Australien will Japan wegen Walfang vor Gericht bringen

Nach mehreren Androhungen einer Anklage hat Australien nun erklärt, dass sie Japan vor den Internationalen Gerichtshof im niederländischen Den Haag bringen wollen. Der Grund sei laut Außenminister Stephen Smith die sich immer wieder wiederholenden Zusammenstöße zwischen den japanischen Walfängern und Aktivisten von Sea Shepherd. Der Ausschlag zu dieser Entscheidung dürfte das absichtliche Rammen und Versenken des Aktivistenschiffes Ady Gil gewesen sein, wo fast sechs Mitglieder der Besatzung ums Leben gekommen wären. Durch viel Glück kam es nur zu Rippenbrüchen eines Besatzungsmitgliedes.

Neuseeland hat angekündigt Australien vorerst nicht zu folgen und setzt weiterhin auf diplomatischen Druck, schließt aber eine ähnliche Klage für dieses Jahr nicht aus.

Es bleibt abzuwarten, ob Japan die Anklage annimmt. Japan hat bereits vor kurzem abgelehnt im Fall der gesunkenen Ady Gil mitzuhelfen und somit wurden die Akten auf Eis gelegt.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

30 Antworten auf Australien will Japan wegen Walfang vor Gericht bringen

  1. sakshin sagt:

    muß japan die klage annehmen, damit eine verhandlung stattfindet?

  2. 4nature sagt:

    geht doch!

  3. Seiji Oujiru sagt:

    In den letzten Wochen hatte ich wenig Lust, etwas zu schreiben. Es gab irgendwie nichts wirklich Neues. ~ Das hat sich jetzt aber geändert.

    Zu der Entscheidung Australiens, Klage gegen Japan vor dem IGH zu erheben, kann ich nur sagen: sehr gut! Besser geht es gar nicht, dies hätte bereits vor Jahren geschehen sollen.

    Und nein, ich bin nicht verrückt geworden. :-)

    Dieser drohende Prozess ist eine Gelegenheit, um die Legalität des Walfangs im Südpolarmeer richterlich feststellen zu lassen. [Irgendwie denken Umweltschützer immer, sie würden vor Gericht automatisch gewinnen, da sie der irrigen Annahme unterliegen, alle Moral der Welt für sich gepachtet zu haben.]

    Hierzu eine Stellungnahme von Professor Freeland, einem Experten für Internationales Recht:

    “If the court ruled that whaling in the Southern Ocean was legal, or at least parts of the whaling program were legal, then Japan would be emboldened and we would have lost any moral high ground we may feel we have in terms of whaling.”

    Das Gericht könnte sogar feststellen, dass die von Australien beanspruchten Gewässer in der Antarktis gar nicht Australien gehören.

    Dazu noch mal Professor Freeland:

    “Japan does not accept our claims to part of these waters and, if the court ruled that the waters that we claim as our own are in fact not part of Australia’s legal territory, that would have far broader consequences than just the issue of whaling, including the rights to fisheries and other resources.”

    Optimaler ginge es gar nicht.

    Letztendlich können aber beide Seiten dem Urteil einfach nicht folgen, wenn es zu deren Ungunsten ausfällt. [Das haben die USA schon öfter getan.] Ansonsten hätte die Australische Regierung ob des enormen Risikos diesen Prozess auch gar nicht angestrengt – die sind schließlich nicht blöd, sondern lediglich fehlgeleitet. Die Klage ist vielmehr nur ein Mittel, um die antijapanische Wählerschaft in Australien mit nutzlosem Handeln zu ködern, sprich: populistischer Aktionismus in Reinkultur. Wer das nicht erkennt, dem ist nicht zu helfen.

    Dauerhaft hat diese juristische Posse nur eine Folge: Australien hat die Hosen runter gelassen und Japan reinen Wein eingeschenkt. Ein Wein, welcher nicht gerade nach “Freundschaft” schmeckt, auch wenn Stephen Smith, Peter Garret und Robert McCulland über drei Absätze hinweg davon fabulieren.

    An dieser Stelle möchte ich vorschlagen, auf die aktuelle Provokation des Westens damit zu reagieren, dass Japan als zweitgrößtes Geberland künftigen Hilfszahlungen des IWF an Staaten der Eurozone nur dann zustimmt, wenn die Niederlande der SSCS keinen Heimathafen mehr gewähren und sich die EU auf der nächsten Sitzung des IWC dem Stimmverhalten Japans anschließt. ~ Wer eine multikulturelle Bananenwährung künstlich am Leben erhalten will, muss dafür mit Naturalien bezahlen. :-)

  4. Seiji Oujiru sagt:

    @sakshin: Eigentlich ist Japan zur Annahme der Klage gezwungen, da von Tokyo eine Unterwerfungserklärung abgegeben wurde.

