Wir müssen uns gegen Japan behaupten

Mittwoch, 21.April 2010

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/editorial-100421-1.html

Der untenstehende Artikel wurde am 21. April 2010 von Ady Gil Crewmitglied Mike Smith im Gisborne Herald veröffentlicht. Smith war an Bord der Ady Gil, als das Schiff in der Antarktis von dem japanischen Walfangschiff Shonan Maru 2 gerammt wurde.

Gisborne Herald

Von Ady Gil Crewmitglied Mike Smith, Tauranga

Ich gehörte zu der Crew der Ady Gil, dem Boot, das früher als Earthrace Bekanntheit erlangt hatte und das von den Japanern in der Antarktis gerammt wurde. Ich bin Feuerwehrmann bei der neuseeländischen Feuerwehr, weder ein radikaler Aktivist noch ein Terrorist, wie viele Menschen von der gesamten Sea Shepherd Crew  annehmen. Ich finde es dringend nötig, dass dem Walfang im Walschutzgebiet des Südpolarmeers ein Ende gesetzt wird, so dass ich die Gelegenheit wahrgenommen habe, für das einzutreten, woran ich glaube.

Wir waren eine sechsköpfige Crew auf dem unter neuseeländischer Flagge laufenden Schiff Ady Gil – zwei Ex-Polizisten, ein Marinetaucher, ein Feuerwehrmann, ein Maschinenbauingenieur und ein  Kameramann. Wir haben uns nicht vorsätzlich in Gefahr begeben (siehe dazu die unveröffentlichten Filmaufnahmen von der Ady Gil auf youtube). Stattdessen dümpelten wir untätig im Wasser, warteten auf das Nachtanken und saßen, ein Schwätzchen haltend, auf dem Dach, als der Kapitän der Shonan Maru No. 2 mit voller Absicht auf uns zudrehte. Er hatte Wasserkanonen auf uns abgefeuert und das LRAD (akustische Waffe) aktiviert und er rammte uns absichtlich, wobei er unser Leben gefährdete. Und das alles, ohne (rechtliche, Anm.d.Ü.) Konsequenzen.

Ich frage mich, was mir passieren würde, wenn ich entschieden hätte, Ihnen mit einem vollbeladenen Lastwagen aufzufahren, während Sie mit ein paar Freunden in ihrem Auto sitzen, das am Straßenrand parkt, und Sie hätten das alles auf Video eingefangen? Sie hätten es alle geschafft, aus dem Auto zu entkommen, aber nur ganz knapp und der Wagen wurde zerstört. Würden Sie mich auffordern, für Ihr Auto zu bezahlen? Würden Sie wollen, dass man mich festnimmt?

Genau das ist es, was Pete Bethune (Skipper der Ady Gil) getan hat. Er wollte Gerechtigkeit und nachdem es sonst niemand anderes tun wollte, trat er für sich selbst und seine Crew ein und ging an Bord der Shonan Maru No.2, um ihren  Kapitän nach bürgerlichen Recht festzunehmen und ihm eine Rechnung für sein zerstörtes Boot auszuhändigen.

Die Ady Gil war für Pete nicht nur ein Boot, sie war in den letzten paar Jahren sein Leben – er steckte all sein Geld und alle Energie in den Bau des Rekord brechenden, umweltfreundlichen Schiffs und musste dann mit an sehen, wie es durch die  Kampfhandlungen illegaler Walfänger im Südpolarmeer versenkt wurde.

Pete wird nun als Gefangener festgehalten, bekommt in einem japanischen Gefängnis Reis mit Kohl zu Essen, und unsere Regierung unternimmt überhaupt gar nichts.

Die Regierung hat ihre Staatsangehörigen zu vertreten und muss Druck auf die Japaner ausüben, Pete Bethune freizulassen. Sie sollte außerdem fordern, dass die Japaner mit der neuseeländischen Behörde für Seeverkehrssicherheit bei der Untersuchung des Rammens der Ady Gil kooperieren und dann gegen den Kapitän der Shonan Maru No. 2 Anklage erheben.

Die Regierung sagt, sie sei in ihrer Einstellung grundsätzlich gegen den Walfang, aber sie wolle einen Handel mit den Walfangnationen (Japan, Norwegen, Island) machen, der den kommerziellen Walfang als gesetzlich legitimiert anerkennen würde. Das lässt Neuseeland scheinheilig und feige aussehen und wirft uns um Jahrzehnte zurück.

