Japanischer Außenminister gibt das Wildern von Walen zu

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-091211-1.html

Freitag, 11. Dezember 2009
Japanischer Außenminister gibt das Wildern von Walen zu

Sea Shepherd sagt es ist an der Zeit die Gesetze durchzusetzen

news_091211_1_1_Japanese_whaler_harpoons_minke_whale_2009Japans Außenminister Katsuya Okada gab nun zu was der Rest der Welt bereits lange Zeit wusste.

In einem Interview mit der Zeitung The Australien und der ABC (Australian Broadcasting Corporation) sagte der Außenminister Okada „Wir haben eine Tradition hier in Japan, dass wir Walfleisch essen.“

„Ich denke, dass Essen ein wichtiges Element von Kulturen und deshalb ist es nötig dieses gegenseitig zu respektieren und die Kultur des anderen anzuerkennen“, sagte er.

„Es mag Dinge geben, die Australier essen, Japaner aber nicht. Selbstverständlich wäre das andere Geschichte, wenn diese Arten bedrohte Arten währen, die am Rande der Ausrottung stünden… Aber wenn nicht denke ich möchte der durchschnittliche Japaner in der Zukunft gerne weiterhin Walfleisch essen.“

Nicht ein einziges Mal hat Herr Okada versucht den japanischen Walfang als „wissenschaftliche Forschung“ zu verteidigen. Er hat es absolut klar gestellt, dass es sich um eine kommerzielle Operation handelt, dessen Ziel es ist Wale für den Konsum und den Profit zu töten. Er verneinte sogar, dass es sich bei Finn- und Buckelwale um bedrohte Arten handelt obwohl sie international anerkannt als gefährdet eingestuft sind.

„Das bringt einen ganz neuen Aspekt in unsere diesjährige Kampagne“ sagte Kapitän Paul Watson von Bord des Sea Shepherd Schiffes Steve Irwin aus dem Südpolarmeer. „Japanische Walfänger sind Wilderer und nun gab sogar ihr Außenminister zu, dass es sich um Wilderer Operationen handelt. Die japanische Regierung hat den Walfängern die Erlaubnis erteilt 935 geschützte Minkewale, 50 gefährdete Finnwale und 50 gefährdete Buckelwale zu töten.“

„Diese Walfänger sind Wilderer. Sie sind Kriminelle und das wissen sie. Sie verletzten den Antarktisvertrag indem sie kommerziell die Antarktischen Gewässer nutzen und sie operieren in Missachtung des australischen Bundesgerichtshofes und fahren fort Wale im australischen Antarktisterritorium zu töten“, fuhr Kapitän Watson fort.

Die Sea Shepherd Conservation Society ist nicht hier unten in diesen Gewässern und gegen den Walfang zu protestieren, wir sind nur einfach damit „nicht einverstanden“. Wir sind hier unten um internationale Umweltschutzgesetze in Übereinstimmung der Richtlinien der United Nations World Charter for Nature durchzusetzen. Die Society ist hier unten in diesen Gewässern um den Job zu erledigen, den eigentlich Australien, Neuseeland, die USA und die anderen Mitgliedsstaaten der Internationalen Walfangkommission sich weigern zu machen – das Gesetz durchzusetzen.

Die Sea Shepherd Schiffe und deren Crews werden versuchen internationale Umweltschutzgesetze durchzusetzen indem wir diese illegalen Schiffe mit jedem physischen Mittel aufhalten, in Betracht dabei weder menschliches Leben zu bedrohen oder jemanden zu verletzen.