    ~

    D’ordre du Ministère des affaires étrangères, j’ai l’honneur de déclarer au nom du Gouvernement japonais que, conformément au paragraphe 2 de l’article 36 du Statut de la Cour internationale de Justice, le Japon reconnaît comme obligatoire de plein droit et sans convention spéciale, à l’égard de tout autre Etat acceptant la même obligation, la juridiction de la Cour sur tous les différends survenus à compter du 15 septembre 1958 inclus à raison de situations ou de faits postérieurs à cette date et qui n’ont pas été réglés par d’autres moyens pacifiques.

    La présente déclaration ne s’applique pas aux différends que les parties ont décidé ou décideront de soumettre à une procédure d’arbitrage ou de règlement judiciaire aux fins d’une décision définitive et contraignante.

    La présente déclaration ne s’applique pas à un différend lorsqu’une autre partie n’a accepté la
    juridiction obligatoire de la Cour internationale de Justice qu’aux fins du règlement de ce seul différend; ni lorsque l’instrument par lequel une autre partie reconnaît la juridiction obligatoire de la Cour a été déposé ou ratifié moins de douze mois avant le dépôt de la requête par laquelle elle porte le différend devant la Cour.

    Cette déclaration restera en vigueur pendant une période de cinq ans, à l’issue de laquelle elle peut être abrogée au moyen d’une notification écrite.

    Je saisis cette occasion pour renouveler à Votre Excellence les assurances de ma très haute considération.

    le 9 juillet 2007.

    (Signé)
    Kenzo Oshima
    Représentant permantent du Japon
    auprés des Nations Unies

    ~

    Japan hat hier, im Gegensatz zu Deutschland, auch keine Ausnahmen eingeräumt.

    Ach ja, der Oberste Richter am IGH ist mit Hisashi Owada zur Zeit ein Japaner. :-)

  5. Andreas sagt:

    Egal wie das Urteil ausgeht. Japan steht dadurch international noch mehr am Pranger und der Imageschaden für das Land ist gewaltig. Immer mehr Konsumenten und Firmen werden bewusst, dass es für alles was aus Japan kommt, Alternativen gibt. Nicht Japan regiert die Welt. Geld ist es und je weniger Geschäfte man mit dem Land macht, um so eher geht bei denen nicht mehr nur die Sonne, sondern auch ein Licht auf.

  6. Seiji Oujiru sagt:

    Hier ein lesenswerter Artikel zu der Sache:

    http://www.nytimes.com/2010/05/29/world/asia/29whales.html?src=mv

    ~

    Aber mal was anderes: der Weißwahl ist heute der als “Artikel des Tages” vorgestellte “Exzellente Artikel” in der Japanischen Wikipedia. Zumindest wird er das noch bis heute 17:00 Uhr MESZ sein.

    Interessant dabei ist, dass die Englische Wikipedia ihn als “EN” [=endagered=gefährdet] einstuft [http://en.wikipedia.org/wiki/Beluga_whale], während die Japanische Wikipedia lediglich von einem weniger dramatischen “VU” [=vulnerable=anfällig] spricht [http://ja.wikipedia.org/wiki/シロイルカ]. Beide beziehen sich hierbei auf die “IUCN Red List”. Wer jetzt wohl Recht hat?

    Die Antwort überrascht: keiner! In Wirklichkeit ist der Delphinapterus leucas gerade mal “NT” [=near threatened], was die zweitniedrigste Stufe darstellt. Bis 2008 war er “VU”, wurde dann aber zurück gestuft, da festgestellt wurde, dass der Bestand größer ist als angenommen. [http://www.iucnredlist.org/apps/redlist/details/6335/0] Solche Informationen dürfen wohl nicht in ein Massenmedium wie die Wikipedia vordringen.

    Fasziniert von diesem Ergebnis habe ich mich weiter durch die Liste gewühlt und festgestellt, dass der Buckelwal gerade mal “LC” [=least concern] ist, was die niedrigste Stufe darstellt. Darüber hinaus ist seine Bestand auch noch am wachsen! [http://www.iucnredlist.org/apps/redlist/details/13006/0] Dennoch haben sowohl Greenpeace [http://www.greenpeace.at/5128.html] als auch Migaloo [http://blog.migaloo.de/2009/12/23/migaloo-protestaktion-gegen-walfanger/] die Tränengeschichte von den “gefährdeten Buckelwalen” erzählt.

    Und wisst ihr, warum die Buckelwale nicht gefährdet sind? Weil Japan, im Gegensatz zu Island und Norwegen, 44 Jahre lang auf den Fang von Buckelwalen verzichtet hat. Das macht auch Sinn, denn Japan trat der IWC bei, um die Walbestände stabil zu halten. Doch jetzt, wo dieses Ziel erreicht ist, darf das Walfangmoratorium von 1986 kein Dauerzustand bleiben. Deshalb heißt es ja auch so! ["Mora" ist Latein und heißt "Zeitraum", nicht "Unendlichkeit" oder so. Und ja, ich weiß, dass ich mich wiederhole. :-p]

