Cyber Wars – Internetkriege

Sea Shepherd Kommentare: http://www.seashepherd.org/news-and-media/editorial-100119-1.html

Dienstag, 19.Januar 2010

Kommentar von Kapitän Paul Watson

Es fällt einem schwer zu beschreiben, wie schwierig die Aufgaben der Sea Shepherd Conservation bei der Organisation unserer jährlichen Kampagnen gegen die gesetzlosen Walfangaktivitäten der japanischen Walfangflotte sind.

Zehntausende von Handwerkerstunden sind nötig, um die Schiffe sicher zu machen, vorzubereiten und in Stand zu halten, Proviant aufzunehmen und aufzutanken, um den Helikopter vorzubereiten, Spenden aufzubringen um die Kampagnen finanzieren,  sich um die Presse,  Regierungen, und Bürokratie zu kümmern und jedes auch noch so kleine Detail muss berücksichtigt werden, um eine Kampagne auf die Beine zu stellen und durchzuhalten.

Es ist genauso schwer, annähernd auszudrücken, wie gefährlich diese Kampagnen sind, und es legt Zeugnis über unsere Fähigkeiten ab, dass nach sechs Antarktiskampagnen mit insgesamt 24 Monaten auf See mit vier verschiedenen Schiffen  weder jemand von uns eine einzige schwerwiegende Verletzung erlitten haben noch das von uns eine einzige Verletzung an denen zugefügt worden ist, denen wir uns entgegenstellen.

Das ist beachtlich, denn wir führen diese Seereisen durch die  abgelegenen und meteorologisch feindlichen Gewässern der Welt. Wir fädeln uns auf unserem Weg durch Eisberge und Eisschollen, über Tausende von Meilen an kargen Küsten entlang. Es gibt keine Krankenhäuser dort unten, keine Polizei. Es gibt keinerlei Rettungsmöglichkeiten, falls irgendetwas schief gehen sollte. Wir sind buchstäblich zweitausend Meilen weg von allem, das uns helfen könnte, falls uns eine Katastrophe heimsuchen sollte.

Und so eine  Katastrophe könnte  in jeder Stunde eines jeden Tages passieren. Da wäre das Eis, das ein Loch in unsere Stahlwand reißen und uns versenken könnte. Da wären fürchterliche unvorhersehbare Wetterbedingungen, in denen wir unsere kleinen Boote oder unseren Helikopter verlieren könnten. Und dann wären dann noch die eiskalten Gewässer, in dem einem nur wenige Minuten zu Überleben blieben, falls einer meiner Crew über Bord ginge. Und schließlich ist da die gewaltbereite Feindseligkeit der japanischen Walfänger und der Sicherheitskräfte, die entsandt wurden um sie zu verteidigen. Diese Gewalttätigkeit hat jetzt schon, während dieser Saison, eines unserer drei Schiffe zerstört und versenkt, die Ady Gil.

Ich habe 76 andere Menschen in diesen Gewässern bei mir, 76 Menschen aus 16 verschiedenen Nationen, auf zwei Schiffen, Freiwillige, deren Leben in meinen Händen liegt.

Meine Entscheidungen wirken sich auf jeden Einzelnen von ihnen aus. Wenn ich einen Fehler mache, könnte jeder von ihnen – oder mehr als einer – ernsthaft verletzt oder getötet werden.

Das ist eine furchtbare Verantwortung und ich bin mir der möglichen Gefahren sehr wohl bewusst. Und jeder Einzelne meiner Crew ist sich der Risiken bewusst, die sie auf sich zu nehmen entschieden haben, als sie mit mir vereinbarten, hier herunter zu kommen um uns in die Schusslinie zu stellen und damit gefährdete Wale vor der grausamen Abschlachtung durch japanische Wilderer zu beschützen, die in das Walschutzgebiet des Südpolarmeers einfallen.

Die Realität ist, dass was wir hier tun, einer “Mission Impossible” nahe kommt, und das Eigenartige an diesen Kampagnen ist, dass wir dabei sogar gewinnen. Wir erreichen unsere Ziele durch puren Wagemut, Willensstärke und unsere Liebe zu den Ozeanen und diesen unglaublich schönen Geschöpfen, für die wir eintreten – den Walen.

