Erwiderung auf japanische Reportage über „The Cove“

Original: Responding to Japanese Reportage on “The Cove”
Unter: http://www.seashepherd.org/news-and-medi…l-100310-2.html

Mittwoch, 10. März 2010

Kommentar von Kapitän Paul Watson
AP/Mainichi Daily News
Herabwürdigung des “Cove” -Oscar durch japanische Walschlächterstadt
Bildtitel: Ein Delphin führt am Montag in einem Delphinbecken in Taiji, Präfektur Wakayama, wo Besucher mit den Tieren spielen können, einen Salto vor.

Das japanische Fischerdorf, dargestellt in „The Cove“, der einen Oscar für die beste Dokumentation verliehen bekam, verteidigte am Montag seine Gepflogenheit, Delphine zu schlachten als Bestandteil seiner Tradition. Einwohner dieses abgelegenen Dorfes, das sich an die felsige Küste schmiegt, äußerten Abscheu hinsichtlich des verdeckt gedrehten Films, von dem sie sagten, dass er die Wahrheit verdrehe, obwohl nur wenige eingestanden, den Film in seiner Gesamtheit gesehen zu haben.(AP)
Kapitän Paul Watson: Das ist absurd. Männer, die bösartig und grausam wehrlose Delphine abschlachten und die Bucht mit Blut füllen, haben den Mut, den Film über das, was sie tun, als „verabscheuungswürdig“ zu bezeichnen. Sie geben zu, dass viele Einwohner den Film nicht gesehen haben, trotzdem bezichtigen sie ihn, die Wahrheit zu verdrehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es möglich wäre, das Zappeln, Abstechen und Abschlachten von Delphinen in irgendetwas Anderes zu verdrehen als die Dokumentation des Zappelns, Abstechens und Abschlachtens von Delphinen. Behaupten sie, dass die Delphine nicht gestorben sind? Behaupten sie, das Blut in der Bucht ist gefälscht? Es würde mich interessieren zu erfahren, wie die Wahrheit verdreht wurde?
Taiji, Wakayama (AP) – Die Festgesellschaft in Los Angeles jubelte, als “The Cove” den Oscar für die beste Dokumentation mit seiner grauenvollen Darstellung des Delphinschlachtens erhielt. Eine halbe Welt entfernt verabscheuten Bewohner des kleinen, in dem Film gezeigten Dorfes diese Behandlung und sagten, es würde seine jahrhundertealte Tradition nicht aufgeben.
Kapitän Paul Watson: Die Einwohner Taijis besitzen die Anmaßung zu behaupten, dass der Rest der Welt falsch liege und sie richtig. Die Umweltschutzbewegung wird sich niemals davon zurückziehen, das Leben der Delphine vor der barbarischen Grausamkeit der Fischer von Taiji zu beschützen.
In Taiji, Präfektur Wakayama, versammelten sich die Einwohner in Wal-Speiselokalen mit Namen wie “Schwanz” und rollten mit den Augen an dem Montag, als ihnen von der Oscar–Belobigung für den Film berichtet wurde, den sie als noch eine weitere voreingenommene fremde Sichtweise ihrer Kultur betrachten.
Kapitän Paul Watson: Was ist voreingenommen an der Darstellung des brutalen Abschlachtens von Delphinen? Es scheint, dass die Bedrohung durch Quecksilbervergiftung sie nicht besonders stört. Es muss demütigend gewesen sein, die Menge über einen Film jubeln zu sehen, der ihre barbarischen Verbrechen der ganzen Welt offenlegt.
Das 3.500 –Einwohner Dorf jagt Delphine und Wale seit dem frühen 17. Jahrhundert. Es nennt sich selbst „Walstadt“ und besitzt ein Paar gewaltiger Walstatuen, die über der Hauptstrasse emporragen. „The Cove“ spricht von Taiji und seinem Delphinfang als „einer kleinen Stadt mit einem wahrhaft großen Geheimnis“, doch der örtliche Gemeinderat sagt, es gebe nichts zu verbergen.