Wir sind stark genug, zu den U.S.A. in Nuklearen Angelegenheiten Nein zu sagen und treiben weiter mit ihnen Handel, aber wenn es um Japan geht und das Abschlachten von Walen im Walschutzgebiet des Südpolarmeers, können wir uns anscheinend nicht auf die Hinterbeine stellen und das tun, wovon wir eigentlich wissen, dass es das Richtige ist.

Wir müssen NEIN sagen zu Japan und stark genug sein das Vorhaben der australischen Regierung unterstützen, dem Walfang im Walschutzgebiet des Südpolarmeers ein Ende zu setzen.

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Eine Antwort auf Wir müssen uns gegen Japan behaupten

  1. Seiji Oujiru sagt:

    “Wir haben uns nicht vorsätzlich in Gefahr begeben”

    -> Leute, ihr seid angetreten, die Wale mit eurem Leben zu verteidigen. Und das ist “vorsätzlich in Gefahr begeben”!

    “…er rammte uns absichtlich, wobei er unser Leben gefährdete. Und das alles, ohne (rechtliche, Anm.d.Ü.) Konsequenzen.”

    -> Ich plädiere dafür, dem Kapitän der Shonan Maru #2 eine Entschädigung aus der Staatskasse zu bezahlen und ihm Polizeischutz zu gewähren, da er seit dem Zwischenfall mit der Ady Gil permanenten Drohungen aus dem Ausland ausgesetzt ist. Das sind zwar primär Maulhelden von seashepherd.com.au, aber alle Drohungen sind ernst zu nehmen.

    “…warteten auf das Nachtanken…”

    -> Das Betanken eines Schiffes ist in diesen Gewässern verboten. Sea Shepherd sollte das bedenken, bevor sich die Organisation wieder über das Auftanken der Walfangflotte durch die Oriental Bliebird beschwert.

    “Ich frage mich, was mir passieren würde, wenn ich entschieden hätte, Ihnen mit einem vollbeladenen Lastwagen aufzufahren, während Sie mit ein paar Freunden in ihrem Auto sitzen, das am Straßenrand parkt, und Sie hätten das alles auf Video eingefangen? Sie hätten es alle geschafft, aus dem Auto zu entkommen, aber nur ganz knapp und der Wagen wurde zerstört. Würden Sie mich auffordern, für Ihr Auto zu bezahlen? Würden Sie wollen, dass man mich festnimmt?”

    -> Ich habe einen besseren Vergleich: Man stelle sich vor, ein Lkw-Fahrer [= Shonan Maru #2] wird auf seiner langen Fahrt penetrant von zwei Pkw [= Steve Irwin und Bob Barker] sowie einem Motorrad [= Ady Gil] belästigt. Es werden Steine auf den Lkw geworfen, er wird mit gefährlichen Überholmanövern drangsaliert und im Radio wird gemeldet, dass die beiden Pkw auch gerne mal ihre Opfer rammen. Dann parkt sich das Motorrad auch noch vor einer Überwachungskamera auf der Lkw-Spur und wartet darauf, dass sich der Laster annährt. Und anstatt die vielfach höhere Beschleunigung sowie Höchstgeschwindigkeit des Zweirads gegenüber dem 40-Tonner zum rechtzeitigen Ausweichen zu nutzen, lässt es sich medienwirksam über den Haufen fahren. ~ Das ist entweder eine inszenierte Märtyrernummer, oder das Resultat eines Motorradfahrers, der lieber in die Kamera lächelt anstatt auf die Straße zu schauen.

    “Genau das ist es, was Pete Bethune (Skipper der Ady Gil) getan hat. Er wollte Gerechtigkeit”

    -> Im für Ihn besten Fall wollte er keine Gerechtigkeit, sondern Selbstgerechtigkeit. Aber wahrscheinlich handelte er einfach nur auf Anordnung der “media whore” um einen “media stunt” zu produzieren.

    “Pete wird nun als Gefangener festgehalten, bekommt in einem japanischen Gefängnis Reis mit Kohl zu Essen, und unsere Regierung unternimmt überhaupt gar nichts.”

    -> Was soll sie denn auch machen? Ihm Fresspakete mit Kängurufleisch schicken? Oder gleich eine Invasion Japans zu seiner Befreiung starten? [Ich will gar nicht wissen, wie viele radikale Walhelfer genau das wollen.]

    “Das lässt Neuseeland scheinheilig und feige aussehen und wirft uns um Jahrzehnte zurück.”

    -> Vorsicht! Vor Jahrzehnten habt ihr selbst noch Walfang betrieben…