Sea Shepherd Operation Golfrettung Update

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/editorial-100726-1.html
Montag, 26. Juli 2010

Sea Shepherd Operation Golfrettung Update

Von Bonny Schumaker

Die “Fliegerei-Flanke” der Sea Shepherd Conservation Society war in den letzten paar Monaten sehr geschäftig im Golf von Mexiko unterwegs, und besonders im vergangenen Monat. In Übereinstimmung mit der starken Gewichtung der Zusammenarbeit hat Sea Shepherd mit anderen Nicht-Regierungs-Organisationen ebenso zusammengearbeitet wie mit der lokalen Bevölkerung und Unternehmen, einheimischen Gruppen in der Golfregion und Regierungsbehörden, um die Wirksamkeit der Schutzmassnahmen und die Förderung der Wiederherstellung der Natur und der Ökosysteme im Golf zu maximieren..

Sea Shepherd hat etliche feste Verbindungen zu diesen Gruppen geknüpft und wir erhielten Zugang zu regelmäßigen Überwachungs-Tiefflügen über den Golf, die Küstengewässer und die vorgelagerten Inseln. Daher haben wir eine umfangreiche Video- und Photodatenbasis erstellt, die uns geholfen hat, die Bewegung, das Ausmass, die Beschaffenheit und die Folgen des Öls nachzuvollziehen, wie es sich von “der Quelle” (der Deepwater Horizon Plattform) über die vorgelagerten Inseln und bis hin zu den Küstenlinien von Texas und Florida ausgebreitet hat

Wir waren in der Lage, Wissenschaftlern von Universitäten Öl-Erkundungsflüge von unschätzbarem Wert zur Verfügung zu stellen, um die Boote der USGS, NGA und NASA anzuleiten zur Probenentnahmne und Durchführung von Spektralanalysen des Öls und des Wassers. Im Verlauf dieser Flüge nutzten wir jede Gelegenheit zur Dokumentation, mit unseren eigenen Augen, Kamera und Videoausrüstung, des Verhaltens der Wildtiere und des Zustands der Vegetation um die küstennahen Inseln von Dauphin (im Süden von Alabama) westlich zur Marsh Insel, eine Ausdehnung von über 250 Meilen von Osten nach Westen rund um Venice, Louisiana. Dank vieler großzügiger und hilfreicher Kontakte in der Golfregion hatten wir außerdem Zugang zu einer Vielzahl Boote und Genehmigungen zum Zutritt auf abgesicherte Strandareale, die es uns und den Wissenschaftlern und Medien, die sich uns angeschlossen hatten, ermöglichten, die Zustände in den Küstenregionen direkt und objektiv in Augenschein zu nehmen.

Der Anblick der Wasseroberfläche ändert sich von Tag zu Tag, teils wegen der Winde und Strömungen, die das Öl und die Emulsion umhertreiben, teilweise aber auch, weil wir Menschen fortgesetzt ein Dispergiermittel, das als Corexit bekannt ist, in gewaltigen Mengen aus großen C-130ern und anderen Flugzeugen versprühen, in dem Versuch, das Öl aufzubrechen und in kleine Partikel aufzuspalten und mit deren Absinken von der Oberfläche verschwinden zu lassen…

Warum tun wir das? Traurigerweise ist die Antwort, weil so weniger von dem Öl zur Küste gelangen wird, weil Aufnahmen aus der Luft nicht so ungeheurlich und entsetzlich aussehen werden, sodass möglicherweise der Tourismus und der Ruf von BP gerettet werden können. Damit Fischer noch hinausfahren können und versuchen, Shrimps einzuholen? Man möchte das Letztere nicht glauben, und doch haben wir da draußen fast täglich Trawler gesehen, nicht bei der Schleppnetzfischerei, aber sie schleppen noch ihre Netze! Sicher, einige dieser Boote ziehen nun Abschöpfvorrichtungen und versuchen, etwas von dem Öl von der Oberfläche zu bergen. Aber einige von ihnen fischen unfaßbarerweise immer noch. Während das Dispergiermittel in Kraft ist und die kleinen Ölblasen absinken, wird alles Leben unter der Oberfläche damit überzogen. Sie nehmen es in sich auf. Ihre Augen und Ohren und Kiemen füllen sich damit. Sie ersticken, sie sind vergiftet und sie sterben einen langsamen und füchterlichen Tod.

