Sea Shepherd bereitet sich auf die Operation Blue Rage vor

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-100514-1.html
Freitag, 14. Mai 2010

Sea Shepherd bereitet sich auf die Operation Blue Rage vor

Bericht vom Sea Shepherd Vorsitzenden Steve Roest

„Das Mittelmeer ist an einem Punkt angelangt, wenn auch die Blauflossenthunbestände derzeit nicht kollabieren, an dem Sie auf einen Kollaps zusteuern… wenn es um Blauflossenthun geht, scheint Wissenschaft keinen Wert zu haben. Unterm Strich fühlte ich mich als ob ich über das Ableben eines der prachtvollsten Fische die im Ozean leben präsidierte.

– William T. Hogarth, Vorsitzender der ICAAT*

Der Vorsitzende der ICAAT hatte Recht als er sagte er präsidiere über das Ableben einer der prachtvollsten Fische die in den Ozeanen leben. Diese Spezies steht nun am Abgrund der Ausrottung. Trotzdem beharrt die ICAAT darauf, dass es noch ausreichende Bestände gibt um 13.500 Tonnen zu entnehmen (doppelt so viel wenn man die illegalen Fänge einschließt). Es ist jedem CITES-Wissenschaftler klar, dass es keine ausreichenden Bestände dafür gibt.

Die ICAAT, die Fischereiverwaltungen von Spanien, Italien, Malta und die Restaurantbesitzer und Fischhändler in Japan sollten eine Nachhilfestunde in Geschichte nehmen.

In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts war Norwegen die größte Blauflossenthun Fangnation des Planeten mit scheinbar unerschöpflichen Beständen an Blauflossen. Aber das änderte sich in den 60er Jahren als Ringwadenfischerei eine Verwüstung anrichtete. Nicht nur, dass die Ringwadenfischer direkt die norwegische Fischerei zerstörte, wurden diese unglaublichen Tiere von ihren Futtergründen in den norwegischen Gewässern ferngehalten von wo sie ins Mittelmeer zum Laichen zogen, wo sie auch bejagt wurden. Die großen Fische wurden natürlich als erste in unvorstellbaren Stückzahlen weggefangen, aber es dauerte nicht lange bis auch kleinere und Jungfische entnommen wurden. Die Überfischung im Mittelmeer sorgte auch dafür, dass sie nicht mehr in die dezimierten norwegischen Gewässer zurückkehren konnten. In den frühen 70ern waren die Bestände in Norwegen völlig kollabiert und haben sich bis zum heutigen Tage nicht erholt; sie werden nicht nie mehr erholen.

Zwischen 1960 und 1970 fing eine Flotte von japanischen Langleinenfischern in brasilianischen Gewässern 5000-12000 Tonnen Blauflossenthun jährlich. Zu dieser Zeit wurde der Blauflossenthun in brasilianischen Gewässern ausgelöscht und er kehrte nie mehr zurück.

Wir brauchen uns nur den Zusammenbruch der kanadischen Kabeljaubestände anschauen. Mit der Zeit hat die verzweifelte kanadische Regierung 1992 ein Moratorium für den Fang von Kabeljau eingeführt, doch es war zu spät und die Bestände haben sich nicht wieder erholt. Es ist dieselbe Leier in jeder kommerziellen Fischerei; wir jagen die Arten bis zu ihrer Ausrottung.

Sea Shepherds Europakoordinator, Laurens de Groot, sagte uns, dass „Ringwadennetze zurzeit für 60-80% der Blauflossenthunfänge im Mittelmeer verantwortlich sind. Heutzutage wird der Großteil der Fänge lebend in Thunfischfarmen gebracht – Käfige in denen sie primär für den lukrativen japanischen Sushi- und Sashimimarkt gemästet werden. Durch die schlechte Durchsetzung der Gesetze im Mittelmeer, sind die jährlichen Fänge mindestens doppelt so hoch wie die zugewiesene Quote.“

Was muss geschehen um die Entscheidungsträger zum Umdenken zu bewegen, wie überzeugen wir sie dazu das Überleben dieser Spezies über den kurzfristigen wirtschaftlichen Gewinn zu stellen? Sea Shepherds Antwort auf diese Frage ist, dass wir den Blauflossenthun ab Mai 2010 verteidigen, bewahren und schützen werden, wenn wir Licht auf die illegale und korrupte Industrie werfen, die vorhaben die Blauflossenthun bis zur Ausrottung zu jagen.

*[Anm.d.Ü] ICAAT steht für die Internationale Kommission für den Schutz des Atlantik Thunfisches

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