Japanischem Experten zufolge ist Blauflossenthun stark gefährdet

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-100531-1.html

Montag, 31.Mai 2010
Japanischem Experten zufolge ist Blauflossenthun stark gefährdet

Der japanische Fischereiexperte Masayuki Komatsu gibt zu, dass Japan einen Fehler hinsichtlich des Blauflossenthuns gemacht hat. Komatsu zufolge hätte der Blauflossenthun von CITES als gefährdet gelistet werden müssen.

In einem interview with Asahi News, stellte Komatsu fest:

“Ich möchte noch einmal die Bedeutung, Diskussionen voranzutreiben und Entscheidungen auf der Basis wissenschaftlichen Materials zu fällen, betonen. In diesem Sinne war die Entscheidung bezüglich des Blauflossenthuns bedauerlich. Als die Konferenz der Teilnehmer des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen ; CITES) im März zusammentrat, wies sie einen Vorschlag, den internationalen Handel mit atlantischem Blauflossenthun zu verbieten, mit dem Einspruch Japans und anderer Länder zurück.

Aber ich glaube, Japan hätte mit der Europäischen Union und den U.S.A: zusammenarbeiten sollen um die Regulierung festzulegen. Im Großen und Ganzen sind reichliceh Ressourcen an Walen vorhanden, auch wenn es Unterschiede bei den Arten gibt. Während die Minkwale unter grünem Licht stehen, hat der Finnwal beispielsweise ein gelbes Licht. Aber ein rotes Licht blinkt über dem Blauflossenthun, dessen Populationen als Ergebnis der Überfischung geschrumpft sind.

Ein Handelsverbot für Blauflossenthun mag auf kurze Sicht gesehen unvorteilhaft für Japan erscheinen, aber wenn wir Strategien entwickeln, die auf wissenschaftlicher Grundlage basieren, können wir letztendlich das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft gewinnen. Das Prinzip der nachhaltigen Nutzung gilt ebenso für reichhaltig vorhandene Wale.“

Komatsu möchte die Walfangquote erhöhen, weil er glaubt, dass Minkwal den Blauflossenthun in Sushi-Restaurants ersetzen kann.

Er sagte, dass die Qualität des Walfleischs schlecht sei, weil es sich um ein Nebenprodukt des “Walfangs für wissenschaftliche Forschung” handele. In dem Interview sagte er:

“Das Fleisch verkauft sich nicht, weil es teuer ist und von schlechter Qualität. Wenn Sie sich das Fleisch anschauen, das auf dem Markt verkauft wird, bemerken Sie, dass ein roter, blutähnlicher Saft heraussickert. Dieser Saft, der das Fleisch schmackhaft macht, lief heraus, weil die Zellmembranen aufbrachen, als das Fleisch gefroren war. Das liegt daran, dass die Temperatur auf Walfangschiffen lediglich auf 30 Grad unter Null abgesenkt werden kann. Da Thunfisch auf minus 70 Grad schockgefrostet wird, bleiben die Zellmembrane intakt. Im Walfang sollten neue Schiffe auch so gebaut werden, dass das Fleisch schockgefrostet werden kann, um eine bessere Qualität zu erreichen. Ich bin sicher, das würde das Bewusstsein der Verbraucher drastisch verändern. Walfleisch könnte als Sushi-Zutat anstelle von Thunfisch genutzt werden.“

Komatsu will, dass ein neues Fabrikschiff für den Walfang gebaut und die Walfangflotte modernisiert wird. Er will eine Aufstockung der Waltötungen auf über 2.000 Wale im Südpolarmeer. Er fuhr fort:

“Wenn die Fangquote erhöht wird, können Kosten gesenkt und schmackhaftes Walfleisch zu niedrigeren Preisen geliefert werden.“

Die Sea Shepherd Conservation Society bereitet gerade unsere Schiffe für die Rückkehr ins Südpolarmeer 2010/2011 vor, für die sogenannte Operation Kein Kompromiss. Unser Ziel ist es, erneut die Walfangquote um die Hälfte oder mehr zu reduzieren, die Walfangflotte ihre Profite zu kosten, und die Verbrechen der japanischen Walfangflotte über die Medien im Licht der Öffentlichkeit zu halten.