Wir haben die selbstgesetzten Tötungsquoten der japanischen Walfangflotte in jedem Jahr über vier Jahre hinweg gekappt und die Walfänger für die letzten drei Jahre ihre Profite gekostet. Und wir haben der ganzen Welt die Verbrechen ins Bewusstsein gebracht, welche die japanische Walfangflotte in diesen einsamen abgeschiedenen Gewässern begeht. Wir haben über 1400 Wale gerettet und die Walfänger mehrere zehn Millionen Dollar gekostet und wir haben die Angelegenheit in eine politische Debatte hineingedrängt, unter Einbeziehung Dutzender Nationen. Die Kampagnen waren effektiver als wir es uns jemals hätten vorstellen können.

Wir haben sehr wohl gewusst, dass diese Kampagnen langwierig, hart und herausfordernd sein würden. Wir sind eine kleine Nicht-Regierungs-Organisation, die es mit einer der mächtigsten wirtschaftlichen Supermächte unseres Planeten aufnimmt – Japan.

Wir stellen uns einer Flotte von mehr als einem halben Dutzend Schiffen entgegen, alle schneller und stärker als wir und bemannt wurde mit Hundertschaften von professionellen Mannschaften einer Schifffahrtsgesellschaft, die von der japanischen Yakuza kontrolliert wird.

Wir stellen uns einem Feind entgegen, der über 120 Millionen US-Dollar an Fördermitteln von der Regierung erhalten hat. Es ist ein Feind mit hoch bezahlten Public-Relations-Firmen zur Meinungsmache und er hat das Geld und ausreichend Leute auf der Lohnliste um uns auf jeder Ebene zu schlagen.

Dieser Feind kann nautische “Experten” anheuern wie alte Admiräle und Kapitäne, damit sie schwören, dass die Zerstörung der Ady Gil nicht die Schuld der Japaner war. Er kann lächerliche Medienveröffentlichungen absondern, die Sea Shepherd beschuldigen, tödliche Waffen zu haben, wohl wissend dass es einige Abnehmer geben wird, die den Unsinn auflesen und veröffentlichen.

Eine der heimtückischsten und hinterhältigsten Attacken war die Fähigkeit der japanischen Walfangindustrie, Internetkriege einzusetzen. Wir haben Grund zur Annahme, dass sie sich (zumindest zeitweise)  mit böswilligen Angriffen Zugang zu unserer Website verschafft und allgemeine Internetforen und Websites infiltriert haben. Und das nur um mit einer großzügig finanzierten Kampagne der Desinformation und Strategie unsere Moral zu untergraben und unsere Unterstützung durch ein Trommelfeuer von Lügen, persönlicher Angriffe, Rufmord und Internetmobbing zu schwächen.

Manche dieser Eindringlinge sind schlichtweg angeheuert oder freiwillige Cybergun – Schützen aus Japan.  Andere sind ahnungslose aber leicht zu manipulierende und selbstverliebte Trolle, die durch psychologische Manipulation so verdreht wurden, dass sie nicht nur mich selbst oder meine Crew attackieren, sondern noch weit widerlicher, feige unsere Familien und unsere Lieben zu Hause ins Visier genommen.

Wie eine Armee hirnloser Zombies können diese Eindringlinge losgelassen werden, indem man einfach Köder in verschiedenen allgemeinen Netzwerkseiten wie MySpace, Facebook oder in Internetforen auslegt oder diese Trolle motiviert, Websites oder allgemeine Netzwerkseiten einzurichten, die dazu bestimmt sind, uns persönlich anzugreifen.

Dieser Köder reicht von fingierten Anschuldigungen von Rassismus und Korruption bis zu extrem persönlichen Attacken auf das Aussehen, die Motivation, Taktiken und Persönlichkeiten meiner selbst, meiner Crew und unserer Freunde und Familien.

Bedauerlicherweise sind außer den wohlwollenden Individuen die allgemeinen Netzwerke im Internet voll von frustrierten, selbst verachtenden, eifersüchtigen und Hass speienden Leute, für die sich die Bezeichnung Trolle entwickelt hat. Das entspringt der Volkssage von dem Troll, der unter der Brücke lebt und darauf wartet, ausnahmslos jeden auszuplündern, der oben vorbeikommt.

