Sea Shepherd befreit 800 Blauflossenthunfische aus schwimmenden Käfigen unterhalb der berüchtigten Todeslinien Libyens

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-100617-1.html
Donnerstag, 17. Juni 2010

Sea Shepherd befreit 800 Blauflossenthunfische aus schwimmenden Käfigen unterhalb der berüchtigten Todeslinien Libyens

Original : Sea Shepherd Frees 800 Bluefin from Floating Cages Below Libya’s Infamous Line of Death

Steve Irwin von Blauflossenthun- Fangschiff gerammt

Sea Shepherd Crew wehrt gewalttätigen Angriff von Fischern ab

Libysche Marine verfolgt die Steve Irwin

Operation Blauer Zorn: Tag Zehn der Mittelmeer-Patrouille

Donnerstag, 17. Juni 2010

Position: Vor der Küste Libyens

Bericht von Kapitän Paul Watson, Steve Irwin

Der Erkundungsflug des Sea Shepherd Helikopters hat heute morgen zwei Fangschiffe gefunden. Das eine war damit beschäftigt, Blauflossenthun in eines der beiden Netze umzusetzen, die von dem anderen geschleppt wurden.

Die Blauflossenthun-Fangschiffe befanden sich in von Libyen beanspruchten Gewässern und rund 42 Meilen vor der Küste Nordafrikas.

Um 1300 traf die Steve Irwin auf das italienische Schiff Cesare Rustico, das zwei Käfige schleppte, einer enthielt um die 800 Fische (der andere war leer).

Der Kapitän der Cesare Rustico teilte auf Nachfrage mit, dass die Thunfische am Morgen des 14. von dem libyschen Schiff Tagreft gefangen wurden. Als wir erwiderten, dass die Anzahl Thunfische im Käfig die Quote für die Tagreft übersteige, sagte der Kapitän, dass der Käfig auch noch Thunfisch von sieben anderen Schleppnetz-Fangschiffen enthalte. All die Fänge wären dem Kapitän zufolge am 14., dem letzten erlaubten Tag, getätigt worden. Die anderen erwähnten Schleppnetz-Fangschiffe waren die Khandeel 2, Hanibal, Ozul 2, Almadina, Morina und Khaleej Eltahadi und ein weiteres, für das er keinen Namen hatte. Das Problem an seiner Erklärung war, dass wir die Khandheel 2 am 13. und 14. Juni beobachtet hatten und sie hat nicht gefischt. Außerdem haben die Wetterbedingungen dieser beiden Tage das Fischen praktisch unmöglich gemacht. Die extrem schwierigen Bedingungen, gemeinsam mit der Position der Käfige nur 40 Meilen vor der libyschen Küste, nachdem sie sich 25 Meilen pro Tag fortbewegt haben sollten, legten für uns nahe, dass die Fische frisch gefangen waren und zwar allerhöchstens innerhalb der letzten drei Tage.

Ihre Behauptung, dass die Fänge alle am 14. getätigt wurden, klang viel zu bequem, daher baten wir darum, die Käfige nach Jungfischen untersuchen zu dürfen. Wir wurden zurückgewiesen. Dann schob ich den Bug der Steve Irwin auf den Käfig auf, damit wir vom Bug aus in den Käfig hineinsehen konnten, um ihn weiter zu untersuchen.

Plötzlich rammte das maltesische Schiff Rosaria Tuna die Steve Irwin achtern an der Backbordseite und schrammte an der Backbordreling entlang, während ein Fischer versuchte, gewaltsam Sea Shepherd-Crewmitglieder mit einer langen, mit einem scharfen Haken bewehrten Stange aufzuspießen.

Die Steve Irwin Crew konterte mit 8 Litern ranziger Butter, die das Fangschiff zwangen, sich zurückzuziehen und Abstand zu halten.

Um 1530 Uhr umkreisten die beiden Fangschiffe defensiv ihre Käfige und das Sea Shepherd-Schiff Steve Irwin hielt Abstand, um die ICCAT (Internationale Kommission zum Schutz des Atlantikthuns) über mögliche Rechtsverletzungen in Kenntnis zu setzen. Sie antworteten nicht.

Die Jean Charcot, das ICCAT Inspektionsschiff, wird sich nicht südlich von 33° 40’ Nord vorwagen.

Mit zwei Fangschiffen voll wütender italienischer Crews war es mit Risiko behaftet, ins Wasser zu steigen um den Blauflossenthun-Fang zu beurteilen. Aber falls der Fang illegal wäre, war den Sea Shepherd Tauchern klar, dass sie die Netze aufschneiden und die Blauflossenthunfische befreien mussten.

Manchmal ist zu tun, was getan werden muss, trotz der Risiken. Das Risiko, den Blauflossenthun als Spezies zu verlieren ist weit bedeutender als die Risiken für unsere Leben und Freiheit.

Und so beschlossen wir, die Thunfische zu befreien.

Um 1600 Uhr drang eine fünfköpfige Tauchercrew in einen der beiden Käfige ein, die von dem italienischen Fangschiff Cesare Rustico geschleppt wurden.

