochen extrem hart gearbeitet im Angesicht der starken Beeinflussung der Abgeordneten durch diejenigen Nationen, die diesen grausamen Handel betreiben. Wir sind einen harten Kurs gefahren und sind sehr froh, dass der Rat und die Kommission unseren Verbots-Antrag unterstützt haben.

“Der ursprüngliche Vorschlag für schwache Kennzeichungsvorschriften der Produkte, den die liberale Berichterstatterin Diana Wallis unterbreitet hatte, wurde vom Komitee einstimmig zurückgewiesen und wir sind nun auf dem Weg, ein vollständiges Verbot zu erwirken.”

Erstaunlich ist, dass Kanada bereit ist, für diese gänzlich unbedeutende Industrie, deren Wert bei nur 13 Millionen Dollar liegt, ein Handelsabkommen von 25 Milliarden Dollar zwischen Kanada und den Europäischen Nationen zu gefährden.

“Die kanadischen Politiker denken nicht mit ihren Köpfen”, sagte Kapitän Paul Watson. “Sie fühlen sich auf den Schlips getreten, weil ihre geliebte kleine Barbarenindustrie auf dem Weg ist, abgeschafft zu werden. Sie reagieren hysterisch, irrational und handeln nicht im Interesse aller Kanadier.”

In ganz Kanada gibt es nur einen einzigen Politiker, der den Mut und die Weitsicht hatte, gegen das Robbenschlachten einzutreten. Dieser Mann ist Senator Mac Harb.

Nach Jahren des Widerstandes ist nun ein Ende der kommerziellen Robbenjagd in Sicht.

“Ich kämpfe seit meiner Kindheit gegen das Robbenschlachten und habe seit 1975 diesen Kampf auf dem Eis fortgeführt”, sagte Kapitän Paul Watson. “Wir haben bewiesen, dass wir durch schiere, störrische Beharrlichkeit über fest verankerten Widerstand von Seiten der Politik obsiegen können. Ich wurde zu Bußgeldern verurteilt, geschlagen, eingesperrt und während drei Jahrzehnten bei der Verteidigung dieser wundervollen Tiere bedroht und es ist das alles wert gewesen, und die Robbenindustrie so zerstört zu sehen wie jetzt ist besser, als im Lotto zu gewinnen. Ich bin mehr als erfreut, ich bin ekstatisch.”

Dieser Sieg ist das Resultat jahrzehntelanger unermüdlicher Kampagnen von Mitgliedern der Sea Shepherd Conservation Society, der Humane Society in den Vereinigten Staaten, dem International Fund for Animal Welfare, Harp Seals.org, ARAN und so vielen anderen Organisationen aus aller Welt.

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