“Wir werden damit fortfahren und die japanischen Walfangoperationen im Südpolarmeer bekämpfen, eingreifen, blockieren, stören und abschrecken, solange bis die japanische Walfangflotte für immer aus dem Walschutzgebiet des Südpolarmeers vertrieben ist. Wir kämpfen gegen die Tötung eines jeden Wals von jeder Spezies innerhalb der Grenzen des Walschutzgebietes im Südpolarmeer, ohne Ausnahme irgendeiner Nation mit welchem Grund auch immer, ob wissenschaftlich oder kommerziell“, sagte Kapitän Paul Watson.

Watson fügte hinzu: “Wir sind erfreut zu hören, dass Komatsu mit unserer Position hinsichtlich des gefährdeten Status des Blauflossenthuns übereinstimmt. Unsere Frage an ihn ist: was wollen Sie dagegen tun? Wenn Sie daran glauben, dass der Blauflossenthun gefährdet ist, wie können Sie (Komatsu) nicht Ihren Einfluss nutzen, um den Verkauf von Blauflossenthun in Japan zu verbieten?

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2 Antworten auf Japanischem Experten zufolge ist Blauflossenthun stark gefährdet

  1. Seiji Oujiru sagt:

    “Während die Minkwale unter grünem Licht stehen,”

    -> Stimmt.

    “hat der Finnwal beispielsweise ein gelbes Licht.”

    -> Stimmt auch, bei Gelb darf aber noch gefahren werden.

    “Aber ein rotes Licht blinkt über dem Blauflossenthun, dessen Populationen als Ergebnis der Überfischung geschrumpft sind.”

    -> Stimmt natürlich ebenfalls.

    “Ein Handelsverbot für Blauflossenthun mag auf kurze Sicht gesehen unvorteilhaft für Japan erscheinen, aber wenn wir Strategien entwickeln, die auf wissenschaftlicher Grundlage basieren, können wir letztendlich das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft gewinnen. Das Prinzip der nachhaltigen Nutzung gilt ebenso für reichhaltig vorhandene Wale.”

    -> Mit dieser vernünftigen sowie kompromissbereiten Herangehensweise wird Komatsu gegen eine Wand laufen. Denn für die meisten Walfanggegner ist jeder tote Wal einer zu viel, egal wie hoch die Bestände sind und egal wie nachhaltig der Fang ist. Da sind die Ökos richtig totalitär.

    “Komatsu möchte die Walfangquote erhöhen, weil er glaubt, dass Minkwal den Blauflossenthun in Sushi-Restaurants ersetzen kann.”

    -> Das glaubt auch nur er. Frage einen Japaner, ob er Zwergwal oder Blauflossenthun will – er wird letzteres bevorzugen. Nichts gegen Walfleisch, aber Toro ist leckerer als alle anderen Tiefseeprodukte, bei -70°C schockgefrostete Wale inklusive.

    “Das Fleisch verkauft sich nicht, weil es teuer ist und von schlechter Qualität. Wenn Sie sich das Fleisch anschauen, das auf dem Markt verkauft wird, bemerken Sie, dass ein roter, blutähnlicher Saft heraussickert. Dieser Saft, der das Fleisch schmackhaft macht, lief heraus, weil die Zellmembranen aufbrachen, als das Fleisch gefroren war. Das liegt daran, dass die Temperatur auf Walfangschiffen lediglich auf 30 Grad unter Null abgesenkt werden kann.”

    -> Ein altbekanntes Problem, verursacht durch die Größe der Eiskristalle. Doch es gibt auch importiertes Walfleisch, welches diesen Mangel nicht aufweist. In dieser Frage unabhängig von Importen zu sein ist aber wichtig, da die Hauptquelle für Importe “dank” des anstehenden EU-Beitritts Islands wohl alsbald versiegen wird. ~ Und weil die heimische Wirtschaft Vorfahrt hat.

    “Komatsu will, dass ein neues Fabrikschiff für den Walfang gebaut und die Walfangflotte modernisiert wird. Er will eine Aufstockung der Waltötungen auf über 2.000 Wale im Südpolarmeer.”

    -> Klingt gut, anders lässt sich hohe Qualität bei Importunabhängigkeit und günstigen Preisen nicht erreichen.

    “Die Sea Shepherd Conservation Society bereitet gerade unsere Schiffe für die Rückkehr ins Südpolarmeer 2010/2011 vor, für die sogenannte Operation Kein Kompromiss.”

    -> Sea Shepherd hat den Arsch ja noch nicht mal ins Mittelmeer gehievt! Und dennoch werden bereits Vorbereitungen fürs Südpolarmeer getroffen? ~ Da sind die Prioritäten klar; die Belästigung Japans ist wichtiger als die Belästigung Europas.