Furcht, Hohn, Jubel und Abscheu für Sea Shepherd in South Park

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-091103-1.html
migaloothomas2
Dienstag der 3. November 2009

Furcht, Hohn, Jubel und Abscheu für Sea Shepherd in South Park

Kommentar von Kapitän Paul Watson

news_091103_1_South_Park_WW_2Ich wusste sofort als ich hörte, dass South Park Sea Shepherd und Whale Wars verspotten würde, dass es bösartig brutal wird. Keiner wird von Trey Parker und Matt Stone geschont. Aber ich wusste auch, was immer sie planen wird gut für die Wale sein und das war das Einzige worüber ich mir ernsthaft Sorgen machte und somit wurde ich nicht enttäuscht.

Okay, ich bekam eine Harpune durch meinen Kopf. Hey, s*@# happens!

Die South Park Folge von „Whale Whores*“ war ein kraftvoller Schlag in die Medien, mit denen wir seit Jahren auf die japanische Walfangindustrie draufschlagen.

Erst trafen wir sie mit zwei Staffeln von Whale Wars und dann folgte Louie Psihoyos mit seiner atemberaubenden und erfolgreichen Dokumentation Die Bucht. Während die japanische Regierung und die Serienmörder an den Walen und Delphinen noch von diesen Zelluloid-Hieben taumeln, kommt Kapitän Stan aus dem Colorado Cartoonland und knallt ihnen alle Phantasiegewalt und Verhöhnung entgegen, die sie finden konnten und haben wahrlich nicht enttäuscht.

Meiner Ansicht nach ist der japanische Premierminister nicht darüber amüsiert und die Wal- und Delphinmörder sind stinksauer, dass sie so dargestellt wurden. Das ist Musik in meinen Ohren. Wenn diese humorlosen Walmörder und geldgierigen Delphinmörder die Show nicht mochten, bleibt mir nur noch zu applaudieren.

Mich kümmert es nicht im Geringsten wie ich persönlich verspottet, verhöhnt und beleidigt wurde. Zum Teufel, in South Park verspottet, verhöhnt und beleidigt zu werden zeigt nur, dass Sea Shepherd und Whale Wars zur anderen Seite des Vorhanges der Medienkultur vorgestoßen ist. Wir sind nun in der gleichen Karnevals-Gallerie wie mein alter Kumpel Sean Penn und Nicole Kidmans Ex-Ehemann Tom Cruise und seinen Scientologen.

Ich werde laufend von bedeutungslosen Trollen im Internet mit Schimpfnamen belegt und es hat mich nie gestört, denn ich habe immer gefühlt, dass man keine sozialen Fortschritt machen kann ohne einem Haufen Leuten ans Bein zu pinkeln und desto mehr Leute sich angepisst fühlen umso mehr Fortschritt macht man. Aber es ist schon ein deutlicher Unterschied ob man es mit ein paar Hohlköpfen zu tun hat oder der Elite von Regierung und Medien. Fox Network dumm dastehen zu lassen ist ein Kinderspiel (ich habe es mehrfach getan), aber die Aufmerksamkeit von Comedy Central auf sich zu ziehen ist schon ein Glied weiter oben in der medialen Nahrungskette.

Das gilt im Besonderen für Umweltschützer und Umweltaktivisten. Wir sind in einem Geschäft wo man wirklich Leuten ans Bein pinkeln muss und ich könnte mit den Briefen und Emails die ich bekommen habe und denen mir angedroht wird mich zu töten oder mir ihren hysterischen Hass ausdrücken ein Buch füllen. Die Seiten sind praktisch durchnässt von dem Schaum, der ihnen aus ihren wütenden, sabbernden Mündern tropft.

Und ich liebe es. Ich liebe es sehr Menschen wütend zu machen, sie zum Denken zu bewegen und sie mit den ökologischen Realitäten zu konfrontieren zu dem was sie dieser Erde mir ihrer wunderschönen aber schwindenden Vielfalt an Arten mit denen wir diesen Planeten teilen antun.

Wie Parker und Stone bin ich ein Misanthrop und das macht mich recht immun gegen Kritik und Beleidigungen.

Diese Woche wurde die Kihansi Zwergkröte für ausgestorben erklärt. Es gibt 17.000 Arten die wir kennen, die kurz davor sind in Vergessenheit zu geraten. Wir werden mehr Arten an Pflanzen und Tieren zwischen 2000 und 2065 verlieren als der Planet in den vergangenen 65 Millionen Jahren verloren hat und das alles wegen der ökologischen Verantwortungslosigkeit einer einzigen Spezies, meiner eigenen Homo sapiens arrogantus ignoramuns. Im Angesicht dieses biologischen Holocausts amüsiert es mich doch, wenn jemand meint, von South Park beleidigt zu werden sollte einem persönlich Sorgen machen.