    Trotzdem hat Japan die Buckelwale nach internationalen Protesten vom Fang ausgenommen. [http://www.greenpeace.at/5259.html] Gejagdt werden jetzt vor allem Arktische Zwergwale, über welche der IUCN keine Daten vorliegen. [http://www.iucnredlist.org/apps/redlist/details/2480/0] Im Klartext heißt das, dass keine Gefährdung nachgewiesen werden konnte. Trotzdem gibt es jedes Jahr einen gigantischen Aufstand, wenn die Japanische Walfangflotte im Südpolarmeer knapp tausend Stück davon fangen will. Nur zum Vergleich: Michael Mittelstädt attestiert in einem aktuellen Beitrag auf seinem Blog einen Bestand von etwas unter 760.000 Individuen. [http://meeresschutz.blog.de/2010/05/28/sichtungen-gomera-mai-8691230/]

    Fazit: einfach mal selbst nachforschen, statt alles zu glauben, was einem von Interessengruppen wie GP oder der SSCS präsentiert wird. Vor allem, wenn man vor hat, Geld an einen dieser Vereine zu spenden. ~ Protestieren wäre im Übrigen an dieser Stelle viel angebrachter, als im Südpolarmeer: http://www.iucn.org/?5315/Seismic-threat-to-critically-endangered-whales Das Thema Ölbohrungen im offenen Meer ist ja zur Zeit ohnehin in aller Munde.

  7. Seiji Oujiru sagt:

    @Andreas: Träum’ weiter…

    Deutschland ist der Exportweltmeister und Deutschland ist folglich am ehesten mit Boykotten erpressbar. Außerdem sind die Bevölkerungsschichten der westlichen Nationen viel zu inhomogen, um einen nennenswerten Boykott zu produzieren. Mal davon abgesehen, dass es fast unmöglich ist, auf Japanische Produkte zu verzichten: sogar Sea Shepherd verwendet für seine Schlauchboote Außenbordmotoren von Suzuki. Und wenn der Boykott doch auf die Bilanzen durchschlägt, kann zunächst das Personal in Deutschland eingespart werden – allein in NRW gibt es fast 500 Japanische Unternehmen.

    Außerdem glaube ich nicht, dass Japan unabhängig vom Urteil pauschal einen Imageschaden erleiden wird.

  8. sakshin sagt:

    @ seiji:
    japan fängt also hauptsächlich arktische zwergwale, über deren bestand es offenbar keine daten gibt.
    wenn japan wie die regierung behauptet wale aus wissenschaftlichen gründen fängt warum gibt es dann ausgerechnet von der walart, die am meisten gejagt wird keine wissenschaftlichen daten über die bestandesgröße?

  9. Rolf sagt:

    @ Seiji Oujiru
    “In den letzten Wochen hatte ich wenig Lust, etwas zu schreiben.”

    Eine sehr lobenswerte Entscheidung und es ist schon schade, dass Sie von Ihrer Linie wieder abgewichen sind.

  10. Jabba sagt:

    Also ich fasse zusammen: Es werden jährlich tausende Wale gefangen, über deren Bestände keine Daten vorliegen, deren Fleisch praktisch niemand freiwillig essen möchte, und das dazu noch giftige Chemikalien enthält. Die Jagd muss staatlich subventioniert werden.

    Ganz offensichtlich ist alles in bester Ordnung.

  11. Michael Mittelstädt sagt:

    “NZ threatens court action over whaling” vom 31.05.10
    http://www.nzherald.co.nz/nz/news/article.cfm?c_id=1&objectid=10648730

    Auszug:

    “Foreign Affairs Minister Murray McCully said New Zealand will go to the Hague if diplomatic efforts are not successful in the next “week or two”.

    He made the comments alongside his Australian coutrepart Stephen Smith at a meeting of the Pacific Islands Forums Ministerial Contact Group today. Australia has already lodged legal proceedings against Japan.
    ….
    Mr Smith said last week that he had spoken to his counterpart in Japan before the announcement and both of them agreed the case would not disturb the country’s international relationship.”

  12. Hydroprogne sagt:

    @seiji

    Haben Sie auch folgende Information beachtet?

    http://www.iucnredlist.org/apps/redlist/details/61442/0

    Waljagd ist babarisch und sie ist überflüssig. Der Mensch muss intelligent genug sein, um andere Proteinquellen zu nutzen. Ansonsten hat er auch keine Daseinsberechtigung mehr oder einfach ausgewirtschaftet.

  13. Andreas sagt:

    Internationaler Gerichtshof
    Australien verklagt Japan wegen Walfangs

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,698015,00.html

    Lustiges Argument, Seiji, Deutschland ist Exportweltmeister und mit Boykotten eher zu treffen. Der Unterschied ist nur, dass Deutschland keine Wale mehr fängt und selbst wenn, dann würde ich auch einen Boykott gegen Deutschland gutheißen und die Arbeitsplätze der 500 in NRW ansässigen Firmen sind kein Argument. Arbeit gibt es auch woanders, da sind wir hier in Deutschland auf japanische Firmen nicht angewiesen und ich wäre nicht traurig, wenn es diese mal nicht mehr gibt. Dann füllen halt die Russen oder Chinesen diese entbehrliche Lücke.