Kapitän Paul Watson: Entlang der Elfenbein- und Sklavenküste Afrikas haben sie schon vor dem 17. Jahrhundert Sklaven gefangen und verkauft. Die Walfänger von Kap Cod töten Wale seit dem 17. Jahrhundert. Tradition ist nur eine Entschuldigung für fortgesetztes barbarisches Vorgehen. Der Hinweis auf die Walstatuen erinnert mich an die steinernen Köpfe von Rapa Nui, wo sie den letzten Baum gefällt und ihre eigene Gemeinschaft zum Verfall gebracht haben, nur um eine umweltzerstörerische „Tradition“ aufrechtzuerhalten. Tatsächlich gibt es nunmehr nichts zu verbergen. Dank Sea Shepherd’s Einsatz 2003 und der Veröffentlichung von „The Cove“ 2009 gibt es in Taiji keine Geheimnisse mehr zu verbergen. Die Wahrheit über Taiji steht nun nackt vor der ganzen Welt.
“Jedermann hier in der Umgebung weiß darüber Bescheid. Das naheliegende Gewässer färbt sich blutrot im Laufe der Treibjagd. Die eigentliche Schlachtung wird in einem versteckten Areal durchgeführt, weil es abscheulich anzusehen ist, wie das auch für die Schlachtung von Kühen, Schweinen oder anderen Tieren gilt“, sagte Ryono, der äußerte, er sei mit seinem Erscheinen in dem Film hereingelegt worden.
Kapitän Paul Watson: Die Delphinschlächter vergleichen beständig ihre Schlächterei mit der von Schweinen und Kühen. Doch es gibt weltweit keinen Schlachthof, der diese erbärmliche Grausamkeit der Taiji-Schlächterei dulden würde, bei der auf die Tiere mit Keulen eingeprügelt, immer wieder in verschiedene Körperteile gespießt wird, sie aufgeschlitzt und ertränkt werden, erstickend an ihrem eigenen Blut. Das ist, wie die Zelle eines Landgefängnisses mit einem Nazi-Konzentrationslager zu vergleichen. Ich bin sicher, die deutschen Gefängniswächter haben vermutlich gesagt: “ was soll die Aufregung, ihr haltet auch Leute in Gefangenschaft?“ Die Gegend, in der die Schlächterei stattfindet, war der Öffentlichkeit zugänglich bis die Sea Shepherd Conservation Society die Schlächterei im Oktober 2003 aufdeckte. Ich frage mich, wie Ryono „hereingelegt“ wurde, in dem Film aufzutreten? Jedermann in Taiji wusste, dass die Filmcrew da war.
„Das ist eine eng verknüpfte Gemeinschaft von Fischern. Je mehr sie sich unter Druck gesetzt fühlen, desto mehr werden sie Außenstehende ausschließen. Sie werden diese Treibjagd nicht aufgrund solchen Drucks aufgeben“ sagte Ryono.
Kapitän Paul Watson: Und sie hätten niemals aufgehört ohne diesen Druck. Die Logik ist, dass Aktivismus, das Delphinschlachten aufzudecken und ihm entgegenzuwirken mehr logischen Sinn macht als gar nichts zu tun. Zumindest gibt es mit Aktivismus eine Chance auf Erfolg. Mit Nichtstun gibt es keine Erfolgschance.
Die japanische Regierung genehmigt jedes Jahr die Abschlachtung von rund 19.000 Delphinen. Taiji jagt jedes Jahr um 2.000 Delphine für ihr Fleisch – weniger als andere Orte – aber fällt zum Teil aus der Reihe wegen seiner „oikomi“ Methode, sie zusammenzutreiben und nahe der Küste abzuschlachten.
