Endlich! Australische Regierung leitet rechtliche Schritte gegen den japanischen Walfang ein

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-100528-1.html
Freitag, 28 Mai 2010

Endlich! Australische Regierung leitet rechtliche Schritte gegen den japanischen Walfang ein

Es hat zwar drei Jahre gedauert doch nun hat sich die Regierung um Kevin Rudd dazu entschlossen ihre Wahlversprechen von 2007 einzuhalten.

Australien hat nun offiziell rechtliche Schritte gegen den japanischen Walfang eingeleitet um sie vor den Internationalen Gerichtshof im niederländischen Den Haag zu bringen.

In einer Stellungnahme sagten der Umweltminister Peter Garrett*, Außenminister Stephen Smith und der Justizminister Robert McClelland:„Die australische Regierung hat diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen.“

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Dies ist die Stellungnahme der australischen Regierung:

STEPHEN SMITH
Außenminister

PETER GARRETT
Umweltminister

ROBERT McCLELLAND
Justizminister

28. Mai 2010

Regierung leitet rechtliche Schritte gegen den japanischen Walfang ein

Australien wird rechtliche Schritte einleiten um am Internationalen Gerichtshof in Den Haag gegen den „wissenschaftlichen“ Walfang Japans im Südpolarmeer vorzugehen.

Die Entscheidung unterstreicht das Versprechen das sogenannte „wissenschaftliche“ Walfangprogram im Südpolarmeer zu beenden. Es zeigt außerdem, dass wir unser Versprechen einhalten alles zu unternehmen um den Walfang weltweit zu beenden.

Die australische Regierung hat diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen. Wir waren geduldig und sehr engagiert in unseren Bemühungen, eine diplomatische Lösung für dieses Thema zu finden. Wir haben uns an intensiven Diskussionen in der Internationalen Walfangkommission (IWC) beteiligt und bilateral mit Japan.

Wir haben erfreulicherweise die Unterstützung vieler anderer IWC-Mitglieder erhalten, die Australiens Besorgnis und Ziele teilen. Wir möchten lobend erwähnen: Länder der europäischen Union, die Buenos Aires-Gruppe der lateinamerikanischen Länder und andere, die sich Australien anschlossen um, im Besonderen, die Notwendigkeit der Beendigung des Walfangs im Schutzgebiet des Südpolarmeers hervorzuheben.

Doch bis dato war die Reaktion der Walfangländer nicht positiv. Jüngste Stellungnahmen von Walfangländern in der Kommission haben Australien wenig Grund zur Hoffnung gegeben, dass unser ernsthafter Einsatz zur Rettung der Wale auf der Welt in irgendeinem möglichen Vergleich widergespiegelt wird.

Die Regierung ist immer entschieden gewesen in unserem Entschluss, dass, wenn wir keine diplomatische Lösung unserer Differenzen in dieser Angelegenheit finden könnten, wir ein Gerichtsverfahren anstrengen würden. Das Vorgehen der Regierung erfüllt diese Verpflichtung.

Australien wird in dem IWC-Prozess stark engagiert bleiben und weiter hart daran arbeiten, in Hinführung auf und während des IWC-Treffens im Juni, unsere Ziele zu verfolgen. Nachdem ein Ergebnis dieses Treffens, das Australiens fundamentalen Umweltschutzzielen entgegenkommt, wenig aussichtsreich ist, wird die Regierung sich weiterhin konstruktiv in den diplomatischen Bemühungen einsetzen.

Australien und Japan teilen eine umfassende strategische, sicherheitsbezogene und ökonomische Partnerschaft. Wir teilen eine substantielle wirtschaftliche Handelsbeziehung, die über Jahrzehnte aufgebaut wurde und wachsende strategische und sicherheitsbezogene Verbindungen und arbeiten eng in internationalen Foren mit Schlüsselfunktion zusammen, wie G20, UN, World Trade Organization und APEC.

Das aktuelle Vorgehen der Regierung bildet eine Unstimmigkeit in einem Teil einer Beziehung ab, die tief, weitreichend und multidimensional ist.

Sowohl Australien als auch Japan haben zugestimmt, was auch immer unsere Differenzen über Walfang sind, sollte nicht zugelassen werden, dass diese Angelegenheit die Stärke und das Wachstum unserer bilateralen Beziehung gefährdet.

Gleichzeitig wird die australische Regierung weiterhin unermüdlich daran arbeiten, das Ende des Walfangs im Südpolarmeer zu erreichen und wir werden rechtlichen und diplomatischen Zugänge nutzen, um unser Ziel zu erreichen.

Ein formeller Antrag wird Anfang nächster Woche in Den Haag eingereicht.

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Antwort von Sea Shepherd

Die Sea Shepherd Conservation Society unterstützt die Initiative der Regierung Australiens und ist der Ansicht, dass sie eine positive Entwicklung darstellt in der Bemühung, den illegalen japanischen Walfang im Schutzgebiet des Südpolarmeers zu beenden.

“Endlich irgendeine Aktion aus Canberra”, sagte Kapitän Paul Watson. Wir brauchen eine definitive internationale richterliche Antwort auf diese fortgesetzte Kontroverse im Südpolarmeer. Wir vertrauen darauf, dass der internationale Gerichtshof Australien Recht geben wird und ein strenges Gerichtsurteil sprechen wird, das Japan anordnen wird, ihre ungesetzliche Schlächterei gefährdeter und geschützter Wale innerhalb eines international etablierten Schutzgebietes zu beenden und aufzugeben. Wir trauen dem Gerichtshof zu , einfach zu verstehen, was das Wort „Sanktuarium“ („sanctuary“, deutsch:Schutzgebiet, Anm. d. Ü.) bedeutet.

Die Sea Shepherd Conservation Society bereitet sich darauf vor, im Dezember 2010 in das Südpolarmeer zurückzukehren, für die Operation Kein Kompromiss, die 7. Sea Shepherd-Reise, um die illegalen japanischen Walfangaktivitäten zu unterbrechen und dagegen vorzugehen.

“Diese Aktion Australiens verleiht unseren Aktionen der Intervention im Feld* im Südpolarmeer weitere Glaubwürdigkeit“, sagte Kapitän Paul Watson aus Brisbane, Australien.

* dieser Begriff entstammt der wissenschaftlichen Forschung und bezeichnet die praktische Arbeit vor Ort gegenüber der theoretischen im Labor etc.; Anm.d.Ü.

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