  14. Michael Mittelstädt sagt:

    Die USA halten die australische Klage für riskant und nicht hilfreich für den Walschutz. Verliert Australien die Klage, stehen alle waljagdablehnenden Staaten dumm da.

    “The US has warned that Australia’s decision to take Japan to court over whaling is an uncertain gamble on whales’ lives.

    If Australia loses, all other anti-whaling countries will have lost as well, Washington’s top whale policy official, Monica Medina, says.

    Ms Medina, the US commissioner at the International Whaling Commission, told the Herald yesterday the US wanted to save whales now using the diplomatic route, rather than take a chance on favourable litigation.

    ”This is a ‘bet the whales’ case,” she said of the Australian case to be lodged at the International Court of Justice this week.””

    Quelle: http://www.brisbanetimes.com.au/environment/whale-watch/us-warns-of-risks-in-australias-whale-action-20100530-wnj0.html

  15. Seiji Oujiru sagt:

    @Michael Mittelstädt:

    “Mr Smith said last week that he had spoken to his counterpart in Japan before the announcement and both of them agreed the case would not disturb the country’s international relationship.”

    -> Ein Mann einer korrupten Regierung soll für ein ganzes Volk sprechen? Lächerlich! [Und ja, natürlich ist die Japanische Regierung korrupt. Genau wie die westlichen Regierungen auch. ~ Und bevor das jetzt jemand versucht: dieses Eingeständnis des Offensichtlichen als Anti-Walfang-Argument zu verwenden, ist sinnlos da unlogisch. ;-)]

    “Die USA halten die australische Klage für riskant und nicht hilfreich für den Walschutz. Verliert Australien die Klage, stehen alle waljagdablehnenden Staaten dumm da.”

    -> Das ist genau das, was ich oben bereits schrieb. Und natürlich wissen die Australischen Politiker das genauso gut, doch zum Ködern ihrer Wähler ist denen alles genehm. ~ Die Zitate von Professor Freeland sind im Übrigen aus diesem Artikel: http://www.timesonline.co.uk/tol/news/environment/article7033180.ece

  16. Seiji Oujiru sagt:

    @Hydroprogne:

    “Haben Sie auch folgende Information beachtet?”

    -> Nein, habe ich nicht, da diese Information weder etwas mit der Diskrepanz in den Wikipedia-Artikeln noch etwas mit dem Japanischen Walfang zu tun hat. Weißwale und deren Unterspezies werden von Japan nicht gefangen. :-)

  17. Seiji Oujiru sagt:

    @Rolf: Schenkelklopfer! ;-)

  18. Seiji Oujiru sagt:

    @Andreas:

    “Lustiges Argument, Seiji,”

    -> Nein, treffendes Argument, Andreas. :-)

    “Deutschland ist Exportweltmeister und mit Boykotten eher zu treffen. Der Unterschied ist nur, dass Deutschland keine Wale mehr fängt”

    -> Es ist genauso Japans Recht, Walfang zu betreiben, wie es Deutschlands Recht ist, eben dies nicht zu tun. So ist es und nicht anders.

    “und selbst wenn, dann würde ich auch einen Boykott gegen Deutschland gutheißen”

    -> Lustiges Argument, Andreas. Boykottiere mal Dein eigenes Land. Sobald Du dadurch dann Deinen Arbeitsplatz verlierst, kommst Du angekrochen.

    “und die Arbeitsplätze der 500 in NRW ansässigen Firmen sind kein Argument.”

    -> Das werden die Arbeitnehmer dort aber anders sehen.

    “Arbeit gibt es auch woanders, da sind wir hier in Deutschland auf japanische Firmen nicht angewiesen”

    -> Da sagen die Deutschen Arbeitslosenzahlen aber was anderes.

    “und ich wäre nicht traurig, wenn es diese mal nicht mehr gibt.”

    -> So spricht ein wahrer Gutmensch: Arbeit ist egal, das eigene Land ist egal, gute Beziehungen zu anderen Ländern sind egal, etc. Die totale Ignoranz. Da kann ich nur noch den Kopf schütteln.

    “Dann füllen halt die Russen oder Chinesen diese entbehrliche Lücke.”

    -> Russland und China füllen diese Lücke aber in ihren eigenen Ländern, weil es da billiger ist. Für Japan dagegen ist Arbeit in Deutschland gleich kostspielig oder gar günstiger als im eigenen Land.

  19. Seiji Oujiru sagt:

    @sakshin:

    “japan fängt also hauptsächlich arktische zwergwale, über deren bestand es offenbar keine daten gibt.”

    -> Ja.

    “wenn japan wie die regierung behauptet wale aus wissenschaftlichen gründen fängt warum gibt es dann ausgerechnet von der walart, die am meisten gejagt wird keine wissenschaftlichen daten über die bestandesgröße?”

