Operation Blue Rage – Tag Eins der Mittelmeer-Patrouillie

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-100608-1.html
Dienstag, 8. Juni 2010
Operation Blue Rage – Tag Eins der Mittelmeer-Patrouillie

Original: Operation Blue Rage – Day One of the Mediterranean Patrol

Bericht von Kapitän Paul Watson, Steve Irwin

Die Steve Irwin verließ am 8. Juni um 13 Uhr den altertümlichen Hafen von Valetta auf Malta in südlicher Richtung zur Nordafrikanischen Küste.

Innerhalb weniger Stunden wurden wir zweimal von einem niedrig fliegenden Flugzeug der französischen Marine umkreist. Unser Radar und Sichtungen von unserem Helikopter erspähten Dutzende von Fischern, von Langleinen- bis Wadennetzfischer. Die Frage war – Was ist legal und was nicht? Langleinen, welche von Schiffen kleiner als 24 Meter gesetzt werden sind legal, aber solche Schiffe waren nicht in Sicht. Unser Hauptziel, die Blauflossenthunfischfänger, sind am verzweifeln. Sie haben nur noch eine Woche Zeit, bis die Fangsaison vorbei ist und sie ihre Quote erreichen müssen und es sieht schlecht aus. Das Wetter arbeitete gegen sie. Sogar moderate Windbedingungen sind ungünstig für die Jäger der Blauflossen.

Um 15:30 sahen wir einen Schwertfisch, verhakt und springend an einer Langleine. Nähere Untersuchungen haben ergeben das die Schiffslänge unter 24m lag und somit für uns kein Einschreiten gegen den Fischfang möglich/nötig ist.

Um 18:10 erspähten wir einen französischen Netzfischer und ein NATO-Kriegsschiff in dessen Nähe. Es schien, als würde die französische Marine die Operation der französischen Fischereiflotte bewachen. Dies kann als gutes Zeichen gedeutet werden, weil die französischen Fischer sich an die Regulationen halten müssen, wenn sie von französischen Authoritäten bewacht werden. Ich entschied mich näher ranzufahren, um die Operationen der französischen Fischer genauer zu untersuchen.

Als die Steve Irwin sich dem französischen Fischerboot Massabielle II annäherte, kontaktierte uns Kommandant Boan der französischen Fregatte #F979 über Funk und las eine Bescheinigung vor, dass die französische Marine darauf aufpasst, dass die Regelungen der ICCAT (Internationale Kommision zur Erhaltung des atlantischen Thunfischs) eingehalten werden.

Wir antworteten, dass wir patroullierten auf der Suche nach Fischwilderern und baten um Erlaubnis, das Schiff nah passieren zu dürfen zwecks eines Fotos des Fischerbootes, während des Einholens eines Netzes, gefüllt mit lebendem Blauflossenthunfischs, zur Dokumentation. Wir bekamen die Erlaubnis und filmten das Einholen. Der Fischer fuhr Richtung Malta, um den Thunfisch zu den Offshore-Thunfischfarmen zu liefern, um sie dort zu mästen damit sie hinterher auf Fischmärkten verkauft werden können.

Es war erstaunlich so eine mächtige, französische Fregatte, eingesetzt als Bodyguard für einen einzelnen Fischer, zu sehen, welche die Kosten des Steuerzahlers für die Subventioten dieser Fischerei wiederspiegelt. Wie dem auch sei, in diesem Fall hat die Subvention einen positiven Effekt auf die Fischerei-Operationen, insofern dass die Marine diese im Auge behält und die Gesetze durchsetzt.

Die Sea Shepherd Conservation Scoiety fuhr nicht ins Mittelmeer um gegen legale Operationen von befugten Schiffen einzugreifen. Wir kamen auf der Suche nach Wilderern und dieses Ziel setzen wir entlang der Südostküste Libyens fort.

