Sea Shepherd kündigt Operation Blue Rage an

Sea Shepherd News:http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-100428-1.html

Am 1.Mai 2010 läuft das Sea Shepherd Flagschiff Steve Irwin von New York in Richtung Mittelmeer aus. Dort wird es mit Sea Shepherds diesjährigen Kampagne zum Erhalt des Blauflossenthunfisches beginnen: Operation Blue Rage. Das Ziel dieser Kampagne ist es einen großen Teil der illegalen Fangaktivitäten zu stoppen, die den Blauflossenthunfisch bisher an den Rand der Ausrottung gebracht hat.

Der Blauflossenthunfisch wird aktuell extrem überfischt und ist den illegalen Fangflotten schutzlos ausgeliefert. Seit Beginn des industriellen Fischfangs sind bereits 85% des ursprünglichen Bestandes weggefischt worden. Die Fangquoten für den Blauflossenthunfisch werden von der Internationalen Kommission für den Schutz des Thunfischs im Atlantik (ICCAT) auf irrsinnige 13.500 Tonnen angesetzt. Fakt ist, dass mehr als 60.000 Tonnen jedes Jahr wirklich gefischt werden. Dazu kommt erschreckender weise, das CITES es verpasst hat den Blauflossenthunfisch auf die Liste der geschützten Arten zu setzen. Die Entscheidung kam erst zu Stande als Japan, Kanada und eine Reihe wirtschaftlich betroffene Staaten sich gegen diese Maßnahme gestellt haben.

Als Antwort darauf, quasi als letzte Verteidigungslinie für den Erhalt des Blauflossenthunfisches, wird sich Sea Shepherd aktiv für die Einhaltung der Gesetze zum Schutz der Arten einsetzen und den illegalen Fischern entgegentreten, die diese Spezies bedrohen.

Es ist ungeheuerlich, dass der Blauflossenthunfisch an den Rand der Ausrottung überfischt wurde und keine einzige Regierung der Welt geht dagegen vor. Der Atlantische Blauflossenthunfisch ist einer der größten und schnellsten Fische der Welt. Es ist außerdem eine langsam wachsende und langlebige Spezies, welche durch die anhaltende Problematik des Überfischens nicht nur für den Thunfisch selber, sondern auch für das ozeanische Ökosystem wichtig ist, in dem sie lebt.

Sea Shepherd Gründer und Präsident Kapitän Paul Watson sagte: „Ich bin wirklich wütend, darüber das die Diskussion um den Blauflossenthunfisch so aus dem Ruder gelaufen ist. Die Fischereiindustrie spekuliert buchstäblich mit dem Aussterben dieser Art um mit dem gehorteten Bestand in den Kühlhäusern die Preis zu bestimmen. Diese Art von Gier kann so einfach nicht weiter gehen.“

Die Fangsaison des Blauflossenthunfisches geht von Mitte Mai bis August. Sea Shepherd wird mit der Operation Blue Rage sofort nach Eintreffen im Mittelmeer beginnen.

Schaut auch hier auf unsere neue Webseite zu Operation Blue Rage(englisch)

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9 Antworten auf Sea Shepherd kündigt Operation Blue Rage an

  1. TV-Tipp:
    heute, 29.04.10, 20:15 auf 3sat

    “Wem gehört das Meer?
    Wettlauf um die letzten Rohstoffe “

  2. Jabba sagt:

    gibt es auch als Podcast
    http://bit.ly/bWYBxd

  3. Seiji Oujiru sagt:

    Na ja, so wirklich toll finde ich die Ausrottung des Thunnus thynnus für Sushi jetzt auch nicht. Vor allem, weil das fettige Bauchfleisch für die beliebten Toro-Sorten [Chutoro und Otoro] prinzipiell von jedem Thunfisch geschnitten werden kann! Genau wie Akami [= das normale Fleisch vom Thunfisch] auch. Die Geschmacksunterschiede zwischen den “regulären” Thunfischen [Maguro] und dem Blauflossen-Thunfisch [Honmaguro] sind gering, bei letzterem ist das Gefühl eines Racletteofens im Mund etwas ausgeprägter, sofern man Toro bestellt.