    -> Keine Ahnung. Frag die IUCN in der Schweiz, die sind für die “Rote Liste” zuständig – und nicht das ICR. Dieses Institut hat zwar ein “research” im Namen, ist aber ein Fischereiunternehmen, welches die Wissenschaft nur vorschiebt, um ein Schlupfloch in den Regularien der IWC ausnutzen zu können. [Das habe ich an anderer Stelle bereits eingeräumt.] Mir passt dieses Vorgehen der Japanischen Regierung auch nicht, feiger Weiße zu einer derart grotesken Lüge zu greifen, um das Recht auf Walfang wahrzunehmen. Aber die internationalen Spielregeln verlangen eben solche Tricks statt eines direkten Vertragsbruches [und sei er noch so gerechtfertigt.] Und leider hatte die IWC bisher nicht den Mumm, das Walfangmoratorium von 1986 wieder aufzuheben, was ein absolut treuwidriges Verhalten gegenüber Japan ist! Schließlich wollte man in Tokyo die Walbestände und damit den Walfang mit der Zustimmung zu diesem Moratorium [= vorübergehenden Fangstopp] auf Dauer erhalten und nicht auf Dauer unterbinden.

  20. @ Michael Mittelstädt
    “Die USA halten die australische Klage für riskant und nicht hilfreich für den Walschutz. Verliert Australien die Klage, stehen alle waljagdablehnenden Staaten dumm da.”

    -> Lieber Michael,
    genau das meinte ich mit “Angsthasen-Argumentationsweise” in einem meiner vorangegangenen Beiträge zur Jagd.
    Natürlich ist das riskant und kann schiefgehen. Und wenn es das tut, kann das auch der Anti-Walfang-Bewegung schaden. Das ist ja auch genau das Argument, das die Greenpeacer immer gegen Sea Shepherd vorbringen.
    Und? Was soll man tun? Zurücklehnen und abwarten? Auf bessere Zeiten hoffen? Und hin und wieder einen “Angsthasen-Kommentar” abgeben?
    Es geht doch um eine Abwägung der Risiken!
    Wenn wir weitermachen, so mit den Populationen an Meerestieren rumzuhuren, dann wird es noch ungleich viel riskanter und geht apokalyptisch schief. Schneller, als “man” denkt…
    Sich das einzugestehen, haben die “Angsthasen” dieser Welt solche Panik, dass sie lieber ausbremsen, verharmlosen, auf die kleineren Risiken fokussieren, damit sie die wahrhaft großen nicht konfrontieren müssen und bequem noch ein bißchen abwarten können, kurz gesagt, den Kopf in den Sand stecken. Oder zwei von den drei Affen geben. Vielleicht wäre es besser, sie würden sich wie der Dritte auch noch den Mund zuhalten, wenn sie schon nix sehen und hören wollen.
    Wenn dieser illegale Raubbau an wissenschaftlich unbekannten Populationen nun vor Gericht geht, und selbst wenn es schiefgeht (und der, wie vom hiesigen blog-”Japaner” angedeutet, japanische oberste Richter kein Berufsethos hätte und nicht unabhängig wäre, wie es seine Position anstandhalber zwingend erfordern würde), dann dringt doch das Thema dadurch wenigstens tangential in das Bewußtsein der Bequemlichkeitsfresser, Seichtdenker, Klugscheißer und anderer Dünnbrettbohrer. Damit ist doch etwas gewonnen, das m.E. das Risiko des Scheiterns mindestens aufwiegt?
    Garnichts tun, weil man sich eine Beule holen könnte, finde ich angesichts der tatsächlichen alternativen Risiken – für den Planeten – jedenfalls feige.
    Und verantwortungslos.

    for the oceans,
    icaneatcauliflower

  21. Seiji Oujiru sagt:

    “Bequemlichkeitsfresser, Seichtdenker, Klugscheißer und anderer Dünnbrettbohrer”

    -> Jetzt hast Du es mit Deinen Argumentationsverstärkern aber allen gezeigt! :-)

  22. @ icaneatcauliflower

    “Das ist ja auch genau das Argument, das die Greenpeacer immer gegen Sea Shepherd vorbringen.
    Und? Was soll man tun? Zurücklehnen und abwarten? Auf bessere Zeiten hoffen? Und hin und wieder einen “Angsthasen-Kommentar” abgeben?
    Es geht doch um eine Abwägung der Risiken!”

    > Es geht um eine Nutzen-Risiko-Abwägung wie bei einer medizinischen Operation. Ich denke im übrigen, dass die Welt nicht nur aus unbeugsamen Helden und Angsthasen besteht.

    “Wenn wir weitermachen, so mit den Populationen an Meerestieren rumzuhuren, dann wird es noch ungleich viel riskanter und geht apokalyptisch schief. Schneller, als “man” denkt…”

    > Da haben wir weitgehend eine Meinung, ich würde es allerdings sprachlich etwas anders formulieren.

    “..dann dringt doch das Thema dadurch wenigstens tangential in das Bewußtsein der Bequemlichkeitsfresser, Seichtdenker, Klugscheißer und anderer Dünnbrettbohrer. Damit ist doch etwas gewonnen, das m.E. das Risiko des Scheiterns mindestens aufwiegt?”

