Auf den Fersen der erbarmungslosen Mörder im Antarktischen Ozean

Originaltext: http://www.seashepherd.com.au/forum/showthread.php?t=6946

Auf den Fersen der erbarmungslosen Mörder im Antarktischen Ozean

von Captain Paul Watson

13. Januar 2010

Ironischerweise ist die erfolgreichste Taktik, welche die Sea Shepherd anwendet, um Wale im Südpolarmeer zu retten, fast untätig zu sein.

Unsere Auseinandersetzungen mit den japanischen Walfängern sind dramatisch, besonders in diesem Jahr. Wir haben bereits eines unserer drei Schiffe verloren und lieferten uns mit den japanischen Sicherheitskräften Wasserkanonen- und Lasergefechte.

Es ist jedoch das Verfolgen der Walfangflotte, das die Fangquoten der Japaner beeinträchtigt, weil ihre Schiffe keine Wale töten können, während sie flüchten.

Und die japanische Walfangflotte flieht derzeit wirklich vor uns und tut das, was sie nach jeder größeren Auseinandersetzung mit Sea Shepherd macht. Wir können immer damit rechnen, dass sie einfach ein paar tausend Meilen von der einen Seite ihres Jagdgebietes zur anderen flüchten.

Seit dem Versenken der Ady Gil in der letzten Woche wurde kein einziger Wal getötet.

Dieses Jahr begannen die Walfänger auf der Ostseite ihres Jagdgebietes, das sie als JAPRA IV bezeichnen. Dieses Gebiet liegt bei 174° östlicher Länge. Sie fliehen jetzt an die äußerste Westseite von JAPRA IV bis zu 70° östlicher Länge. Dies ist ein Korridor, der sich über ungefähr 2500 Meilen erstreckt und zirka 300 Meilen breit ist.

Die Verfolgungsjagd führt unsere Schiffe Steve Irwin und Bob Barker durch einen Irrgarten aus Eisbergen jeglicher Form und Größe. Wir fahren dabei um gefährlich lauernde Eisblöcke, durch dichten Nebel und Schneestürme mit eiskaltem Regen, Graupeln und Hagel und über wogende Wellen gegen den klirrend kalten Wind.

Und es sind gerade diese Verfolgungsjagden, durch die Wale gerettet werden. Dutzende wären in der letzten Woche bereits gestorben, wenn die Nisshin Maru und ihre Gruppe von Harpunenschiffen nicht schnell so weit wie möglich nach Westen fliehen würden, mit dem Ziel, dass uns bei der Verfolgungsjagd der Treibstoff ausgeht. Und wenn sie anhalten, werden wir zuschlagen und es wird es eine neue Runde von Gefechten und dramatischen Zusammenstößen geben.

Und sie werden wieder fliehen. Doch dieses Jahr haben wir, im Gegensatz zu den Vorjahren, zwei große schnelle Schiffe, um die Nisshin Maru zu jagen und sie in die Fersen zu beißen, um sie weiterhin zur Flucht zu zwingen.

Ein amerikanischer Marine-Veteran beschrieb den Krieg mit den Japanern im Pazifik als “lange Phasen der Langeweile, unterbrochen von Momenten blanken Entsetzens.” Wir können diese Gefühle nur zu gut nachvollziehen.

Es ist schwer die Weite des Gebietes zu beschreiben, in dem wir die japanische Walfangflotte jagen. Auf jeden Fall ist es riesig und wir durchqueren einen 2500-Meilen-Korridor auf dem offenen Meer und durchsuchen ein Gebiet von über 750.000 nautischen Quadratmeilen.

Das ist genauso, wie von Sydney nach Perth durch den australischen Outback zu fahren, auf der Suche nach einer Karawane von acht Fahrzeugen. Wenn man sich dazu noch Sandstürme, Gewitter und Buschfeuer vorstellt, weiß man ungefähr, welche Herausforderungen wir zu bestehen haben.

Aber es ist mein großer Vorteil, dass ich ein eigenartiges Gespür dafür habe, wo sich die Walfänger befinden. Seit 1975, als meine Mitstreiter und ich das erste Mal die russische Walfangflotte im nördlichen Pazifik fanden, habe ich immer eine unerklärbare Fähigkeit zu wissen, wo die Wale und die Walfänger sind. Es ist schwer zu beschreiben, aber in Bezug auf die Walfänger spüre ich sie vor mir, hinter mir oder wo auch immer sie sein mögen, als eine kalte Decke des Bösen, die mir einen stillen Schauer über den gesamten Rücken laufen lässt.

Diese Flotte ist jetzt in Sichtweite. Wir werden sie im Auge behalten, sie abfangen und sie schikanieren. Wir werden alles tun, was im Rahmen von Gesetz und Moral liegt, um sie dabei zu behindern, den sanftesten und intelligentesten fühlenden Lebewesen des Meeres den Tod zu bringen.

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