  4. Michael Mittelstädt sagt:

    @ Seiji Oujiru

    “Na ja, so wirklich toll finde ich die Ausrottung des Thunnus thynnus für Sushi jetzt auch nicht.”

    Da könnten wir durchaus eine gemeinsame Basis finden. Sie haben zwar “Nachhaltigkeit” als oft genutzte Phrase bezeichnet, aber letztlich geht es doch darum.

    Lassen wir mal jegliches Moralisieren und Ost-West-Konfrontation.

    Ich verkneife mir daher Ihnen und Japan gegenüber auch jeglichen “westlichen” Argumentationsansatz wie Verantwortung gegenüber der Schöpfung bzw. zukünftigen Generationen.

    Das argumentative “östliche” Gegenstück wäre übrigens gemäß der einmal von Ihnen verfolgten Argumentationslogik die Frage, ob das Verhalten des ICR, seiner Waljagdflotte und auch das der drei Dutzend delfinjagender Fischer in Taiji ehrenhaft ist. Wer als absolute Minderheit seine Nation und Kultur in aller Öffentlichkeit aus welchen Motiven auch immer dermaßen bloßstellt und in einen negative Ruf bringt und dann seine Regierung zwingt, aus Gründen des nationalen Prestiges und der Gesichtswahrung dieses Verhalten mit aller Kraft zu verteidigen….

    In einem Punkt kommen wir wohl schnell zusammen. Es ist zwar unter gewissen Annahmen und Wertvorstellungen als Idealvorstellung wünschenswert, aber zumindest die nächsten Jahrzehnte völlig unmöglich, die Ozeane zu einem von Menschen nicht zu nutzenden großen Aquarium zu machen. Ob das überhaupt möglich und sinnvoll ist, wäre eine eigene umfangreiche Diskussion.

    Damit gehört auch die Nutzung (nettes Wort für die Massentötung) biologischer ozeanischer Ressourcen zu dem irgendwie zwischenstaatlich oder supranational zu organisierendem weltweiten Geschehen.

    Die Grenze ist für mich in jedem Fall immer dann erreicht, wenn absehbar eine Spezies von der Ausrottung bedroht ist. Da ist die EU auch alles andere als beispielhaft. Das Problem einschließlich der zahlreichen illegalen Fischerei ist letztlich nur in weltweiter Zusammenarbeit lösbar.

    Ich bin kein Veganer, glaube aber, dass der heutige Massenfleischkonsum in westlichen Ländern (und wohl auch in Japan) und die heute praktizierte Nahrungserzeugung einschließlich Überfischung, Massentierhaltung und auch viele Fälle von Aquafarming bei einer Systemgesamtbetrachtung unsinnig sind und zu beenden sind, weil wir viel zu weit oben in der Nahrungskette operieren und die negativen Auswirkungen auf das “Raumschiff Planet Erde” (diesbezüglich meine Lieblingsmetapher) offensichtlich sind. Noch haben wir keinen kompletten Systemkollaps, aber ich sehe auch keinerlei Sinn darin, einen zu provozieren oder billigend hinzunehmen, auch nicht außerhalb meiner Lebensspanne.

    Das Argument mit dem Menschen alles Allesfresser habe ich selbst gegenüber Thomas Buiter genutzt. Für die Ernährungsgewohnheiten der Menschen gibt es biologische Gründe und vor allem einfach nur angewöhntes bzw. tradiertes Verhalten. Letztere kann man ändern.

    Gerade Japan macht mir übrigens im Bereich Biologie Hoffung:
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,688027,00.html

    Im übrigen: Wenn Sie die Verbalattacken unterlassen, finde ich viele Ihrer Argumente nachdenkenswert und interessant, auch wenn ich bei einigen Punkten zu anderen persönlichen Schlussfolgerungen komme.
    Das ist aber letztlich wie bei der Methode der Nutzwertanalyse ( http://de.wikipedia.org/wiki/Nutzwertanalyse ), es kommt auf die Gewichtung der einzelnen Kriterien an.