    > Das sehe ich differenzierter und gehöre damit vermutlich aus Ihrer/Deiner Sicht auch zu der oben mit so markigen Worten titulierten Menschengruppe.
    Abwarten, verdrängen und hoffen bringt nichts und ist ein unverantwortliches Verhalten, wildes Kriegsgeschrei und Aktionismus bringt aber auch nichts.

    Ich bin gern bereit, darüber sachlich bilateral über Email zu diskutieren. Wenn Interesse, ich bin über die Mitgliederliste im Migaloo-Forum erreichbar, auch für Nichtforummitglieder:
    http://www.forum.migaloo.de/index.php?page=MembersList

    Gruß

    Michael

    P.S.: @Seiji Oujiru: Bitte keinen Kommentar!

  23. Seiji Oujiru sagt:

    “P.S.: @Seiji Oujiru: Bitte keinen Kommentar!”

    -> Na, das könnte Dir so passen. :-p

    “Ich bin gern bereit, darüber sachlich bilateral über Email zu diskutieren.”

    -> Oha! Da wird einer der fleißigsten Schreiber auf Migaloo, im Greenpeace-Blog sowie anderen “Grünen Seiten” gerade offentlichkeitsscheu. Könnte dies daran liegen, dass auch und gerade bei sachlichen Diskussionen über die Art und Weise des Walschutzes für jedermann offensichtlich würde, wie *zerstritten* die Walfanggegner untereinander sind? ~ Da die Greenpeacer, dort die Sea Shepherds und dazwischen ein derart großes Meer an Ablehnung, dass man sich nicht mal über die Koordinaten des Gegners austauscht. Crewmitglieder auf SS-Schiffen, die im Hafen nicht schnell genug von Bord können, da sie Paul Watsons Methoden für hirnverbrannt halten und möglichst schnell ein Steak verputzen wollen. Hyperaktive Aufrufer zum Boykott Japans auf der einen sowie Menschen die nachdenken auf der anderen Seite. [Lässt sich beliebig weiter führen, doch ihr kennt eure Szene sicherlich gut genug.]

  24. @ Seiji Oujiru

    ““P.S.: @Seiji Oujiru: Bitte keinen Kommentar!”

    -> Na, das könnte Dir so passen. :-p ”

    >>> Ich habe es befürchtet. Trotzdem lassen Sie es bitte beim “Sie”, ich war Ihnen gegenüber auch so höflich.

    “Oha! Da wird einer der fleißigsten Schreiber auf Migaloo, im Greenpeace-Blog sowie anderen “Grünen Seiten” gerade offentlichkeitsscheu.”

    >>> ROFL

    Habe ich da wider Erwarten einen Fan gefunden?

  25. Hydroprogne sagt:

    @ Seiji Oujiru
    Am 3. Juni 2010 um 20:26 Uhr

    “Haben Sie auch folgende Information beachtet?”

    -> Nein, habe ich nicht, da diese Information weder etwas mit der Diskrepanz in den Wikipedia-Artikeln noch etwas mit dem Japanischen Walfang zu tun hat. Weißwale und deren Unterspezies werden von Japan nicht gefangen. :-)

    Das ist in Ordnung. Ich hatte Sie so verstanden, dass Sie den Bestand der Weißwale aufgrund Ihrer Quellen als so hoch einstuften, dass Sie persönlich eine Jagderlaubnis daraus rechtfertigen würden. Wenn das nicht so gemeint war, ok.
    Es hätte nämlich verheerende Folgen auf Subspezies, genau wie die Jagd auf andere Walarten ebenfalls verheerende Folgen auf einzelne Populationen haben könnten.

    Das Töten von Walen lässt sich sicher mit Bestands- und Abschusszahlen rechtfertigen, es ändert aber nichts an der Tatsache, dass insbesondere die industrialisierte Waljagd babarisch und überflüssig ist. Desweiteren könnte das Ausräumen und Verschmutzen der Weltmeere nachhaltige Folgen haben.

  26. Seiji Oujiru sagt:

    @Michael Mittelstädt:

    “Ich habe es befürchtet. Trotzdem lassen Sie es bitte beim “Sie”, ich war Ihnen gegenüber auch so höflich.”

    -> Entschuldigung, die falsche Anrede muss mir entgangen sein. [Das ist ernst gemeint!]

    “Habe ich da wider Erwarten einen Fan gefunden?”

    -> “Fan” wäre übertrieben. Primär lese ich nur alle bedeutenten Deutschen, Französischen sowie Englischen Blogs den Walfang betreffend. Und Sie sind auf den erstgenannten Publikationen nicht gerade inaktiv. Ihnen keine Beachtung zu schenken ist schwer möglich und unangemessen. Besonders gut fand ich diesen Beitrag Ihrerseits:

    “Thomas, ich halte das für keinen Mordversuch. Erstens bedeutet Mord “Tötung aus niederen Motiven” und zweitens setzt es die Absicht des Tötens voraus. Ich glaube nach mehrfachen Ansehen der diversen Videos an keine Rammabsicht der Shonan Maru Nr. 2. Ich halte es für ein aggressiv angesetzes Manöver zum Erschrecken, das am Schluss durch eine Kombination eines falschen Steuermanövers der Shonan Maru, der späten Reaktion der Ady Gil und wohl auch Wellengangeinfluss voll daneben gegangen ist. Rein rechtlich ist es meiner persönlichen Meinung nach grob fahrlässige Körperverletzung und Sachbeschädigung, aber ich bin kein Jurist.”