Der einzige Weg, mit diesen Trollen umzugehen ist sie zu ignorieren und ihren parasitären Drang zurückzuweisen, sich von ihren Opfern zu nähren indem sie ihnen Verletzungen und Skandale zufügen.

Wir haben den Verdacht, dass japanische Cyber Gangs entdeckt haben, dass sie Sea Shepherd attackieren können, indem sie die umher treibende Armee von Trollen benutzen, die nichts Besseres zu tun haben als hinter ihrer Tastatur zu sitzen und nach Opfern zu suchen um ihr schwaches Selbstwertgefühl zu regulieren.

Wenn ihr darüber nachdenkt, sind die einzigen Leute, die Zeit und Energie damit vergeuden können, andere Leute , die sie nicht einmal kennen, in Internetforen zu attackieren, Leute ohne Job, ein gesundes Sozialleben oder Stabilität – mit anderen Worten, Leute, die ein eigenes Leben bräuchten.

Was wirklich aufschlussreich an den persönlichen Angriffen gegen uns war, ist, dass dieser Typ von Zombies, die gegen uns aufgehetzt wurden, tatsächlich glaubt, dass sie Wale und andere Tiere schützen indem sie unseren Kampagnen die Schlagader herauszureißen und versuchen alles zu sabotieren, was wir tun um tatsächlich  Wale zu schützen.

Und sie sind betrügerisch. Vor einigen Monaten lud mich eine Frau, die sich selbst als Moderatorin eines Internetforums beschrieb, dazu ein, einige Fragen von “Fans” auf der Seite zu beantworten. Sie sagte, es gebe eine Notwendigkeit, die Wale vor den Fürsprechern des Walfangs zu schützen. Ich machte den Fehler, ihre Einladung anzunehmen, nur um herauszufinden,  welche Frage ich auch immer beantwortete, diese doch  ignoriert wurde, und ich stellte fest, dass ich nur persönlich angegriffen wurde. Ich merkte sehr bald, dass eine vernünftige Debatte nicht möglich war, und ich mich lediglich zum Ziel hasserfüllter und hämischer Attacken gemacht hatte. Zusätzlich fand ich heraus, dass diese Frau tatsächlich selbst Pro-Walfang und eine selbsternannte Moderatorin war.

Ich hatte auch den Fehler begangen eine persönliche Seite bei Myspace einzurichten , wo sich innerhalb eines Jahres fast 10.000 „Freunde“ um mich scharrten, die ich leichtsinnigerweise akzeptierte ohne zu dem Zeitpunkt zu bemerken, das viele von ihnen keine Freunde waren. Als die persönlichen Angriffe begannen, blieb mir keine Wahl als jeden von dieser Liste zu streichen, um zu verhindern, das meine persönlichen Einträge in jedes noch so niederträchtige Forum der virtuellen Welt verbreitet wurde.

Einige der 10.000 Leute auf MySpace haben mir nicht einmal eine Nachricht geschickt, ich habe auch keine Ahnung wer sie waren. Unter ihnen war aber eine Menge von Trollen die sich als Unterstützer ausgaben, mutwillig Gerüchte und  falsche Informationen verbreiteten und mich aus dem Zusammenhang zitierten. Ich beschloss, dass es keinen Sinn machte diese 10.000 Leute virtuell um mich zu haben. So gibt es eine offizielle Sea Shepherd MySpace Seite und die Sea Shepherd Webseite die alle mit Informationen über Sea Shepherd und unsere Kampagnen informiert.

Ich fand heraus, das meine unbeteiligte Freundin und ich selbst von so genannten „ Sea Shepherd Unterstützern“ aufs Korn genommen wurden, weil sie über die Löschung auf der MySpace Seite ärgerlich waren. Anscheinen hatten sie den Eindruck, ich würde ihr Eigentum sein, und somit ein Anrecht auf die Freundschaft haben.

