Die moralische Verdorbenheit der japanischen Regierung

Quelle: http://de.seashepherd.org/news-and-media/editorial-110428-1.html

Kommentar von Kapitän Paul Watson

Der 71 jährige Eisako Sato war von 1988 bis 2006 Ministerpräsident der Präfektur Fukushima. Heute wird er als Staatsfeind betrachtet. Er wurde Staatsfeind als er im Jahre 2006 der Bestechlichkeit bezichtigt wurde, nachdem er kurz zuvor die Sicherheitspraktiken im Kraftwerk Fukushima ankreidete.

Herr Sato rächte sich mit einem Buch: Anihilating a Governor (deutsche Übersetzung: Die Vernichtung eines Ministerpräsidenten). Das Buch wurde von den Medien und der Bevölkerung ignoriert … ignoriert bis zum 11. März dieses Jahres. Jetzt führt es die Bestsellerliste an, in einer Nation die zur schockierenden Ansicht gekommen ist, dass ihrer Regierung überhaupt nicht getraut werden kann. „Unglücklicherweise bedurfte es dieser Tragödie um es zu einem Bestseller zu machen“, sagte Sato mit einem frustrierten Seufzer. Trotz des Erfolgs des Buches wird er weiterhin von den größten Zeitungen und Fernsehsendern ignoriert. „Jene, welche wie ich sagen die nukleare Energie ist gefährlich, werden wie Staatsfeinde behandelt. Das ist eine wahrhaftig furchterregende Logik oder nicht? Wer auch immer, sei es ein Bundestagsabgeordneter oder ein Ministerpräsident, keiner war bis jetzt in der Lage diese Logik zu bekämpfen.“

Sato nennt diese nationale Methode „nukleare Absolution“. Letzte Woche sprach Sato mit Journalisten im Tokyoer Foreign Correspondents’ Club, er erzählte, dass er einst selbst enthusiastischer Unterstützer der nuklearen Energie war, wie seine Amtsvorgänger und höhere Regierung unterstütze er sie, immerhin brachte der Energiegigant Tokyo Electric Power Co. (TEPCO) Arbeitsplätze, Fördermittel und Wachstum in seine Präfektur. 1988 stimmte er vorbehaltlich der umstrittenen Verwendung von Mischoxid-Brennelementen im Kraftwerk zu, davon wich er aber zurück als eine Reihe Fehlfunktionen und Risse am Reaktor entdeckt wurden. Danach, so sagte er, wuchsen seine Zweifel. „Zwischen 2002 und 2006 wurden 21 Probleme am Kraftwerk Fukushima meinem Büro bekannt gemacht“ sagte Sato. „Informanten, darunter Arbeiter des Kraftwerks, umgingen TEPCO und Japan’s Nuclear and Industrial Safety Agency (NISA) um direkt zu mir zu kommen. Sie befürchteten zu recht, dass ihre Informationen sonst von TEPCO verheimlicht werden würden.”

Sato wurde ein immer verbitterter Kritiker des Kraftwerks in Fukushima und Japans gesamter Energiepolitik, welche von der NISA’s mächtigem Aufpasser, dem Ministerium für Ökonomie, Handel und Industrie geleitet wurde. 2006 entfernte die Regierung diesen unangenehmen Ministerpräsidenten mit Bestechlichkeitsvorwürfen. Er musste zurücktreten und wurde verurteilt. Er erklärte die Vorwürfe hätten politische Hintergründe, aber in einer Nation mit einer Verurteilungsrate von 98% waren seine Chancen auf Erfolg gering. TEPCO und NISA wollten Sato los werden und das haben sie erreicht – einen weiteren Ministerpräsident welchen sie kontrollieren konnten.

Sato war über das Desaster nicht verwundert. „Letztes Jahr gab es eine Übung für das Desaster vom 11. März, nachdem die Kühlpumpen an Reaktor 2 am 17. Juni 2010 ausgefallen waren. TEPCO wurde mehrmals gefragt wie ein Ausfall der Dieselgeneratoren abgefangen würde, aber das Unternehmen wiegelte ab.“ Die Krise im letzten Monat wurde durch ein Beben der Stärke 9 ausgelöst welches die Elektronik des Kraftwerks lahmlegte und ein 15 Meter Tsunami sich über das Gebäude mit den Backup-Generatoren ergoss. Das Gebäude war nur für eine 5,7 Meter Welle gebaut. Die Aussage TEPCOs nach dem Tsunami: dies sei ein Desaster „außerhalb unserer Erwartungen“ gewesen, weist Sato verachtungsvoll mit Hinweis auf die tausendjährige Geschichte großer Tsunamis an Japans Ostküste und den permanenten Warnungen Gelehrter vor möglichen seismischen Bewegungen weit über die Widerstandskraft des Kraftwerks ab.

„Dies war ein zu erwartendes Desaster“, sagt Sato. Sato ist überzeugt, dass die Regierung und die Medien nichts tun werden um den guten Ruf der nuklearen Energie zu schädigen. „Nukleare Energie muss als absolut sicher angesehen werden. In 10 Jahren werden wir das nächste Desaster erleben. Es ist fast wie in einem faschistischen Land wo Informationen von der Öffentlichkeit zurückgehalten werden. Es ist Zeit für Japan auf zu wachen und zu erkennen wie die Situation wirklich ist.“

Es sind nicht nur die Japaner welche den Preis für ihre moralisch korrupten Politiker und Bürokraten zahlen. Die gesamte Welt leidet an den Konsequenzen, inklusive unserer gefährdeten Ozeane. Von nuklearen Partikeln welche die nördliche Hemisphäre in der Luft und im Wasser durchkreuzen, über Druck auf das Ökosystem durch steigende Überfischung hin, zur Einstellung der Produktion in Nationen welche auf Japans Industrie angewiesen sind – die gesamte Welt, jede Spezies bezahlt den Preis für diese riesige Unverantwortlichkeit. Lasst uns nicht vergessen, dass jene Bürokraten, die das riskante Spiel mit der nuklearen Energie decken, auch jene sind welche Japans illegalen Walfang subventionieren.

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