Japan beschuldigt Kapitän Paul Watson der Behinderung japanischen Walfangs: “Ach nee, meint ihr wirklich?”

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-100429-1.html

Dienstag, 29. April 2010
Japan beschuldigt Kapitän Paul Watson der Behinderung japanischen Walfangs: “Ach nee, meint ihr wirklich?”

Japan entdeckt, dass Sea Shepherd den illegalen Walfang blockiert

Von Kapitän Paul Watson

Kyodo News Service

http://home.kyodo.co.jp/modules/fstStory/index.php?storyid=498414

TOKYO, April 30 KYODO

Wie mit der Ermittlung befasste Quellen am Freitag bekanntgaben, hat die japanische Küstenwache einen Haftbefehl gegen den Anführer der gegen den Walfang gerichteten Sea Shepherd Conservation Society erhalten wegen angeblicher Anordnungen an Gruppenmitglieder, Einsätze der japanischen Walfangflotte zu behindern.

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Ich habe heute entdeckt, dass die japanische Küstenwache einen Haftbefehl gegen mich selbst ausgestellt hat, weil ich meine Crew anweise, japanische Walfangeinsätze im Walschutzgebiet des Südpolarmeers zu behindern.

Es scheint wirklich erstaunlich, dass die japanische Küstenwache fünf Jahre gebraucht hat, um zu entdecken, dass Freiwillige von Sea Shepherd illegale Walfangeinsätze behindert haben. Wir sind bloß seit Dezember 2005 dabei, Walfangeinsätze zu blockieren und wir wurden jedes Jahr erfolgreicher als im Jahr zuvor. In dieser letzten Saison haben wir mehr Walen das Leben gerettet als die japanischen Walfänger abgeschlachtet haben und wir kosten sie mehrere zehn Millionen Dollar.

Darüberhinaus wurde Japan gedemütigt durch die Veröffentlichung von “The Cove”, einem Dokumentarfilm, der seine Entstehung der SeaShepherd Kampagne aus 2003 verdankt, die erstmalig die Brutalität des Delphinschlachtens in Taiji aufdeckte.

Die japanische Regierung versucht verzweifelt, die Sea Shepherd – Schiffe von ihrer Rückkehr ins Walschutzgebiet im Südpolarmeer in der Saison 2010/2011 abzuhalten.

Es besteht kein Zweifel, dass die Beweggründe der japanischen Küstenwache und der japanischen Regierung politischer Natur sind.

Weder japanische, neuseeländische noch australische Behörden haben den Kapitän der Shonan Maru 2 vernommen, weil er absichtlich ein Drei–Millionen–Dollar-Schiff von Sea Shepherd gerammt und zerstört hat und beinahe sechs freiwillige Crewmitglieder von Sea Shepherd getötet.

Es gibt in der jüngeren Seeschifffahrtsgeschichte keinen einzigen Fall, in dem ein Schiff auf hoher See mit einem anderen kollidierte und der Kapitän des verantwortlichen Schiffes nicht einmal verhört wurde. Kapitän Peter Bethune ist ein Staatsbürger Neuseelands und er befand sich als Kommandeur eines in Neuseeland registrierten Schiffes in den Gewässern des australischen Antarktisterritoriums. Das Schiff Ady Gil wurde durch das Vorgehen der Shonan Maru 2 zerstört und versenkt, und dennoch hat nicht ein Vertreter dieser drei Nationen den angreifenden Kapitän vernommen.

Stattdessen nahm Japan Kapitän Peter Bethune fest, weil er dem Kapitän der Shonan Maru 2 gegenübertrat und jetzt haben sie noch einen Haftbefehl gegen mich ausgestellt.

Als Japan darum ersuchte, dass die Australische Bundespolizei an Bord der Steve Irwin und der Bob Barker ginge, um Beweise zum Wohle Japans sicherzustellen, leisteten sie Folge. Doch hat Japan sich anscheinend geweigert, an Bord der Shonan Maru 2 zu gehen um den australischen oder neuseeländischen Behörden zu assistieren?

Will Australien wirklich den von Japan ausgestellten Haftbefehl anerkennen und werden sie mich verhaften und ausliefern, weil Japan verlangt, dass sie das tun?

Was auch immer geschieht, eines ist klar: die Sea Shepherd Conservation Society wird in das Walschutzgebiet des Südpolarmeers zurückkehren um die Wale vor den fortgesetzten illegalen Walfangaktivitäten zu beschützen.

Solange es ein Walschutzgebiet im Südpolarmeer gibt, wird die Sea Shepherd Crew weitermachen, dort patrouillieren und das Schutzgebiet verteidigen.