Wir sehen hier das Ergebnis nach der Ankündigung von Blue Rage vor ein paar Monaten. Letztes Jahr sahen wir nicht dieses Eingreifen der Regierungen. Die letzten Jahre war die Greenpeace Foundation besonders abwesend, nachdem sie 2008 heftig von türkischen Fischern attackiert wurden.

Sea Shepherd Insider in Greenpeace Europa informierten uns darüber, dass Greenpeace die Entscheidung traf, zwei Schiffe ins Mittelmeer zu schicken, um nicht von Sea Shepherd bevormundet zu werden. Sie entschieden außerdem gegen legale, registrierte Fischerboote vorzugehen, mit dem Ergebnis, dass Greenpeace erneut angegriffen wurde und dabei drei kleine Schlauchboote und ein verletztes Crewmitglied, dessen Bein von einem Enterhaken durchbohrt wurde, vorzuweisen hatte.

Wir sind glücklich, dass wir Greenpeace dazu motivierten, ins Mittelmeer zurückzukehren und alles sehr glatt läuft, weil Greenpeace eine Protestorganisation und Sea Shepherd eine Vollstreckungs- und Anti-Wilderer-Organisation ist. Deshalb gibt es keine Überschneidungen: sie können protestieren und wir können eingreifen.

Um 20 Uhr erreichte die Steve Irwin ein anderes Fischerboot, welches zwei Käfige voller Blauflossenthunfisch im Schlepp hat, also schritten wir ein.

Das Schiff war die End. Der Heimathafen und deren Fischereilizenz waren unklar, aber wir waren in der Lage herauszufinden, dass es ein legales Schiff war. Aber als wir vorbeifuhren, kam schnell ein anderes Fischerboot um uns abzufangen. Dieses Boot hieß Maria SS Di Constantinopoli mit der Fischereinummer NA 2154, das blau-weiße Schiff schritt ein und drohte uns und die Fischer waren sichtlich aufgebracht. Als sie seitlich an uns vorbeifuhren schrien, fluchten und ballten sie die Fäuste. Wir ignorierten sie. Sie riefen das französische Kriegsschiff an und baten die italienische Marine um Hilfe.

Das französische Kriegsschiff kommunizierte mit ihnen auf italienisch und sagte, sie sollen sich abregen. Die italinische Marine entsendete eine schnelle Korvette, aber als das französische und italienische Marineschiff ankam, konnten diese klar sehen, dass die hysterischen, italienischen Fischer viel Lärm um nix machten. Es war deutlich zu sehen, dass durch das benutzen von zwei Fischerbooten zum Netze einholen, die Kosten drastisch gestiegen sind. Ein Fischerboot scheint nur eingesetzt worden zu sein, um das andere zu beschützen.

Als die Dunkelheit einkehrte, entschieden wir uns die Anker zu werfen. Tot trieben wir im Fahrwasser zwischen lybischen Gewässern und Malta, jedes Fischerboot, welches Netze einholte musste uns nun passieren, es war die beste Lösung um Treibstoff zu sparen und auf sie zu warten und die Patrouillie mit dem Schiff und Helikopter am nächsten Morgen fortzusetzen.

Und so endete unser erster, offizieller Patrouillentag im Mittelmeer.

Die Steve Irwin verließ Malta mit 33 Crewmitglieder aus über einem Dutzend Länder und vier Kontinenten, einschließlich Australien, Bermude, Brasilien, Kanada, Ecuador, Frankreich, Deutschland, Italien, Großbritannien, den Niederland, Neuseeland und den Vereinigten Staaten von Amerika.

Es sind nur noch 6 Tage in dieser Saison und die erlaubten Quoten wurden bisher nicht erreicht. Die berechtigten Fischer bemühen sich verzweifelt die Quote noch vor dem Stichtag zu erfüllen. Wie dem auc sei, wir können sie nicht davon abhalten vor dem 16. Juni und wir müssen uns darauf beschränken, die Gesetzeslosen zu jagen, die Wilderer, welche den Großteil der Fänge in diesen Gewässern ausmachen.

Fotos von Barbara Veiga / Sea Shepherd

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