Der Premierminister von Malta verteidigt illegale Thunfischfangoperationen

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-100620-1.html
Sonntag, 20. Juni 2010

Der Premierminister von Malta verteidigt illegale Thunfischfangoperationen

Bei einem Gespräch mit der maltesischen Presse gab der Premierminister von Malta, Dr. Lawrence Gonzi, folgende Stellungnahme ab:

„Die Regierung wird es niemals tolerieren, wenn maltesische Fischer, die nach lokalem wie internationalem Recht arbeiten, angegriffen und behindert werden.“

Kapitän Paul Watson:“Bei allem Respekt Dr. Gonzi, dies waren keine maltesischen Fischer, die ihre Geschäfte im gesetzlich legalen Rahmen abwickelten. Es war ein ungesetzlicher Fang, der nach dem 14. Juni stattfand, nachdem die Fangsaison bereits beendet war. Ich habe ein paar Fragen an Sie Dr. Gonzi:

1. Ist es nicht etwas zu bequem einfach zu behaupten dass diese 800 sich im Käfig befundenen Blauflossenthunfische von acht verschiedenen in Libyen registrierten Schiffen alle am 14. Juni gefangen worden sein sollen?

2. Wie wollen Sie erklären, dass ALLE acht Schiffe diese Fänge an diesem einen Tag gemacht haben wollen, obwohl die Wetterbedingungen es schier unmöglich gemacht haben am 14. Juni Thunfisch zu fangen?

3. Ist es Zufall, dass die Wetterbedingungen am 15. Und 16. Juni ideal für den Fang von Blauflossenthun waren?

4. Wie erklären Sie, dass wir unzählige Jungfische in den Käfigen beobachten konnten?

5. Warum sollten Fischer uns die Erlaubnis verweigern die Käfige zu überprüfen, wenn der Fang legal ist?

6. Warum bekommt Malta Fische die außerhalb der europäischen Quote gefangen wurden?

7. Warum wurden diese Fische dort gefangen, wo sie nicht den Kontrollen von Malta, Europas oder der ICCAT unterliegen und dann nach Malta deportiert werden um in maltesischen Farmen gemästet zu werden?

Dr. Lawrence Gonzi: „Solange unsere Fischer innerhalb geltender Gesetze operieren, werden sie den Schutz der Regierung mit allen Mitteln genießen und ebenfalls den Schutz der internationalen Gemeinschaft, “

Kapitän Paul Watson: Genau darum geht es Dr. Gonzi, diese Fischer haben eben nicht innerhalb der Gesetze agiert. Sie haben gewildert und solange weder Malta noch die ICCAT irgendwelche Befugnisse haben die Fänge in libyschen Gewässern zu kontrollieren hat es wenig Glaubwürdigkeit wenn Sie behaupten dieser Fang wäre legal. Papiere lassen sich leicht fälschen und es waren keine Kontrolleure der Regierung an Bord dieser Schiffe.

Dr. Lawrence Gonzi: „Wir respektieren die NGOs, aber keiner kann seine Sache mit illegalen Mitteln durchsetzen.“

Kapitän Paul Watson: „Erneut, mit allem nötigen Respekt Dr. Gonzi, Ihre Regierung respektiert in keiner Weise Nicht-Regierungs-Organisationen. Das maltesische Militär war mehr daran interessiert, die Investitionen der Thunfisch-Firmen zu beschützen. Wie viele Übertretungen haben sie aufgedeckt? Sollen wir glauben, das jeder einzelne Thunfisch legal gefangen ist, obwohl die Fischereiindustrie eine lange Geschichte darin hat, jedes Jahr mehr zu fangen als die Quote erlaubt? Die Wahrheit ist doch, dass die Sea Shepherd Conservation Society völlig mit den maltesischen Kontrollschiffen kooperiert hat und wir ihren Anweisungen Folge leisteten und ich bin sicher sie werden die Zusammenarbeit bestätigen, da wir es auf Film haben. Wenn wir fragten, ob wie die Käfige untersuchen dürften, erlaubten sie uns dieses unter ihrer Aufsicht und wir akzeptierten ihre Bedingungen. Wir sind nicht gegen einen einzigen legalen Käfig oder legale Fischereioperationen vorgegangen. Greenpeace mag dieses getan haben. Sea Shepherd tat dies nicht. Sea Shepherd protestiert nicht gegen legale Fischerei, wir schreiten gegen illegale Fischerei ein und in diesem Fall war der Fang des Thunfisches illegal.