  27. @ Seiji Oujiru

    “Fan” wäre übertrieben.”
    >>>Da bin ich beruhigt. Gegenseitiger Respekt und Auseinandersetzung in der Sache ist mir auch lieber.

    “Könnte dies daran liegen, dass auch und gerade bei sachlichen Diskussionen über die Art und Weise des Walschutzes für jedermann offensichtlich würde, wie *zerstritten* die Walfanggegner untereinander sind? ~ Da die Greenpeacer, dort die Sea Shepherds und dazwischen ein derart großes Meer an Ablehnung, dass man sich nicht mal über die Koordinaten des Gegners austauscht. Crewmitglieder auf SS-Schiffen, die im Hafen nicht schnell genug von Bord können, da sie Paul Watsons Methoden für hirnverbrannt halten und möglichst schnell ein Steak verputzen wollen. Hyperaktive Aufrufer zum Boykott Japans auf der einen sowie Menschen die nachdenken auf der anderen Seite. [Lässt sich beliebig weiter führen, doch ihr kennt eure Szene sicherlich gut genug.]”

    >>> Die Situation in der “Szene” wird von Ihnen meiner Meinung nach zu schwarz-weiß dargestellt.

    Es gibt im Bereich Meeresschutz und auch Walschutz in Europa und auch in den USA mehr als SSCS und GP und die jahrelangen öffentlichen Auseinandersetzungen zwischen (Spitzen)Funktionären und Unterstützern der beiden Organisationen.

    In sachlichen Diskussionen sieht man unterschiedliche Positionen und Motivationen, was m.E. zumindest für europäische Verhältnisse absolut normal ist. Das ist grundsätzlich unschädlich, solange man als Allianz im Kern die gleichen Ziele (hier: Walschutz und Meeresschutz) verfolgt und in entscheidenden Phasen halbwegs abgestimmt handelt. Der Eindruck von Zerstrittenheit wird manchmal durch sehr emotionale, unsachliche und ideologisch dominierte Positionen und entsprechende Art des Umgangs in der öffentlichen Diskussion miteinander erzeugt, ist aber m.E. bei weitem nicht so ausgeprägt und problematisch, wie Sie in Ihrem Beitrag andeuten.

    Insofern: Sachliche Diskussionen führe ich jederzeit in der Öffentlichkeit sofern ich interessante Hinweise und überdenkenswerte Argumente auf der anderen Seite sehe. Letztlich ist das auch für mich der Grund, warum ich hier immer wieder auf einige Ihrer Positionen und Gedanken eingehe.

    Manchmal sollte man aber ohne großes Publikum und externe Kommentatoren parallel bilateral kommunizieren, um festzustellen, worin die (vermeintlichen) Meinungsverschiedenheiten eigentlich bestehen.

  28. Seiji Oujiru sagt:

    Hier was zum Lesen in der Angelegenheit:

    http://www.abc.net.au/news/stories/2010/06/06/2919600.htm

    Besonders interessant sind diese beiden Sätze:

    “Australia asserts jurisdiction over 40 per cent of Antarctica, a claim not recognised by most other countries.”

    “One said it was “99.5 per cent certain” that the court would rule Australia has no claim on the region.”

    So gesehen hoffe ich, dass der Fall zügig zur Verhandlung kommt. Wenn der [größenwahnsinnige] territoriale Anspruch Australiens auf die Antarktis erst einmal vom IGH negiert wurde, kann auch niemand mehr etwas von einem “citizen’s arrest” schwadronieren. Auch Peter Bethune nicht.

  29. Winke, winke, Zaunpfahl…

    Das ist ja jetzt eine Überraschung…!

    Ich wiederhol’ mich mal (zur Abwechslung, und für die Zaunpfahlresistenten):

