Maschinenraum Blog : Und wieder auf dem Kontinent

Original: http://www.seashepherd.org/matilda/crew-blog/

Samstag 19. Dezember 2009
Maschinenraum Blog : Und wieder auf dem Kontinent

Von David Nickarz
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Der Kapitän zog mich damit auf, ein Feigling zu sein weil ich an dem ‘Schwimmen mit Pinguinen’ nicht teilnehmen wollte. Die meisten der Crew zogen ihre Badesachen an und sprangen ins eiskalte Wasser, was so circa 0 Grad hatte. Ich zog es vor warm und trocken an Bord des Schiffes zu bleiben. Das war nicht feige, eher schlau.

Später dann, besuchten wir alle Cape Denison, wo ein Team von Australier die alte Monson Hütte ausgraben. Monson war ein Wissenschaftler, der im frühen 20. Jahrhundert die Küste der Antarktis erforschen wollte. Seine Baracke war sehr klein und bot für 18 Leute 2 Jahre lang einen Lebensraum. Es gibt dort immer noch Bücher, Zeitungen und Gläser voll Medizin in den Regalen. Die alten Acytilen-Gaslampen sind noch vorhanden und alles liegt unter einer Eisschicht. Einige Sachen, wie der alte Herd zum Beispiel, wurden bereits freigelegt. Echt unglaublich.

Das erinnert mich an die Schwierigkeiten die wir damit haben auf einem Schiff zu sein und Kabinen teilen zu müssen. Wir sehen uns jeden Tag, bei jedem Essen. Das kann schon mal stressig sein und einige reagieren gereizt. Seit wir in dieser Hütte waren, kann man sich schwer vorstellen wie Leute so lange, so zusammen leben können. Unser Schiff ist nicht sehr groß, aber es ist viel Komfortabler als die gute alte Farley Mowat, die für viele Kampagnen genutzt wurde.

Dies war nun mein zweites Mal in der Antarktis. Ich stattete der französischen Basis, ein paar Meilen von Monson’s Hütte entfernt, bereits Dezember 2002 einen Besuch ab. Damals waren tausende Adele Pinguine dort und in Cape Denison gewesen.

Sie sind wirklich eigentümliche Geschöpfe. Wir suchten uns den passenden Felsen aus, um unser Schlauchboot festzumachen und wurden von ein paar Forschern und Pinguinen besucht. Es war schwierig jedem Hallo zu sagen und alle Hände zu schütteln, während diese, erstaunlichen Geschöpfe ein paar Schritte neben uns standen. In einiger Entfernung sahen wir ein halbes Dutzend große Weddellrobben, die auf dem Eis schliefen.

Später am Tag hatten wir die Leute der Basis zum Essen eingeladen. Sie freuten sich über den Besuch, da sie bis auf irgendwann im Januar keine anderen Menschen zu sehen bekommen. Das Wetter war ebenfalls das Beste was uns passieren konnte. Es war verhältnismäßig warm, so um die 0 Grad, und recht sonnig. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit lag bei 50km/h. Man erwähnte hier bereits 200 km/h. Dieses ist einer der windigsten Plätze der Welt.

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