Taiji Überwachung Update

Original: http://www.seashepherd.org/news-and-media/news-100913-1.html

Montag, 13. September 2010

Taiji Überwachung Update

Es regnete heute am frühen Morgen in Taiji. Der erste Regen seit vielen Tagen, wie uns Einheimische mitteilten. Er hörte jedoch um die Zeit, als wir um 6:10 Uhr die Bucht erreichten, auf. Wir stellten fest, dass die Fischer bereits sehr geschäftig unterwegs waren und die Delfine in verschiedene Gruppen unterteilten. Wir haben den Verdacht, sie versuchten einen Ort zu finden, wo sie die für den Verkauf an Aquarien bestimmten aussortieren konnten.

Den ganzen Tag lang, in der unbarmherzigen Sonne und Hitze, bewegten sie Gruppen von Delfinen hin und her, wobei sie sie mit dem Krach ihrer Außenbordmotoren trieben. Auch die Transportboote hielten eine gleichbleibende Geschwindigkeit, wobei sie ausgewählte Delfine in am Bootsrand festgemachte Schlingen nahmen für den Weg über die Netze und um die Haltepferche im Hafen von Taiji-Stadt herum.

Schließlich wurden alle Netze entfernt. Die nun freien Delfine hatten es nicht eilig, das Areal zu verlassen. Ein Einheimischer erklärte uns, dass sie nach ihrer Befreiung in der Gegend herumlungern und „ein Problem für die anderen Fischer sind“. Das bedeutet vermutlich, dass sie Fisch essen, nachdem sie für über 24 Stunden ohne Nahrung waren. Es zeigt außerdem wahrscheinlich an, dass die Gruppe ihre Mitglieder nicht im Stich lassen will, die ihnen genommen worden sind. Also kamen die treibenden Boote heraus und schlugen auf ihre Unterwasserröhren, wie uns gesagt worden war, um die Delfine aufs Meer hinaus zu treiben.

Wir zählten etwa 55 Delfine, einschließlich zweier Babies, die ins offene Meer zurückkehrten. Wir wissen nicht, wie viele gefangen wurden. Ein Fischer sagte uns gestern, er denke, sie hätten rund 80 Delfine in die Bucht getrieben. Während der Handel mit gefangenen Delfinen eine widerliche Angelegenheit bleibt, war es weit besser die nicht einem Aquarium vorherbestimmten Delfine frei davonschwimmen zu sehen, als mit ansehen zu müssen, wie sich das Wasser rot färbt von ihrer sadistischen Abschlachtung.

Der einzige Grund, weshalb sie nicht abgeschlachtet wurden, ist der, dass wir hier sind und die Welt schaut zu. Die Delfinsaison dauert noch bis Ende März. Wir erwarten, dass die Schlächterei bis Oktober wieder aufgenommen wird, falls es uns nicht gelingt, unsere Präsenz aufrechtzuerhalten und die Kameras auf die Bucht gerichtet zu halten. Ein Reporter fragte mich heute, wie es sich darauf auswirken würde, wie die Fischer ihren Lebensunterhalt bestreiten, wenn sie das Delfinschlachten aufgeben müßten. Ich sagte ihm, dass die U.S. A. eine gewohnheitsmäßige Walfangnation gewesen ist, wie Australien auch, und heute sind es beide nicht mehr. Es gibt eine Zukunft nach dem Walfang.

Die Szene heute in der Bucht war etwas, das Hollywood nicht besser hätte produzieren können. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie viele Polizeibeamte, Küstenwachleute, Feuerwehrleute und andere Beamte da waren und das in großer Zahl. Sie waren besorgt, ich könnte „etwas tun“. Später tauchte eine Gruppe von Demonstranten gegen Sea Shepherd auf und das beunruhigte die Polizei sehr. Wie versprochen schloß sich rund ein Dutzend japanischer Rechtsextremisten mit ihren auf Lastwägen montierten Lautsprechern dem Ereignis an. Die Polizei teilte mir mit, wir wären in Gefahr und forderte mich auf zu gehen, aber ich sagte nein. Ich erklärte, dass wir drei: Matt Smith, meine Tochter Elora und ich uns ruhig und gewaltlos verhalten. Ich wies darauf hin, dass die Demonstranten die potentiell Gewaltbereiten sind und dass sie (die Polizei) diese wegschicken müsse. Die Polizei war offensichtlich frustriert über meine Antwort.

Gestern ging ich zur Hauptpolizeiwache der Stadt Shingo, um der Polizei mitzuteilen, dass Sea Shepherd per E-mail Morddrohungen aus Japan erhalten hat. Seitdem war die Polizei in unserem Gefolge, wenn wir unserer Aufgabe nachgingen. Sie waren ziemlich unglücklich, als ich ihnen heute mitteilte, dass ich ein 90-Tages-Visum habe, beabsichtige mein Zeit in Japan in Taiji zu verbringen und dass ich bei Tag und bei Nacht in die Bucht kommen werde, um sie zu beobachten.

Vor kurzem verließ ich das Hotel, um eine Besorgung zu machen und bemerkte Kamera-Blitzlichter aus dem Inneren eines Wagens auf der Straße. Ich wurde fotografiert und darum machte ich auch ein Bild von ihnen. Ich glaube nicht, dass es sich um Polizeibeamte handelte, sondern um andere, die höchst ungehalten über unsere Anwesenheit sind. Wir werden uns nicht aus dem Land hinaus schikanieren oder einschüchtern lassen. Wenn Sie sich uns gern anschließen wollen (freiwillig, und vollständig auf eigene Kosten und eigenes Risiko) in Taiji, dann schreiben Sie mir unter inform-us@seashepherd.org

For the Oceans,
Scott West
Sea Shepherd Conservation Society

Verfolgen Sie den blog meiner Tochter zu diesen Ereignissen unter http://eloramalama.wordpress.com/

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