Somewhere Over the Rainbow, Bluefin Swim Free!

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-100618-1.html
Freitag, 18. Juni 2010

Somewhere Over the Rainbow, Bluefin Swim Free!

Operation Blue Rage: Tag Elf der Mittelmeer–Patrouille

Freitag, 18. Juni 2010

Position: Vor der Küste Libyens

Bericht von Kapitän Paul Watson, Steve Irwin

In der Morgendämmerung, diesig vom feinen, aus der Wüste Sahara herübergewehten Sand, fanden wir uns ohne von Beschattern der libyschen oder maltesischen Marine verfolgt zu werden und so setzten wir unsere Patrouille fort.

Wir trafen auf das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise, das Richtung Südwesten unterwegs war zu den Koordinaten, wo wir gestern den Käfig frei gelegt hatten. Wir änderten den Kurs, um sie anzuhalten mit der Absicht, uns mit ihnen auszutauschen, aber sie drehten ab und flohen vor uns mit voller Geschwindigkeit. Wir folgten ihnen und konnten sie gegen 1630 Uhr einholen.

Es war wirklich ganz nett, die zwei Schiffe beieinander zu haben und als wir näher kamen, tauchte eine Delfinschule auf und begann, die Bugwellen sowohl des Sea Shepherd-Schiffes Steve Irwin als auch des Greenpeace-Schiffes Arctic Sunrise zu reiten. Mein Freund, der verstorbene Greenpeace-Mitgründer Bob Hunter, hätte das sicher als ein Zeichen für uns gesehen, zusammenzuarbeiten.

Die Arctic Sunrise funkte uns an und fragte, was wir vorhätten und wir sagten, dass wir nur unseren Fotojob machen und nebenbei, wie es denn wäre wenn sie mitkommen, die Fische retten.

Arctic Sunrise, hier ist die Steve Irwin. Wir haben einen Käfig mit rund 800 illegalen Fischen darin ausgemacht und das ist eine wunderbare Gelegenheit für unsere beiden Organisationen, zusammenzuarbeiten“ sagte der erste Offizier der Steve Irwin, Locky MacLean.

Nach einem kurzen Zögern funkte der Kapitän der Arctic Sunrise Joel Stewart zurück und sagte schlicht „negativ“.

“Ok”, sagte Locky, “Arctic Sunrise, danke für den Foto-Termin, schönen Tag noch. Wir sind weg um ein einige Fische zu retten“.

Es war offensichtlich, dass die Arctic Sunrise keine gemeinsame Luftaufnahme von unseren beiden Schiffen Seite an Seite wollte und daher fing sie an, Kreise zu ziehen um das zu verhindern. Allerdings erlaubte uns die höhere Geschwindigkeit der Steve Irwin, das Foto zu machen und dann brachen wir auf.

Ich bin wirklich sehr glücklich darüber, die Greenpeace-Schiffe im Mittelmeer zu sehen. Sie sind in den letzten paar Jahren nicht dort gewesen, aber als sie hörten, dass Sea Shepherd kommen würde, um den Blauflossenthun zu schützen, mobilisierten sie die Arctic Sunrise und die Rainbow Warrior. Sie unternahmen ein paar mißglückte Versuche, einige Fische zu befreien, verloren zwei ihrer kostspieligen Schlauchboote und eines ihrer Crewmitglieder wurde ernsthaft verletzt, daher besteht kein Zweifel, dass sie sich ernsthaft darum bemühen, Aufmerksamkeit auf die Bedrohung zu lenken, der das Überleben des Blauflossenthuns ausgesetzt ist.

Wir wünschen uns, sie würden in Erwägung ziehen, auch gemeinsam mit uns ins Südpolarmeer zurückzukehren um die Wale zu beschützen, aber bei Greenpeace hat sich mit den Jahren viel verändert und dieses Feuer der Begeisterung, das einstmals meine Mitstreiter und mich motivierte, als wir Greenpeace vor vier Jahrzehnten aufbauten, ist deutlich abgekühlt.

Doch ich muss sagen, als ich zu der Arctic Sunrise herüberschaute mit den Delfinen, die vor unser beider Bug schwammen, fühlte ich einen Hauch von Stolz als einer der Gründerväter von Greenpeace. Ich weiß, dass Robert Hunter es geliebt hätte, das zu sehen und ich weiß, was er dann gesagt hätte. „Schau, Paul, die Delfine haben beide Schiffe (an-)erkannt und dass nachdem eine ganze Woche lang kein einziger Delfin zu sehen war und plötzlich, als die beiden Schiffe zusammenkamen, erscheinen sie vor Euer beider Bug, also, diese herrlichen Buddhas ohne Arme sind weiser als wir es sind, und wir scheinen niemals auf sie zu hören“.

Und so kam es, dass wir nach Süden abdrehten, zurück in die libyschen Gewässer und die Arctic Sunrise in unserem Kielwasser zurück ließen. Es ist wirklich jammerschade. Gemeinsam könnten Greenpeace und Sea Shepherd die Weltmeere erschüttern, gemeinsam könnten wir eine noch stärkere Macht sein, mit der ernsthaft zu rechnen ist.

Als wir Richtung Süden steuerten, schloss ich meinen iPod an und spielte “Somewhere Over the Rainbow” als Tribut an Robert Hunter und alle meine alten Greenpeace-Schiffskameraden und staunte, was wir alles erreicht haben seit dem Tag als Bob und ich uns im Juni 1975 in den kalten Wassern des Nordatlantik dieser sowjetischen Harpune mit unserem eigenen Körper in den Weg stellten. Seit damals ist so viel passiert, sowohl Positives als auch Negatives, aber das Wichtigste ist, dass manche von uns niemals diesen Traum aufgegeben haben, den jeder von uns in sich trägt, und das ist die Kraft, die Welt zu verändern. Alles, was wir tun müssen, ist, zu wagen, etwas zu verändern und zu verstehen, dass es manchmal erforderlich ist, das Unmögliche zu tun um das Mögliche zu erreichen.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Sea Shepherd News abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.