    Gestattten Sie mir noch eine Anmerkung. Sie schrieben mal, dass für Sie “Standpunkte” akzeptabel sind. Ich habe vor Jahren mal folgende überdenkenswerte Aussage gehört: “Wenn der Öffnungswinkel des eigenen geistigen Horizontes auf null Grad geht, hat man einen Standpunkt.” Ich bin daher kein übermäßiger Freund von “Standpunkten”, gebe allerdings zu, dass sie deutlich einfacher argumentativ zu vertreten sind und auch zu leben sind als etwas breitere Denkansätze.

    Mit Gruß

    Michael Mittelstädt

  5. Mausewix sagt:

    *sich die augen reibt* ich danke euch für die letzen 2 beiträge vor allem euch seiji für diesen kommentar und die hoffnung die er einem geben kann das vieleicht doch noch nicht alles verloren ist dafür habt ihr meine hochachtung

    gruss mause

  6. Seiji Oujiru sagt:

    @Michael Mittelstädt:

    Da könnten wir durchaus eine gemeinsame Basis finden. Sie haben zwar “Nachhaltigkeit” als oft genutzte Phrase bezeichnet, aber letztlich geht es doch darum.

    -> Ja, ich habe “Nachhaltigkeit” als “Worthülse” gegeißelt, weil sie stets in diesem Sinne verwendet wird. Ob in Sachen Walfang die Nachhaltigkeit mit Füßen getreten wird oder nicht, war nie Thema. Und das ist Ihr großes Glück, denn eine Quote von 1k Walen im Jahr [die meisten davon Zwergwale mit einem Bestand von bis zu 0,5 Mio. Exemplaren] ist nachhaltig, auch wenn noch so oft das Gegenteil behauptet wird.

    Das argumentative “östliche” Gegenstück wäre übrigens gemäß der einmal von Ihnen verfolgten Argumentationslogik die Frage, ob das Verhalten des ICR, seiner Waljagdflotte und auch das der drei Dutzend delfinjagender Fischer in Taiji ehrenhaft ist.

    -> Es ist auf jeden Fall nicht unehrenhaft. Wieso denn auch? ~ Und generell gefragt: wie kommen Sie jetzt auf dieses Thema? Es ging doch um den Blauflossen-Thun im Mittelmeer und nicht um Delfine in Japan. Ich weiß, dass es für Sie unangenehm ist, wenn es um die Nutzung [= Massentötung] von Tieren vor der eigenen Haustüre geht, aber damit müssen Sie sich jetzt schon auseinandersetzen. Vor allem, weil der Blauflossen-Thun im Gegensatz zu Delfinen [sowie den von Japan quotierten Walen] tatsächlich vom Aussterben bedroht ist. :-p

    Wer als absolute Minderheit seine Nation und Kultur in aller Öffentlichkeit aus welchen Motiven auch immer dermaßen bloßstellt und in einen negative Ruf bringt und dann seine Regierung zwingt, aus Gründen des nationalen Prestiges und der Gesichtswahrung dieses Verhalten mit aller Kraft zu verteidigen….

    -> Natürlich sind die Fischer in Taiji und die Walfänger in Shimonoseki eine Minderheit, da die Mehrheit der Japaner Industriegüter baut oder Mangas zeichnet. Wichtig: wie viele Personen eine Tätigkeit ausführen, ist keinerlei Grundlage, um Urteile zu fällen. ~ Ich persönlich bin der Meinung, dass ein schlechter Ruf in westlichen Ländern hinzunehmen ist, wenn die Alternative eine Unterwerfung gegenüber deren *irrationalen* Moralvorstellungen darstellt. Und der Meinung bin nicht nur ich, diese typische Lesermeinung erschien zum Beispiel am gleichen Tag wie dieser Artikel: http://search.japantimes.co.jp/cgi-bin/rc20100502a7.html

    In einem Punkt kommen wir wohl schnell zusammen. Es ist zwar unter gewissen Annahmen und Wertvorstellungen als Idealvorstellung wünschenswert, aber zumindest die nächsten Jahrzehnte völlig unmöglich, die Ozeane zu einem von Menschen nicht zu nutzenden großen Aquarium zu machen. Ob das überhaupt möglich und sinnvoll ist, wäre eine eigene umfangreiche Diskussion.

