Kampagne zur Rettung des Golfs

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-100517-1.html
Montag, 17. Mai 2010

Kampagne zur Rettung des Golfs

Original: “Gulf Rescue Campaign”

Sea Shepherd kündigt Kampagne zur Rettung der Meeresarten im Golf von Mexiko an

Der British Petroleum (BP) Öl – Durchbruch in der Tiefsee im Golf von Mexiko entwickelt sich zur größten und zerstörerischsten Ölkatastrophe der Geschichte. Es ist ein Notfall der höchsten Dringlichkeitsstufe und ein massiver Angriff auf ein bedeutendes marines Ökosystem. Während BP moralisch und rechtlich verantwortlich sein mag für die Verursachung dieser Katastrophe, ist es nutzlos und unklug, die Rettung allen ozeanischen Lebens im Golf einem privaten Unternehmen zu überlassen. Wir müssen alle zusammenkommen, um das anzugehen, und wir müssen es schnell tun.

Die Sea Shepherd Conservation Society fordert alle Organisationen, die dazu imstande sind, auf, sich uns anzuschließen und Schiffe mit trainierten Mannschaften zu entsenden, um breitgefächerte Einsätze im Golf von Mexiko zur Rettung ölverseuchter Seevögel, Schildkröten und anderer Meeresarten zu unterstützen. Gemeinsam haben wir die Mittel, Fähigkeiten, Erfahrung und Einsatzbereitschaft, eine enorme Wirkung zu erzielen hinsichtlich der Anzahl der Leben und Arten, die vor diesem katastrophalen Ölteppich gerettet werden können. Wir können die Hochsee – Ausstattung zur Verfügung stellen, die zur Ergänzung der Rettungseinsätze an Land notwendig ist zum Auffinden, Einfangen, der Behandlung und dem Transport der maritimen Lebewesen, die noch zu retten sind.

“Sea Shepherd und andere Organisationen haben Schiffe”, sagte Kapitän Paul Watson. „Diese Gruppen, ebenso wie Regierungen und Konzerne, verfügen über Mittel. Wir müssen diese Ressourcen jetzt mobilisieren. Das wird ein langwieriger, schmutziger und mühsamer Prozeß, aber wir müssen handeln, und wir müssen sofort handeln“.

Auch wenn Sea Shepherds Steve Irwin auf dem Weg ins Mittelmeer zur Verteidigung des Blauflossenthuns gegen Wilderer in der Operation „Blauer Zorn“ ist, und die Bob Barker in Tasmanien liegt, strengen wir uns gerade an, ein drittes Schiff in Europa zu beschaffen, das wir in den Golf bringen können um diese Katastrophe anzugehen. Unsere Crew wird voll ausgebildet in HazMat (Umgang mit Gefahrstoffen, Anm. d. Ü.) und Rettungsverfahren an Land und auf See sein, und wir werden in der Lage sein, Experten und Ausrüstung beizusteuern, die benötigt werden für die Suche, das Einfangen und die Rettung ölverseuchter maritimer Lebewesen im Golf. Wir werden mit BP zusammenarbeiten, mit örtlichen Fischern und der U.S.Regierung um deren Einsätze zu unterstützen und diejenigen anderen fachkundigen Personals und Nichtregierungsorganisationen. Wir werden Spenden brauchen an Treibstoff, Vorräten, Dispergenzien, Reinigungstensiden, Handtüchern, Decken, und wir brauchen freiwillige Crewmitglieder, insbesondere Freiwillige mit Erfahrung in der Rettung und Säuberung von ölkontaminierten Vögeln und anderen Tieren. ( ACHTUNG: jeder, der Interesse hat, Versorgungsmittel oder Dienste anzubieten, bitte mailen:  gulfrescue@seashepherd.org)

