Democracy Now! interviewt Sea Shepherd’s Scott West

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-100525-1.html
Dienstag, 25. Mai 2010
Democracy Now! interviewt Sea Shepherd’s Scott West
Original: Democracy Now! Interviews Sea Shepherd’s Scott West

Einen Monat nach der BP – Ölkatastrophe spricht Democracy Now! mit Scott West von Sea Shepherd, einem ehemaligen Spitzen-Ermittler bei der Umweltschutzbehörde EPA, der eine Untersuchung von BP infolge einer großen Ölpipeline-Leckage am Nordhang Alaskas leitete, die die Tundra Alaskas mit 250.000 Gallonen Öl verseuchte. Bevor West seine Ermittlungen abgeschlossen hatte, einigte sich das Bush-Justizministerium mit BP, und der Ölkonzern stimmte zu, 20 Millionen Dollar zu zahlen. Zur gleichen Zeit gelang es BP, mit der Zahlung eines 50-Millionen-Dollar- Vergleichsbetrages, der Strafverfolgung für die Explosion der Texas City Raffinerie zu entgehen, die fünfzehn Arbeiter das Leben gekostet hatte.

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Gast:

Scott West, ehemaliger Spitzenermittler bei der Umweltbehörde EPA. Leitete 2006 Ermittlungen gegen BP infolge einer großen Ölpipeline-Leckage am Nordhang Alaskas, die die Tundra Alaskas mit 250.000 Gallonen Öl verseuchte

JUAN GONZALEZ: Es ist heute einen Monat her, dass eine katastrophale Explosion die Deepwater Horizon – Bohrinsel in Brand setzte, elf Arbeiter tötete und eine der größten Ölkatastrophen der Nation auslöste. Einen Monat danach wächst der BP–Ölteppich stetig weiter und breitet sich rapide in den Golf von Mexiko aus. Heute sieht man dichtes schwarzes Öl in den sensiblen Marschlandschaften Louisianas. Teile des Ölteppichs sind in den Loop Current des Golfstroms eingetreten

(eine warme Wasserströmung, Teil des Golfstroms, der das Wasser an Florida vorbei an die amerikanische Ostküste, dann aufs offene Meer des Atlantik und Richtung Europa führt, s.a. http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/19052010181844.shtml , Anm. d. Ü.),

der das Öl zu den Florida Keys und sogar möglicherweise die Atlantikküste hinauftransportieren könnte.

Bei einer Kongreßanhörung am Mittwoch teilte ein Professor der Purdue Universität Gesetzgebern mit, dass der Ölteppich neunzehnmal größer sein könne als BP ihn einschätzt. Steve Wereley schätzte, dass die Ölkatastrophe 95.000 Barrel oder vier Millionen Gallonen Öl pro Tag freisetzt. BP hat den Ausstoß auf 5.000 Barrel geschätzt.

Ebenfalls am Mittwoch suchte eine Gruppe demokratischer Abgeordneter das Innenministerium auf um die Atlantis, BPs zweitgrößte Öl- und Gasplattform im Golf von Mexiko, stilllegen zu lassen. Die Atlantis operiert in 7.000 Fuß (2134 m) Wassertiefe, 2.000 Fuß (610 m) tiefer als die Deepwater Horizon.

AMY GOODMAN: Um mehr über BP zu sprechen, sind wir nun mit einem früheren Spitzenermittler der Umweltschutzbehörde EPA verbunden. Bis zu seinem Rücktritt im Jahr 2008 war Scott West Spezialagent vom Dienst bei der Kriminalermittlungsabteilung des EPA.

2006 leitete Scott West Ermittlungen gegen BP infolge einer großen Ölpipeline-Leckage am Nordhang Alaskas, die die Tundra Alaskas mit 250.000 Gallonen Öl verseuchte. Bevor West seine Ermittlungen abgeschlossen hatte, einigte sich das Bush-Justizministerium mit BP, und der Ölkonzern stimmte zu, 20 Millionen Dollar zu zahlen. Zur gleichen Zeit gelang es BP mit der Zahlung eines Vergleichsbetrages von 50 Millionen Dollar, der Strafverfolgung für die Explosion der Texas City Raffinerie zu entgehen, die fünfzehn Arbeiter das Leben gekostet hatte.

Scott West ist uns aus Seattle zugeschaltet, wo er heute für die Sea Shepherd Conservation Society arbeitet.

Haben Sie vielen Dank, dass Sie bei uns sind, Scott West. Legen Sie diese damalige, von Ihnen durchgeführte Ermittlung dar, die von Bushs Justizministerium niedergeschlagen wurde.