    -> Würden wir die Ozeane zu einem von Menschen nicht zu nutzenden Aquarium machen, verlöre der Großteil der Weltbevölkerung seine primäre Proteinquelle. ~ Und diese antivegetarische Information, dass das Meer die wichtigste Quelle für Eiweis ist, wird sogar von dem Film “Die Bucht” anerkannt. Was Sie hier fordern ist folglich nicht weniger, als der Menschheit das größte Gesundheitsproblem ihrer Geschichte aufzuzwängen, indem jegliche Nutzung der Ozeane untersagt wird. Was Sie “unter gewissen Annahmen und Wertvorstellungen” als wünschenswert betrachten, ist also definitiv nicht sinnvoll.

    Damit gehört auch die Nutzung (nettes Wort für die Massentötung) biologischer ozeanischer Ressourcen zu dem irgendwie zwischenstaatlich oder supranational zu organisierendem weltweiten Geschehen.

    -> Wird nie geschehen, der Fresstrieb ist größer als das Potential zur globalen Einheit. [Wichtig: das ist eine wertungsneutrale Feststellung!]

    Die Grenze ist für mich in jedem Fall immer dann erreicht, wenn absehbar eine Spezies von der Ausrottung bedroht ist. Da ist die EU auch alles andere als beispielhaft. Das Problem einschließlich der zahlreichen illegalen Fischerei ist letztlich nur in weltweiter Zusammenarbeit lösbar.

    -> Zumindest im in seiner Ausdehnung begrenzten Mittelmeer wäre eine Kontrolle möglich, ohne dass sich die ganze Welt an einem Tisch setzen muss. Eine ideale Gelegenheit für den Westen, dem Osten zu zeigen, wie ernst er seine Bestrebungen in Sachen Meeresschutz nimmt.

    Gerade Japan macht mir übrigens im Bereich Biologie Hoffung:
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,688027,00.html

    -> Ehrlich gesagt erschließt sich mir nicht so ganz, was sie mit dieser Verlinkung ausdrücken wollen.

    Im übrigen: Wenn Sie die Verbalattacken unterlassen, finde ich viele Ihrer Argumente nachdenkenswert und interessant, auch wenn ich bei einigen Punkten zu anderen persönlichen Schlussfolgerungen komme.

    -> Mit Verlaub, aber die Verbalattacken auf mich haben eine höhere Frequenz und Intensität als meine Verbalattacken auf andere. [Das ist kein Vorwurf, sondern lediglich eine Feststellung.]

    Gestattten Sie mir noch eine Anmerkung. Sie schrieben mal, dass für Sie “Standpunkte” akzeptabel sind. Ich habe vor Jahren mal folgende überdenkenswerte Aussage gehört: “Wenn der Öffnungswinkel des eigenen geistigen Horizontes auf null Grad geht, hat man einen Standpunkt.” Ich bin daher kein übermäßiger Freund von “Standpunkten”, gebe allerdings zu, dass sie deutlich einfacher argumentativ zu vertreten sind und auch zu leben sind als etwas breitere Denkansätze.

    -> Jeder Standpunkt entsteht durch die Erwählung des selbigen aus einem breiten Spektrum an Möglichkeiten. Ohne Standpunkte [also mit "weitem Öffnungswinkel"] befindet sich der Mensch in einem Zustand der Beliebigkeit. Natürlich wäre es nun möglich, über enge Öffnungswinkel zu diskutieren, welche zwischen Standpunkt und Beliebigkeit in der Schwebe sind. Doch weiterhelfen würde uns das nicht, denn mein Öffnungswinkel wäre nicht groß genug, um die Wale zu verschonen. Sie dürfen dies gerne als Engstirnigkeit deuten, was jedoch auch auf Sie selbst in Ihrer strikten Ablehnung des Walfangs zurückfiele.

    ~~~

    Zur Entspannung noch eine lustige Karikatur:

    http://blog.peta.org/archives/DFPETA71.gif

    So viel zum Thema Delfine und Intelligenz…

  7. Seiji Oujiru sagt:

    @Mausewix:

    Beim Blauflossen-Thun ist, wie es so schön heißt, Hopfen und Malz wohl verloren. Eine nüchterne Betrachtung der Fakten lässt schwerlich einen anderen Schluss zu. Gäbe es Ratingagenturen für Biodiversität, wäre der Thunnus thynnus im besten Fall noch BBB mit negativem Ausblick. ~ Eigentlich schade, ich würde das Fangverbot für Wale sofort gegen ein Fangverbot für den Blauflossen-Thun eintauschen. [Wichtig: das Fangverbot darf nicht für die Ewigkeit sein, sondern nur, bis sich die Bestände wieder erholt haben.]

