Paul Watson kommt auf freien Fuss

18.05.2012 – Pressemitteilung

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) hat soeben auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft gegen den Tierschutzaktivisten Paul Watson die vorläufige Auslieferungshaft aufgrund eines Haftbefehls Costa Ricas angeordnet (zum Sachverhalt vgl. vorangegangene Presseinformation von heute). In seinem Beschluss stellt das OLG fest, dass die Auslieferung Watsons nicht von vornherein unzulässig ist, insbesondere weil die vorgeworfenen Taten auch nach deutschem Recht strafbar und noch nicht verjährt wären.

Gleichzeitig hat das OLG jedoch den Auslieferungshaftbefehl unter der Bedingung außer Vollzug gesetzt, dass eine Sicherheit von 250.000,- € geleistet wird.
Nach Leistung der Sicherheit, die Watson selbst angeboten hatte, wird er daher auf freien Fuß gesetzt. Er darf jedoch die Bundesrepublik Deutschland bis zum Abschluss des Auslieferungsverfahrens nicht verlassen und muss weitere Auflagen befolgen.

Da sowohl der Verfolgte bzw. sein Bevollmächtigter als auch die Generalstaatsanwaltschaft bereits über den Beschluss informiert wurden, konnte eine Pressemitteilung entgegen früherer Ankündigung schon heute erfolgen.

Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Beschluss vom 18.5.2012, Aktenzeichen 2 Ausl A 106/12

Pressestelle: Oberlandesgericht Frankfurt am Main
Pressesprecher: Richter am Oberlandesgericht Frankfurt am Main Ingo Nöhre, Zeil 42, D-60313 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0) 69 1367 8499
E-Mail: pressestelle@olg.justiz.hessen.de

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Eine Antwort auf Paul Watson kommt auf freien Fuss

  1. Seiji Oujiru sagt:

    Dieser Schritt war zu erwarten. Ist auch in Ordnung. Wieso sollen die deutschen Steuerzahler Paul Watson im Gefängnis durchfüttern (kostet circa 500 Euro am Tag), wenn das auch die Spenden-Schafe von Sea Shepherd übernehmen können?

    “In seinem Beschluss stellt das OLG fest, dass die Auslieferung Watsons nicht von vornherein unzulässig ist, insbesondere weil die vorgeworfenen Taten auch nach deutschem Recht strafbar und noch nicht verjährt wären.”

    -> Das Gericht lässt sich also nicht vom empörten Shitstorm der hyper-emotionalen SS-Hippies im Internet beeindrucken. Sehr gut! Die “navigational issues”, um welche es in dem vorliegenden Fall geht, sind im Übrigen das vorsätzliche Rammen von Schiffen. Eine bei Sea Shepherd gerne eingesetzte Taktik – zusammen mit dem vorsätzlichen Versenken von Schiffen, versteht sich.