SCOTT WEST: Ja, guten Morgen, Amy.

Im August 2005 wurde ich Chuck Hamel vorgestellt, der von Angestellten und Arbeitern auf dem Nordhang sprach, die darüber Auskunft gaben, dass die Transitleitungen voller Schlamm wären und dass sie höchstwahrscheinlich einen katastrophalen Korrosionsschaden erleiden würden und dass es dann eine gewaltige Freisetzung von Öl auf dem Hang geben würde. Chuck machte mir diese Angestellten zugänglich und ich war in der Lage, diese Informationen im Vorweg zu erhalten. Ich wollte der bevorstehenden Ölkatastrophe zuvorkommen und ihr Zustandekommen verhindern, aber ich fand heraus, dass die EPA und die Bundesregierung in Wirklichkeit keinerlei Kontrolle über den Betrieb dieser Pipeline hatten. Also saßen wir in der Warteschleife.

Schließlich erhielt ich im März ’06 einen Anruf vom Hang von einem dieser Arbeiter, mit denen ich gesprochen hatte, der mir mitteilte, dass der vorausgesehene Bruch tatsächlich eingetreten war und dass eine gewaltige Menge Öl in die gefrorene Tundra ausgelaufen war. Wir hatten noch Glück, dass es zur Winterzeit war, weil der See, der es abbekam, fest zugefroren war und das machte die Säuberung um ein Vielfaches leichter. Wäre es zur Sommerzeit gewesen, wäre ein gewaltiger Ölfilm in die Beaufort See geschwemmt worden. Aber jedenfalls, zu wissen, dass diese Arbeiter über die Information verfügten, dass die Pipeline brechen würde und dass sie diese ihrem Management und Führungsstab weitergegeben hatten und nichts getan wurde, das machte geringstenfalls eine kriminelle Fahrlässigkeit daraus. Und so beauftragte ich Kriminalermittler der Kriminalermittlungsabteilung der Umweltbehörde EPA CID und schickte sie auf den Nordhang, um eine Kriminalermittlung aufzunehmen.

AMY GOODMAN: Und was geschah dann?

SCOTT WEST: Ja gut, als wir uns da hineinvertieften, wurde uns klar, dass wir da eine ganz große Sache am Laufen hatten und dass die Information, die wir vorab erhielten, zeigte, dass die obere Managementebene innerhalb BP, nicht nur in den U.S.A., sondern auch Übersee und bis nach London, sich bewusst war über die Grundsätze auf dem Nordhang, auf die Instandhaltung zu verzichten um dafür Geld einzusparen und dass auf ganz hoher Ebene die Erkenntnis vorlag, dass diese spezielle Pipeline gefährdet war. Also, das bewirkte, dass die Ermittlung sehr komplex wurde und großes Interesse bei der EPA und dem Justizministerium hervorrief, in die Chefetagen des Unternehmens vordringen zu können und sie für Ihre Entscheidungen zur Verantwortung zu ziehen, die zu der die Pipeline zerstörenden Korrosion führten.

Als wir unsere Ermittlung vorbereiteten, wurde es sehr schwierig. BP ist bei seinen Arbeitern als extrem rachsüchtig bekannt. Und diese Arbeiter wollten nicht ihre Jobs verlieren oder auf schwarze Listen für andere Arbeit in der Ölindustrie gesetzt werden, und waren daher zurückhaltend, mit den Ermittlern direkt zu sprechen, was dazu führte, dass wir ein großes Geschworenengericht zusammenstellen mussten und Vorladungen unter Strafandrohung für diese Personen ausgeben, damit sie aussagen. Denn wenn sie erst einmal vom Gericht einbestellt waren zu erscheinen und auszusagen, waren sie vor Racheakten geschützt. Also kamen sie. Wir interviewten sie durch den schwer zu handhabenden Prozeß des Einsatzes des Schwurgerichts, der die Untersuchung verlangsamte, uns aber auch einen maßgeblichen Anteil an Informationen einbrachte. Zusätzlich gaben wir strafbewehrte Vorladungen für Dokumente aus. Und dann, als Reaktion auf diese Dokumente, wurden wir beerdigt. Wir erhielten Dokumente im Umfang von rund 62 Millionen Seiten, die uns nun eine beträchtliche Zeitspanne zum Durchkämmen, Herausarbeiten von Indizien und des Aussagegehalts dieser Daten abverlangte.

JUAN GONZALEZ: Nun gut, Scott—

SCOTT WEST: Darum, mit—ah, ja.