Während die Steve Irwin die Cesare Rustico und das Hilfsschiff Rosaria Tuna fernhielt, tauchte die Sea Shepherd-Crew in das Netz hinein um Größe, Alter und Anzahl des Blauflossenthuns darin zu ermitteln. Sobald eindeutig festgestellt war, dass der Käfig überfüllt war und dass ein hoher Prozentsatz aus Jungfischen bestand, befreiten die Sea Shepherd -Taucher die 700-800 Thunfische.

Unser Standpunkt ist, dass der Blauflossenthun, den wir aus diesem Käfig befreiten, eine große Anzahl Jungfische enthielt und dass der Fisch nach dem offiziellen Ende der Saison gefangen worden war. Unser Standpunkt ist außerdem, dass der Fisch, den wir befreiten, die Quote überschritt.

Ein hoher Prozentsatz der Thunfische waren Jungfische und aufgrund der Position der Käfige und der Tatsache, dass die gesamte mediterrane Blauflossenthun-Fischerei um Mitternacht des 14. Juni beendet war, ist Sea Shepherd überzeugt, dass dieser Fang nach dem 14. Juni getätigt wurde und daher steht Sea Shepherd auf dem Standpunkt, dass diese Handlung dieser beiden Schiffe illegal gewesen ist. *

Die Sea Shepherd Conservation Society ist keine Protestorganisation. Sea Shepherd ist eine Anti-Wilderei-Organisation und diese zwei Schleppnetz-Fangschiffe sind Wilderer.

Ein Kameramann von Sea Shepherd filmte die Freilassung der Fische vom Zentrum des Käfigs aus und die Schwimmer bestätigten, dass alle die 700-800 Thunfische aus der Umzäunung befreit wurden.

“Sie kamen aus dem Netz herausgeschossen wie Rennpferde”, sagte Kameramann Simon Ager.

Nach der Befreiung des Blauflossenthuns wandte sich die Steve Irwin gen Norden, aus den von Libyen beanspruchten Gewässern heraus. Die maltesische Presse hatte berichtet, dass Libyen Kriegsschiffe entsandt habe, um die Steve Irwin zu verfolgen.

In der maltesischen Presse gibt es Behauptungen, dass ein Blauflossenthun-Fischer durch unsere Aktionen verletzt worden sei. Niemand auf der Steve Irwin, im Helikopter oder im Delta hat irgendeinen Vorfall gesehen, bei dem ein Fischer verletzt wurde. Wir sahen einen Mann von der Seite des Käfigs aus ins Wasser eintauchen. Dann sahen wir, wie er wieder hoch kam und uns das unfeine italienische Armsignal zeigte. Ein anderer Fischer schlug mit einer langen Stange mit einem Haken am Ende nach der Crew und eines der Schiffe rammte uns backbordseitig im Heckbereich.

* Anmerkungen

Angesichts der äußerst schlechten Wetterbedingungen in der Zone nördlich von Tripolis bis zum Ende der legalen Fischfangsaison am 14. Juni, ist es unmöglich, dass dieser Fang während der legalen Saison getätigt wurde. Der Thunfisch wurde nach deren Beendigung gefangen, während einer sehr ruhigen Wetterperiode, die die Region seit dem 15. beherrschte.

Legale Fangsaison:

Windgeschwindigkeit 12. Juni: 20-35 Knoten / Seegang 1-2 Meter

Windgeschwindigkeit 13. Juni: 20-25 Knoten / Seegang 1-2 Meter

Windgeschwindigkeit 14. Juni: 10-20 Knoten / Seegang 1-2 Meter


Nach deren Beendigung:

Windgeschwindigkeit 15. Juni: 10-15 Knoten / Seegang 1 Meter

Windgeschwindigkeit 16. Juni: 15 Knoten / Seegang < 1 Meter

Windgeschwindigkeit 17. Juni: 10 Knoten / Seegang < 1 Meter


Die Steve Irwin passierte die Khandeel 2 am 13. um 1230 Uhr bei 33°36’/13°55’, weniger als 20 Meilen von dort, wo wir auf die von der Cesare Rustico und der Rosario Tuna geschleppten Käfige getroffen waren, und sie fischte nicht. Das Wetter war rau.

Angesichts der Position des Fangs und der Position des Schleppnetz-Fangschiffes ist es unmöglich, dass der Fang 3 Tage vorher gemacht wurde. Mit dem Steuerkurs Richtung Malta mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 Meilen pro Tag wären Schiff und Käfig sehr viel weiter nördlich gewesen (das Schiff lag ruhig in sehr stillem Wasser und wartete auf ein zweites Schiff).


Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Sea Shepherd News abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Sea Shepherd befreit 800 Blauflossenthunfische aus schwimmenden Käfigen unterhalb der berüchtigten Todeslinien Libyens

  1. 4nature sagt:

    weiter so!

  2. silentdan sagt:

    wollte ich schon die ganze zeit gesagt haben, vielen dank für die viele mühe der übersetzung!

    sehr ut um deutsches leser zu erreichen. heute über einen ami freund noch nen schönen artikel aus der “onion” bekommen (Satirie a la Titanic).

    http://www.theonion.com/articles/suffering-blue-whales-plead-with-environmentalists,17619/

    so mal schauen, was da morgen in Marocco wieder für nen quatsch erzaehlt wird …