Schutz bedrohter Kot-Arten

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/editorial-100616-2.html
Mittwoch, 16. Juni 2010

Schutz bedrohter Kot-Arten

Kommentar von Captain Paul Watson

Wir haben schon immer gewusst, dass die Wale lebendig mehr wert sind, als tot, aber nun haben deutsche und australische Wissenschaftler entdeckt, dass sogar Walscheiße wertvoll ist und jedes Jahr über 50 Tonnen Eisen enthält, welches zu den wohl ungewöhnlichsten Mitteln gegen Klimaerwärmung zählt.

Die Japaner scheißen vielleicht auf unsere Argumente, dass lebende Wale uns mehr Vorteile bringen, als tote, aber diese jüngste wissenschaftliche Entdeckung zeigt uns, dass die Ausscheidungen der ungefähr 12.000 Pottwale, die es noch im Südpolarmeer gibt, Kohlenstoff auf so effiziente, wie unerwartete Weise aus der Atmosphäre entfernen.

In einer von der Royal Society veröffentlichten Abhandlung argumentiert das wissenschaftliche Team unter der Leitung von Trish Lavery von der Flinders University, Wale würden auf diese Weise ca. 240.000 Tonnen mehr Kohlenstoffdioxid entfernen, als sie produzieren, da sie ungefähr 50 Tonnen Eisen in die Wasserregionen ausscheiden, in denen Photosynthese stattfindet. Dies stimuliert das Wachstum des Phytoplanktons, wodurch Kohlenstoff gebunden und im tiefen Ozean versenkt wird.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Wale beim Atmen etwa 160.000 Tonnen Kohlenstoff in die Atmosphäre entlassen, aber sie entfernen 400.000 Tonnen durch ihren Stuhlgang.

Weitere zweimillionen Tonnen Kohlenstoff hätten versenkt werden können, wenn die Pottwalpopulationen nicht seit dem frühen 19. Jahrhundert durch den industrialisierten Walfang so stark dezimiert worden wären – im Südpolarmeer um über 90 %.

Bartenwale erfüllen mit der Kontrolle der Krillbestände eine wichtige ökologische Funktion. Pottwale kontrollieren die Bestände an Kalmaren. Bartenwale sind für den Ozean, was die Büffel einst für das amerikanische Flachland waren. Pottwale sind für den Ozean, was die Wölfe für das Karibu sind. Und diese Entdeckung führt uns einmal mehr vor Augen, wie ignorant der Mensch in Bezug auf die vielen Wechselbeziehungen zwischen den Tierarten und der Gesundheit ihrer natürlichen Ökosysteme ist. Es kommt dort vor allem auf Vielfalt, gegenseitige Abhängigkeiten, Grenzen des Wachstums und die Tragfähigkeit der Erde an.

Der Kot von Walen trägt mehr zur Gesundheit des Planeten bei, als alles, was wir Menschen tun. Was die Wale von der Natur nehmen, zahlen sie ihr mit Zinsen zurück. Menschen jedoch plündern ohne Schuldgefühle mit der arroganten Rechtfertigung, wir seien halb göttlich und die Natur bestünde einzig zu unseren Nutzen.

Sogar das Erbrochene von Walen ist wertvoll. Ambra ist Eiter, der von der Magenwand der Pottwale abgesondert wird. Grund dafür sind die Verletzungen durch die hornigen Schnäbel von Tintenfischen, die der Pottwal frisst. Diese Substanz hat die erstaunliche Fähigkeit, Gerüche festzuhalten und ist daher für die Parfumindustrie ihr Gewicht in Gold wert. Nachdem der Wal sie abgesondert hat, schwimmt sie an der Wasseroberfläche. Je mehr Pottwale es gibt, desto größer werden also die Chancen, wertvolles Ambra zu finden. Die Ozeane brauchen wieder mehr Wale. Die gesetzlosen Walfangnationen Japan, Norwegen und Island führen jedoch den krankhaften Krieg der Menschheit gegen die Wal-heit fort. Während der letzten drei Jahrhunderte haben die Menschen über 90% der Wale abgeschlachtet und vernichtet und dabei den Atlantischen Grauwal sowie den Biscaya Nordkaper ausgerottet, sowie den Nord- und Südatlantischen Glattwal an den Rand des Aussterbens getrieben.

Das Südpolarmeer sollte in Frieden gelassen werden, unberührt von der räuberischen Gier der Menschheit. Wale sind eine hochintelligente Lebensform und leben in perfekter Harmonie mit ihrer Umwelt. Wir sind in ihre Welt eingefallen und haben sie mehrere Jahrhunderte lang unbarmherzig abgeschlachtet.

Es ist Zeit, die Walkriege zu beenden und in Harmonie mit diesen prachtvollen fühlenden Wesen der See zusammenzuleben.

Und die Welt kann dringend mehr Wal-Aa gebrauchen!

Wir sind auf ihre Scheiße angewiesen. Aber sie nicht auf unsere!

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8 Antworten auf Schutz bedrohter Kot-Arten

  1. Domenic sagt:

    Ich war schon immer gegen Walfang, aber diese neuen Argumente finde ich wirklich faszinierend. Hätte nicht gedacht, dass Wale unserem Planeten so viel Gutes tun. Der Walfang sollte weltweit verboten werden. Es kann doch nicht sein, dass sich einzelne Staaten einfach über so etwas hinwegsetzen können.

