Sea Shepherd fordert den Boykott der Artenschutzkonferenz in Nagoya

Dienstag, 01. April 2010

Sea Shepherd News: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-100401-1.html

Im Oktober wird Japan Veranstalter der UN-Artenschutzkonferenz sein, die in Nagoya (Japan) abgehalten werden soll.
Die Sea Shepherd Conservation Society drängt alle nichtstaatlichen Organisationen, dieses Treffen zu boykottieren, wenn sie sich wirklich ernsthaft Sorgen um die Artenvielfalt machen.

“Wir können nicht zulassen, dass Japan in Nagoya das Gleiche tut, was es erst in Katar bei den CITES-Treffen getan hat”, sagte Kapitän Paul Watson, Gründer und Präsident von Sea Shepherd. “Japan hatte Erfolg damit, die wissenschaftlichen Interessen gegenüber den wirtschaftlichen Interessen zur Nebensache werden zu lassen und zerstörten die Glaubwürdigkeit von CITES, indem es bei der Abstimmung zur Auflistung aller marinen Arten, die für die Liste gefährdeter Arten vorgeschlagen worden waren, Druck ausübten um die Aufnahme zu stoppen. Wir dürfen der Nagoya-Konferenz keine Glaubwürdigkeit schenken, solange sie den Ausgang der Gespräche dort kontrollieren. Japan hat kein Interesse, die Artenvielfalt zu schützen. Japan hat Interesse, durch Minderung der Bestände ihren Profit abzuschöpfen.”
Diese Woche wurde nach wochenlangen, intensiven Diskussionen und sechswöchiger Vorbereitung bei einer Zusammenkunft der Vereinten Nationen in Santiago de Cali (Kolumbien) ein internationaler Vertragsentwurf über die Nutzung der genetischen Ressourcen der Erde und das faire und gerechte Teilhaben an deren Nutzung fertiggestellt. Dies ist der Vertragsentwurf zur Formatierung der Agenda für die bevorstehende Konferenz in Nagoya.
Das heißt, dass sich die Konferenz auf die gerechte Nutzung fokussieren wird und nicht auf den Schutz vor Bestandsminderung und Ausrottung.
Das aufgesetzte Protokoll, welches bisher noch nicht veröffentlicht wurde, behandelt die Frage ‘Zugriff und Gewinnverteilung’ (ABS), die bereits historisch eine Spannungsquelle zwischen Entwicklungsländern und Wirtschaftsunternehmen auf Gebieten wie Pharmazeutika, Landwirtschaft, Anbau und Biotechnologie waren.
ABS bezieht sich darauf, wie genetische Ressourcen – seien es Pflanzen, Tiere oder Mikroorganismen – erschlossen werden und wie die Gewinne aus ihrer Nutzung durch unterschiedliche Forschungsinstitute, Universitäten oder private Wirtschaftsunternehmen mit den Menschen oder Ländern geteilt werden, die sie liefern.
Dieses sogenannte Gipfeltreffen wird auf die Ausbeutung von Arten setzen und nicht auf deren Schutz oder Erhaltung.
Internationale Zusammenkünfte, die sich mit Umweltangelegenheiten befassten, haben beständig darin versagt, irgendetwas zu erreichen, von der Stockholmer Umweltkonferenz 1972 an bis zum heutigen Tage. Rio `92 war ein Fehlschlag. Kopenhagen war ein Fehlschlag. CITES hat versagt und Nagoya wird absolut nichts Positives darin erreichen, der Minderung biologischer Vielfalt Einhalt zu gebieten.
“Was dieses Treffen bewirken wird, ist Japan, wohl einer der verantwortungslosesten Nationen auf Erden, die Rechtfertigung zu verleihen, für den regelmäßigen Raubbau an Arten, für die Ablehnung, sich an internationale Abkommen zu halten und für die gezielte Konspiration zur Manipulation der Stimmabgaben von Verbänden wie CITES und IWC”, sagte Kapitän Watson.
Jede nichtstaatliche Organisation, die an diesem Treffen teilnimmt, wird schlichtweg Hilfe, Ermunterung und Rückenstärkung für Japans Bestrebungen geben, die Kontrolle über die Aufsichtsorgane auszuüben, die für den Schutz gefährdeter Arten verantwortlich sind.
“Ich appelliere an die großen nichtstaatlichen Organisationen wie Greenpeace, World Wildlife Fund, Conservation International, Friends of Earth etc., NICHT an diesem Treffen teilzunehmen und nicht dieser Farce in Nagoya eine Rechtfertigung zu verleihen”, sagte Kapitän Paul Watson. “Es ist an der Zeit, die Teilnahme an Konferenzen zu stoppen, die nichts Positives für den Planeten und für die gefährdeten Arten erreichen.”

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Eine Antwort auf Sea Shepherd fordert den Boykott der Artenschutzkonferenz in Nagoya

  1. Seiji Oujiru sagt:

    “Es ist an der Zeit, die Teilnahme an Konferenzen zu stoppen, die nichts Positives für den Planeten und für die gefährdeten Arten erreichen.”

    (1) Und wer bestimmt, welche Konferenzen etwas Positives für den Planeten bringen?
    (2) Und wer bestimmt, was etwas Positives für den Planeten ist?