Kapitän Paul Watson: Wir haben die Delphinschlächterei auf der Iki Insel, Japan bekämpft und beendet und wir bekämpfen die Delphinschlächterei in Futo, Japan. Taiji jedoch ist der geeignetste Ort um die Grausamkeit und Entsetzlichkeit der Todeshatz an den Delphinen zu illustrieren.
Delphine werden in Taiji außer als Nahrung auch als Publikumslieblinge anerkannt mit ihrem spielfreudigen Naturell, was zu befremdlichen Kontrasten führt. Fischer aus Taiji fangen einige, um sie an Aquarien zu verkaufen und die Gegend ist übersät mit Meereskäfigen, die delphingebundene Veranstaltungen anbieten. „Dolphin Base“ berechnet 2.000 Yen (22$) für eine 20-minütige Einheit, weniger als eine halbe Meile entfernt von der Bucht wo Hunderte dieser Tiere bei der jährlichen Treibjagd abgestochen und an Land geschleift werden.
Kapitän Paul Watson: Die Nazis benutzten jüdische Sklavenmädchen für ihre Unterhaltung während sie deren Eltern und Kinder ermordeten. Das gänzliche Fehlen jeglichen Mitgefühls und die unglaubliche Ignoranz der japanischen Fischer ist erstaunlich. Ihnen scheint jeder Sinn für moralische Scham zu fehlen. Bordelle neben Gaskammern ist ganz ähnlich wie Delphinspielstunden entlang einer Bucht, die rot anläuft vom Blut der Delphine.
Wie die meisten Einwohner Taijis vermieden die Delphintrainer wiederholt, mit fremden Reportern zu sprechen – eine junge Frau rannte davon, als sie nach ihrer Meinung gefragt wurde. Im nahegelegenen Dolphin Resort, einem modernen Hotelkomplex mit eigenem Delphinpool, willigte Manager Kiyo Ikeda ein, interviewt zu werden so lange es keine Fragen über Delphine gäbe.
Kapitän Paul Watson: Die Einwohner Taijis sind eingeschüchtert von den Schlächtern auf den Fischerbooten.
„Wir bekommen wirklich nicht viele fremde Gäste in dieses Hotel“, sagte sie.
Kapitän Paul Watson: Ich frage mich weshalb? Die meisten möglichen fremden Besucher halten die sadistische Schlächterei von Delphinen nicht für eine Touristenattraktion.
Viele Einwohner Taijis sagten, sie würden nicht weiter mit fremden Besuchern in der Aufzeichnung sprechen, nachdem sie jahrelang das Gefühl von einseitigen Artikeln und ausserhalb des Kontexts gezeigten blutigen Bildern hatten.
Kapitän Paul Watson: Es gelingt mir nicht, die andere Seite zu sehen. Das ist, als wenn man sagte, ein Serienkiller habe das Recht, seine Verbrechen zu rechtfertigen. Wie willst Du das Abstechen und Aufschlitzen von Delphinen „außerhalb des Kontexts“ zeigen? In welchem Kontext wäre das denn akzeptabel? Gibt es eine bestimmte Zeit oder einen Ort, wo das „im Kontext“ zu dokumentieren wäre?
Nachdem der Film gewonnen hatte, gab die Stadtregierung eine kurze Pressemitteilung heraus.
„Es gibt unterschiedliche Ernährungstraditionen innerhalb Japans und auf der Welt“, lautete die Stellungnahme.
Kapitän Paul Watson: Das ist keine Ernährungstradition. Die hauptsächliche wirtschaftliche Antriebskraft, die hinter der Schlächterei steht, ist das Einfangen und Auswählen einiger Delphine für den Verkauf an Aquarien und den Rest abzuschlachten. Tradition ist keine Entschuldigung für die Ausrottung einer Art. Die Japaner essen auch Hamburger und tatsächlich ist ihr Rindfleischverbrauch höher als der von ganz Australien, also ist es falsch zu sagen, dass ihre „Ernährungskultur“ von Delphinen abhängig sei.