  8. Michael Mittelstädt sagt:

    @Seiji Oujiru

    1. Ich stimme Ihnen zu, dass das Argument Nachhaltigkeit nicht nur einseitig bezogen auf Wale und sonstige “Tiere mit Sympathiefaktor” verwendet werden darf.

    2. “Und generell gefragt: wie kommen Sie jetzt auf dieses Thema? Es ging doch um den Blauflossen-Thun im Mittelmeer und nicht um Delfine in Japan. ”

    Ich hatte in dem Beitrag oben u.a mit Taiji einige Aspekte aufgenommen, die auf Diskussionen in an anderer Stelle Bezug nehmen. Insofern haben Sie mit Ihrem Hinweis absolut Recht. Ich finde das im Nachhinein selbst suboptimal. Hätte ich hier die technische Möglichkeit wie in einem Forum, würde ich den Beitrag nachträglich aufteilen.

    3. “-> Ehrlich gesagt erschließt sich mir nicht so ganz, was sie mit dieser Verlinkung ausdrücken wollen.”

    Ich fand es interessant, dass sich der menschliche Organismus sich bei lokal anderer Ernährungsweise anpassen kann und auch pflanzliche Nahrung verwerten kann, die Menschen an anderer Stelle nicht verwerten können. Indirekt war es auch als Pro-Japan-Hinweis gedacht, dass Meeresalgen in Japan bereits Teil der Ernährung sind und man darüber nachdenken sollte, inwieweit dieses übernommen werden kann. Im Prinzip bin ich wie Sie der Ansicht, dass der Mensch biologisch mehr oder minder ein Allesfresser ist, glaube aber, dass er den heute in vielfach im Westen üblichen Fleisch- und Fisch-Anteil deutlich drücken kann und sich biologisch, siehe vorher, an geänderte Ernährungsgewohnheiten/Ernährungsressourcen anpassen kann. Damit ist für mich nicht die Frage, ob generell Fleisch oder Fisch, sondern wieviel ist als Proteinquelle wirklich erforderlich und ob es nicht andere Quellen dafür gibt als letztlich steinzeitliches Jagd- und Ernährungsverhalten auf zunehmend bedrohte frei lebende Tierarten. Wie bedroht, muss man bei jeder Art einzeln bewerten. Geschätzte Bestandszahlen und prozentuale Fangzahlen greifen da m.E. zu kurz, weil man die sehr unterschiedlichen Reproduktionszahlen der unterschiedlichen Tierarten und die Gesamtsituation der jeweiligen Tierart mit berücksichtigen muss.

    4. “-> Zumindest im in seiner Ausdehnung begrenzten Mittelmeer wäre eine Kontrolle möglich, ohne dass sich die ganze Welt an einem Tisch setzen muss. Eine ideale Gelegenheit für den Westen, dem Osten zu zeigen, wie ernst er seine Bestrebungen in Sachen Meeresschutz nimmt.”

    Sehr gutes Argument. Gilt übrigens analog auch für die Ostsee.

    5. “-> Mit Verlaub, aber die Verbalattacken auf mich haben eine höhere Frequenz und Intensität als meine Verbalattacken auf andere. [Das ist kein Vorwurf, sondern lediglich eine Feststellung.]”

    Ich habe schon gesagt und sage es noch einmal, dass ich die Verbalattacken auf Sie auch nicht gut finde.

    6. “Doch weiterhelfen würde uns das nicht, denn mein Öffnungswinkel wäre nicht groß genug, um die Wale zu verschonen. Sie dürfen dies gerne als Engstirnigkeit deuten, was jedoch auch auf Sie selbst in Ihrer strikten Ablehnung des Walfangs zurückfiele.”

