Robbenfelle kommen weiter in EU

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Rückschlag für Tierschützer

Robbenfelle kommen weiter in EU

Nach jahrzehntelanger Kritik hatte die EU die Einfuhr von Robbenfellen gestoppt. Das Gesetz sollte das Ende des Verkaufs aller Pelze bedeuten, die den Robben während des kanadischen kommerziellen Robbenmassakers abgezogen werden. Doch Jäger und Unternehmen wehren sich – auch vor Gericht.

Robbenfelle bestimmter Anbieter können ungeachtet des seit Freitag geltenden Einfuhrverbots zunächst weiter in die EU gelangen. Grund für diese überraschende Wende ist ein Rechtsstreit vor dem EU-Gericht in Luxemburg. Wie lange das Verbot ausgesetzt bleibt, ist noch nicht absehbar.

Der Präsident des EU-Gerichts Erster Instanz, Marc Jaeger, bremste auf Antrag von 16 Klägern in letzter Minute die Anwendung der neuen Vorschrift, wonach grundsätzlich keine Robbenprodukte mehr auf den Markt gebracht werden dürfen.

Inuit-Produkte vom Verbot ausgenommen

Unter den Beschwerdeführern sind mehrere Unternehmen wie die Canadian Seal Marketing Group in Quebec, Einzelpersonen sowie die Vereinigungen der arktischen Ureinwohner Inuit in Kanada und Grönland, wie aus nicht-öffentlichen Dokumenten hervorgeht.

Laut EU-Gesetz dürfen keine Robbenprodukte mehr in Europa auf den Markt gebracht werden, es sei denn, sie stammen von den Inuit, die keine kommerzielle Robbenjagd betreiben. Das Verbot gilt für sämtliche Robben-Produkte, darunter auch Öle, Häute und Tran, der in Kosmetik oder Medizin verwendet wird. Die Felle werden meist für die Herstellung von Pelzen, Mänteln und Mützen verwendet.

900.000 tote Robben

Laut Schätzungen werden jährlich etwa 900.000 Robben getötet. Den Tieren wird häufig mit einem hakenbewehrten Stock der Schädel eingeschlagen. Nach Beobachtung von Tierschützern gelingt dies jedoch oft nicht, und den Robben wird bei lebendigem Leib das Fell abgezogen.

Vor allem Kanada macht Jagd auf die Tiere. Auch in Grönland und Namibia werden Robben gejagt. Kanada hatte im Juli angekündigt, wegen des Importverbots vor die Welthandelsorganisation WTO zu ziehen.

Anhörungen im September

Eine Kommissionssprecherin erklärte in Brüssel, das Handelsverbot gelte zwar wie festgelegt von Freitag (20. August) an. Der Bann werde aber für die Kläger nicht angewandt, solange der Gerichtsstreit ungelöst sei. Die EU-Behörde erwartet, dass es im September Anhörungen geben wird. Dann müsse das Gericht entscheiden, ob die Regelung weiter ausgesetzt bleibe. Einen festen Zeitplan für das weitere Vorgehen gibt es demnach nicht.

Die EU-Behörde unterstrich, das EU-Robbengesetz entspreche den internationalen Verpflichtungen. Die wirtschaftlichen und sozialen Interessen der Inuit seien gewahrt.

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