Die Dokumentation, geleitet von Louie Psihoyos, folgt Ric O’Barry, einem Trainer der „Flipper“ TV-Serie aus den 1960ern, der Aktivist wurde wegen eines suizidalen Delphins in seiner Gruppe. Das Filmteam drang in ein abgesperrtes Gelände ein um Kameras aufzustellen, die die Schlächterei einfingen.
Kapitän Paul Watson: Das fragliche Gelände ist ein Nationalpark und ist ungesetzlicherweise abgesperrt.
The Cove ist bis jetzt noch nicht in Japan veröffentlicht worden, soll aber im Juni erstmalig in 20 bis 30 Kinos landesweit gezeigt werden. Er wurde beim Tokyo International Film Festival im Oktober vorgeführt, wo Besucher ihm gemischte Kritiken gaben.
Diverse Japaner, die in dem Film erscheinen, einschließlich des Gemeinderats Ryono und Tetsuya Endo, außerordentlicher Professor der Universität für Gesundheitswissenschaften in Hokkaido, sagen, sie seien im Vorfeld hinsichtlich seines Anliegens angelogen worden.
Kapitän Paul Watson: In Japan ist es ein soziales Stigma, kritisch gegenüber der japanischen Regierung oder Praktiken zu sein. Das ist schwerlich überraschend, dass sie ihre Teilnahme leugnen, obwohl sie alle Veröffentlichungen unterzeichnet haben, und was sie sagten, war, was sie sagten. Es ist bedauerlich, dass ihnen die Courage fehlt, unter sozialem Druck zu ihren Aussagen zu stehen.
Endo, eindeutig verärgert als man ihn Montag telefonisch erreichte, sagte, dass er rechtliche Schritte in Erwägung ziehe.
„Nach meinem Empfinden hätten sie die Auszeichnung ablehnen müssen“, sagte er.
Kapitän Paul Watson: Ich bezweifele, dass Endo seine Drohung wahrmachen wird. Er hat nicht viel Möglichkeit zur Klage. Er unterzeichnete die Veröffentlichung und er sagte, was er sagte. Sagt er nun tatsächlich, dass seine wissenschaftliche Sichtweise, die in dem Film geäußert wird, unwahr ist?
Japanische Regierungsfunktionäre verteidigten das Recht der Fischer, Delphine zu jagen und bezeichneten den Film als unausgewogen.
„Es gibt manche Länder, die essen Kühe und es gibt andere Länder, die essen Wale oder Delphine“, sagte Yutaka Aoki, Direktor der Fischereiabteilung am Außenministerium. „Ein Film über das Schlachten von Kühen oder Schweinen könnte bei Arbeitern in dieser Industrie genauso unwillkommen sein“.
Kapitän Paul Watson: Es gibt tatsächlich viele Filme über das Schlachten von Kühen und Schweinen, aber es ist kein Filmmaterial verfügbar, das nur annähernd vergleichbar wäre mit der schier abscheulichen Weise auf die die Delphine in Taiji abgeschlachtet werden. Wenn ein Filmemacher grausame und sadistische Machenschaften in einem Schlachthof aufdecken sollte, würde es sich um einen Film handeln, der zur Kenntnis genommen würde. Tatsache ist, dass vor einigen Jahren ein Film über Schlachthofarbeiter verdeckt aufgenommen wurde, die Hühner brutal behandelten. Das Resultat war, dass die Männer fristlos gekündigt wurden. Tatsächlich wurden in nahezu jedem Fall, in dem Misshandlung in Schlachthöfen dokumentiert worden war, die Verantwortlichen entweder gefeuert oder wegen Grausamkeit angeklagt. Der Unterschied hier ist, dass diesen Schlächtern von ihren Regierungen, lokal und national, freie Fahrt gegeben wird, ihr sadistisches Verhalten fortzuführen.
(Mainichi, Japan) 09. März 2010