Die Steve Irwin hat nicht den Käfig gerammt. Wir haben unsern Bug auf den Käfig geschoben um zu sehen was sich dort drin befindet, als das maltesische Schiff Rosaria Tuna uns am Heck rammte und uns in den Käfig schob. Dieses Rammmanöver haben wir aus der Luft gefilmt. Einer der Fischer griff dann mit einer langen Stange, die mit einem gebogenen Haken versehen war, die Crew von Sea Shepherd an. Dieses haben wir auf Film. Sea Shepherd verwendete keine Gummigeschosse, Ammoniak oder Tränengas, wie es die Fischer behaupten. Wir haben diesen Angriff mit sehr stark stinkender verrotteter Butter abgewehrt. Es scheint mir als wird mit zweierlei Maß gemessen. Wenn Fischer Umweltaktivisten angreifen wird es als angemessen angesehen, wenn aber Umweltaktivisten sich selbst verteidigen wird dieses als unakzeptabel hingestellt.

Was hier am Wichtigsten ist, ist dass der Blauflossenthun von CITES als gefährdete Art eingestuft hätte werden müssen, was auch geschehen wäre, hätte es nicht von Seiten Japans, Chinas und Maltas den politischen und wirtschaftlichen Druck gegeben. Die Industrie setzt sich für eine Fischerei ein, die den Blauflossenthun als Art auslöschen wird.

Dr. Lawrence Gonzi muss selbstverständlich die Thunfischfarmer unterstützen. Es ist eine Industrie, die über hundert Millionen Euro in die maltesische Wirtschaft einbringt. Obwohl sie die Jobs von traditionellen Fischern zerstört bringt sie enorme Gewinne in die Taschen einiger Weniger und diese Wenigen stellen Sicher, dass die Politiker sich ihrer wohlwollend annehmen.

In einigen wenigen Jahren wird der einzige Blauflossenthun den es noch gibt, nur noch in riesigen Gefrierhäusern geben, die Mitsubishi gehören, und ihre Knappheit wird es Japan erlauben einen eigenen Preis festzulegen. Das ist die Ökonomie der Ausrottung. Diese Ökonomie verhindert die Erholung der Bestände und das Aussterben wird die großen Mengen an gefrorenen Fisch zu einem sehr wertvollen Gut machen, wobei das Mittelmeer dafür weniger wert sein wird.

Zu der Verletzung: Der Fischer gab in einer Befragung zu, dass er versucht habe das Seil zu greifen und zu zerschneiden und dabei nicht verletzt wurde, beziehungsweise sich dabei im schlimmsten Fall selbst kleine Schnittwunden und Prellungen zufügte. In einer Veröffentlichung in der Times of Malta, hält der Fischer ein Bild von der Steve Irwin hoch und scheint sich gut und ausführlich von den Verletzungen erholt zu haben, die er behauptet gerade Mal vor 3 Tagen zugefügt bekommen zu haben.

Ich stelle fest, dass nicht die gleiche Sorge dem Greenpeace-Crewmitglied von offizieller Seite zuteil wird, der mit Absicht einen Haken durchs Bein getrieben bekam. Das ist eindeutig mit zweierlei Maß messen.

Die Fische die wir befreit haben wurden illegal nach dem 14. Juni gefangen. Sie wurden ohne Kontrollen durch Malta oder der ICCAT gefangen. Es ist für die Akten, dass wir diese Fänge an die ICCAT meldeten, woraufhin sie nicht antworteten oder antworten konnten, da sie keine Erlaubnis für libysche Gewässer haben.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Sea Shepherd News abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.