Sind die Walfänger kurz davor das Handtuch zu werfen?

Sind die Walfänger kurz davor das Handtuch zu werfen?

Kommentar von Kapitän Paul Watson

Es ist der 27. November und die japanische Walfangflotte hat Japan noch nicht verlassen. Noch nie zuvor waren sie so spät dran, sich auf den Weg in das antarktische Walschutzgebiet zu machen, um Wale abzuschlachten. Offiziell haben die Walfänger nicht verlauten lassen, dass sie nicht in das Südpolarmeer zurückkehren, aber sie verhalten sich so, als ob sie diese Saison vielleicht nicht an die Küste der Antarktis zurückkehren.

Sehen wir etwa Licht am Ende des Tunnels für den Krieg um die Wale im Südpolarmeer? Was für eine wundervolle Sache das wäre – 935 Zwergwale, 50 Buckelwale und 50 Finnwale würden verschont werden.

Wir können nur hoffen und uns gleichzeitig die Frage stellen, welches Spiel die Walfänger spielen. Während der letzten zehn Jahre hat die Walfangflotte Japan immer zwischen dem 6. und 19. November verlassen. Das Amt für Fischerei, das Institut für Walforschung und das Walfangunternehmen Kyodo Senpaku, haben alle einen Kommentar zu der Verspätung abgelehnt.

Eines ihrer Probleme ist, dass sie noch kein Tankschiff gefunden haben. Die Hiyo Maru No.2, offiziell Oriental Bluebird genannt, wurde von seinem Besitzer, der Daito Trading Company zum Verschrotten nach China verkauft. Yoshikazu Kurashige, Sprecher der Daito Trading Company sagte, “Das Schiff ist für einen weiteren Einsatz zu alt.”

Das Schiff wurde im August verkauft und die Walfänger hatten ausreichend Zeit einen Ersatz zu finden. Es ist für sie jedoch eine Herausforderung ein Unternehmen zu finden, das bereit ist ein Schiff für das Südpolarmeer zu mieten, Störmanöver durch die Sea Shepherd Conservation Society zu riskieren und mit illegalen Wildereiaktivitäten der japanischen Walfangflotte in Verbindung gebracht zu werden.

Die Walfangflotte erreicht die Antarktis normalerweise Mitte Dezember, kehrt im März zurück und kommt im April in Japan an. „Das Fabrikschiff Nisshin Maru liegt derzeit im Hafen von Innoshima, Hiroshima“, sagte ein Angestellter der Universal Shipbuilding Corporation. Er ist für die Wartung des Schiffes zuständig.

Der Druck auf Japan, ihre umstrittenen Walfangaktivitäten zu beenden, wächst. Im Mai dieses Jahres hat Australien beim Internationalen Gerichtshof in Den Hag rechtliche Schritte eingeleitet, um Japans Walfang im Namen der Forschung im Südpolarmeer zu beenden. Gleichzeitig hat sich der Vorrat an gefrorenem Walfleisch auf 5670 Tonnen erhöht. Dies ist die größte Menge seit 1999 – Beweise, dass der Markt am Zusammenbrechen ist.

Die Japan Times berichtete, “Japan hat während der letzten Wintersaison in der Antarktis von Dezember bis März 506 Zwergwale und einen Blauwal gefangen. Die Fangquote wurde durch Störaktionen der radikalen Umweltschutzorganisation Sea Shepherd Conservation Society beeinträchtigt.“

Allerdings ist der Japan Times ein Fehler unterlaufen. Die Walfänger töteten keinen Blauwal; sie haben einen von 50 geplanten Finnwalen umgebracht. Im Jahr zuvor konnten sie bei beabsichtigten 50 Walen keinen einzigen töten. In den letzten beiden Jahren haben sie keinen einzigen Buckelwal gefangen, obwohl die Fangquote auf 100 Tiere festgesetzt war.

Die Walfänger könnten sich aus den Fanggebieten dieses Jahr komplett zurückziehen oder ihre Saison verkürzen und eine reduzierte Fangquote festsetzen. Sie sind auf eine Auseinandersetzung mit drei Schiffen der Sea Shepherd Conservation Society gefasst, die derzeit für die Abfahrt in Tasmanien vorbereitet werden.

Zum ersten Mal seit drei Jahren werden bewaffnete japanische Beamte der Küstenwache an Bord der japanischen Walfangschiffe sein, um die Walfangaktivitäten gegen Eingriffe von Sea Shepherd zu verteidigen. Im Jahre 2007 wurden aus Sicherheitsgründen zum ersten Mal drei Beamte der Küstenwache auf den Walfangschiffen eingesetzt.

Nach Aussagen von Nobutaka Tsutsui, Vizeminister für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei, wird die japanische Flotte bald in das Südpolarmeer fahren. Tsutsui informierte auch die japanischen Medien, dass Sea Shepherd „ihre Aktivitäten gegen Japans so genannten forschungsbegründeten Walfang intensiviert.“

Für Sea Shepherd bedeutet das, dass unsere Flotte zum ersten Mal vor der Ankunft der japanischen Walfangflotte im antarktischen Walschutzgebiet sein wird. Dieses Jahr werden wir auf sie warten und je eher wir sie finden, desto früher können wir sie aufhalten. Während der letztjährigen Kampagne Operation Waltzing Mathilda, retteten wir mehr Walen das Leben als die Walfänger töten konnten. Sie haben 507 Wale abgeschlachtet und wir haben 528 gerettet. Unser diesjähriges Ziel ist es jedoch alle zu retten. Dies ist unsere Herausforderung und wir beabsichtigen all unsere Energie und Erfahrung einzusetzen, um dieses Ziel zu erreichen.

Die Sea Shepherd Flotte wird Hobart, Australien am 2. Dezember verlassen. Die drei Schiffe Steve Irwin, Bob Barker und Goijra sind für die dreimonatige Kampagne im antarktischen Walschutzgebiet voll ausgerüstet und ausgestattet.

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