Das Sea Shepherd Dilemma Down Under

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-091006-1.html
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Dienstag, 6. Oktober 2009
Das Sea Shepherd Dilemma Down Under

Von Kapitän Paul Watson

Im Jahre 2007 habe ich tausende Australier dazu ermuntert für Kevin Rudd und Peter Garrets Labor Party zu stimmen. Warum? Weil sie versprachen hart gegen den illegalen japanischen Walfang vorzugehen. Sie versprachen Japan vor Gericht zu bringen. Sie versprachen ein Schiff ins Südpolarmeer zu bringen um die illegalen Walfangaktivitäten zu überwachen. Sie haben die vorherige Howard Regierung heftig dafür kritisiert, weil sie nicht genug getan habe.

Seit dem haben Rudd und Garret gezeigt, dass sie noch weitaus weniger für die Wale getan haben, als der ehemalige Umweltminister Ian Campbell.

Unter Campbell hatte Australien die schärfsten Worte auf den jährlichen Treffen der Internationalen Walfangkommission. Unter Garret spielen die Wale eher eine untergeordnete Rolle, was die Sorgen angeht. Unter Campbell bekam die Sea Shepherd Conservation Society Zuspruch und Unterstützung. Unter Garrett wurden wir verunglimpft und nun werden damit belästigt, dass die Rudd Regierung versucht den Einsatz von Sea Shepherd, die Wale zu schützen, zu sabotieren.

Peter Garrett will nicht, dass unser Schiff die Steve Irwin im Dezember ins Südpolarmeer zurückkehrt. Warum? Weil die japanische Regierung bei der australischen Regierung darum gebeten hat einzuschreiten um uns davon abzuhalten ins Südpolarmeer zurück zu kehren.

Rechtlich können sie die Steve Irwin nicht daran hindern zur Antarktisküste aufzubrechen, aber es scheint sie haben einen Weg gefunden unsere Mission zu sabotieren.

Und somit wurden meinem ersten Offizier Peter Hammarstedt aus Schweden und mir die Visa um Australien zu betreten entzogen und unser neuer Antrag wurde abgewiesen. Mein Bootsmann, Dan Bebawi aus Großbritannien wurde aufgefordert aus seinem Flugzeug in London Heathrow wieder auszusteigen und ihm wurde dann gesagt, dass sein Visum nicht länger gültig sei. Nach einer Woche und einem teuren Wiederaustellen seines Tickets, bekam er ein beschränktes Visum.

Die Geschichte ist für Peter Hammarstedt und mich nicht ganz so einfach.

Die Einwanderungsbehörde verlangen nun, dass Peter und ich Polizeizeugnisse von Norwegen, Kanada und den Vereinigten Staaten vorweisen um mit den Visaanträgen fortzufahren. Sobald diese Berichte vorliegen werden wir über weitere Notwendigkeiten informiert.

Mit anderen Worten, sie werden uns alle behördlichen Hürden für Monate in den Weg stellen, um uns daran zu hindern auf unser Schiff in Australien zurückzukehren.

Ich wurde wegen keines einzigen Verbrechens in irgendeinem Land dieser Welt verurteilt. Es gibt keinen einzigen Haftbefehl gegen mich. Selbst von Japan nicht. Die Niederlande, die die Nation unserer Schiffsflagge ist hat uns weder angezeigt noch wegen irgendetwas beschuldigt. Ich habe Australien dutzendweise betreten und wiederbetreten ohne irgendeinen Vorfall, aber nun nach ein paar Wochen nachdem der australische Außenminister Stephen Smith von Japan ein Ultimatum gesetzt wurde, um Sea Shepherd zu stoppen, mussten Peter Hammarstedt und ich feststellen, dass uns die Rückkehr zu unserem eigenen Schiff ohne jegliche Begründung verweigert wurde.

Die diesjährige Kampagne wurde Operation Waltzing Mailda genannt als Anerkennung für die Tatsache, dass die Sea Shepherd Conservation Society von der australischen Bevölkerung eine überwältigende Unterstützung erfahren hat.

Australien war nun unser Stützpunkt für Operationen gegen Japans illegale Walfangoperationen seit 2005 und die Australier haben gezeigt, dass sie die leidenschaftlichste Nation der Erde sind, wenn es darum geht die großen Wale vor den illegalen und grauenhaft unbarmherzigen Walfangaktivitäten der japanischen Walfangflotte zu beschützen.