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7 Antworten auf Erwiderung auf japanische Reportage über „The Cove“

  1. Seiji Oujiru sagt:

    Paul Watson hat mal wieder verbale Blähungen. Wie widerlich!

    Und ohne Nazivergleiche kann er scheinbar gar nicht…

  2. Ich möchte gleich vorsorglich einigen der Standard-Rundumschläge begegnen, die mit Sicherheit alsbald als (Pseudo-)Argumente aus der (pseudo-)japanischen Ecke zu erwarten sind.

    1. Gegenargument: Nationalismus
    Der Vorwurf des Nationalismus gegen westliche Länder bei gleichzeitiger impertinenter Bemühung des Begriffes Nationalstolz im Osten ist unrealistisch und unlogisch.
    Wer mir – und ich bin sicher das gilt genauso für meine Mitstreiter gegen die Vernichtung der Fauna dieser Welt – vorwirft, ich hätte was gegen Japaner, liegt schlichtweg falsch. Im Gegenteil habe ich einen tiefen Respekt vor der Weisheit alter Kulturen.
    Da wird eine falsche Annahme zu Grunde gelegt und dann noch verallgemeinert. Als zweiter Denkfehler wird, weil man sich selber als Nationalisten kennt, in logisch unzulässiger Weise hochgeneralisiert und behauptet, alle anderen seien auch so drauf. Was dabei herauskommt, ist nachvollziehbarerweise Unsinn.
    Demzufolge handelt es sich bei dem Vorwurf des Nationalismus um eine Schutzbehauptung ( d.h. ein Ablenkungsmanöver : um von der eigenen Schuldanerkenntnis abzulenken, wird das Gegenüber angeschuldigt, und das um den Preis des Verzichts auf jede realistische oder logische Basis).
    Nationalstolz basiert immer auf fehlendem Selbstwert. Woher der kommt, ist mir schleierhaft, ich bin allerdings auch nicht dafür verantwortlich. Möglicherweise ist dieser Zusammenhang besonders häufig bei gehorsamsgewöhnten Untertanen totalitärer Systeme. Da entsteht dann eine schizophrene Mischung aus der Sehnsucht, geführt zu werden und nicht selbst Verantwortung übernehmen zu müssen mit der gleichzeitigen Angst, fremdbestimmt zu sein. Das geht natürlich nicht zusammen und schlägt sich dann in gestörter Wahrnehmung der eigenen Identität nieder. Wie auch immer…
    Die Selbstwertproblematik ist jedenfalls bei allen Nationalisten dieser Welt so, die stolz auf etwas sind, was sie überhaupt nicht beeinflussen konnten, nämlich, wo sie zufällig geboren sind. So etwas fällt nur jemandem ein, der sonst keinen Grund sieht, auf etwas stolz zu sein. Eine gute Therapiemöglichkeit bestünde darin, endlich mit etwas zu beginnen, worauf man ernsthaft stolz sein könnte, z.B. dem Schutz der (Um-)welt in Verantwortung für ALLE Menschen und ihre Nachfahren. Diese Völkerkriege sind so was von out…

    Zu der in diesem Zusammenhang immer wieder zitierten
    „Westlichen Welt“ : es gibt nur eine Welt und die ist rund!

    D.h. was einer am einen Ende der Welt an Gift und Dreck in die Ozeane kippt, kommt mit tödlicher Sicherheit irgendwann am andern Ende an und macht da krumme Kinder.
    (Zur Veranschaulichung: http://www.youtube.com/watch?v=gbqJ6FLfaJc / Wer findet den Pürierstab?)
    Was einer am einen Ende unverantwortlich der Natur entnimmt, fehlt irgendwann am andern Ende der Welt und zerstört für ALLE das ökologische Gleichgewicht
    (und damit das Klima. Wissenschaftler erwarten 250 Mio. bis 1 Milliarde Klimaflüchtlinge bis 2050).
    What goes around, comes around…
    Was das Zusammenleben auf dieser einen runden Erde betrifft, sind wir eben „Brüder“ und müssen zusammenhalten!
    Das ist eine Anforderung an die Zivilisiertheit eines jeden einzelnen Landes und an die Ethik einer jeden einzelnen Person.