JUAN GONZALEZ: Scott West, in dieser speziellen Situation hatten Sie die vielleicht ungewöhnliche Lage – oder wie ungewöhnlich ist es, so viele Arbeiter zu haben, die grundlegend Insiderinformationen darüber liefern, was geschieht und welche Probleme damit verbunden sind, aber dennoch gleichzeitig, wie Sie sagen, Angst hatten, öffentlich aufzutreten wegen möglicher Vergeltungsmaßnahmen? Wie häufig passiert so etwas in solcher Art Situationen, insbesondere bei Ölunternehmen?

SCOTT WEST: Nun, das ist ziemlich normal in der – in der Industrie. Die Arbeiter wollen ihre Lebensgrundlage nicht verlieren und darum sind sie zurückhaltend, offen darüber zu sprechen, was in ihren Unternehmen abläuft. Ich habe im Lauf meiner Karriere als Umweltermittler festgestellt, dass es oft einfacher war, Zeugen zu finden, die Informationen über Freunde, Kollegen und Ehegatten herausgaben bevor sie sie über ihren Arbeitgeber gaben. Aber letzten Endes kehren die meisten Menschen um und tun das Richtige und liefern die Information, die sie über kriminelle Vorgehen haben. In diesem speziellen Fall jedoch war die Rachsüchtigkeit von BP, wie sie von den Mitarbeitern wahrgenommen und den Ermittlern mitgeteilt wurde, extrem. Und so wurde es uns sehr erschwert.

Aber, bezogen auf das, worauf meine Ermittlung hinauslief, bis Juni ’07 hatten wir etliche Ermittler, die mit dem Fall befasst waren. Wir hatten etliche Strafverfolger vom Justizministerium, sowohl von der U.S.-Staatsanwaltschaft in Alaska als auch von der Abteilung für Umweltverbrechen am Justizministerium. Eine gewaltige Anzahl Arbeitsstunden wurde für diesen Fall eingesetzt. Und tatsächlich, teilte der Direktor der Umweltbehörde CID etwa um diese Zeit mit, dass die Ermittlung, die wir in Alaska durchführten, einer der beiden Spitzenkriminalfälle war, die die EPA zu der Zeit hatte. Also lag ein enormer Impuls dahinter, bestand ein großes Interesse an dem Fall.

Aber bis zum August ’07 hatte sich etwas dramatisch verändert, und uns wurde von der U.S.-Staatsanwaltschaft in Alaska mitgeteilt, dass der Fall außergerichtlich beigelegt werden würde wegen Firmenvergehens. Und bei dem Treffen, an dem ich dort Ende August teilnahm, wurde die Frage gestellt, wenn wir heute vor Gericht gehen würden, was könnten wir beweisen? Und ich musste zugeben, dass bei einer Gerichtsverhandlung in diesem Moment das, was wir beweisen könnten, ein Firmenvergehen wäre. Und dann sagte ich „Aber wir sind noch nicht fertig mit unseren Ermittlungen. Wir haben gerade erst begonnen. Wir benötigen einige weitere Jahre um das wirklich fertig zu untersuchen.“ Und sie sagten, gut, kann ich garantieren, dass ich in der Lage sein werde, Einzelpersonen zu überführen. Und ich sagte „Selbstverständlich nicht. Du kannst so etwas nicht garantieren in der Arena der Kriminalermittlung.“ Und so, aufgrund dessen, sagten sie „Gut, dann sind wir fertig“. Und ich stand unter Schock. Es ist unerhört für einen Spezialagenten vom Dienst, die Möglichkeit der Fertigstellung einer Ermittlung verwehrt zu bekommen, die so weit davon entfernt ist, sich ihrem Ende anzunähern. Und dann —

AMY GOODMAN: Also ist da die EPA, die Strafen von, ja was, $ 800 – oder $ 672 Millionen in Erwägung zieht, möglicherweise Strafanzeigen gegen BP-Führungskräfte wegen schwerer Verbrechen, und sie beendet das Ganze mit einem Vergleich über $ 20 Millionen?

SCOTT WEST: Ja, sie beendeten das Ganze mit einem Vergleich über $ 20 Millionen. Und mir wurde gesagt, es gab ein paar Gründe für diesen Wert von $ 20 Millionen. Für den einen müssen wir zurückgehen zu dem Fall der Olympic Pipe Line. Die Olympic-Pipeline barst 1999 in Bellingham, Washington und der resultierende Ausstoß von Benzin in einen Fluss fing Feuer. Drei Personen verbrannten bei lebendigem Leibe und ein Fluss wurde zerstört. Dieser Fall wurde von der EPA von der Dienststelle in Seattle aus untersucht. ’99 und 2000 wurde er als sehr bedeutsamer Fall in der U:S:-Staatsanwaltschaft in Seattle angesehen, was zu dieser Zeit unter Clinton-Administration war.