Leider wird diese Unterstützung der Menschen für die Wale nicht von der Vorgehensweise der australischen Regierung wiedergespiegelt.

Die Rudd-Regierung hat den „Hart durchgreifen für die Wale Versprechen“ den Rücken zugewandt, die sie vor der Wahl noch gemacht haben und sind nun mehr zu braven gefügigen Diener der Ansprüche der japanischen Regierung geworden, als dass sie den Sorgen der Australier dienlich werden, die sie gewählt haben.

Die Steve Irwin hat Brisbane diesen Monat verlassen um eine Tour um Australien zu machen um Unterstützung für die Operation Waltzing Matilda zu sammeln. Unter dem Kommando des holländischen Kapitän Alex Cornelissen liegt das Schiff zurzeit am Circular Quay in Sydney vor Anker, nahe der Sydney Oper.

Es ist geplant, dass die Steve Irwin Brisbane und Hobart besucht, bevor sie Fremantle besucht, von wo das Schiff im Dezember in die Antarktis aufbrechen wird.

Leider kann ich zur Zeit nicht an Bord meines eigenen Schiffes während dieser Tour sein, bevor das Visum ausgestellt wird. Eine Sache welche einfach und routinemäßig bis letzten Monat erledigt wurde. Doch nun wurde ich vom australischen Visum-Büro darüber informiert, dass diese „Schikane“ Routine ist. Sie müssten sicherstellen, dass ich einen „guten Charakter“ habe bevor sie ein Visum ausstellen können.

Selbstverständlich könnte und wahrscheinlich hat die australische Bundespolizei bereits alle Einträge die mich betreffen bekommen die sie benötigen. Trotz alledem werde ich hunderte von Dollar und Wochen an Zeit opfern müssen um die Polizeizeugnisse über meinen „Charakter“ zu bekommen.

Komischerweise ist es leichter ein Polizeizeugnis zu bekommen, wenn man in den Polizeiakten vermerkt ist, als wenn man überhaupt keine Einträge hat. Dadurch, dass ich niemals in den USA wegen einer Straftat verurteilt wurde, wurde mir gesagt, dass es nötig wäre einen FBI Bericht vorzuweisen, der bestätigt, dass ich niemals wegen einer Straftat in den USA verurteilt wurde. Das macht es notwendig, dass Fingerabdrücke genommen werden und ein langes Formular ausgefüllt wird nur um ein Dokument zu erhalten, welches bestätigt, dass es keine polizeilichen Einträge gibt. Wenn das wirklich Routine ist, würde wohl niemand Australien je besuchen wollen.

Japan hat jegliche bürokratische Möglichkeit ausgeschöpft um uns daran zu hindern sich ihrer Wal-Wilderer-Flotte dieses Jahr entgegenzustellen. Sie übten Druck auf die niederländische Regierung aus um uns die Flagge zu entziehen. Sie üben Druck auf die australische Regierung aus um gegen uns einzuschreiten. Sie haben Anfragen an die Vereinigten Staaten und Kanada gesandt um Sea Shepherd und mich daran zu hindern unsere Anstrengungen, die Wale zu schützen, fortzusetzen.

Trotz alledem sind wir nach wie vor auf Zielkurs um anfang Dezember auszulaufen und ich werde dabei sein, Visum oder nicht. Peter Hammarstedt wird ebenso dabei sein. Keine Macht auch mit Gewalt wird uns daran hindern im Dezember ins Südpolarmeer zurückzukehren um erneut die illegale japanische Quote zu zerstückeln und ihre verbotenen Profite zu vereiteln.

Operation Waltzing Matilda ist auf Zielkurs und dieses Jahr stößt zu der Steve Irwin noch die Earthrace. Das wird der ambitionierteste und aggressivste Einsatz um das Abschlachten der Wale im Südpolarmeer zu verhindern, den es bisher je gegeben hat.

Die Sea Shepherd Conservation Society organisiert zurzeit eine Petition um die Charakter-Erfordernisse für Peter Hammarstedt und mich zu unterstützen.

Wir haben weniger als zwei Monate um unsere Visa zu sichern, die uns erlauben das Kommando des einzigen Schiffes dieses Planeten zu übernehmen , dass das Leben von hunderten von wehrlosen und bedrohten Walen im Südpolarmeer retten kann.

