Update aus Taiji, Japan

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-100903-1.html

von Michael Dalton, Kampagnenleiter Sea Shepherd Taiji

Ich habe gerade diese heute früh aufgenommenen Bilder von meiner Kamera heruntergeladen. Wie Sie sehen können, ist ein Delfin in einem Meereskäfig eingepfercht und es erwartet ihn, trainiert und in einen Marinepark transportiert zu werden, um dort ein erbärmliches Leben zu fristen und für den Rest seiner Lebensdauer mit Antibiotika-Cocktails und Antidepressiva abgefüttert zu werden.

Wir erwarten in Kürze die Ankunft einer Truppe von 20-30 Leuten aus Tokyo, überwiegend internationale ‘Touristen‘ – diejenigen, die Ric O’Barry gehört haben und nun den Aufruf von Sea Shepherd beherzigt haben, ihre Anwesenheit den Delfinen zuliebe kundzutun.

Wir haben entdeckt, dass die öffentlich zugängliche Bucht direkt neben der Abschlachtungsbucht, wo die Delfine gestern festgehalten wurden, jetzt leer ist und die Netze entfernt wurden.

Es erscheint befremdlich, dass sie die Netze abbauen aber vielleicht tun sie es, weil sie wissen, dass wir in der Stadt sind und bereit, Maßnahmen zum Schutz zu ergreifen.

Unsere Planung wird von den Aktionen der Fischer Taijis abhängen. Wenn sie planen, mit der Abschlachtung von Delfinen (Rundkopfdelfine oder Tümmler), Schwertwalen oder Pilotwalen vor unseren Augen zu beginnen, werden wir angemessen dagegen vorgehen. Wir haben nicht vor, dabei zu stehen und zuzusehen, wie irgendein fühlendes Wesen abgeschlachtet wird.

In Futo, die japanische Küste weiter aufwärts, wurden bis 2003 ebenso Delfinarten abgeschlachtet wie die Delfine in Taiji. Mr. Isumi Ishii war einmal einer der freimütigsten Verteidiger des Fangs und der Abschlachtung von Delfinen, aber Mr.Ishii hat seine Meinung geändert. „Ich hörte den Klang der Schreie der Delfine, während sie getötet wurden. Ich konnte es nicht aushalten“, beschrieb er seine Beweggründe, vom Delfinschlachten zum Delfinwatching überzulaufen. „Der Wert, den ich nun in
Delfinen sehe, ist nicht der Wert ihres Fleisches, sondern des Staunens, das sie in uns erwecken.“

Taiji ist eine Stadt, die langsam im Sterben begriffen ist, und sie profitiert nicht von diesen unnötigen, unmenschlichen Vorgängen.

Von Kapitän Paul Watson

Michael Dalton und sein Team in Taiji sind hier trotz der von japanischen Nationalisten des
ultrarechten Flügels geäußerten Drohungen. Sea Shepherd läßt sich durch Gewaltandrohungen nicht abschrecken. Eine Drohung ist eine Drohung, aber was geschehen ist und den Delfinen in Taiji noch widerfahren wird, das ist keine Drohung – es ist eine Schlächterei, barbarisch und nicht zu rechtfertigen durch irgendwelche kulturellen Interessen.
Die meisten der japanischen Staatsbürger, die wir treffen, sind genauso entsetzt über das Schlachten dieser Delfine wie die meisten Westler.

Hardy Jones hat mir mitgeteilt, dass die Menschen von der Insel Iki die Delfine nun vermissen. Hardy war gemeinsam mit Dexter Cate und Sea Shepherd von 1980 bis 1982 gegen die Delfinschlachterei auf der Insel Iki vorgegangen. Die Jagd wurde abgeschafft, aber es war zu spät. Die Delfine sind seit langem aus den Gewässern um die Insel Iki an der Westküste Japans verschwunden.

Wir können nicht zulassen, dass dies mit den Delfinen an der Ostküste Japans geschieht.

Sea Shepherd-Aktivisten sind in Taiji seit 2003 nicht beliebt, als die Sea Shepherd-Crewmitglieder Allison Lance und Alex Cornelissen die Netze aufgeschnitten und 15 Delfine freigelassen haben, die abgeschlachtet oder in einen Marinepark verbracht worden wären, wenn sie nicht so dagegen eingegriffen hätten. Alex und Allison wurden vier Wochen inhaftiert und täglich wegen „Störung des Handelsbetriebs“ verhört.

Im vergangenen Jahr haben die Fischer von Taiji Anfang September Delfine gefangen und ließen sie wegen der Gegenwart der Medien und engagierter Bürger wieder frei. Einen Monat später ging das Gemetzel wieder los. Wir hegen den Verdacht, dass sie den Protest abwiegeln wollen, indem sie den Anschein erwecken, dass die Delfine freigelassen werden. Wenn Medien und Demonstranten wieder abziehen, werden sie das Gemetzel wieder aufnehmen, wie sie es auch letztes Jahr getan haben.

Der Schlüssel zur Rettung der Delfine ist, dass Menschen sich beständig in Taiji aufhalten,
um nicht zuzulassen, dass die Schlächterei weiterhin aus dem Blickfeld der Kameras und Zeugen verschwindet.

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