  2. Seiji Oujiru sagt:

    Ich wusste schon immer, dass Walfanggegner zu ungewöhnlichen Argumentationsstrukturen neigen. Aber jetzt die Exkremente der Wale zum neuen Tabernakel im Kampf gegen den nicht-existenten Klimawandel zu erklären, kann nur einem “fat liar” (sic “South Park”) einfallen.

  3. Jabba sagt:

    Hier mal der Link zum Artikel in den Proceedings der Royal Society.
    http://bit.ly/9sqWqk

    Vielleicht interessiert Dich in dem Zusammenhang ja auch das “Krill Paradoxon”. Mit den Walen (Jäger) verschwindet auch der Krill (Beute).
    http://bit.ly/cKgnWF

  4. Kazuko sagt:

    Ökologische Zusammenhänge sind komplex. Ob der Mensch sie richtig versteht, zeigt sich manchmal erst im Nachhinein. Schade ist, dass es immer wieder Leute gibt, die die Erklärungsmodelle aus reinem Eigeninteresse stumpf ablehnen. Aber das ist ganz und gar menschlich.

    @Jabba
    danke für die interessanten Links!

  5. Ja, wirklich ein sehr interessanter wissenschaftlicher Artikel. Darum wurde er wohl auch als eins der Hauptargumente in dem Schreiben (s. erste Seite dieses blogs) an die Ländervertreter der Generalversammlung der Vereinten Nationen und an Präsident Obama verwandt (immerhin gab es Leser, die ihn versandt haben). Wohl, weil davon auszugehen ist, dass die Adressaten nicht umhin können werden, ihn aufgrund seiner Provenienz ernst zu nehmen.

    Noch ein sehr interessanter wissenschaftlicher Artikel, zu dem hier immer wieder geposteten Blödsinn, Menschen müßten Fleisch essen (wofür unsere Magensäure längst nicht sauer genug und das Gedärme viel zu lang ist, unser Körper zudem die für uns notwendigen Eiweiße ohne Weiteres aus pflanzlicher Kost selbst zusammensetzten kann, was für den Fleischfresser halt die Kuh bereits erledigt hat):

    http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0010847

    Ich bin nicht sicher, ob ich in nächster Zeit eine kurze deutsche Zusammenfassung schaffe, vllt. mag Michael oder einer von Euch uns aushelfen? Das wäre echt lieb.

    Hier noch ein TV – Tipp:

    heute, Sonntag, 27.06.10 um 18:45 auf phoenix
    “Die zehn ältesten Tiere der Welt”

    Eine – eher unterhaltsam populärwissenschaftliche – Dokumentation, die nicht nur anschaulich vorführt, dass wir ausgerechnet die Tiere, die am ältesten auf der Erde werden würden, wie Schimpansen, Elefanten, Hummer, Störe (Kaviar), Wale und Schildkröten, meinen vorher töten zu müssen, sondern -

    man kann mit eigenen Augen mitansehen, wie eine handbehauene, steinerne Speerspitze aus dem Blubber eines 175 Jahre alten Wals geschnitten wird!

    Diese Speerspitzen wurden um 1880 das letzte Mal verwendet.
    Es ist so wichtig für die Zukunft der Wale auf unserer Welt, dass uns nachdrücklich klar wird, wie alt sie werden könnten (bisher weiß das ja noch niemand). Warum? Jetzt wird’s ein bißchen kompliziert – gehen wir mal von einer weltweiten Blauwal-Population von 1000 Tieren aus (es gibt zahllose andere Schätzungen in deutlich abweichender Größenordnung – das liegt daran, dass alle nur raten können, keiner weiß was!).
    Selbst wenn diese Population nur aus jungen, fortpflanzungsfähigen Tieren bestünde, ist diese Zahl an und für sich nur wegen des Genpools schon zu niedrig für das Überleben des Blauwals als Art. Zumal wir nicht wissen, wie die einzelnen Schulen wandern, aufeinandertreffen etc., also wie das verhaltenstechnisch gehen soll.
    Wenn jetzt aber die Wale sehr viel älter werden, als bisher angenommen, ist absolut nicht einschätzbar, wie hoch der Anteil der Tiere ist, die sich aufgrund ihres Alters bereits seit Jahrzehnten nicht mehr fortpflanzen.
    D.h., evtl. wird ein nicht schätzbarer Anteil der Population fälschlicherweise für junge, fortpflanzungsfähige Tiere gehalten – und damit die Regenerations- und Reproduktionsfähigkeit der absoluten Restpopulation völligst überschätzt!
    Darum ist das so wichtig…
    Ich denke, der Film ist auch für Kinder geeignet.

    for the oceans,
    icaneatcauliflower

  6. Jabba sagt:

    @icaneatcauliflower: Ist das der wirklich der richtige Artikel?

  7. Meeva sagt:

    Eine Schande, diese wunderbaren Tiere abzuschlachten.
    Jeden einzelnen der Walschlächter würde ich für ein paar Jahre einbuchten lassen – dann können Sie mal in Ruhe darüber nachdenken welchte grausige Tat sie da eigentlich an Lebewesen, die vielleicht mehr wert sind als ihre eigene traurige Existenz, begangen haben.