Wir haben immer weniger und weniger Meeres-Wildtiere in den letzten zwei Monaten gesehen. Was wir aber sehen, ist jetzt der Küste sehr viel näher als zuvor, typischerweise innerhalb 50 Meilen von der Küste weg, und ist vorgedrungen in die seichten Küstengewässer der vorgelagerten Inseln. Innerhalb von 30 Meilen vor der Küste von Caillou Bay (westlich der Grand Isle) und innerhalb von 5 Meilen der von Öl entstellten Küsten der Chandeleur Inseln haben wir viele Schulen Kuhnasenrochen (Rhinoptera bonasus) gesehen, goldfarben und dicht unter der Oberfläche schwimmend, 20-40 in einer viereckig geformten Schule. Häufig folgen Haie diesen Rochen. Wir haben kleine Schulen Delphine gesehen, fast immer sehr schnell schwimmend, wie verzweifelt im Kreis herum und oft innerhalb weniger Hundert Meter dicker Flecken aus brauner Rohölemulsion. Wenn wir dies in schön blauem klarem Wasser gesehen hätten, hätten wir es wahrscheinlich für begeistertes Spielen gehalten, aber in dieser giftigen Brühe fragten wir uns, ob es nicht ein Zeichen für gravierenden Stress ist.

Nachdem wir Hunderte von Meilen über das “Wasser” geflogen sind, wissen wir, dass es keine saubere Passage für diese Tiere gibt, durch welche sie aus den ölverseuchten Arealen herausschwimmen und in sauberes offenes Wasser hineinschwimmen können, wenn sie nicht zuerst etliche Hundert Meilen östlich oder westlich an der Küste entlang ziehen und dann hinaus ins offene Wasser. Wir haben uns gefragt, ob sie wissen, dass sie das tun müssen? Vielleicht wissen das die Tiere, die noch hier sind, nicht und wir fragen uns, was aus ihnen werden soll? Wenn die Hurrikan-Saison kommt und die küstennahen Inseln komplett mit Öl überzieht, dürften die Tausende von Nestern mit Küken darin – Pelikane, Silber- und Fischreiher und andere – dem Untergang geweiht sein.

In den kommenden Wochen werden wir mehr Schiffe, mehr vollständig hazWOPER-ausgebildete Crews, die erfahren und trainiert sind in der Identifizierung ölverseuchter Natur und küstennaher Ökosysteme, herbringen. Alle Vorhaben zur Rettung von Wildtieren in den U.S.-Gewässern des Golfs werden streng kontrolliert. In diesem Augenblick ist es sogar dem Internationalen Vogel-Rettungs und Forschungszentrum (IBRRC), denjenigen Menschen, die die meisten der eingefangenen ölverseuchten Seevögel reinigen und wiederherstellen, nicht mehr gestattet, die ölverseuchten Vögel einzufangen und an Land zu bringen; diese Befugnis ist reserviert für den U.S. Fisch- und Natur-Service (FWS) und die Behörde für Natur und Fischerei Louisianas (LDWF).

Weniger eingeschränkt sind anscheinend die Bemühungen zur Rettung der Seeschildkröten. Einige Nicht-Regierungs-Gruppen in den Gebieten von New Orleans und Alabama waren sehr aktiv und effektiv in der Rettung und Wiederherstellung ölverseuchter Schildkröten. Wir sind ausgiebig geflogen und Boot gefahren, haben gerbeitet und diskutiert mit Seeschildkröten-Experten und Sea Shepherd wird eng mit Seeschildkröten-Rettungsaktionen im ganzen Golf zusammenarbeiten, einschließlich Einsätzen in Eigeninitiative weiter im Süden, in der Nähe von Rancho Nuevo, Mexiko, wo so viele Seeschildkröten leben und ihr Leben beginnen. Wir werden mit den vielen einheimischen Völkern zusammenarbeiten, deren Leben und Kultur eng mit den Seeschildkröten verbunden sind und die von ihnen repräsentiert werden.

Sie werden mehr hören über die Schiffe und die Experten, die Sea Shepherd in den kommenden Monaten im Golf unterstützen wird. Vorerst werden wir fortfahren, Ihnen objektive, eindeutige Dokumentationen darüber zu liefern, wie die Zustände dort wirklich sind und wir werden weiterhin starke Bande zu Gruppen, Wissenschaftlern und ortsansässigen Menschen knüpfen, die uns helfen können, soviel zum Schutz und der Erhaltung der wildlebenden Tierwelt und des Ökosystems auszurichten, wie gerettet werden kann.

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