    2. Gegenargument: Fremdbestimmung: auch die immer wieder geäußerte phobische Angst (die naturgemäß die Fähigkeit zu jeglichem differenzierten Denken verstellt) fremdbestimmt zu werden („wer bestimmt, dass Wale/Delfine schützenswert sind?“ etc.) ist Ausdruck eines tiefen Minderwertigkeitskomplexes und eines frühkindlichen Entwicklungsstandes.
    Es geht nicht ums Bestimmen ! Es geht ums Kapieren und um die Verantwortung für sich selbst und alle Mitbetroffenen.
    Natürlich hat jeder das Recht auf die Selbstbestimmung, sich selbst die Lebensgrundlage zu zerstören. Das sind dann die klassischen Aspiranten auf den „Darwin Award“.
    Wenn so jemand dabei das natürliche Gleichgewicht der Ozeane ruiniert, gilt das aber schon nicht mehr, weil er damit seine eigenen Nachfahren und alle anderen Erdenbürger mit hineinreißt und langfristig schädigt. Dazu hat er kein Recht.

    Genauso ist die Reaktion „unter internationalem Druck unterlassen wir das gerade nicht“ das Äquivalent einer frühkindlichen Trotzphase oder höchstens präpubertär.
    Zu einer internationalen Verhandlungsfähigkeit und einem Dialog unter gleichwertigen Partnern gehört mehr Reife. Wer mit seinem Verhalten zeigt, dass er diesen Reifungsschritt vollzogen hat, wird auch ernst genommen.

    3. Gegenargument :Tradition
    Das Festklammern an vermeintlichen Traditionen entbehrt ebenso der logischen Begründbarkeit und stellt damit eine weitere Schutzbehauptung dar, die einen angeschlagenen Selbstwert retten soll.
    Das ist die o.g. unbestimmte Sehnsucht, die Verantwortung für das eigene Handeln an “etwas Höherstehendes” abzugeben, ohne sich fremdbestimmt zu fühlen.
    Wobei ich nicht sicher bin, ob die Bevölkerung da nicht in Kenntnis ihrer Gemütslage schlicht missbraucht wird, weil ich nicht glaube, dass es der japanischen Mafia um das Verlustgeschäft mit den Walen geht, sondern vielmehr um die Sicherung territorialer Ansprüche für die zukünftige Gewinnung von Meeresbodenschätzen.

    Solche Traditionen wären hinnehmbar, wenn es keine Nahrungsalternativen gäbe. Niemand macht den Inuit einen Vorwurf, dass sie sich früher von Robben und Walen ernährt haben, weil es dort nichts anderes zu essen gab und es gegen den Vorschlag des Umzugs in fruchtbarere Regionen möglicherweise plausible Argumente gegeben hätte.
    Nur, das ist heute nicht mehr so !
    Importe und Mobilität erlauben alternative Nahrungsmittel und niemand ist für die Ernährung seiner selbst auf die Ausrottung anderer Spezies angewiesen. Die essen alle längst Hamburger.

    Und es ist völliger Unsinn, zu behaupten, alte Traditionen seien immer gut. Es hat auch der Kain den Abel erschlagen. Und es war seitdem Tradition, dass ein Mensch dem anderen den Schädel einschlägt, wenn ihm was nicht passt. Nur kommt heutzutage keiner mehr auf die Idee, daraus eine allgemeingültige Rechtfertigung für ein solches Benehmen ableiten zu wollen. Die zivilisierten Länder haben sich aus gutem Grund von dieser Tradition verabschiedet.
    Es ist daher im Gegenteil ein Zeichen von Kultiviertheit und Zivilisation, längst überkommene Traditionen hinter sich lassen zu können. Ich traue den Japanern das zu. Und dass ich ihnen das zutraue, belegt wiederum, dass ich sie für zivilisiert genug halte.
    „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.“ (Gustav Mahler)
    (Weltweit ist in allen Kulturen das Feuer eine Metapher für den erleuchteten Geist.)

