Captain Paul Watson in Frankfurt aufgrund eines von Costa Rica ausgestellten Haftbefehls festgenommen

Photo: Tim Watters

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Captain Paul Watson wurde heute in Deutschland zur Auslieferung nach Costa Rica verhaftet. Nach Aussage der Polizei geht der Haftbefehl auf eine angebliche Verletzung des Seeverkehrsrechts in Costa Rica während der Dreharbeiten des Films Sharkwater im Jahre 2002 zurück. Der „Bruch des Seeverkehrsrechts“ fand auf hoher See in den Gewässern Guatemalas statt, wo Sea Shepherd auf illegale Shark Finning-Aktivitäten stieß, die von einem costa-ricanischen Boot namens Varadero durchgeführt wurden. Auf Anweisung der guatemalischen Behörden wies Sea Shepherd die Mannschaft der Varadero an, ihre Finning-Aktivitäten einzustellen und zum Hafen zurückzukehren, und sich der strafrechtlichen Verfolgung zu stellen. Während die Varadero zurück zum Hafen eskortiert wurde, wendete sich das Blatt: Ein guatemalisches Kanonenboot wurde entsandt, um die Mannschaft von Sea Shepherd abzufangen. Die Crew der Varadero beschuldigte Sea Shepherd des Versuches, sie zu töten, wohingegen das Videomaterial den Gegenbeweis erbringt. Um dem guatemalischen Kanonenboot aus dem Weg zu gehen, nahm Sea Shepherd Kurs auf Costa Rica, wo sie weitere illegale Shark Finning-Aktivitäten aufdeckten. Dabei handelte es sich um tausende von getrockneten Haifischflossen auf den Dächern von Industriegebäuden.

Umweltschützer auf der ganzen Welt hoffen darauf, dass die Costa-Ricaner die Anschuldigungen gegen Captain Watson fallenlassen. Es besteht außerdem die Chance, dass die Anschuldigungen bereits fallengelassen worden sind, aber Sea Shepherd konnte dies bisher nicht durch costa-ricanische Behörden bestätigen lassen. Mit der reichen Artenvielfalt Costa Ricas wäre es eine Farce, wenn sich dieses Land nicht für die Haie einsetzen würde, welche an der Spitze der Nahrungskette stehen und für das Gleichgewicht im Ökosystem Meer sorgen.

Im Gefängnis stehen Captain Watson der Vizepräsident des Europäischen Parlaments Daniel Cohn-Bendit und der europäische Abgeordnete Jose Bove zur Seite. Wir hoffen, dass diese beiden ehrenwerten Herren Captain Watson freibekommen, bevor dieser Unsinn noch weiter geht. Außerdem haben Sea Shepherds aus ganz Europa mobil gemacht, um Captain Watson zu unterstützen.

Da die Notlage der Haie immer drastischer wird, hat Sea Shepherd damit begonnen, eine neue Hai-Kampagne für 2012 zu planen. Julie Andersen, Gründerin von Shark Savers und Shark Angels, hat sich Sea Shepherd angeschlossen, um unsere weltweite Kampagne gegen das Aussterben der Haie zu leiten.

Sea Shepherd wird sowohl seine Sachkenntnis und Erfahrung als auch sein Know-How in der Pressearbeit dazu nutzen, Menschen auf der ganzen Welt aufzurufen, sich ihre Haie zurückzuholen – Tiere, die sowohl für ihre eigene als auch für die gesamte globale Umwelt und Ökonomie lebenswichtig sind.

Sea Shepherd bietet Ländern auf der ganzen Welt seine Hilfe an, um internationale und lokale Gesetze durchzusetzen, schonungslose Wilderei zu beenden, gefährdete Meeresschutzgebiete zu patrouillieren, High-Tech-Abwehrsysteme zu installieren und um Einheimische durch Training und die Bereitstellung von Ressourcen für den Kampf vorzubereiten. Sea Shepherd wird außerdem einen öffentlichen Meinungskrieg aufnehmen, der alles ändern wird, was wir je über das meist verachtete Tier aller Zeiten wussten.

Das erste Ziel ist der Südpazifik, welches das Team im Juni ansteuert.

„Wir haben alle Gesetze, die wir brauchen, um die Haie zu schützen. Jetzt werden wir unsere Möglichkeiten und unser Wissen dazu nutzen, Ländern auf der ganzen Welt dabei zu helfen, diese auch durchzusetzen. Mit Galapagos als Vorbild, werden wir dorthin reisen, wo wir gebraucht werden und lokale Gesetze durchsetzen, während wir Strategien entwickeln und die Einheimischen darin unterweisen, ihre Haie zu verteidigen und damit weltweit die Bemühungen zur Durchsetzung antreiben.“ – Julie Andersen, Direktorin für Hai-Kampagnen.

Quelle: Sea Shepherd Deutschland

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