Ich bin davon überzeugt, dass das australische Volk seine Stimme gegen Canberra erheben wird um uns und die Wale zu unterstützen. Rudd und Garrett müssen daran erinnert werden, dass es nicht die japanischen Walfänger waren, die sie an die Macht gewählt haben, es waren die australischen Bürger und die Australier wollen, dass das blutige Abschlachten im Südpolarmeer endlich endet.

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7 Antworten auf Das Sea Shepherd Dilemma Down Under

  1. Katrin sagt:

    Diese “Visaschikane” ist wirklich unglaublich.
    Leider ist es immer wieder so, dass Politiker vor der Wahl die großen Versprechen machen, die sie dann nicht oder nur teilweise einhalten.
    Ich hoffe nur, dass die Visa rechtzeitig ausgestellt werden und nicht noch mehr Steine in den Weg geschmissen werden!!!!
    Ich würde mir wünschen mehr tun zu können. Hoffe ein kleiner aber regelmäßiger Spendenbeitrag hilft trotzdem.

  2. ThomasBuiter sagt:

    Hallo Katrin,

    in Australien baut sich gerade massiver Druck gegenüber der Regierung auf. Was man von hier aus noch machen kann ist, dem australischen Botschafter in Deutschland sein Missgefallen kund zu tun.

    Die Australische Botschaft in Deutschland
    Botschafter

    S.E. Ian Kemish AM,
    Botschafter in Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein
    Anschrift

    Australische Botschaft
    Wallstraße 76-79, 10179 Berlin

    Tel. 030 / 880088-0, Fax 030 / 880088-210
    Email: info.berlin@dfat.gov.au
    Visafragen: visaquestions.berlin@dfat.gov.au

    Australisches Generalkonsulat Frankfurt
    Neue Mainzer Str. 52-58 (Main Tower)
    60311 Frankfurt/Main

    Tel. 069 / 90558-0, Fax 069 / 90558-119

  3. Katrin sagt:

    Hallo Thomas,

    vielen Dank für den Hinweis!!

    LG Katrin

  4. ThomasBuiter sagt:

    Zusätzlich gibt es noch eine Online-Petition um aktiv zu werden.

    http://bit.ly/Wf6NZ

  5. Katrin sagt:

    Super!

    Hab mal eine Frage, auch wenn sie hier nicht so passend sein dürfte.
    Warum gibt es keine deutsche Seite von Sea Shepherd?
    Mein Englisch ist leider nicht so gut wie ich es mir wünschen würde.. Und es fällt mir nicht leicht mich durch die homepage zu lesen.

  6. ThomasBuiter sagt:

    Moin Katrin

    Die Frage ist aber berechtigt. Sea Shepherd Deutschland ist durch die Aktivisten im Migaloo-Blog in Arbeit. Wir sind im Migaloo-Blog derzeit aktueller, als alle anderen nicht Englischsprachigen Sea Shepherd Seiten.

    Dem Englischproblem sind wir uns alle durchaus bewusst, nur muss man auch verstehen, dass nachdem es Sea Shepherd Deutschland bereits mal gab, und die SpendenGelder nicht dort landeten wo sie sollten Paul Watson etwas vorsichtig geworden ist.

    Wir haben ihn letztes Jahr im Mai in Holland getroffen und ich habe mit ihm eine ganze Weile sprechen können und wir waren uns absolut einig, dass Sea Shepherd auch im deutschsprachigen Raum gebraucht wird.

    Wir sind immer noch ein kleines Übersetzungsteam, aber wir machen was wir können. Man darf nicht vergessen, dass es Migaloo.de erst seit Februar 2008 gibt und wir seit dem über 200 Übersetzungen gemacht haben. Es ist vor allem bei Kommentaren von Paul nicht immer leicht dieses zu machen, vorallem nicht, und da werden mir viele zustimmen, wenn er ins lyrische verfällt :) .

    Wenn ansonsten auch mal Fragen sein sollten, gerne mich anschreiben. Unter info@migaloo.de bin ich fast täglich erreichbar, auch wenn ich Emails mit Anhängen nur in Ausnahmefällen öffne, da meine Bandbreite recht begrenzt ist im aussereuropäischen Ausland.

    Liebe Grüsse vom kaspischen Meer

    Thomas

  7. ThomasBuiter sagt:

    Paul und Peter haben durch den Druck der Öffentlichkeit ihre Visa nun bereits wieder ausgestellt bekommen.