Regierung Costa Ricas riskiert für den Schutz von Haifischflossenwilderern den guten Ruf der Nation für Umweltfreundlichkeit

Von Kapitän Alex Cornelissen, Einsatzleiter bei Sea Shepherd Galápagos

Der Direktor von Sea Shepherd Galapagos, Alex Cornelissen, inspiziert den beschlagnahmten Fang aus einem illegalen Fischfang im Galapagos National Park

Der Direktor von Sea Shepherd Galapagos, Alex Cornelissen, inspiziert den beschlagnahmten Fang aus einem illegalen Fischfang im Galapagos National Park

Die Regierung Costa Ricas unternimmt wenig überzeugende Versuche, die Illusion aufrecht zu erhalten, sie sorge sich um costa-ricanische Gewässer. Seit Captain Watson in Deutschland festgenommen wurde und die Regierung von Präsidentin Chinchilla wegen dieses eindeutig politisch motivierten  Gerichtsverfahrens in heftige Kritik geriet, wurden in den costa-ricanischen Medien Berichte über die Erfassung von Finning-Vorgängen in unbedeutendem Umfang herausgegeben. Während dies den Anschein einer positiven Entwicklung erweckt, ist es in Wirklichkeit nichts anderes als Vernebelungstaktik. Die costa-ricanische Regierung tut rein gar nichts zur Beendigung des illegalen Shark Finning in ihren Gewässern. Anscheinend ist mittlerweile nicht nur Sea Shepherd davon überzeugt, sondern auch die landeseigenen Medien, wie dieser kürzlich in der Costa Rica Times erschienene Artikel verdeutlicht.

Unglücklicherweise ist das die Realität, mit der die Aufseher auf den Kokosinseln zu tun haben. Fremde Fischereischiffe richten verheerenden Schaden an den Haipopulationen an, dort, wo angeblich ein ausgewiesenes Meeresschutzgebiet und Weltkulturerbe sein sollte. Die Aufseher verfügen über begrenzte Mittel und können unter Umständen nicht all die Schiffe schnappen. Sie stehen ganzen Flotten gegenüber, ohne irgendeine Unterstützung von ihrer Regierung oder Küstenwache. Sea Shepherd machte 2002 und erneut 2012 das Angebot, das geschützte Areal des Cocos Island Marine Reserve patrouillieren zu helfen, doch unsere Hilfe ist nicht erwünscht. Nicht, dass die Kokosinseln schwer zu kontrollieren wären; tatsächlich ist das einer der Orte auf der Welt, an denen das illegale Fischen auf einfachste Weise zu unterbinden wäre. Das kann mit minimalem Kostenaufwand sehr wirkungsvoll ausgeführt werden. Eindeutig könnten wir etwas verändern, wie wir es seit Jahren auf den Galápagos tun, doch scheint es, als werde ein solches Ausmaß an Kontrolle sich mit den Bestechungsgeldern in die Quere kommen, die die Regierung Costa Ricas von den Haifischflossenwilderern annimmt.

Die Regierung Costa Ricas treibt Spott und Hohn mit den Fortschritten, die andere Länder in der Region erreicht haben, indem sie fortlaufend vortäuscht, das Shark Finning-Problem unter Kontrolle zu haben. In Wahrheit kontrollieren die ausländischen Shark Finning-Flotten die costa-ricanischen Gewässer und die Regierung Chinchillas tut einen verdammten Dreck dagegen.

Illegaler taiwanesicher Shark Finning-Vorgang in der Nähe costa-ricanischer Gewässer

Illegaler taiwanesicher Shark Finning-Vorgang in der Nähe costa-ricanischer Gewässer

Quelle: Sea Shepherd

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Sea Shepherd News abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Regierung Costa Ricas riskiert für den Schutz von Haifischflossenwilderern den guten Ruf der Nation für Umweltfreundlichkeit

  1. Moni sagt:

    Dies ist ein trauriges Thema, in das nicht nur Costa Rica verwickelt ist. Wenn nämlich keine Nachfrage da wäre gäbe es auch keinen Markt und da ein Geschwür immer an der Wurzel angepackt werden muss sollte man dies vielleicht einmal tun. Ich verstehe einfach nicht wieso die Menschheit nicht einsieht, dass, auf lange Sicht gesehen, unter anderem der Haifisch für sie selber lebensnotwendig ist – tztztztz – Ignoranten, alle zusammen!