Ich bekam die wohl seltsamsten Nachrichten von Leuten, die mich als das darstellen wollten was ich ihrer Ansicht war. In ihren wirren Köpfen war ich alles, vom KGB ausgebildeten Attentäter bis zum verkappten Walfleischhändler der durch seine Aktionen nur den Walfleischpreis hochtreiben will. Mal ernsthaft, mir ist noch nie untergekommen wie Leute so abgedreht und durchgeknallt sein können. Es war keine schöne Erfahrung und es machte mir klar das MySpace und Facebook eine moderne Form der Büchse der Pandora ist. Einmal den Deckel angehoben und reingeblickt und Ströme von Widerlichkeiten, Hass und Hinterlist ergießen sich daraus. Die eigenen privaten und persönlichen Miteilungen werden wie eine Ware gepackt und manipuliert, und das von den übelsten und perversesten Gemütern die dieser Planet hergibt, Menschen denen man durch die moderne Technologie einen Schlüssel zu unseren Herzen, unsern Köpfen und unseren Seelen gegeben hat.

Seit ich zu dieser Kampagne ausgelaufen bin, habe ich noch nie eine solche ungezügelte, gemeine Welle von virtueller bösartiger Einschüchterung erlebt – schamloses Morden von persönlichen Eigenschaften. Die Heftigkeit und Gemeinheit dieser Angriffe ist beunruhigend und nicht nachzuvollziehen, da sie von fremden Leuten kommen die weder mich, meine Crew oder unsere Lieben zu Hause kennen.

Aber wie Feiglinge nun mal sind, gingen sie uns an die Kehle und begannen ihr Pogrom des Hasses nachdem ich schon auf See war um die Wale zu verteidigen, und das Verwirrende daran ist, diese Menschen sich Unterstützer von Sea Shepherd oder/und Walschützer nennen.

Während sie wie Jäger hinter der Maske ihrer Tastatur lauern und ihren Hass in  Wellen von selbst gerechten Empörung aussenden, riskiert meine Crew und ich selber unser Leben um Wale zu beschützen, in dem Wissen, das diese „Unterstützer“ versuchen uns zu demoralisieren und unsere Bemühungen durch persönliche kriminelle Angriffe über das Internet zu sabotieren.

Die Kanonen dieser japanischen Internetkriminalität wissen genau was sie tun müssen, um diese Abläufe  so zu manipulieren, damit die zombieähnlichen Energien dieser verlorenen Internettruppe, frustriert, verstreut und manchmal einfach nur durchgeknallt so gelenkt werden, damit sie sich durch psychologische Kriegsführung auf die Störung unserer Aktionen konzentrieren können.

Es ist so einfach zu hassen. Es ist einfach zu kritisieren. Es ist einfach Lügen zu verbreiten und es ist einfach ein krimineller Netztyrann zu sein. Man braucht nicht mehr als einen Computer und schon stehen einem alle Wege zur Verfügung.

Schauen wir uns das mal genauer an. Da gibt es sieben Milliarden Menschen auf diesen Planeten, und nur 77 von ihnen sind in diesem Moment hier unten, in dieser abgelegenen Gegend, um Wale zu beschützen. Stören in diesem Moment die  illegalen Walfangaktivitäten der Japaner und heben sich somit aus der Masse ab.

Es gibt mehrere zehntausend Menschen die Sea Shepherd Conservation Society finanziell unterstützen.

Und es gibt nur eine handvoll Internettrolle  die versuchen uns durch Lügen und Has zu demoralisieren.

Alles was ich dazu sagen kann, ist das ich damit zufrieden bin die explodierenden Harpunen der japanischen Walfänger abzufangen und keiner dieser Mitleid erregenden und hinterlistigen Verlierer sein zu müssen.

Mein Dank geht an alle die Unterstützer und geliebten Menschen die aufrecht und stolz solchem Hass die Stirn bieten. Euer Mut belebt uns und durch Euch werden wir dieses Jahr hunderte Wale retten und die Operation Waltzing Mathilda wird ein voller Erfolg werden.

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2 Antworten auf Cyber Wars – Internetkriege

  1. Lucia sagt:

    Deeply felt thanks to Captain Paul Watson and his crews, for what they are doing helping life to survive, helping life to survive allthough trolls and internet criminals try to smash our work.
    Remember every minute, those ignorant idiots will never succeed in smashing our ideas. May be they attack our personality – our power will go from strength to strength. Maybe they attack our families and friends – they will see our group growing going from strength to strength.
    Even if they sink a boat – our ideas will ever find a way to hold off their harpoons.

    For the oceans!

    Lucia

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