Operation Blue Rage – Überquerung der Todeslinie

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-100613-1.html
Sonntag, 13. Juni 2010

Operation Blue Rage – Überquerung der Todeslinie
Tag Sechs der Mittelmeer-Patrouillie

Original: Operation Blue Rage – Crossing the Line of Death
Day Six of the Mediterranean Patrol

Position: Im Golf von Sidra vor der Küste Libyens

Bericht von Kapitän Paul Watson

Sea Shepherd überquerte die “Linie des Todes” und nun sind wir innerhalb libyscher Hoheitsgewässer.

Die Todeslinie im Golf von Sidra wurde Anfang der 70er vom libyschen Präsidenten Gaddafi geschaffen. Die Linie befindet sich 33° und 30 Minuten nördlicher Breite.

Letzte Nacht stoppte ich das Schiff, um einfach weiterzutreiben. In der Morgendämmerung setzten wir unsere Patrouillie in libyschen Gewässern fort.

Wir entschlossen uns, dass es das Beste wäre nicht den Helikopter oder andere weitreichende Aufklärungsmissionen in libyschen Gewässern zu starten, da das libysche Militär es als feindliches Flugobjekt auffassen würde. Es war eine U.S. Marineflotte, die sich einen Kurvenkampf mit einem libyschen MIG-Sowjet-Kampfjet im August 1981 lieferte und zu dem Film Top Gun inspirierte.

Wir befürchten, dass es unterhalb der Todeslinie im Golf von Sidra ein Gemetzel um den Thunnus thynnus (Blauflossenthunfisch) im Gange ist. Nicht das Libyen die einzigen sind, die den Blauflossenthunfisch ausbeuten: das ganze Mittelmeer ist ein Tötungsgebiet für diesen großartigen Fisch und die Grenze zwischen legalem und illegalem Fischen wird immer verschwommener. Unterm Strich ist schon ein einziger Fisch ein riesiger Geldgewinn und die Gier ist die Motivation, welches diese Industrie antreibt, bis an den Rande der Ausrottung weiterzumachen

Am Mittag trafen wir auf den libyschen Fischer Misurata beim Schleppen eines Netzes. Der Helikopter und das Schlauchboot Delta wurden eingesetzt und Taucher wurden in den Käfig entsendet und fanden heraus, dass dieser leer war.

Die Steve Irwin setzte die Patrouillie in libyschen Gewässern fort. Diese Gewässer wurden von uns bisher noch nie erkundet. Das Wetter ist wechselnd und Morgen ist der letzte offizielle Tag für den legalen Blauflossenthunfischfang im Mittelmeer, auch für Libyen.

Wir sind der “legalen” Fischerei gegenüber misstrauisch. Wir sahen bisher zu viele Käfige voller Thunfisch als bewilligt wurde. Alle diese Boote sind staatlich anerkannt und alle scheinen legal registriert zu sein. Es sind einfach zuviele Fischerboote für eine Quote von nur 13.000 Tonnen. Irgendwas stimmt in diesem Gesamtbild nicht.

Soweit hatten wir bisher keinen Kontakt mit libyschen Authoritäten.

Unsere Patrouillie geht weiter.

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