Operation Blauer Zorn: Im Innern der Todeslinie der Großen Syrte

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-100614-1.html

Montag, 14. Juni 2010
Operation Blauer Zorn: Im Innern der Todeslinie der Großen Syrte

Original: Operation Blue Rage: Inside the Line of Death in the Gulf of Sidra

Tag Sieben der Mittelmeer- Patrouille
Montag, 14. Juni 2010
Position: Im Golf von Sidra vor der Küste Libyens

Bericht von Kapitän Paul Watson

Wir haben uns für mehr als vierundzwanzig Stunden im Golf von Sidra vor der Küste Libyens aufgehalten. Wir haben zwei legal registrierte Schleppnetz-Fangschiffe gesehen, eins, das einen leeren Käfig schleppte und das andere, das unterwegs war und nicht fischte.

Das Wasser ist glasklar geworden und das Wetter ist heiß und feucht, während wir unsere Patrouille fortsetzen.

Wir haben einen Großteil des Gebiets abgedeckt und es scheint dort eine beträchtliche Verminderung des Fischfangs zu geben. Dies könnte zunehmender Durchsetzung der Regularien zuzuschreiben sein oder einer ungewöhnlichen Knappheit an Blauflossenthun in diesen Gewässern.

Unser Hubschrauberpilot Chris Aultman hat zwei Erkundungsflüge unternommen, die er in einer Mischung aus Ängstlichkeit und Aufregung durchführte. Er betonte, dass er der erste amerikanische Pilot sei, der sich in einem Helikopter in den Golf von Sidra wagt und Colonel Gaddafis berüchtigte „Todeslinie“ überschreitet.

Obwohl wir heute keine Wilderer gefunden haben, haben wir ein Leben gerettet. Wir trafen auf eine grüne Seeschildkröte, die an der Wasseroberfläche um ihr Leben kämpfte, weil ihre Hinterflossen in einen großen, schweren Plastiksack verheddert waren. Zwei Crewmitglieder sprangen hinein und schnitten die Tasche weg und wir sahen die Schildkröte erschöpft, aber unverletzt davonschwimmen. Die Schwimmer brachten die Tasche mit an Bord, einen Zementsack aus schwerem Plastik aus der Türkei.

Gestern haben Greenpeace Aktivisten auf der Arctic Sunrise versucht, rund zweiundzwanzig Meilen südlich von Malta einen Thunfischkäfig zu öffnen. Sie wurden durch Eingreifen der maltesischen Marine daran gehindert, auch nur einen Fisch frei zu lassen. Malta hat erklärt, dass sie wegen des Vorfalls Strafanzeige gegen Greenpeace erstatten wollen.

Die Missionen von Greenpeace und Sea Shepherd sind ganz unterschiedlich. Greenpeace engagiert sich im Protest gegen den legalen Thunfischfang und Sea Shepherd setzt sich in der schwierigeren Verfolgung ungesetzlicher Aktivitäten ein, der ungeregelten und nichtlizensierten Wilderei des Blauflossenthun.

Es sollte in Wirklichkeit überhaupt keinen legalen Fischfang mehr geben, und wenn die Fischerei nicht so lukrativ wäre, wie sie ist, wäre der Blauflossenthun heute vollständig als gefährdete Art geschützt. Aber mit einem Preis von $ 75.000 bis $ 150.000 US-Dollar pro Fisch sind die Tage des Blauflossenthun gezählt, bis dieses einzigartige Wasserraubtier unter vollständigen und absoluten Schutz gestellt wird.

Es ist unglaublich frustrierend, diese “legalen” Käfige zu sehen, aber es ist nutzlos zu versuchen, sie zu befreien, weil sie unter militärischem Schutz stehen und jeder Versuch wird höchstens symbolisch und erfolglos sein. Darum suchen wir nach Thunfisch, der illegal gefangen wird und nicht unter Militärschutz. Wir können es mit den Fischern aufnehmen, aber nicht mit den Gewehren der Marine und wir haben kein Interesse daran, krampfhaft Schlagzeilen einzufangen. Unser Interesse liegt darin, Wilderer einzufangen.

Ich denke jedoch, dass die Anwesenheit von sowohl Greenpeace als auch Sea Shepherd die europäischen Nationen motiviert hat, wachsamer in der Durchsetzung der Regularien zu sein, mehr als in einem beliebigen Jahr zuvor. Daher hat es, wenn sonst zu nichts, dazu geführt, die Gesetzwidrigkeiten der lizensierten Flotten zu mindern.

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