In Wahrheit denke ich, dass die Personen in South Park ganz genau die Apathie und Dummheit der Menschheit wiederspiegelt, dass es einen regelrecht verängstigt wenn man darüber nachdenkt wie nah die Show an der Realität ist.

Diese bestimmte Folge von South Park mit dem Titel „Whale Whores*“ schmettert auf die japanische Kultur ein, zeigt aber ebenso Teile der amerikanischen Kultur. Sie schlägt Veganer ebenso wie Fleischesser nieder, sie verspottet Larry King, meine Crew und mich selbst. Sie lässt Godzilla auf die feigen Walfänger los, kichert über die Hiroshimabombardierung , massakriert die Miami Dolphins, wirft Brandbomben auf die Nisshin Maru und versenkt sie, fliegt Kamikazeangriffe auf die Steve Irwin, tötet meine Crew, löscht die Walfänger aus, verhöhnt das Fernsehen, ohrfeigt die Crew von „Deadliest Catch“ und macht das alles in knapp zwanzig Minuten mit hochgradiger Gewalt, Rassismus, Sexismus und jeglicher Art von politischer Korrektheit die es gibt in einer perversen Orgie von Slapstickhumor die eine lächerlichen und albernen Handlung unterstützt, die diese erbärmlichen erfolgreichen Genies auf ihre besonders bösartige Weise hinbekommen haben.

Mit anderen Worten – Es war verdammt Großartig!

news_091103_1_South_Park_whalewhores_1Und nicht ganz unwichtig war, dass auf der Seite unseres Schiffes in großen Cartoon-Buchstaben „www.Seashepherd.org“ zu lesen war und sie haben es sogar richtig geschrieben. Wie zur Hölle könnte ich mich darüber beklagen?

Das Publikum erreichte die Nachricht über das grauenvolle illegale Abschlachten der Wale und Delphine welches erheblich verstärkt wurde und Menschen die nie etwas von Sea Shepherd gehört haben oder Whale Wars haben uns und das Problem nun kennengelernt und das kann man letzten Endes mit den Worten zusammenfassen, dass es eine Mutter des medialen Erfolges war.

Jemand sagte zu mir, das sie dachten es wäre durch und durch negativ und dass ich verleumdet und so dargestellt würde als würde ich lügen, über die Wale, über den Schuss auf mich blah, blah, blah….. Natürlich ist die Medienkultur eine riesige Superlüge so dass es mich nicht stört. Die Wahrheit ist die Wahrheit, doch leider ist die Wahrheit in diesen Tagen nicht all zu viel wert. Lügen verkaufen sich und darum ist es unmöglich geworden die Lügen von der Wahrheit zu trennen. Da kann man jeden Politiker oder Firma fragen.

Habe ich darüber gelogen, dass ich von den Japanern beschossen wurde? Nein, aber ich kann es nicht beweisen und wenn ich es nicht beweisen kann können die Leute alles spekulieren was sie sich wünschen. Ich hätte der australischen Bundespolizei geholfen, wenn sie forensische Analysen der Kugel gemacht hätten, aber sie haben sich mit der Entschuldigung, dass sie keine rechtliche Kompetenz hätten, verweigert sie sich anzusehen. Die Niederländer bei dem unser Schiff registriert ist wollten sie nicht sehen. Die Amerikaner und Kanadier (von denen ich Pässe habe) wollten sie nicht sehen. Am Ende hab ich sie William Petersen, der Gil Grissom in CSI Las Vegas spielt, in die Hand gedrückt. Er sah sie sich an und seine „Experten“-Meinung war „Jopp, sieht wie eine Kugel aus“. Für mich reicht das aus. Ich kenne die Wahrheit und das ist das Einzige was für mich wichtig ist. Ich könnte nicht viel darauf geben was jemand anderes darüber denkt.

Wenn also Stan mich gerne einen Lügner nennen will, dann kann Stan sich eine Nummer ziehen und sich in die lange Schlage zu den anderen stellen, die es bereits getan haben. In einer Welt in der Millionen von Menschen immer noch glauben, dass globale Erwärmung eine Lüge ist und dass Barack Obama keine Geburtsurkunde hat und Anführer dieser Welt schwören sie hätten persönliche Unterhaltungen mit Gott geführt, hat es wenig Gewicht ein Lügner genannt zu werden. Wenn man darüber nachdenkt, leben wir in einer Kultur des Lügens und die eigene Wahrheit ist einfach die Lüge einer anderen Person. Sarah Palin hat gerade erst ein Buch voller Lügen geschrieben und es ist ein nationaler Bestseller.