Als am Justizministerium die Bush-Administration übernahm, und der U.S.-Staatsanwalt hereinkam, war es – landete der Fall in der hintersten Schublade und wurde schließlich gegen einen sehr geringen Geldbetrag beigelegt. Und ich habe mit einem der Ermittler in diesem Fall gesprochen, und er sagte, dass der Geldbetrag, der darin als Strafe festgelegt wurde, damit zusammenpasste, was die Versicherungsgesellschaften zu zahlen bereit waren. Also musste im Grunde die Olympic Pipe Line in Wirklichkeit gar nicht die Strafe zahlen, sondern diese wurde von ihrer Versicherung abgedeckt. Nunmehr wurde dieser Vergleich mit Olympic Pipe Line zum Maßstab für Umweltverbrechen innerhalb des Bush- Justizministeriums.

Also dann hatten wir die Texas City-Explosion, die zu einer Anzahl Todesfälle und Verletzungen führte, bedingt durch Versäumnisse in der Wartung von derselben Art der Firmenpraxis, wie ich sie in Alaska sah.Und dieser Fall wurde zu derselben Zeit aufgewickelt wie meiner, und der Vergleich dort wurde, basierend auf dem Präzedenzfall der Olympic Pipe Line, mit $ 50 Millionen beigelegt. Also sagten sie, gut, dann, mein Ölkatastrophenfall in Alaska kann nicht irgendwo in die Nähe diese Betrages gelangen, weil es dort Todesfälle gab, und so legten sie ihn für $ 20 Millionen bei.

Nun, für BP bedeuten $ 20 Millionen lediglich einen Rundungsfehler, wenn Sie in Betracht ziehen, welche Beträge an Profiten sie auf täglicher Basis macht. Das hatte keinerlei Einfluss auf eine Änderung ihrer Praktiken. Das Einzige, was wirklich die Praktiken ändern könnte wäre gewesen, dass wir hätten Einzelpersonen verfolgen und für ihre Entscheidungen zur Rechenschaft ziehen können. Wie Sie sehr gut wissen, treffen nicht die Unternehmen Entscheidungen, sondern die Einzelpersonen darin tun das. Und daher wäre die angemessene Konsequenz der Ermittlung gewesen, Einzelpersonen zur Rechenschaft zu ziehen.

Nun, jetzt sehen wir genau das Gleiche im Golf, in dieser Katastrophe. Und es kommen Informationen darüber ans Licht, dass Einsparungen vorgenommen und die Besorgnisse von Angestellten ignoriert worden sind. Es ist exakt das gleiche Muster, das wir bei BP in Alaska und bei BP in Texas City gesehen haben. Und ich verstehe eine Menge von —

AMY GOODMAN: Wir werden eine Pause machen, Scott West—

SCOTT WEST: Ja.

AMY GOODMAN: —und dann zu dieser Diskussion zurückkehren. Scott West, ehemaliger Spezialagent vom Dienst—

SCOTT WEST: Sicher.

AMY GOODMAN: —der Kriminalermittlungsabteilung der Umweltbehörde EPA, der uns aus Seattle zugeschaltet ist. Und wir werden außerdem darüber sprechen, wie selten es vorkommt, dass der Schleier eines Unternehmens gelüftet wird und von Bußgeldern gegen ein Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen dahin zu gelangen, dass wirklich Führungskräfte des Unternehmens unter Anklage gestellt werden.

Hier ist Democracy now! Bleiben Sie dran.

[Pause]

AMY GOODMAN: Unser Gast, Scott West, ehemaliger Spezialagent der Kriminalermittlungsabteilung der Umweltschutzbehörde EPA, er ging vor einigen Jahren in einer Strafermittlung in der Sache der Alaska-Ölkatastrophe gegen BP vor, strebte eine Strafverfolgung der Führungskräfte an, aber das Justizministerium unter Bush schloss den Fall mit einer Niederschlagung der Ermittlungen ab. Während seine Ermittlungen liefen, flog die Texas City Raffinerie, BPs Raffinerie, in die Luft und fünfzehn Arbeiter wurden getötet. Jetzt wurden in der Tat, erst kürzlich bei der letzten Ölexplosion im Golf von Mexiko, elf Arbeiter getötet. Juan?