Sea Shepherd verfügt über eine lange Geschichte der Hilfeleistung bei Ölpest-Säuberungsaktionen und marinen Rettungseinsätzen. Zum Beispiel: wir unterstützten die Säuberungsaktion nachdem im März 1989 die Exxon Valdez auf dem Bligh Riff im Prince William Sound auf Grund gelaufen war und über 10 Millionen Gallonen Rohöl freigesetzt hatte. Unsere Operation Oilstorm Y2K wurde ausgelöst durch das Sinken des Öltankers Erika im Dezember 1999, der einen Ölteppich hervorbrachte, der schlussendlich 125 Meilen vor der bretonischen Küste Frankreichs bedeckte. Der Bruch der Petrobras Oil Col Pipeline in Rio de Janeiro im Januar 2000 sah Sea Shepherd-Freiwillige bei der Koordinierung von Rettungseinsätzen für die Tierwelt und Sea Shepherd Brasilien (ISSB) wurde mit Petrobras handelseinig, einen Rettungsplan für ölverseuchte Wildtiere zu entwickeln. Im Januar 2001 war das Sea Shepherd Patrouillienboot Sirenian das erste Schiff auf der Szene der Jessica – Ölpest in Galapagos, und unsere Freiwilligen verwendeten Wochen darauf, ölgetränkte Vögel, Seehunde und Meerechsen zu retten und zu säubern. Erneut im September 2005 rettete und säuberte die Crew von Sea Shepherd’s Farley Mowat Vögel, Meerechsen und andere Meeresarten, koordinierte die Küstensäuberungseinsätze, holte treibende Ablagerungen ein und entfernte gefährliche Vertäuungsschnüre rund um das Wrack nach einem Dieselteppich in der Academy Bay von Porto Ayora auf der Insel Santa Cruz in Galapagos.

Unsere Schiffe und hingebungsvolle Freiwillige haben über die Jahre bewundernswerte Leistungen erbracht, aber diese Katastrophe im Golf verlangt mehr, als wir alleine geben können. Die Sea Shepherd Conservation Society bittet um Zusammenarbeit mit und Mithilfe von weiteren Nonprofit -(gemeinnützigen) Organisationen, Regierungen, Unternehmen und allen betroffenen Einzelpersonen. Während wir mit der U.S.Regierung und BP zusammenarbeiten werden um ihre Einsätze zu unterstützen, appellieren wir ebenso an sie, uns mit dem Beisteuern von Ausrüstung, qualifiziertem Personal und Hilfsmitteln an Land behilflich zu sein, um unsere Arbeit auf See zu ergänzen und um Unterstützung, die entsprechenden Freigaben für uns und andere Organisationen zu beschleunigen, die spezielle und wirklich nützliche Erfahrung und die Ausrüstung mitbringen können um bei diesen Rettungseinsätzen zu helfen.

Sea Sheherd heißt Spenden aus der Öffentlichkeit für unser “Golf – Rettungsprogramm” willkommen um uns zu helfen, marine Fauna und Lebensräume zu retten und zu schützen. Charity Navigator hat Sea Shepherd mit einem 4-Sterne-Rating bewertet, das zeigt, dass sie bei der Verwaltung der Finanzen und dem effektiven Einsatz von Spenden für Kampagnen unter den besten Nonprofit- (gemeinnützigen) Organisationen rangiert.

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6 Antworten auf Kampagne zur Rettung des Golfs

  1. hawthorne sagt:

    Man muss sich mal vorstellen, wie das mit der Ölpest im Meer weitergehen soll. Offenbar sind angesichts der Rückschläge und des Ausmaßes der Ölpest nun auch die Verantwortlichen bei BP – immerhin einer der größten und damit einflussreichsten Konzerne der Welt – verzweifelt. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Bob Dudley, räumte am Sonntag ein, dass die Ölpest “katastrophal” sei. Die Frage ist einfach, wann hört das auf und die Frage, die meines Erachtens nie gestellt wird ist, welche Konsequenzen zieht man daraus????????

  2. Hydroprogne sagt:

    Offshore-Bohrungen besonders Im Golf von Mexiko sind begehrt, da hier große Erdöllagerstätten unter dem Meeresboden existieren. Die großen Tiefen stellen aber ein beachtliches Risiko dar. Bei Betrachtung der Fakten, die beschreiben, wie es zu dieser Katastrophe kam, müssen besondere Konsequenzen folgen.

    - Es wurde ein billiges Ventil eingebaut, welches dem enormen Druck, der durch das Anbohren der Quelle entstand, nicht standhielt.
    - Auf Sicherheitsventile wurde verzichtet, da diese sehr teuer sind.
    - die US-Behörde soll Genehmigungen für Ölbohrungen im Meer erteilt haben, ohne die vorgeschriebenen Umweltzulassungen einzuholen.