„Dieses Affentheater des wissenschaftlichen Walfangs wurde von niemandem anderen als dem japanischen Außenminister als Betrügerei entlarvt“, sagte Kapitän Paul Watson. „Genug von diesen holprigen und schwulitären Taktiken, genug von diesen Stinkbomben. Es wird Zeit für ein wenig aggressivere Taktiken. Es ist an der Zeit hier unten eine Aussage zu machen und Regierungen mit einzubeziehen. Mich ermüdet es diese Wilderer mit dem verletzen von internationalen Umweltschutzgesetzen davonkommen zu lassen, und sie kommen nur davon, weil sie eine große, mächtige und wohlhabende Nation sind. Wenn es somalische Wilderer wären, die Elefanten töten, würden sie erschossen werden. Wären es nigrische oder ruandische Stammesangehörige, die Berggorillas für Buschfleisch töten, würden sie erschossen werden. Stattdessen sind sie arrogant in ihrer Art das Gesetz zu respektieren und sie machen was immer sie, wann immer und wo immer sie es wollen. Schluss damit! Walfang wird hier unten beendet und wir werden unsern Teil dafür beitragen um es zu beenden.“

Die Steve Irwin nähert sich der japanischen Walfangflotte. Jeder Tag bringt die Sea Shepherd Crew 300 Meilen (556 Kilometer) näher an diese Wilderer heran.

„Das hat nichts mit Kultur oder den Respekt von Kultur zu tun“, sagte Kapitän Watson, „Es geht darum internationale Umweltschutzgesetze zu respektieren. Wir sind wegen keiner Übertretung bei unseren Aktivitäten hier unten in diesen Gewässern angeklagt worden, noch nicht einmal von den Japanern. Der Grund dafür ist einfach. Es ist schwierig Menschen anzuklagen, die Gesetze durchsetzen indem sie gefährdete Arten vor Wilderern beschützen. Wir sind nicht die Kriminellen sondern die Walfänger sind die Wilderer und nun hat sogar ihr Außenminister diesen Fakt anerkannt – es geht darum Wale für den kommerziellen Verkauf als Lebensmittel zu töten. Das ist es um was es geht und um das worum es immer gegangen ist.“

Die Sea Shepherd Crew erwartet die Flotte innerhalb von 10 bis 12 Tagen abzufangen.

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6 Antworten auf Japanischer Außenminister gibt das Wildern von Walen zu

  1. Seiji Oujiru sagt:

    “Sea Shepherd sagt es ist an der Zeit die Gesetze durchzusetzen”

    Dazu zwei kurze Fragen:

    (1) Bliebe Sea Shepherd daheim, wenn das Gesetz nichts zum Walfang sagen würde?

    (2) Sagt das Gesetz in Wirklichkeit nicht, dass der Walfang Japans im Südpolarmeer legal ist?

  2. madison sagt:

    Sea Shepherd würde da unten nicht intervenieren müssen wenn die Japanische Walfangflotte die Gesetze zum Schutz der Wale akzeptieren würde und dort nicht agiert.
    Der Walfang in einer Walschutzzone kann nicht legal sein weil man sonst keine Schutzzone bräuchte

  3. Julius sagt:

    WISSENSCHAFTLICHER Walfang wäre legal.
    Aber guck doch mal genau hin: Der japanische Außenminister begründet den Walfang mit dem Interesse seiner Landsleute am Walfleisch, nicht mit Forschung.
    Der Walfang zu Verkaufszwecken ist streng verboten und die ‘UN Weltcharta für die Natur’ gibt jederman das Recht, Naturschutzgesetze auf hoher See durchzusetzen.

    http://www.un.org/documents/ga/res/37/a37r007.htm

  4. Seiji Oujiru sagt:

    @madison:

    Offiziell handelt es sich um “wissenschaftlichen Walfang” in einer Walschutzzone. Und der ist völlig legal.

    Inoffiziell ist es natürlich Walfang für den Walbraten zu Weihnachten, aber Inoffizielles zählt bei juristischen Angelegenheiten nunmal nicht.

    Diese ganze Argumentationskette, die über Recht+Gesetz geht, ist somit völlig unbrauchbar und aus dem Munde von Paul Watson sogar lächerlich.

    Schließlich hat die Steve Irwin unter dem Kommando von Paul Watson mehrfach japanische Schiffe gerammt. Und das ist offiziell wie inoffiziell illegal.