    Mir geht es nicht darum, Ihnen irgendein Etikett wie “Engstirnigkeit” aufzukleben. Ihre Argumentation ist rein rational nachvollziehbar , wenn man Ihre Grundannahme bzgl. Walen als jagbare “Nutztiere” und Ihre sehr grundsätzliche Ablehnung von nationaler/kultureller/individueller Verhaltensänderung unter äußerem Druck akzeptiert. Ich sehe zwar den ersten Punkt anders und den zweiten teilweise anders, aber habe auch kein streng logisches Argument, dass man es nicht so sehen kann.

  9. Seiji Oujiru sagt:

    @Michael Mittelstädt:

    “Ich stimme Ihnen zu, dass das Argument Nachhaltigkeit nicht nur einseitig bezogen auf Wale und sonstige “Tiere mit Sympathiefaktor” verwendet werden darf.”

    -> Das war jetzt zwar nicht meine Aussageabsicht, aber schön, dass hier Einheit herrscht. :-)

    “Ich hatte in dem Beitrag oben u.a mit Taiji einige Aspekte aufgenommen, die auf Diskussionen in an anderer Stelle Bezug nehmen. Insofern haben Sie mit Ihrem Hinweis absolut Recht. Ich finde das im Nachhinein selbst suboptimal. Hätte ich hier die technische Möglichkeit wie in einem Forum, würde ich den Beitrag nachträglich aufteilen.”

    -> Ich hätte auch gerne Funktionen zum Zitieren oder Editieren. Vielleicht gibt es hierfür passende WordPress- Add-ons.

    Ich fand es interessant, dass sich der menschliche Organismus sich bei lokal anderer Ernährungsweise anpassen kann und auch pflanzliche Nahrung verwerten kann, die Menschen an anderer Stelle nicht verwerten können. Indirekt war es auch als Pro-Japan-Hinweis gedacht, dass Meeresalgen in Japan bereits Teil der Ernährung sind und man darüber nachdenken sollte, inwieweit dieses übernommen werden kann. Im Prinzip bin ich wie Sie der Ansicht, dass der Mensch biologisch mehr oder minder ein Allesfresser ist, glaube aber, dass er den heute in vielfach im Westen üblichen Fleisch- und Fisch-Anteil deutlich drücken kann und sich biologisch, siehe vorher, an geänderte Ernährungsgewohnheiten/Ernährungsressourcen anpassen kann. Damit ist für mich nicht die Frage, ob generell Fleisch oder Fisch, sondern wieviel ist als Proteinquelle wirklich erforderlich und ob es nicht andere Quellen dafür gibt als letztlich steinzeitliches Jagd- und Ernährungsverhalten auf zunehmend bedrohte frei lebende Tierarten. Wie bedroht, muss man bei jeder Art einzeln bewerten. Geschätzte Bestandszahlen und prozentuale Fangzahlen greifen da m.E. zu kurz, weil man die sehr unterschiedlichen Reproduktionszahlen der unterschiedlichen Tierarten und die Gesamtsituation der jeweiligen Tierart mit berücksichtigen muss.

    -> Es handelt bei der auf Meeresalgen geeichten Darmflora von Japanern wohl eher um eine Optimierung als um eine Anpassung. Zumindest verstehe ich den Artikel so – und schließlich können auch Europäer Nori verdauen. :-) Genau wie [trotz gegenteiliger Gerüchte] die meisten Japaner Laktose vertragen. ~ Aja: dass der Fleischkonsum in den Industrienationen zu hoch ist, steht außer Zweifel. An der Notwendigkeit, für eine gute Gesundheit tierische Proteine aufzunehmen, ändert dies jedoch nichts.

    “Sehr gutes Argument. Gilt übrigens analog auch für die Ostsee.”

    -> Meinen sie jetzt das Baltische Meer, welches in deutschsprachigen Ländern “Ostsee” genannt wird, oder das Japanische Meer, welches in Südkorea “Ostsee” genannt wird?

    Mir geht es nicht darum, Ihnen irgendein Etikett wie “Engstirnigkeit” aufzukleben. Ihre Argumentation ist rein rational nachvollziehbar , wenn man Ihre Grundannahme bzgl. Walen als jagbare “Nutztiere” und Ihre sehr grundsätzliche Ablehnung von nationaler/kultureller/individueller Verhaltensänderung unter äußerem Druck akzeptiert.

    -> Ich verstehe das mal als Ritterschlag. :-)