JUAN GONZALEZ: Also, Scott West, Sie sagten, sie waren geschockt, als die Entscheidung getroffen wurde, keine strafrechtlichen Anklagen zu verfolgen. Was war Ihre Reaktion in Folge dessen und sind im Anschluss daran irgendwelche gegen Sie gerichteten Vergeltungsmaßnahmen oder schlechte Behandlung aufgetreten?

SCOTT WEST: Also, meine Reaktion war bloß Schock. Ich habe so etwas noch nie erlebt. Es ist eine Sache, sorgfältig einen Fall untersucht zu haben und der leitende Ermittler, der eine Menge seiner oder ihrer persönlichen Energie und Zeit in einen Fall investiert hat, einschließlich unter jeden Felsblock geschaut und jeden Stein umgedreht, ist frustriert über die Lage, dass der Beweis nicht da ist, obwohl dieser Ermittler überzeugt ist, dass etwas getan werden sollte. Doch bei diesen Fällen erkennst Du, OK, wir schlagen es nieder und wir machen weiter. Aber in diesem speziellen Fall hatten wir all diese Dokumente, die noch nicht einmal angeschaut worden waren und eine ganze Liste mit einzelnen Zeugen, die noch vernommen werden mussten.

Und dann gab es den Spezialagenten vom Dienst—zu dieser Zeit war ich derjenige in Seattle. Und dann ging der Spezialagent vom Dienst zum Justizministerium und fragte nach einer Verlängerung der Zeitspanne. Als sie das erste Mal sagten „Nein, wir werden das einstellen“ fragte ich weiter, Sie wissen schon, „warum die Eile mit dem Vergleich? Ich brauche wenigstens ein paar mehr Jahre“. Und sie sagten „Nein, wir werden das nicht tun“. Und ich sagte „Gut, geben Sie mir ein Jahr“. Und sie sagten „Nein“. Und ich sagte „Sechs Monate“. “Nein”. “Drei Monate”: “Nein, es ist vorbei”. Und ich war völlig ungläubig und schlug eine Menge Krach deswegen. Und ein besonders frustrierender Anteil war, dass mein eigenes Management in Washington, DC, es versäumte, mir den Rücken zu stärken. Sie fielen geradezu in Gleichschritt mit der Entscheidung des Justizministeriums und warfen mir vor, ein Fanatiker zu sein und lauter andere Sachen und sagten, dass siebzehn Monate eine vollkommen angemessene Zeit seien um einen Fall wie diesen zu untersuchen, wobei sie alle aus ihrer eigenen Erfahrung wussten, dass das eine lächerliche Behauptung ist.

AMY GOODMAN: Scott West, denken Sie, wenn BP—

SCOTT WEST: Also war ich sehr—ja.

AMY GOODMAN: Denken Sie, wenn gegen BP-Führungskräfte Anklagen vorgebracht worden wären, dass wir im Golf von Mexiko mitansehen müssten, was wir heutzutage dort zu sehen bekommen?

SCOTT WEST: Nun, ich habe Zweifel, dass wir dann diese Diskussion führen würden und es mit einer Katastrophe wie dieser im Golf zu tun hätten. Was die Regierung über die letzten paar Jahre hinweg getan hat, ist, BP zu lehren, dass sie tun kann was sie will ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden. So wurden Entscheidungen gefällt, sehr armselige Entscheidungen wurden gefällt, die die Profite vergrößern und Arbeiter in Gefahr bringen und das mit Erlaubnis und Bestärkung durch die Bundesregierung. So gab es keine—[kein Ton]

AMY GOODMAN: Verbindung abgebrochen. Entschuldigung, das war die Satellitenverbindung nach Seattle, die so ist, wie wir befürchtet hatten. Aber das war Scott West, ehemaliger Spezialagent der Kriminalermittlungsabteilung der Umweltbehörde. Er arbeitet nun bei der Gruppe Sea Shepherd Conservation Society. Nochmals, er war derjenige, der versuchte, gegen BP-Führungskräfte Anklagen vorzubringen, Strafanzeigen, was extrem selten geschieht in diesen Fällen, die Unternehmen betreffen, von BP bis zu Massey Energy in West Virginia. Und an der Untersuchung dieser Sache werden wir dranbleiben.

Das Video können sie sich auf der Sea Shepherd-Seite angucken. (Englisch)

http://www.seashepherd.org/news-and-media/video.html

Sea Shepherds-Kampagne zur Rettung des Golfs von Mexiko

http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-100517-1.html (Englisch)

http://blog.migaloo.de/2010/05/19/kampagne-zur-rettung-des-golfs/ (Deutsch)

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