    4. Gegenargument: Kühe und Schweine:
    Die sind nicht durch unkontrollierbare Abschlachtung vom Aussterben bedroht,
    (und das ist keine subjektive Wertschätzung – ich esse gar keine Tiere -, sondern selbst für das schlichteste Gemüt höchst simpel objektivierbar). Soll doch mal einer versuchen, Wale nachzuzüchten. Das ist schon deshalb undenkbar, weil wir den Reproduktionszyklus nicht kennen: kein Forscher dieser Welt kann sagen, wie alt Wale tatsächlich werden, weil noch kein an Altersschwäche gestorbener gefunden wurde. Die bisher untersuchten waren alle auf unnatürliche Weise ums Leben gekommen. Der älteste dieser Wale war 211 Jahre alt, aber ich habe ungelogen eine Dokumentation gesehen, in der einem Wal eine handbehauene, steinerne Speerspitze aus dem Speck gezogen wurde.
    Und die Abschlachtung von Kühen und Schweinen zerstört nicht das ökologische Gleichgewicht.
    (ihre Haltung allerdings schon. Einzige Lösung: es müssen alle damit aufhören. Die meisten Aktivisten, die mit diesem unlogischen Argument angegriffen werden, sind genau dieser Ansicht: )
    Wer gegen Wal-/Delphinfang ist, ist i.d.R. auch gegen Massentierhaltung und setzt sich dagegen ein.

  3. Seiji Oujiru sagt:

    @icaneatcauliflower: Höhö ~ der Rundumschlag ist leider ausgeblieben. :-p

  4. ThomasBuiter sagt:

    @ Seiji

    erstmal nochmals danke für den Hinweis auf die Sicherheitslücke im Blog, die ich mal nicht veröffentlicht habe.

    Zum Thema Nazivergleich möchte ich nur eines hinzufügen.

    Aus der Sicht der Allierten nahmen sich Japaner und Deutsche nicht viel, daher werden sie gleich behandelt. Desweiterten find ich es übertrieben, bei einem Vergleich jedesmal so gereizt zu reagieren.

    Ich selbst bin kein Deutscher und hab mit diesen Vergleichen nicht das geringste Problem.

    Für mich stellen menschliche Tiere ein Problem dar, wenn sie versuchen von ihrer unschönen Vergangenheit scheinbar nicht lernen wollen.

    Ich versuche es mal zusammenzufassen:

    Wir alle.Japaner Deutsche, Amerikaner, Andere oder Weltenbürger haben nur diesen einen Planeten mit dieser Vielfalt an Lebewesen.

    Man wird im Umkreis von 20 Lichtjahren vermutlich keinen Planeten wie diesen wiederfinden.

    Warum versuchen wir nicht alle Erdenbewohner zu sein (ohne Globalisierungsgedanken) und versuchen diese unsere Heimat zu schützen und zu beschützen?

    Mal offen gefragt: Seiji, bist Du ernsthaft der Meinug, dieser Planet wäre ohne Wale besser dran?

    Ich werde diese Fragen ausweiten bei Bedarf und ich sehe dringenden Bedarf (bei vielen)

    LG

    Thomas

  5. Seiji Oujiru sagt:

    @ThomasBuiter:

    erstmal nochmals danke für den Hinweis auf die Sicherheitslücke im Blog, die ich mal nicht veröffentlicht habe.

    -> Ich muss Dir leider mitteilen, dass die besagten Links sind schon wieder da sind. Und sie sind wieder kurz nach 00:00 Uhr aufgetaucht.

    Aus der Sicht der Allierten nahmen sich Japaner und Deutsche nicht viel, daher werden sie gleich behandelt.

    -> Mir ist es egal, wie die Alliierten ihre Opfer sehen. ~ Und gleich behandelt wurden und werden sie [Deutschland, Japan, Österreich, Ungarn und Italien] auch nicht. Wie kommst Du auf so was?

    Desweiterten find ich es übertrieben, bei einem Vergleich jedesmal so gereizt zu reagieren.

    -> Ich finde das gar nicht übertrieben. Sogar im Gegenteil! Und wie Du sicher mitbekommen hast, bin ich auch nicht der Einzige auf diesem Blog, der so denkt. ~ Mal davon abgesehen, dass diese Weltkriegs- und Nazi-Vergleiche absolute Totschlagargumente sind, die immer dann kommen, wenn sonst kein Argument mehr greifbar ist. [Das gilt auch, wenn Paul Watson solche Vergleiche macht.]

