Sea Shepherd unterbricht das illegale Walmassaker

Mittwoch, den 09. Februar 2011 um 10:33 Uhr

Die Gojira, Sea Shepherds Spähschiff, hat das illegale japanische Walfangschiff Nisshin Maru, das von Sea Shepherd „Todesstern der Wale“ genannt wird, am 9. Februar um 21:15 NZST ausfindig gemacht. Die Nisshin Maru wurde bei 74 Grad und 16 Minuten Süd und 149 Grad und 2 Minuten Ost beim Flensen eines Wales auf ihrem Achterdeck entdeckt.

Als die Nisshin Maru einen Fluchtversuch durch ein Eisfeld unternahm, nahm die Gojira sofort die Verfolgung auf. Die Gojira versuchte, das riesige Fabrikschiff zu blockieren, um Zeit für die Ankunft der Bob Barker herauszuschlagen, die sich in 28 Meilen Entfernung befand. Kapitän Locky MacLean verwickelte die Nisshin Maru in eine Auseinandersetzung und setzte die japanischen Walfänger darüber in Kenntnis, dass sie ihren illegalen Walfang nicht weiterführen dürfen.

Die Nisshin Maru nähert sich der Gojira mit voller Geschwindigkeit. Foto: Simon Ager

Die Nisshin Maru führte offenbar gerade Flensarbeiten durch, als sie entdeckt wurde. Arbeitslampen erhellten das Deck, Wasser wurde über die Seiten gespült und entlang des Achterdecks waren rot-braune Flecken um die Speigatten herum zu sehen, während gleichzeitig schwarzer Rauch aus dem Fabrikschornstein aufstieg.

Die Gojira musste in einem Gebiet mit kleinen Eisbergen und Treibeis anhalten, als die Nisshin Maru auf sie zusteuerte. Trotz mehrerer Funksprüche, blieb die Nisshin Maru auf Kurs und näherte sich der Gojira immer weiter. Als die Nisshin Maru 40 Meter entfernt war, schoss Kapitän Locky MacLean eine Signalrakete ab, um die Nisshin Maru zu veranlassen, ihren Kurs zu ändern. Die Nisshin Maru zog nach Steuerbord, während die Gojira 20 Meter an ihrer Backbordseite vorbeiglitt.

Am 10. Februar um 2:20 Uhr fuhren die Nisshin Maru und eines der Harpunenschiffe in dichtes Packeis ein, nachdem sie stundenlang zickzack durch lockeres Treibeis gefahren waren. Die Gojira fuhr am Eisrand entlang und empfing die Nisshin Maru durch ihren Geschwindigkeitsvorteil immer auf der anderen Seite des Treibeises.

Die Nisshin Maru setzte ihren Kurs Richtung Süden fort und fuhr in ein Packeisfeld ein. Erst schien es, als ob die Gojira das Fabrikschiff in dem dichten Eis verlieren würde, doch die Bob Barker erschien gerade rechtzeitig, um die Verfolgung zu übernehmen.

Besatzungsmitglieder beobachten die Nisshin Maru vom Bug der Bob Barker aus. Foto: Gary Stokes

Um 4 Uhr positionierte sich die Bob Barker unmittelbar hinter der Aufschlepprampe am Heck der Nisshin Maru, um weitere Umladeversuche von toten Walen zu blockieren. Die Bob Barker verfolgt die Nisshin Maru jetzt ohne Probleme durch dichtes Packeis, während die Gojira um das Eis herumfährt, um nach Harpunenschiffen Ausschau zu halten.

Das Sea Shepherd-Schiff Steve Irwin legte am 9. Februar um 18 Uhr in Wellington, Neuseeland ab und wird voraussichtlich in fünf Tagen zur Sea Shepherd- und Walfangflotte hinzustoßen.

Die Bob Barker muss die Position am Heck der Nisshin Maru halten, bis sie von der Steve Irwin unterstützt werden kann. Durch das Blockieren der Aufschlepprampe am Heck kann das Fabrikschiff keine toten Wale von den Harpunenschiffen aufnehmen, was es Sea Shepherd ermöglicht, ihre illegalen Walfangoperationen zu unterbinden.

Die Nisshin Maru nähert sich dem Heck der gestoppten Gojira. Foto: Simon Ager
Ein Sea Shepherd-Crewmitglied richtet die Schleuder aus, um rote Farbe, symbolisch für das Blut, gegen das Fabrikschiff zu schießen. Photo: Simon Ager
Die Nisshin Maru erreicht die Gojira.
Foto: Simon Ager
Sea Shepherd-Crewmitglieder versammeln sich am Bug der Bob Barker. Foto: Sam Sielen

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