    Wären die westlichen Staaten tatsächlich jene Rechtsstaaten, deren sie sich immer brüsten, gäbe es schon lange einen vollstreckten Internationalen Haftbefehl gegen Paul Watson und eine Beschlagnahme aller Vermögenswerte der Sea Shepherd Conservation Society.

  5. Julius sagt:

    Du behauptest, Japans Walfang im Walschutzgebiet Südpolarmeer sei von “offizieller” Seite als legal anerkannt.
    Kannst du das belegen? Wer, außer die Japaner selbst, betrachtet denn den Walfang in der Walschutzzone als legitim??
    Die IWC sicher nicht.
    Die IWC hat Japan wiederholt mit Mehrheitsbeschluss dazu aufgefordert, jedes Töten von Walen im Southern Ocean Sanctuary zu unterlassen.

    Falls du nachlesen möchtest:

    Resolution 2007-1

    RESOLUTION ON JARPA

    WHEREAS paragraph 7(b) of the Schedule establishes a sanctuary in the Southern Ocean;

    RECALLING that the Commission has repeatedly requested Contracting Parties to refrain from issuing special permits for research involving the killing of whales within the Southern Ocean Sanctuary, has expressed deep concern at continuing lethal research within the Southern Ocean Sanctuary, and has also recommended that scientific research involving the killing of cetaceans should only be permitted where critically important research needs are addressed;

    CONSCIOUS that the Scientific Committee last year convened a workshop to analyse the results of JARPA 1, which is reported in SC/59/REP 1;

    NOTING that the Workshop agreed that none of the goals of JARPA 1 had been reached, and that the results of the JARPA 1 programme are not required for management under the RMP;

    FURTHER NOTING that the Government of Japan has authorised a new special permit programme in the Antarctic, JARPA II, in which the take of minke whales has been more than doubled, and fin whales and humpback whales have been added to the list of targeted species;

    CONCERNED that fin whales in the Southern Hemisphere are currently classified as endangered, and that humpback whales in the JARPA II research area may include individuals from depleted breeding populations overwintering in the waters of certain Pacific Islands;

    CONVINCED that the aims of JARPA II do not address critically important research needs;

    NOW THEREFORE THE COMMISSION

    CALLS UPON the Government of Japan to address the 31 recommendations listed in Appendix 4 of Annex O of the Scientific Committee report relating to the December 2006 review of the JARPA I programme to the satisfaction of the Scientific Committee;

    FURTHER CALLS UPON the Government of Japan to suspend indefinitely the lethal aspects of JARPA II conducted within the Southern Ocean Whale Sanctuary.

    Quelle:
    http://www.iwcoffice.org/Meetings/resolutions/resolution2007.htm

  6. Seiji Oujiru sagt:

    @Julius:

    Für Dich gilt das Gleich wie für madison: Japan betreibt legalen Walfang, auch wenn der Zweck in euren Augen fragwürdig ist.

    Was die “World Charter for Nature” der Vereinten Nationen angeht, so verstehe ich deren Implementierung so, dass es die Aufgabe der einzelnen Nationalstaaten ist, Gesetze zu schaffen, welche das Eingreifen privater Personen und Organisationen zur Durchsetzung von Gesetzen den Naturschutz betreffend regeln, aber nur dann, wenn es keine staatlichen Organe gibt, welche diese Aufgaben übernehmen.

    Und was den Walfang angeht gibt es Gesetze, die ganz klar sagen, dass das Handeln Japans rechtens ist. Das wird sogar in “Whale Wars” klargestellt: “experts agree with that what the whalers are doing is probably legal”.

    Mal davon abgesehen ist die besagte Charta an allen Stellen nicht-bindend formuliert, zum Beispiel mittels des englischen Wortes “shall”.

    Tur mir leid, Julius, aber die Aktionen Sea Shepherds kannst Du damit nicht rechtfertigen, auch wenn Du das gerne hättest.