    “Ich selbst bin kein Deutscher und hab mit diesen Vergleichen nicht das geringste Problem.”

    -> Wenn Du kein Deutscher bist, hast Du ja auch keinen Grund, ein Problem damit zu haben. [Außer vielleicht Deinem Gewissen und Deiner Vernunft.]

    Für mich stellen menschliche Tiere ein Problem dar, wenn sie versuchen von ihrer unschönen Vergangenheit scheinbar nicht lernen wollen.

    -> Kannst Du diese Aussage näher präzisieren?

    Wir alle.Japaner Deutsche, Amerikaner, Andere oder Weltenbürger haben nur diesen einen Planeten mit dieser Vielfalt an Lebewesen.

    -> Ich mag Dich, Tomasu. Aber bitte verschone mich mit jedwedem Gerede vom “Weltenbürger”. Die “menschlichen Tiere” haben nun mal verschiedene Subspezies [das zu leugnen ist zwecklos, auch wenn es Rassismus ist] sowie verschiedene Interessensgemeinschaften, die zwar alle auf dem gleichen Planeten leben, sich aber vielfach nicht ausstehen können. Damit muss der Planet als nichtbeseeltes Objekt leben, auch wenn es für Dich hart zu akzeptieren ist.

    Man wird im Umkreis von 20 Lichtjahren vermutlich keinen Planeten wie diesen wiederfinden.

    -> Selbst wenn es im weniger als 20 Lichtjahren einen solchen Planeten gäbe, kämen “wir” eh nicht dort hin. Neben der Atombombe hat unser aller Lieblingsjude Albert Einstein nämlich auch noch die Relativitätstheorie auf den Weg gebracht. ~ Auf der anderen Seite bietet ein sich potentiell unendlich ausdehnendes Multiversum laut dem Infinite-Monkey-Theorem einer potentiell [abzählbar] unendlichen Anzahl erdähnlicher Planeten einen Platz.

    Warum versuchen wir nicht alle Erdenbewohner zu sein (ohne Globalisierungsgedanken) und versuchen diese unsere Heimat zu schützen und zu beschützen?

    -> Das ist ganz einfach: wo kein Wille, da kein Weg. ~ Der Preis für Walschutz ist einfach zu hoch; Japan ist keine Kolonie des Westens, die folgsam das tut, was die USA oder Europa wollen. [Das gilt auch für "Befehle" aus Deutschland, einen Achsenmacht-Bonus gibt es da nicht.]

    Mal offen gefragt: Seiji, bist Du ernsthaft der Meinug, dieser Planet wäre ohne Wale besser dran?

    -> Die Antwort auf diese Frage lautet Mu. [http://de.wikipedia.org/wiki/Mu_(Philosophie)] ~ Und ich denke, das weißt Du auch genau.

    Ich werde diese Fragen ausweiten bei Bedarf und ich sehe dringenden Bedarf (bei vielen)

    -> Von mir aus. Aber ich habe auch Fragen an Dich. Eine wäre zum Beispiel: Wieso baust Du den Walfang in seiner Eigenschaft als SINGULÄRE Angelegenheit stets zu einem Gleichnis die [angeblich nötige] Rettung der ganzen Welt betreffend aus?

  6. madison sagt:

    http://www.n-tv.de/wissen/weltall/Wal-Kot-soll-Klima-retten-article838480.html

    vielleicht sollte jetzt auch der Rest von Japan merken das zwischen Scheisse labern und mit Exkrementen das Klima verbessern ein Zusammenhang besteht und was das Wichtige ist- diese Forschung kann nur mit LEBENDEN Objekten durchgeführt werden.

    for the oceans
    madison

  7. Seiji Oujiru sagt:

    @madison: Das Klima ist nicht zu retten, da es nicht zu retten ist. :-p