Sind wir „vegane Weicheier“ die sich als Piraten ausgeben wie es die Show sagt? Es waren die Japaner und Norweger die uns als erstes Piraten nannten, nicht wir selber, aber ich werde lieber „veganes Weichei“ genannt als geistig minderbemittelter Mörder. Es ist leicht für Kapitän Stan die Walfänger in einem Phantasielang zu ermorden aber für wir, die in der Realität gefangen sind müssen wir ein paar anderen Regeln folgen und unsere erste Sorge gilt, dass keiner verletzt wird und als zweites, dass wir aus den Gefängnissen bleiben. Anders als Stan und die Jungs können wir uns nicht den Weg aus dem Knast herausschreiben.

Unsere Kampagnen ins Südpolarmeer waren und sind effektiv. Wir haben erreicht, dass die Quote fast halbiert wurde und 90% der geplanten Finnwalfänge verhindert. Wir haben der japanischen Walfangflotte die letzten drei Jahre ihren Profit gekostet und das illegale Abschlachten von Walen und Delphinen durch japanische Walfänger weltweit öffentlich gemacht und die japanische Regierung in Verlegenheit gebracht. Wir wissen was wir erreicht haben und mit diesem Wissen können wir uns zurücklehnen und über uns selbst und die Walfänger lachen und die Parodie genießen.

Whale Wars hat uns stärker gemacht und wie ich bereits vor der Ausstrahlung von South Park sagte, hat uns Stans vorrübergehendes übernehmen meines Schiffes noch mehr Unterstützung eingebracht.

Während wir uns für die Rückkehr ins Südpolarmeer vorbereiten um dort in der sechsten Kampagne den japanischen Walfängern entgegenzutreten, haben wir uns versichert eine South Park DVD für die Unterhaltung der Crew einzupacken und ich denke wir sollten einige Kopien aufs Deck der japanischen Walfangschiffe katapultieren um ihre Moral zu senken.

Ich muss immer wieder daran denken wie lustig es ist wenn unser niederländisches Vorstandsmitglied Ales Cornelissen, der mich auf dieser nächsten Kampagne begleitet, ein Seemannstuch auf dem Kopf trägt und wie der kleine Kapitän Stan von South Park aussieht. Vielleicht werden einige Dinge etwas lebhafter, wer weiß, wir werden sehen.

Die blutige Harpune verschaffte mir große Kopfschmerzen, aber wie Kenny, bin ich zurück und bereit ins Südpolarmeer zu ziehen um Butterbomben und mehr auf diese lustigen aber tödlichen Sushi essenden Walmörder und auf die Walfangschiffe zu werfen.

So Leute, bleibt auf Empfang für Staffel drei von Whale Wars auf Animal Planet und Discovery.

*[Anm. d. Ü]Whale Whores bedeutet soviel wie Wal-Schlampen.

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4 Antworten auf Furcht, Hohn, Jubel und Abscheu für Sea Shepherd in South Park

  1. Seiji Oujiru sagt:

    “…kichert über die Hiroshimabombardierung…”

    Wieso nicht auch noch über die Judenvergasung mit anschließender Einäscherung kichern? Ist schließlich beides ein Holocaust!

    Die TV-Serie “South Park” ist ein guter Spiegel der US-amerikanischen Seele, die noch heute geprellt ist, weil die USA

    (1) in Pearl Harbour mit heruntergelassenen Hosen erwischt wurden und
    (2) das Veranstalten eines Holocaust (Hiroshima+Nagasaki) genauso gut können wie die Nazis.

    Dieser Frust über die eigenen Unzulänglichkeiten kanalisiert sich seit 60 Jahren in miesen Zeichentrickserien. ;-)

  2. Frank sagt:

    Haben sie überhaupt mal Southpark gesehen? Ich finde dann sollte man erkennen, das die Amis sich damit selber auch verarschen.

  3. Seiji Oujiru sagt:

    “Haben sie überhaupt mal Southpark gesehen? Ich finde dann sollte man erkennen, das die Amis sich damit selber auch verarschen.”

    (1) Die Frage, ob ich je South Park gesehen habe, ändert nichts an dem von mir kritisierten Sachverhalt.

    (2) Ja, ich kenne South Park schon aus Zeiten, wo die Serie noch auf RTL lief. Am Anfang war die sogar lustig!

    (3) Das sich “die Amis” darin selbst verarschen ändert ebenfalls nichts an der Gültigkeit meiner Kritik.

  4. Julius sagt:

    Was darf die Satire?

    Alles.

    Kurt Tucholsky