Operation Blue Rage – Tag Drei der Mittelmeer-Patrouillie

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-100610-1.html
Donnerstag, 10. Juni 2010

Operation Blue Rage – Tag Drei der Mittelmeer-Patrouille
Original: Operation Blue Rage – Day Three of the Mediterranean Patrol

Position: Vor der Küste Tunesiens, Insel Pantelleria

Starke Winde haben uns gezwungen, im Windschatten der Insel Pantelleria Schutz zu suchen.

Die Fischerboote aus der gesamten Region haben ebenso Schutz gesucht. Es ist sicher, dass unter diesen Bedingungen kein Fischfang möglich ist.

Wir kamen um 1200 Uhr vor der Insel Pantelleria an und fanden die beiden Greenpeace-Schiffe, die Arctic Sunrise und die Greenpeace vor Anker liegen. Wir liefen eng hinter ihnen durch und warfen ebenso unseren Anker.

Das ist echt ein Anblick mit den drei vor Anker liegenden Umweltschutzschiffen vor der Küste dieses kleinen italienischen Dorfes. Der Wind hat das Dorf ebenfalls in Schwierigkeiten gebracht, als ein großer Grasbrand außer Kontrolle geriet und in den Hügeln oberhalb der Stadt wütete.

Wie soll es von hier aus weitergehen?

Wir sind der Gnade der Winde ausgeliefert. Sobald sich die Winde legen, können wir unsere Patrouille auf der Suche nach den Blauflossenthun-Wilderern wieder aufnehmen.

Die europäischen Nationen waren dieses Jahr sehr wachsam in der Durchsetzung der Quoten und es bleibt zu hoffen, dass es Tunesien, Libyen und die Türkei ebenso halten. Wir haben allerdings bisher noch keinen Beweis dafür gesehen. Sobald sich die Winde legen, werden wir in der Lage sein, die Situation an der Nordküste Afrikas einer Inspektion zu unterziehen.

In Wirklichkeit sollte es eine Nullquote für Blauflossenthun geben. Obwohl die Europäer sich auf die Durchsetzung der 13.000 Tonnen- Quote konzentriert haben, bleibt die Tatsache bestehen, dass die wissenschaftlichen Berater davor gewarnt haben, mehr als 8.000 Tonnen zu entnehmen. Es wirkt dümmlich und als Verschwendung von Steuergeldern, Wissenschaftler einzustellen, deren Rat dann ignoriert wird.

Wäre nicht der wirtschaftliche und politische Druck von Japan und China gewesen, wäre der Blauflossenthun jetzt vom Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) als gefährdet gelistet und unser Job wäre um Einiges einfacher. Aber in einer Welt ständig abnehmender Biodiversität (Artenvielfalt) wird die Wissenschaft als Kriterium für Bewirtschaftung über Bord geworfen und ersetzt durch die Diktatur des Kommerz und das ist Handlanger-Politik.

Als die Steve Irwin Australien verließ, war es in der Voraussicht, ein totales Verbot einer Art durchzusetzen, die als gefährdet gelten müsste. Wir hatten nicht erwartet, dass CITES abgeschwächt werden würde. Wurde es aber.

Greenpeace mag als Protestorganisation richtig liegen mit seinen Versuchen, die legale Fischerei zu behindern. Sea Shepherd, die eine Anti-Wilderei-Organisation ist, konzentriert sich auf die illegale Fischerei.

Das Militär und die Gerichte beschützen die legale Fischerei, aber nicht die Wilderer. Die Wilderei macht außerdem drei Viertel des Gesamtfangs aus.

Wenn die Sea Shepherd Conservation Society versuchen würde, die Netze der legalen Fischerei zu zerschneiden, würden wir sehr wenig erreichen, anders als in Kürze Schlagzeilen zu machen.

Sea Shepherds Ziel ist es, Blauflossenthunfische aus den Netzen und Käfigen des Blauflossenwildereibetriebs zu befreien. Wir erwarten eine gewalttätige Abwehr der Wilderer, doch das ist Gewalt, gegen die wir uns verteidigen können und wir können in unserer Mission erfolgreich sein.

Und so warten wir darauf, dass die Winde nachlassen und sobald das geschieht, werden wir den Anker lichten und die Operation Blauer Zorn fortsetzen.

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