Scott West von Sea Shepherd in Taiji angekommen

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-100912-1.html

Sonntag, 12. September 2010

Scott West von Sea Shepherd in Taiji angekommen

Wir kamen heute nachmittag in Taiji an und trafen uns mit Matt Smith aus Chicago. Matt war Kapitän Paul Watsons Aufruf an die Leute gefolgt, nach Taiji zu kommen und hier Wache zu halten, damit die Welt die Wahrheit über den jährlichen Horror hier erfahren kann. Matt war allein hier, für etliche Tage. Wir erfuhren von Matt, dass noch zwei Delfine in den Haltepferchen in der Stadt sind, die offenbar der Transport in irgendeinen Park zu ignorantem Amusement erwartet. Wir haben auch erfahren, dass die Boote heute zur Jagd ausgefahren waren und rund 80 Delfine in den öffentlichen Teil der Bucht getrieben hatten. Die Jäger legten Netze aus, um sie in der Bucht festzuhalten und zogen ein weiteres Netz, das es ihnen ermöglichen sollte, die gefangenen Delfine in die Killerbucht zu treiben.

Die Delfine bleiben in diesem Gebiet eingeschlossen, sie röcheln, schlagen mit den Fluken und drehen sich ständig im Kreis; sie tun das im Zentrum des eingezäunten Bereichs und sind eindeutig verstört und verwirrt. Nach Einbruch der Nacht sahen wir nach ihnen und fanden sie unter Bewachung einer Anzahl Fischer und angeheuerter Security-Leute. Wir fanden auch heraus, dass die Pferche, die im Hafen die Delfine gefangen hielten, genauso gut bewacht wurden.

Wir werden in der Dämmerung zurückkehren und berichten, was als Nächstes passiert. Die Fischer sagen, dass sie morgen keine töten werden, sondern lediglich welche für die Gefangenschaft aussuchen und die übrigen freilassen. Aufgrund von Berichten rechnen wir damit, dass sie beabsichtigen, den September hindurch dieses Vorgehen fortzusetzen und dann anfangen, die übrigen Delfine im Oktober zu töten. Ihre Vorstellung ist, dass sich bis dahin die Aufmerksamkeit der Welt abgewandt haben wird. Allerdings werden wir unsere Aufmerksamkeit nicht abziehen. Wir werden so lange hier sein wie es nötig ist, um diese Grausamkeiten im Rampenlicht zu halten.

Die Fischer sagen, dass wir sie nicht verstehen und fragen, wie wir es wagen können, als Fremde zu ihnen nach Hause zu kommen und ihnen unsere Werte aufzudrücken. Was sie nicht zu sehen in der Lage sind, ist, dass wir alle gleich sind. Wir sind alle Erdenbürger und als solche haben wir Verantwortung für diesen Planeten und die anderen Lebensformen darauf. Die Meere sterben und die Gefangennahme und Abschlachtung dieser Delfine beschleunigt diesen Tod. Wenn die Meere einmal tot sind, sind wir auch tot – alle von uns.

Heute waren ein paar japanische Nationalisten vom rechten Flügel vor Ort und bedrängten Matt. Sie stolzierten herum mit ihren Megaphonen und auf Autos montierten Lautsprechern und beschuldigten Matt, die Atombomben im zweiten Weltkrieg geworfen zu haben.

Niemand nahm sie zur Kenntnis. Sie drohten Matt auch noch, indem sie ihm ankündigten, dass eine große Gruppe ihrer Kameraden am folgenden Tag nach Taiji kommen würde und wenn er gescheit wäre, würde er das Weite suchen. Sie sagten „ es gibt hier nur Einen von Euch und Viele von uns“. Na gut, das hat sich geändert. Jetzt sind drei da. Mit der Zeit können mehr Leute den Aufruf beherzigen, hierher zu kommen und dieses dunkle und blutige Geheimnis ins Scheinwerferlicht zu rücken.

Es waren an diesem Tag auch eine Anzahl Japaner in der Parkanlage mit Überblick über die Bucht. Die meisten sympathisierten mit den Fischern. Obgleich dort auch ein Paar stand, fassungslos über das, was sie sahen. Sie erzählten Matt, dass sie erst kürzlich von Taijis Geheimnis gehört hätten und nun gekommen seien, um sich selbst davon zu überzeugen. Sie hätten es niemals geglaubt, wenn sie es nicht selbst gesehen hätten. Die Frau weinte öffentlich und ohne falsche Scham. „Das ist nicht, wie es sein sollte“ sagte sie. „Das ist nicht meine Kultur“.

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