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5 Antworten auf Japan beschuldigt Kapitän Paul Watson der Behinderung japanischen Walfangs: “Ach nee, meint ihr wirklich?”

  1. Seiji Oujiru sagt:

    Wie mit der Ermittlung befasste Quellen am Freitag bekanntgaben, hat die japanische Küstenwache einen Haftbefehl gegen den Anführer der gegen den Walfang gerichteten Sea Shepherd Conservation Society erhalten wegen angeblicher Anordnungen an Gruppenmitglieder, Einsätze der japanischen Walfangflotte zu behindern.

    -> So ist es. Paul Watson hat mehrfach Crewmitglieder zum Entern der Shonan Maru #2 angestiftet, hat seiner Crew mehrfach befohlen Flaschen mit Buttersäure auf die Nishin Maru zu werfen, hat diverse Walfänger mehrfach vorsätzlich gerammt, hat mehrfach Sabotageversuche gegen die Schiffsschrauben von Walfängern angeordnet, usw.

    Es besteht kein Zweifel, dass die Beweggründe der japanischen Küstenwache und der japanischen Regierung politischer Natur sind.

    -> Wenn die Auslieferung von Paul Watson an Japan verweigert wird, dann hat das politische Gründe. Juristische können es bei einer so eindeutigen Beweislage nicht sein.

    Will Australien wirklich den von Japan ausgestellten Haftbefehl anerkennen und werden sie mich verhaften und ausliefern, weil Japan verlangt, dass sie das tun?

    -> Bei den oben geschilderten Fakten wäre eine Auslieferung angebracht. Ich persönlich glaube aber erst daran, wenn Paul Watson in Tokyo einsitzt.

    ~~~

    Darüberhinaus wurde Japan gedemütigt durch die Veröffentlichung von “The Cove”

    -> “Gedemütigt” ist nicht das richtige Wort, “verwirrt”, “verwundert” und “provoziert” passen eher.

    http://www.youtube.com/watch?v=bbwSW6FYG-w
    http://www.youtube.com/watch?v=HnGSbm6HS_U

    ~~~

    Was auch immer geschieht, eines ist klar: die Sea Shepherd Conservation Society wird in das Walschutzgebiet des Südpolarmeers zurückkehren um die Wale vor den fortgesetzten illegalen Walfangaktivitäten zu beschützen.

    -> Daran besteht kein Zweifel.

    Solange es ein Walschutzgebiet im Südpolarmeer gibt, wird die Sea Shepherd Crew weitermachen, dort patrouillieren und das Schutzgebiet verteidigen.

    -> Sea Shepherd würde auch mit seinen illegalen Aktionen fortfahren, wenn das Walschutzgebiet im Südpolarmeer aufgelöst würde.

  2. Michael Mittelstädt sagt:

    ” -> “Gedemütigt” ist nicht das richtige Wort, “verwirrt”, “verwundert” und “provoziert” passen eher.

    http://www.youtube.com/watch?v=bbwSW6FYG-w
    http://www.youtube.com/watch?v=HnGSbm6HS_U

    Interessant! Wenn die englischen Untertitel dem Originalkommentar entsprechen, sogar erstaunlich sachlich.

  3. Seiji Oujiru sagt:

    Übersetzungen aus dem Japanischen in eine Germanische oder Romanische Sprache sind nicht so wie Übersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche. Textnahes Übersetzen geht da nicht, es geht vielmehr um die Überführung der Aussageabsicht in eine andere Sprache.

    Zur Verdeutlichung: Das Englische kennt zwölf Zeitstufen, das Deutsche sechs und das japanische zwei [zählt man die durativen Formen dazu sind es vier.] Es gibt im Japanischen auch keine Deklination, keinen Numerus, keine Artikel, usw. Dafür wird fleißigst durch ein komplexes Gewebe an Höflichkeitsformen konjugiert. Ein Übersetzer muss also kreativ tätig werden, wenn er mit der Japanischen Sprache arbeitet. So gibt es zum Beispiel im Japanischen keinen Futur, er muss aber in seiner Zielsprache für auf die Zukunft bezogene Aussagen den Futur verwenden.

    Kurz: die Untertitel entsprechen *sinngemäß* dem Originalkommentar.

  4. Michael Mittelstädt sagt:

    @ Seiji Oujiru

    Danke!

  5. Magnus von der Brelie sagt:

    Ich stehe volle Kanne hinter Paul Watson, ich Liebe Japan ( Land und Kultur ) ABER ich verachte die Verhaltensweisen der Japanischen Regierung. Die Erde komplette Erde muss bewahrt werden. Paul Watson hat mit seinen Forderungen 100% recht. Die Menschheit muss endlich aufwachen.
    Es geht um die Zukunft der Erde und all ihrer Bewohner.