    „• icaneatcauliflower
    Am 31. Oktober 2009 um 23:58 Uhr
    …Diese Waljagd scheint doch ein ziemliches Verlustgeschäft zu sein- ob das durch Subventionen profitabel ausgeglichen werden kann? …Möglicherweise interessieren die sich für die Wale nicht die Bohne –…
    Möglicherweise geht es um die wahren Profite der nächsten Dekaden- …Vielleicht will man da unter dem Deckmantel der Waljagd irgendwelche Gewohnheitsrechte zu den heiß umkämpften und immer noch völlig offenen Territorialansprüchen in bodenschatzreichen Gewässern etablieren. Und die armen Tiere sind dabei lediglich “Kollateralschäden”…
    Alle bevölkerungsstarken Nationen sind in größter Not hinsichtlich der Sicherstellung von Energiereserven und Bodenschatzressourcen. Und sie sind wie der Teufel hinter der armen Seele hinter den bisher unerschlossenen Gewässern und deren Bodenschätzen auf dem Meeresgrund her. Die großen Nationen stellen sich Schürfungsrechte auf anderen Kontinenten sicher, um die Zukunft der eigenen Bevölkerung zu sichern. Und zur Zeit wollen sie alle Methanhydrat und Manganknollen.
    Aktuell keilen sich Japan und Südkorea um ihre sich überschneidenden 200-Meilen-Zonen. Und es geht …(?) – um die alleinigen Rechte auf Ressourcenausbeutung…Und in der Antarktis vermuten sie eben alle diese Stöffchen auch. Da käme es doch sehr gelegen, wenn man mit dem Gewohnheitsrecht der althergebrachten ethnisch-traditionellen Jagdgründe Ansprüche geltend machen könnte.

    => und eine Antwort dazu:

    „• Michael Mittelstädt
    Am 1. November 2009 um 11:46 Uhr
    @ icaneatcauliflower:
    Interessanter Denkansatz. Ich denke auch, dass es nicht primär um die eigentliche Waljagd oder das Delfinschlachten als Broterbwerb armer Fischer geht, sondern um das öffentliche Dokumentieren des “Rechtes” bzw. das Durchsetzen des Prinzips, nach eigenem (nationalstaatlichem) Belieben Naturressourcen ausbeuten zu können. “Tradition” ist dann das ideologische Deckmäntelchen…“

    => und noch mal:

    icaneatcauliflower
    Am 9. Mai 2010 um 17:33 Uhr
    „> Nach wie vor denke ich , dass es bei dem Verlustgeschäft Walfang nicht wirklich um die Wale geht und diese möglicherweise nur als „Beifang“ auf dem Weg zu einem riesigen Geschäft fungieren. Ich habe das hier im blog schon mehrfach angesprochen…(=> man soll ja niemals aufgeben…)
    Russland spielt das „Spiel“ gerade in der Arktis, warum sollte das der Antarktis nicht auch bevorstehen? http://www.welt.de/politik/article1080757/Eiskalter_Krieg_um_arktische_Bodenschaetze.html und
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,684208,00.html
    Der Film “Wem gehört das Meer? Wettlauf um die letzten Rohstoffe “ stellt das Problem sehr schön anschaulich dar; Jabba war so nett, den link zu posten: „gibt es auch als Podcast http://bit.ly/bWYBxd“
    „Dabei werden wir in der nahen Zukunft noch ganz andere Probleme kriegen, nämlich wenn die Keilerei der Regierungen um die Unterwasser-Territorien richtig losgeht.“

    => und noch eine Antwort dazu:

    Michael Mittelstädt
    Am 10. Mai 2010 um 21:04 Uhr
    „@ icaneatcauliflower…An eine Sicherung territorialer Besitzansprüche von Bodenschätzen im Meer / im Bereich der Antarktis durch die Waljagd glaube ich nicht.“

    => Tja, so langsam dringt ans Licht, was da wirklich gespielt wird. War wohl doch nur eine Frage der Zeit.

  30. Michael Mittelstädt sagt:

    @icaneatcauliflower

    Australien beansprucht seit Jahrzehnten einen sehr großen Anteil der Antarktis, das sogenannte Australian Antarctic Territory
    ( http://en.wikipedia.org/wiki/Australian_Antarctic_Territory ). Nur 4 Staaten erkennen den Anspruch an: Großbritannien, Norwegen, Frankreich und Neuseeland. Japan erkennt den Anspruch nicht an, genausowenig wie den von auch von anderen Staaten nicht akzeptierten australischen Anspruch auf die sogenannten Australian Antarctic territorial waters ( http://en.wikipedia.org/wiki/Australian_Antarctic_territorial_waters ), so eine Art Auschließliche Wirtschaftszone vor der Küste des beanspruchten Antarktisgebietes. Ich habe vor ca. zwei Jahren einen Presseartikel gelesen, wonach Australien genau aus diesem Grund mit der Klage wegen der Waljagd sehr zögerlich sei. Erstens wollte man es sich mit Japan als einem der Signaturstaaten des Antarctic Treaty nicht verscherzen und zusätzlich ist die Frage der territorialen Rechte halt international umstritten, rechtliche Klärung daher nicht unbedingt erwünscht.

    In einem Punkt habe ich meine Meinung geändert. Es kann sein, dass Japan nebenbei durch die Waljagd seine Nichtanerkennung der Australian Antarctic territorial waters demonstriert.

    Auszug aus Wikipedia “Australian Antarctic territorial waters”:
    “The Australian Whale Sanctuary, in Australian Antarctic territory, is not recognised by the government of Japan. Anti-whaling legislation passed by the Australian Government applies to Australian territorial waters, however Australia’s claims of sovereignty over the Australian Antarctic Territory—and thus sovereignty over Australian Antarctic territorial waters—are recognised by only four countries, not including Japan”