Update: Prozess gegen Pete Bethune – erste Phase abgeschlossen

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-100603-2.html
Donnerstag, 3. Juni 2010
Update: Prozess gegen Pete Bethune – erste Phase abgeschlossen
Original: Update: Captain Pete Bethune’s Trial – First Phase Complete

Die erste Phase des Prozesses gegen Pete Bethune in Japan ist zu Ende. Er ist nach wie vor ungebeugt und bei guter Laune. Kapitän Bethune wird von einem hochprofessionellen Team japanischer Anwälte vertreten.

Die Behauptung einiger Medien, dass sich Kapitän Pete Bethune zu vier von fünf Anklagepunkten schuldig bekannt hat, ist falsch. Er bekennt sich zu keinem der Anklagepunkte schuldig. Er bestritt einige der Behauptungen des japanischen Staatsanwalts, vor allem jene, dass es zu irgendwelchen Verletzungen der Besatzung des japanischen Schiffes Shonan Maru 2 durch Aktionen von irgendjemandem an Bord von Sea Shepherd-Schiffen gekommen ist. Ein Besatzungsmitglied der Shonan Maru 2 behauptete durch ranzige Butter, die auf die Shonan Maru 2 von Sea Shepherd-Freiwilligen geworfen wurde, verletzt worden zu sein. Die Beweise brachten allerdings zutage, dass kein Arzt die angebliche Verletzung tatsächlich gesehen hat und es gab keine Meinungsverschiedenheit darüber, dass das Besatzungsmitglied unverletzt war bevor sein Schiff überhaupt im Heimathafen ankam.

Kapitän Bethunes Gesamtverteidigung basiert auf der Illegalität des Walfangs und der Weltcharta für Natur der Vereinten Nationen, die private Organisationen wie Sea Shepherd dazu bevollmächtigt sich an staatsähnlichen Aktivitäten zum Schutz der Umwelt zu beteiligen. Die Shonan Maru 2 war an illegalen Walfangaktivitäten beteiligt und Kapitän Bethunes Handlungen gegen dieses Schiff waren identisch mit denen einer Küstenwache, die diese Handlungen unterbindet.

Am ersten Tag der Verhandlung verlasen die Anwälte von Kapitän Bethune und der Staatsanwalt ihre Eröffnungsplädoyers und ein Besatzungsmitglied der Shonan Maru 2 sagte als Zeuge aus, was er gesehen hatte. Am zweiten Verhandlungstag sagte ein weiteres Besatzungsmitglied der Shonan Maru 2 aus, dass es einen kleinen, drei Tage lang andauernden Hautausschlag von ca. 2,5 cm Größe erlitt. Dieser Ausschlag war laut Aussage des Walfängers durch ranzige Butter verursacht worden, welche von Kapitän Bethune benutzt wurde. Ein Arzt, der dieses Besatzungsmitglied gar nicht gesehen hat (weil die Verletzung keine direkte Untersuchung der Person erforderte) sagte aus, dass die Verletzung durch ranzige Butter verursacht worden sein könnte. Sea Shepherd hat eine strenge Richtlinie, welche die Anwendung von Gewalt verbietet und während der seit über dreißig Jahren durchgeführten Operationen wurde auch noch nie jemand von Sea Shepherd verletzt.

Kapitän Bethune sagte den ganzen dritten Verhandlungstag aus und begründete seine Aktionen. Er sprach über seine Wut auf die japanischen Walfänger, welche Wale in internationalen Gewässern töten. Kapitän Bethune drückte es so aus: „Sie kommen in meinen Garten und töten das, was uns allen gehört.“

Der Prozess wird am 10. Juni fortgesetzt. Dann werden Kapitän Bethunes Verteidiger und der Staatsanwalt ihre Schlussplädoyers halten. Kapitän Bethune wird auch ein Plädoyer auf Japanisch verlesen, das an das Gericht, die Welt und im Besonderen an das japanische Volk gerichtet ist. Es war alleine Kapitän Bethunes Idee dieses Plädoyer auf Japanisch zu verlesen. Er will dies als Zeichen seines Respekts für das japanische Volk tun. Ihm ist es wichtig, dass Japan versteht, dass weder er noch Sea Shepherd irgendein Problem mit Japan oder dem japanischen Volk haben. Die Aktionen von Kapitän Bethune und Sea Shepherd dienen dem Ziel, den Walfang zu beenden, egal wo dieser stattfindet. Es geht um den Walfang, nicht um Japan.

Nach der Verhandlung am 10. Juni wird es zwischen einer und vier Wochen dauern bis die drei verantwortlichen Richter ihr Urteil und ihre Strafe verkünden, falls es überhaupt dazu kommt. Sea Shepherds sehnliche Hoffnung ist, dass die Richter erkennen, dass Kapitän Bethune keine Gesetze gebrochen hat und ihn sofort frei lassen. Er ist seit dem 12. März in einem japanischen Gefängnis und befand sich vorher auf der Shonan Maru 2 in Gewahrsam, was eine Gesamtgefangenschaft von über 100 Tagen ausmacht. Die japanische Küstenwache weigert sich weiterhin das absichtliche Versenken der Ady Gil (das Schiff, welches Kapitän Bethune steuerte) durch die Shonan Maru 2 zu untersuchen, geschweige denn mit den fortlaufenden Ermittlungen der neuseeländischen und australischen Seefahrtsbehörden zusammenzuarbeiten.

Hintergrundinformationen und Spendenmöglichkeiten findest du auf der Support Captain Bethune-Seite.

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Eine Antwort auf Update: Prozess gegen Pete Bethune – erste Phase abgeschlossen

  1. Michael Mittelstädt sagt:

    http://www.nzherald.co.nz/nz/news/article.cfm?c_id=1&objectid=10651073

    “…With Bethune telling the court that he doesn’t plan to return to Sea Shepherd’s campaigns, the judge will be more likely to release him, Mr Watson said.

    “Sea Shepherd is focused on getting Bethune out of a Japanese prison.”

    Bethune’s wife Sharyn earlier this week criticised the Sea Shepherd decision.

    Nevertheless, her husband remained positive that he would get a suspended sentence and be out of Japan by early July.

    When he got back from Japan he would probably take six months off to finish writing his book and spend some time with his kids, she said.

    After that he would probably return to conservation work, “just probably not with the Sea Shepherd”, she said….”