    Dieses macht deutlich, dass der wirtschaftliche Gewinn das leitende Motiv war und dass das Risiko, die Meere zu verschmutzen, billigend in Kauf genommen wurde.
    Das Motto Gewinne zu privatisieren und Verluste zu kollektivieren ist eine verbreitete Handlungsmaxime, für die sich nicht nur in den USA zahlreiche Beispiele finden lassen.
    Wenn man bedenkt, dass ExxonMobil für ihren Tankerunfall erst alle Schuld einräumte und dann zu einem Strafschadenersatz von 5 Mrd Dollar verurteilt wurde, von dem sie aber dann nach merhmaliger erfolgreicher Berufung nur 0,5 Mrd Dollar zahlen müssen, was bisher allerdings noch nicht geschah, darf man auf das Verahlten von BP und Justiz im Fall Deepwater Horizon gespannt sein.

    Die Konsequenz daraus muss eine schnelle schonungslose und harte Bestrafung aller Verantwortlichen sein. Andernfalls wird sich ein derart leichtsinniges und rein profitorientiertes Verhalten nicht eindämmen lassen.

  3. @hawthorne
    @Hydroprogne

    Ihr habt ja so recht…
    freu mich über Eure vernünftigen Kommentare, das ist echt wohltuend in solch einer Zeit…

    ja, und mit der Frage, wie das “weitergehen” soll – eigentlich dürfte es ja gar nicht weitergehen. Wenn wir einen Funken Vernunft hätten, dürften wir garnicht unter Wasser nach Öl bohren. Es ist einfach zu riskant. Dafür müßten wir halt ein bißchen weniger heizen, es ist ja nicht einzusehen, weshalb man mitten im Winter im T-Shirt in der Bude hocken muss und ein bißchen weniger in der Gegend rumfahren und -fliegen. Was allein unsere Politiker in der Weltgeschichte umeinanderfliegen – sollen sie doch zuhause bleiben, ihre “wichtigen” Gepräche wie früher telefonisch oder per Brief führen und die gesparte Zeit dazu nutzen, ihre Arbeit mal ordentlich zu machen.
    Statt auf Kosten unserer aller Umwelt Erlebnistourismus zu betreiben – kommt ja eh nichts Vernünftiges bei rum.
    Vielleicht müssen wir die ganze Welt wieder ein bißchen entschleunigen – so wie Kapitän Watson es in “Die Welt im Jahr 2108″ (http://blog.migaloo.de/2008/07/23/die-welt-im-jahr-2108-1/#comments) geschildert hat. Anders geht’s wohl nicht.
    Ob wir allerdings für diese Krankheit, “das Motto Gewinne zu privatisieren und Verluste zu kollektivieren”, der wir ja auch die Weltwirtschaftskrise verdanken, jemals eine menschenwürdige Lösung finden werden – sie sind so dumm und so unvorstellbar skrupellos in ihrer Gier.
    Aber schön, dass es wenigstens paar Menschen gibt, die kapieren, was da abgeht.

    for the oceans,
    icaneatcauliflower

  4. Jabba sagt:

    “Dafür müßten wir halt ein bißchen weniger heizen”

    Da können wir uns an Japan echt ein Beispiel nehmen. Die japanischen Häuser haben traditionell keine Zentralheizung. Das spart so viel Energie ein, dass sämtliche Glühbirnen und StandBy-Schaltungen dagegen ein Witz sind.

  5. Seiji Oujiru sagt:

    @ Jabba:

    Oh, ein Lob für Japan, wie ungewöhnlich [und erfreulich.] :-)

    Also, es stimmt, die meisten Häuser haben keine Zentralheizung. Dafür wird oft mit der Klimaanlage geheizt. [Ja, das geht.] Oder es werden mobile Gasheizungen verwendet, was sehr praktisch ist, weil gekocht wird meist auch mit Gas und die dafür nötigen Kartuschen sind sehr billig [Gasleitungen gibt es wegen der Erdbeben in vielen Städten nicht.] Oder es wird mit Strom geheizt. Oder es werden Thermalquellen angezapft [Japan ist voll mit denen.] ~ Es wird also auch in Japan geheizt, wenn es sein muss. ;-)

    In Otrau haben wir aber eine Zentralheizung, sogar mit Öl [in Japan extrem selten.] Es fällt dort fast das halbe Jahr Schnee samt bitterkaltem Wind und ohne Zentralheizung würde das Haus auskühlen.

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